Zürich (awp) - Die Swiss Life hat sich vor Jahren den Ausbau des Gebührengeschäfts auf die Fahne geschrieben und setzt diesen Plan konsequent um. Im bisherigen Jahresverlauf legten die sogenannten Fee-Erträge in einem schwierigen Finanzmarktumfeld weiter kräftig zu - und die Neugeldzuflüsse lassen weiteres Wachstum erwarten.

In den ersten neun Monaten 2022 nahm die Swiss Life mit Finanzberatungen, der Vermögensverwaltung oder dem Verkauf von anlagegebundenen Vorsorgeprodukten 1,75 Milliarden Franken ein. Das ist ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Gruppe am Mittwoch bekanntgab.

In Lokalwährungen gerechnet resultierte gar ein Wachstum der Fee-Erträge um 13 Prozent. Damit konnte die Swiss Life das in der ersten Jahreshälfte angeschlagene Tempo beibehalten. Im Gesamtjahr 2021 hatte die Wachstumsrate gar 16 Prozent betragen.

Starkes Asset Management

"Wir entwickeln Swiss Life auch in Zeiten mit höheren Zins- und Inflationsraten erfolgreich weiter", zeigte sich CEO Patrick Frost in der Mitteilung mit der Leistung zufrieden. Auch Finanzchef Matthias Aellig sprach an einer Telefonkonferenz von einer anhaltend guten Nachfrage nach Beratung und Produkten der Swiss Life.

Das zeigt sich vor allem im Asset Management, wo der Konzern für Drittkunden wie Pensionskassen, Anlagestiftungen, Vermögensverwalter oder vermehrt auch Privatkunden Anlagelösungen (TPAM) bereit hält und Vermögen verwaltet. Swiss Life Asset Managers steigerte die Fee-Erträge währungsbereinigt - wie auch die Gruppe - um 13 Prozent.

Zudem flossen der Einheit seit Jahresbeginn Neugelder im Umfang von 6,0 Milliarden Franken (VJ 6,3 Mrd) zu. Und die verwalteten Vermögen rutschten trotz der schwierigen Lage an den Finanzmärkten lediglich um knapp drei auf 100 Milliarden ab.

Geographisch betrachtet rückten die Fee-Erträge in der Sparte International auch dank eines Zukaufs um 15 Prozent deutlich vor, während Deutschland (+8%) und Frankreich (+9%) gut zulegten. In der Schweiz blieb das Geschäft dagegen stabil.

Stabile Prämienentwicklung

Im Versicherungsgeschäft agiert die Swiss Life im Gegensatz dazu zurückhaltender - insbesondere wenn es um den Abschluss von Vollversicherungen in der Beruflichen Vorsorge (BVG) geht, die Firmenkunden einen Rundumschutz auch gegen Verwerfungen an den Finanzmärkten bieten.

Die Prämieneinnahmen im Heimmarkt rückten in den ersten neun Monaten 2022 trotz dieser Zurückhaltung allerdings um 1 Prozent auf 7,8 Milliarden Franken vor. Über die gesamte Gruppe hinweg nahmen die Prämien zwar leicht ab auf 15,0 Milliarden, legten aber bereinigt um Währungseinflüsse 2 Prozent zu.

Solide Anlageseite

An den in diesem Jahr unter Druck stehenden Finanzmärkten erzielte die Swiss Life bis September robust hohe direkte Anlageerträge von 2,88 Milliarden Franken nach 2,95 Milliarden im vergangenen Jahr. Die Nettoanlagerendite, die auch Marktschwankungen beinhaltet, lag nach neun Monaten (nicht annualisiert) bei 2,4 Prozent.

Auch bleibe der Konzern mit einer geschätzten SST-Solvenzquote von leicht über 200 Prozent per Ende September weiterhin gut kapitalisiert, sagte Aellig. Und das milliardenschwere Immobilienportfolio bleibe in Zeiten steigender Zinsen dank guter Lagen und einem guten Mieter-Mix robust. So seien die Leerstände gar um 0,3 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gesunken.

mk/uh