Steven Wood, Gründer des Investmentfonds GreenWood Investors, hält rund 0,5 % am Kapital von Swatch. Er will sich für die Inhaberaktionäre einsetzen, die zwar kapitalmäßig die Mehrheit stellen, jedoch aufgrund eines ungleichen Stimmrechts kaum Einfluss auf die Konzernpolitik nehmen können. Sein Ziel: Swatch soll sich künftig stärker auf seine hochwertigen Prestige-Marken wie Breguet und Blancpain konzentrieren.
Woods Vorstoß trifft allerdings auf massiven Widerstand. Die Gründerfamilie Hayek, die weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen ausübt, verfügt über 44 % der Stimmrechte und dominiert damit de facto die Abstimmungen. Der Verwaltungsrat hat Wood bereits zur Ablehnung empfohlen.
Laut Jean-Philippe Bertschy, Analyst bei Vontobel, sind Woods Erfolgschancen entsprechend gering. Dennoch sorgt sein Vorstoß für Bewegung: Die einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis sprechen sich gegen die Wiederwahl des amtierenden Verwaltungsrats aus. Ihr Hauptkritikpunkt: mangelnde Unabhängigkeit der Führungsgremien.
Vom Glanz vergangener Jahre
Swatch wird heute von Nick Hayek, Sohn des Firmengründers Nicolas Hayek, geführt. Seine Schwester Nayla Hayek steht dem Verwaltungsrat vor. Der Konzern, der in den 2010er-Jahren seine Blütezeit erlebte, befindet sich derzeit im Sinkflug.
Zum Vergleich: 2013 lag der Nettogewinn bei 1,6 Milliarden Franken, die Aktie notierte bei rund 600 Franken. 2024 fiel der Gewinn um 75 % auf 219 Millionen, der Aktienkurs liegt inzwischen unter 150 Franken.
Ein wesentlicher Grund ist der Nachfragerückgang in China, der die Umsätze zuletzt um 15 % einbrechen ließ – ein Rückschlag, der auch andere Luxuskonzerne wie LVMH und Kering traf. Compagnie Financière Richemont konnte sich dagegen besser behaupten und sogar einen leichten Anstieg seiner Uhrenverkäufe verzeichnen. Die Richemont-Aktie legte seit Jahresbeginn um 20 % zu.

Die Swatch-Aktie hingegen verzeichnet 2025 ein Minus von 10 % und ist mittlerweile der meist leerverkaufte Titel im Euro STOXX 600.
Ein Wendepunkt?
Bertschy rechnet nicht damit, dass die heutige Generalversammlung zu einem grundlegenden Umbruch führt. Doch der Druck auf das Unternehmen wächst – und könnte mittelfristig Reformen in der Unternehmensführung erzwingen. Trotz der Rückschläge bleibt Swatch mit einer Marktkapitalisierung von über 9 Milliarden US-Dollar ein Schwergewicht.
Nick Hayek zeigt sich indes unnachgiebig. Wiederholt brachte er sogar die Idee ins Spiel, Swatch von der Börse zu nehmen und wieder in ein Privatunternehmen zu überführen.
Mit Reuters


















