Sony sieht seinen Anime-Streamingdienst Crunchyroll als Wachstumstreiber, sagte der Leiter des Filmgeschafts am Donnerstag, da der Konzern auf das Wachstum von Anime ausserhalb Japans setzen will.

"Crunchyroll wird in den nachsten Jahren unser wichtigster Wachstumstreiber bei SPE sein", sagte Tony Vinciquerra, CEO von Sony Pictures Entertainment (SPE), bei einem Strategie-Briefing.

Das Technologie- und Unterhaltungskonglomerat ist zwar fur seine Filme, Spiele und Musik bekannt, aber mit Aniplex, das den Anime "Demon Slayer" produziert hat, und Crunchyroll, das weltweit 13 Millionen Abonnenten hat, ist Sony auch ein Anime-Kraftpaket.

Die Verbreitung des Internets und des Streamings hat Anime einem breiteren Publikum zuganglich gemacht, und beliebte Franchises werden zunehmend von globalen Unterhaltungsunternehmen ins Visier genommen.

Es wird erwartet, dass sich der Anime-Markt bis 2030 auf 60 Milliarden Dollar verdoppeln wird. Crunchyroll wird in Sudostasien und Indien uber Amazon Channels expandieren, das den Nutzern den Zugang zu Streaming-Diensten uber die Schnittstelle von Amazon ermoglicht.

Sony hat keinen allgemeinen Unterhaltungs-Streaming-Dienst und hat argumentiert, dass sein Status als unabhangiger Anbieter von Inhalten eine Starke ist, da der technologische Wandel die Branche durcheinander bringt.

Reuters berichtete Anfang des Monats, dass Sony an der Ubernahme der Vermogenswerte des US-Medienunternehmens Paramount Global interessiert ist, was sein Angebot an Franchises verstarken konnte.

"Unsere Strategie ist es, mehr geistiges Eigentum, mehr Produkte und eine grossere Bibliothek zu verkaufen", sagte Vinciquerra auf die Frage nach der Investitionsstrategie des Unternehmens.

Sony hat im Januar eine geplante Fusion mit dem indischen Unternehmen Zee Entertainment, aus der ein 10-Milliarden-Dollar-Geschaft entstanden ware, abgeblasen.

"Wir sehen uns einige andere Optionen an, die in den Vordergrund rucken konnten oder auch nicht", sagte Vinciquerra, ohne Einzelheiten zu nennen. (Berichterstattung durch Sam Nussey; Bearbeitung durch Jamie Freed)