Der belgische Chemiekonzern Syensqo hat am Donnerstag die Gewinnerwartungen für das erste Quartal übertroffen, gestützt durch eine starke Entwicklung im Geschäftsbereich Technologielösungen. Dennoch kündigte das Unternehmen an, angesichts makroökonomischer Unsicherheiten rund 200 Arbeitsplätze abbauen zu müssen.

„Der Jahresbeginn war zudem von zunehmender Unsicherheit aufgrund anhaltender Zölle und globaler Handelskonflikte geprägt ... Die weitreichenden Folgen auf die Endnachfrage und die Weltwirtschaft bleiben unklar“, erklärte CEO Ilham Kadri in einer Mitteilung.

Wegen der unsicheren Nachfrage beschleunigt Syensqo seine Restrukturierungs- und Sparmaßnahmen, mit dem Ziel, bis Ende 2026 über 200 Millionen Euro (224 Millionen US-Dollar) einzusparen.

Die Hälfte der geplanten Stellenstreichungen soll durch Pensionierungen erfolgen, während die andere Hälfte durch die Schaffung von 25 neuen Arbeitsplätzen im Zuge der Abspaltung von Solvay abgefedert werden soll, erläuterte Kadri gegenüber Journalisten.

„Unser Unternehmen entwickelt sich nach der Abspaltung von Solvay zu einem fokussierteren Spezialchemiekonzern mit vereinfachter Berichterstattung, höheren Margen und klarer Ausrichtung“, sagte sie in einer Telefonkonferenz.

Die Aktien von Syensqo fielen um 1,2 % bis 07:21 GMT.

Syensqo, das im Februar angekündigt hatte, eine mögliche US-Börsennotierung zu prüfen, analysiert diese Option weiterhin und erwartet laut Kadri eine Entscheidung bis Ende 2025 oder Anfang nächsten Jahres.

Das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank im ersten Quartal organisch um 15,1 % auf 311 Millionen Euro, lag damit jedoch über der von Analysten im Unternehmensauftrag prognostizierten Durchschnittserwartung von 301 Millionen Euro.

Europäische Wettbewerber wie Solvay und Covestro hatten zuletzt ihre Jahresprognosen wegen rückläufiger Nachfrage gesenkt, betonten jedoch, die direkten Zolleffekte durch lokale Produktion abfedern zu können.

Auch Syensqo erklärte, die Auswirkungen von Zöllen durch Umleitung von Produktionsvolumen zu nicht betroffenen Kunden und Regionen steuern zu können. Die Prognose für 2025, die keine direkten Auswirkungen von Zöllen und Wechselkursschwankungen enthält, wurde bestätigt.

In einer separaten Mitteilung gab Syensqo den Abschluss mehrjähriger Verträge im Bereich Batteriematerialien im Wert von über 150 Millionen Euro mit nicht namentlich genannten Automobil- und Batterieherstellern bekannt.

(1 US-Dollar = 0,8932 Euro)