Ebikon (awp) - Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat in den ersten sechs Monaten 2023 mehr umgesetzt und deutlich besser verdient. Nun wird der Ausblick auf das Gesamtjahr angehoben.

In den Monaten von Januar bis Juni setzte Schindler 5,7 Milliarden Franken um, das sind 7,1 Prozent mehr als im Vorjahrszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Währungseffekte machten sind jedoch stark bemerkbar. Schindler beziffert diese auf rund 300 Millionen Franken. In Lokalwährungen wäre der Umsatzzuwachs mit 12,6 Prozent denn auch spürbar höher ausgefallen.

Das stärkste Umsatzwachstum gab es in China, jedoch war der Vorjahreszeitraum durch zahlreiche Corona-Lockdowns stark negativ belastet worden. Alle Regionen und Produktionen konnten im ersten Halbjahr zulegen, heisst es weiter.

Profitabilität gestiegen

Auch bei der Profitabilität macht Schindler Fortschritte. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBIT schnellte auf 606 Millionen Franken in die Höhe, nachdem es im vergleichsweise schwachen Vorjahreszeitraum lediglich 466 Millionen waren. Die EBIT-Marge stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.

Massgeblich hätten operative Effizienz, stabilere Lieferketten, eine konsequente Preispolitik sowie der Basiseffekt der covidbedingten Lockdowns in China zu dem Anstieg beigetragen. "Es stimmt uns zuversichtlich, dass Massnahmen zur Effizienzsteigerung nun zusehends in unseren Ergebnissen sichtbar werden", lässt sich dazu Schindler-Chef Silvio Napoli in der Mitteilung zitieren.

Unter dem Strich resultierte ein um 56 Prozent höherer Gewinn von 463 Millionen Franken. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Schindler die Erwartungen der Analysten in allen Bereichen recht deutlich übertroffen.

Auftragseingang leicht rückläufig

Einbussen gab es hingegen beim Auftragseingang, der sich um 4,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Franken verringerte. Das Minus war jedoch weniger stark, als von Analysten erwartet worden war. Auch hier haben Währungseffekte eine starke Rolle gespielt. In Lokalwährungen resultierte sogar eine Zunahme von knapp einem Prozent.

Dabei verzeichneten die Regionen EMEA und Amerika positives Wachstum im unteren einstelligen Bereich. Derweil habe die Region Asien-Pazifik unter dem rückläufigen Markt für Neuanlagen in China gelitten, schreibt Schindler weiter. Das Service-Geschäft sei in allen Regionen gewachsen.

Umsatzprognose erhöht

Nach dem erfreulichen ersten Semester passt das Schindler-Management die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr leicht nach oben an. Neu wird ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 8 Prozent in Lokalwährungen angepeilt. Bisher hatte Schindler lediglich eine Zunahme der Verkäufe im unteren einstelligen Bereich in lokalen Währungen erwartet.

Wie gewohnt, gibt das Unternehmen zusammen mit der Publikation der Halbjahreszahlen auch eine erste Gewinnprognose. Erwartet wird für 2023 ein Konzernergebnis in der Bandbreite von 860 bis 900 Millionen Franken. Dies ist deutlich mehr als im vergleichsweise schwachen Vorjahr, als 659 Millionen Franken übrig blieben.

Jedoch sei das Umfeld weiterhin herausfordernd. In diesem Zusammenhang hob Schindler insbesondere Unsicherheiten an den Märkten, Lohnkosteninflation, Arbeitskräftemangel und starke Fremdwährungseffekte hervor.

cg/gab