FRANKFURT (Dow Jones)--Mit weiteren Abschlägen dürften die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag in den Handel starten. Belastungsfaktor bleiben die zuletzt wieder stark zugenommenen Zinssorgen, begleitet von steigenden Marktzinsen. Dazu kommt ein enttäuschender Ausblick des US-Softwareriesen Salesforce.

Der DAX dürfte um 18.400 Punkte starten nach einem Schluss von 18.473, der Euro-Stoxx-50 um 4.950 nach 4.963. Am Anleihemarkt haben die Kurse im ganz frühen Handel die Talfahrt der beiden Vortage erst einmal gestoppt, am Devisenmarkt gibt der Euro weiter nach und fällt auf 1,0790 Dollar zurück.

Die viel beachtete Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt derweil bei 4,60 Prozent, und damit nur leicht unter dem jüngsten Jahreshoch. Hintergrund sind die hartnäckig auf einem erhöhten Niveau verbleibende Inflation, immer wieder robuste US-Konjunkturdaten sowie jüngste neuerliche falkenhafte Kommentare einiger US-Notenbanker. Die Erwartungen einer Zinssenkung in den USA sind darauf immer weiter nach hinten verschoben worden. Von der EZB wird dagegen mehrheitlich weiter im Juni eine erste Zinssenkung erwartet.

Umso nervöser warten die Anleger auf die am Freitag anstehende Veröffentlichung des Preisindex der persönlichen Ausgaben der US-Verbraucher (PCE-Deflator), das von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsmaß. Bekannt gegeben werden dann auch die Verbraucherpreise aus der Eurozone. Die Inflationsentwicklung in Deutschland vom Vortag beruhigte nicht, obgleich der Preisansteg auf HVPI-Basis lediglich im Jahresvergleich einen Tick höher als erwartet ausgefallen war.


   SAP mit Salesforce-Kursknick im Fokus 

Das Geschäft dürfte insgesamt ruhig verlaufen und dünn ausfallen. Nicht nur dürften sich die Anleger vor den morgigen Preisdaten zurückhalten, auch ist die Nachrichtenlage dünn. Hinzu kommen der Feiertag Fronleichman und der Brückentag am Freitag, an dem viele Marktteilnehmer fehlen dürften. Geringe Volumen könnten in der Folge die Kurse stärker als gewöhnlich bewegen - in die eine wie auch die andere Richtung.

Eine sehr negative Kursvorgabe von Salesforce dürfte - wenn überhaupt - nur eine leichte Belastung für SAP darstellen, heißt es im Handel. Denn Salesforce und SAP seien nur eingeschränkt Wettbewerber. Nach durchwachsenen Geschäftszahlen und einem schwachen Quartalsausblick brachen Salesforce nachbörslich um 16 Prozent ein. SAP werden in Indikationen gut 2 Prozent schwächer gesehen.

Wegen Dividendenabschlägen werden die Kurse diverser Titel am Berichtstag verzerrt sein. Im DAX betrifft das die VW-Aktie, im MDAX Kion und im SDAX Salzgitter und Energiekontor.


DEVISEN          zuletzt        +/- %       0:00  Mi, 17:30   % YTD 
EUR/USD           1,0790        -0,1%     1,0804     1,0816   -2,3% 
EUR/JPY           169,29        -0,6%     170,26     170,38   +8,8% 
EUR/CHF           0,9844        -0,2%     0,9866     0,9871   +6,1% 
EUR/GBP           0,8506        +0,0%     0,8505     0,8506   -2,0% 
USD/JPY           156,88        -0,5%     157,59     157,54  +11,4% 
GBP/USD           1,2686        -0,1%     1,2704     1,2716   -0,3% 
USD/CNH           7,2637        -0,1%     7,2732     7,2730   +2,0% 
Bitcoin 
BTC/USD        68.088,81        +0,7%  67.616,98  67.755,99  +56,4% 
 
 
 
ROHOEL           zuletzt  VT-Settlem.      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex          79,03        79,23      -0,3%      -0,20   +9,0% 
Brent/ICE          83,38         83,6      -0,3%      -0,22   +9,1% 
GAS                       VT-Settlem.               +/- EUR 
Dutch TTF              0        33,83    -100,0%     -33,83   +4,8% 
 
METALLE          zuletzt       Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)     2.325,40     2.338,12      -0,5%     -12,72  +12,8% 
Silber (Spot)      31,25        31,98      -2,3%      -0,72  +31,5% 
Platin (Spot)   1.027,93     1.040,50      -1,2%     -12,58   +3,6% 
Kupfer-Future       4,72         4,80      -1,6%      -0,08  +20,5% 
 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

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May 30, 2024 02:05 ET (06:05 GMT)