--Übernahme erfolgt zu 100 Prozent

--SAP sieht in LeanIX wichtiges Element bei Cloud-Transformation im Rise-Programm

--Viele gemeinsame Kunden

--Umsatzziel LeanIX 2023 von 100 Millionen Euro, stark in USA präsent

(NEU: Details, Aussagen Management)

Von Hans-Joachim Koch

FRANKFURT (Dow Jones)--SAP setzt die Strategie seiner gezielten ergänzenden Zukäufe kleinerer Unternehmen gerade im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) fort. Der Softwarekonzern verstärkt sich mit dem Bonner Startup LeanIX, dass sich auf Software-Management spezialisiert hat. Es soll ein wichtiges Element in der von SAP mit hohem Einsatz betriebenen Transformation von Kunden in die Cloud mit dem Rise-Programm sein, um diese schneller, erfolgreicher, preiswerter zu machen und Geschäftsprozesse dauerhaft zu verbessern, wie Sebastian Steinhäuser, Chief Strategy Officer bei SAP, betonte. Er sprach von einem Meilenstein bei der Komplettierung des Portfolios. Wie bereits bei früheren Zukäufen kennt SAP auch in diesem Fall das Zielobjekt bereits als Kunde. Schon jetzt haben beide Unternehmen rund 500 gemeinsame Kunden. LeanIX ist zudem seit rund 10 Jahren Partner von Signavio, die SAP 2021 gekauft hatte.

LeanIX erhofft sich durch die Übernahme, die zu 100 Prozent erfolgt, eine globale Reichweite für sein Produkt und natürlich Zugang zu der breiten Kundenbasis von SAP. Das Bonner Startup selbst bedient mit seinen rund 600 Mitarbeitenden derzeit rund 1.000 Kunden weltweit. Nummer 1.000 war dabei der Mars-Konzern aus den USA. Dort sitzen rund 40 Prozent der Kunden, die für etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes stehen. Ende 2023 sollen die jährlich wiederkehrenden Einnahmen (ARR) rund 100 Millionen Euro erreichen.

Den Kaufpreis für LeanIX nannte SAP nicht. Die Bewertung soll laut Handelsblatt bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen, was weder SAP noch LenIX kommentieren wollten. Der Abschluss der Transaktion soll noch im vierten Quartal erfolgen. Zuletzt hatte der Walldorfer Konzern den Schwerpunkt ebenfalls auf Akquisitionen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) gelegt. Dazu wurden strategische Investitionen in Aleph Alpha, Anthropic und Cohere vorgenommen, drei Unternehmen mit Fokus auf generative KI.

Dieser Ansatz ist auch bei LeanIX erkennbar. SAP verweist darauf, dass das Unternehmen kürzlich einen KI-Assistenten auf den Markt gebracht hat, der Unternehmen dabei unterstützt, "die Potenziale generativer KI für das Management von IT-Landschaften zu heben".

Übergeordnetes Ziel bei allen jüngsten SAP-Transaktionen ist, das bestehende SAP-Portfolio zu erweitern und zu ergänzen und in die Applikationen KI-Technologie einzubetten, um ein "offenes Ökosystem" zu schaffen. Nach dem Strategiewechsel in Richtung Cloud 2022 hat SAP-CEO Christian Klein im Juni diesen Jahres KI auf der Kundenveranstaltung Sapphire als neuen Gamechanger bei Software zur Unternehmenssteuerung (ERP) in den Vordergrund gestellt.

LeanIX-CEO Andre Christ wiederum setzt darauf, dass sich Unternehmen in einem kontinuierlichen Transformationsprozess befinden, bei der die eigene Software immer wieder unterstützen könne. Die Technologie ermögliche Unternehmen ihren gesamten Softwarebestand zu visualisieren, veraltete Anwendungen zu identifizieren und einen Zielzustand und damit einen Aktionsplan festzulegen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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September 07, 2023 04:50 ET (08:50 GMT)