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Roche : Gewinnschub für Pharmakonzern Roche durch US-Steuerreform

01.02.2018 | 13:46
World's biggest maker of cancer drugs Roche CEO Schwan attends a news conference in Basel

Basel (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat der von ihm anfangs wegen übertriebener Medikamentenpreise gescholtenen Pharmabranche ein Geschenk gemacht.

Nach den US-Branchenriesen Pfizer und AbbVie spart die knapp vor dem Jahreswechsel verabschiedete Steuerreform auch dem Schweizer Roche-Konzern viel Geld. Das kommt gelegen, denn angesichts der zunehmenden Konkurrenz für milliardenschwere Krebsmedikamente stellt sich Roche-Chef Severin Schwan auf weniger Wachstum ein.

Der Umsatz dürfte dieses Jahr stagnieren oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag steigen, kündigte Schwan am Donnerstag an. Der Gewinn solle dank der US-Steuerreform 2018 allerdings stärker zulegen. Der weltgrößte Hersteller von Krebsmedikamenten stellte seinen Aktionären erneut mehr Dividende in Aussicht. Roche erwartet, dass der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Genussschein und Aktie um einen hohen einstelligen Prozentbetrag wächst. Die Vorgaben gelten unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen.

Schwan zufolge ist Amerika als Standort deutlich attraktiver geworden: "Es gibt keinen Zweifel, dass die USA mit dieser Steuerreform ihre Wettbewerbsfähigkeit gesteigert haben", sagte der Manager. Dank der Reform dürfte Roche einen hohen dreistelligen Millionenbetrag sparen, merkte Finanzchef Alan Hippe an. Die Steuerquote werde von 26,6 Prozent im vergangenen Jahr auf rund 20 Prozent zurückgehen.

An der Börse gaben die getrübten Wachstumsaussichten den Takt vor. Mit einem Kursrückgang von einem Prozent gehörte Roche zu den größten Verlierern im europäischen Gesundheitssektor. Die Steuervorteile können nicht über den Druck auf das Wachstum wegen der Konkurrenz durch Nachahmermedikamente hinwegtäuschen, erklärten Analysten.

BIOSIMILARS NAGEN AM UMSATZ

2017 steigerte Roche die Verkaufserlöse währungsbereinigt um fünf Prozent auf 53,3 Milliarden Franken (46 Milliarden Euro). Doch dem Unternehmen drohen Umsatzausfälle, weil für die milliardenschweren Krebsarzneien MabThera, Herceptin und Avastin nach Ablauf des Patentschutzes günstigere Nachahmermedikamente auf den Markt drängen. Erste Bremsspuren zeigten sich bereits beim größten Umsatzbringer MabThera: In Europa, wo vergangenes Jahr sogenannte Biosimilars der biotechnologisch hergestellten Blutkrebsarznei von Celltrion und Novartis auf den Markt kamen, sanken die Verkaufserlöse um elf Prozent und weltweit stiegen sie nur noch geringfügig. Analysten befürchten bei Roche eine mehrjährige Durststrecke. Denn die drei Arzneien stehen für gut 40 Prozent des Umsatzes.

Schwan zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Roche dank neuer Medikamente in den nächsten Jahren trotz der Einbußen durch die Biosimilar-Konkurrenz wachsen kann. "Es besteht durchaus die Chance, dass wir nicht nur kompensieren, sondern überkompensieren mit unseren neuen Medikamenten", betonte er.

Von den jüngst auf den Markt gebrachten Medikamente steuerte die Krebs-Immuntherapie Tecentriq vergangenes Jahr 487 Millionen Franken zu den Verkaufserlösen bei. 869 Millionen Franken setzte Roche mit dem seit März verkauften Mittel Ocrevus gegen Multiple Sklerose um. Dieses Jahr werde Ocrevus die Milliardenmarkte "mühelos übertreffen", wie Roche-Pharmachef Daniel O'Day sagte.

Unter dem Strich sank der Gewinn 2017 wegen Abschreibungen um neun Prozent auf 8,8 Milliarden Franken. Vor allem eine milliardenschwere Wertminderung beim Lungenmedikament Esbriet, das mit der 2014 für 8,3 Milliarden Dollar übernommen Firma InterMune zu den Schweizern kam, schlug zu Buche. Den Aktionären will Roche dennoch eine höhere Dividende zahlen: 8,30 Franken je Genussschein und Aktie, 0,10 Franken mehr als im Jahr davor.


© Reuters 2018
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Nettoergebnis 2021 14 593 Mio 15 791 Mio 13 568 Mio
Nettoliquidität 2021 4 643 Mio 5 025 Mio 4 317 Mio
KGV 2021 20,5x
Dividendenrendite 2021 2,62%
Marktkapitalisierung 311 Mrd. 338 Mrd. 289 Mrd.
Marktkap. / Umsatz 2021 4,94x
Marktkap. / Umsatz 2022 4,79x
Mitarbeiterzahl 101 465
Streubesitz 83,5%
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Letzter Schlusskurs 357,95 CHF
Mittleres Kursziel 382,53 CHF
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 6,87%
Verlauf des Gewinns je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
Severin Schwan Chief Executive Officer & Executive Director
Alan Hippe Chief Financial & Information Technology Officer
Christoph Franz Chairman
Urs Jaisli Chief Compliance Officer
André S. Hoffmann Vice Chairman
Branche und Wettbewerber
01.01.Wert (M$)
ROCHE HOLDING AG17.78%342 644
JOHNSON & JOHNSON4.12%421 513
NOVO NORDISK A/S56.38%238 110
PFIZER, INC.12.25%231 668
ELI LILLY AND COMPANY43.51%216 655
MERCK & CO., INC.-5.68%195 296