Herzogenaurach (Reuters) - Puma-Chef Arne Freundt will das Profil des weltweit drittgrößten Sportartikelherstellers schärfen.

Vor allem in den USA habe Puma zu viele Schuhe und Sportkleidung mit Rabatten verkaufen müssen, weil die Marke "Puma" zu wenig attraktiv für die Kunden war, machte Freundt am Dienstag in Herzogenaurach deutlich. Im Olympia- und Fußball-EM-Jahr 2024 werde Puma daher im April zum ersten Mal seit zehn Jahren eine Markenkampagne starten, "um unsere Positionierung als schnellste Sportmarke der Welt zu schärfen", kündigte er vor der Bilanzpressekonferenz an. Die Kunden müssten emotional stärker an Puma gebunden werden.

"Unser Umsatzwachstum und die Steigerung von Marktanteilen werden Vorrang vor kurzfristiger Gewinnoptimierung haben", gab Freundt als Motto für das Jahr 2024 aus. In den nächsten Monaten sei mit Gegenwind zu rechnen, das erste Halbjahr werde schwächer ausfallen. Das Umfeld im Sportartikelhandel sei zäh, negative Währungseffekte setzten Puma weiterhin zu. Die Abwertung des argentinischen Peso zum Jahresende 2023 hatte Puma bereits das Ergebnis verhagelt. Auf dem Weg zum angepeilten Umsatzwachstum von etwa fünf Prozent und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 620 bis 700 (2023: 622) Millionen Euro "erwarten wir eine Verbesserung von Quartal zu Quartal", kündigte Freundt an.

Mit der Strategie geht der seit gut einem Jahr amtierende Puma-Chef auf Distanz zu seinem Vorgänger Björn Gulden, der den Absatz angekurbelt hatte, ohne das Markenimage besonders zu pflegen. Defizite sieht Freundt vor allem in den USA, wo Puma zu viel Ware über Billigketten verkauft hatte, und in China, wo die Marke nicht einmal zu den zehn meistverkauften zählt. Freundt setzt nun darauf, "die Grundlagen für das zukünftige Wachstum auf Basis einer gesteigerten Markenbegehrlichkeit und einer verbesserten Vertriebsqualität zu schaffen".

Die Puma-Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr trotz des Gewinnrückgangs eine stabile Dividende von 82 Cent je Aktie erhalten. Aufgrund eines auf 369 (177,5) Millionen Euro mehr als verdoppelten operativen Mittelzuflusses (Free Cash-flow) könne man sich das leisten. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) der Nummer drei auf dem Weltmarkt hinter Nike und Adidas ging dagegen um drei Prozent auf 622 Millionen Euro zurück, wie Puma im Januar bereits mitgeteilt hatte. Der Nettogewinn lag mit 305 Millionen Euro sogar fast 14 Prozent unter Vorjahr. Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 6,6 Prozent auf 8,60 Milliarden Euro. Währungseffekte belasteten Puma 2023 mit mehr als 400 Millionen Euro.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)