Die Geschäftstätigkeit von Pool Corp leidet unter einem Dreifachschlag: Erstens unter dem postpandemischen Nachfragerückgang – in den USA hat sich der Bau neuer Pools seit dem Höhepunkt im Jahr 2022 halbiert –, zweitens unter der Schwäche im Bereich der diskretionären Konsumausgaben, und drittens unter dem verstärkten Wettbewerb durch Home Depot, das mit seiner Marktposition gezielt in das historisch lukrative Segment der Spezialanbieter vordringt.

Doch Berkshire Hathaway sieht darin eine Chance. Einer der beiden Investmentmanager von Warren Buffett, entweder Todd Combs oder Ted Weschler – beide verwalten das börsennotierte Beteiligungsportfolio des in Omaha ansässigen Konglomerats – hat die Gelegenheit genutzt, um die Beteiligung an Pool Corp zu verdoppeln.

Dabei ist das Geschäftsmodell von Pool Corp in vielerlei Hinsicht attraktiv. Der in Los Angeles ansässige Konzern erzielt laut Management über 80 % seines Umsatzes aus wiederkehrenden Quellen, insbesondere dank seines starken Segments für Wartungsprodukte.

Gleichzeitig verfügt Pool über eine klare Preissetzungsmacht, was angesichts der anhaltend hohen Kosten für die Installation und Renovierung von Poolanlagen ein bedeutender Vorteil ist. Das Unternehmen erschließt zudem neue Wachstumsmärkte, etwa in der Bewässerungstechnologie und im internationalen Geschäft – Frankreich ist dabei der wichtigste Markt außerhalb der USA.

Sein traditionell kapitalschonendes Geschäftsmodell sorgt für einen stabilen freien Cashflow, von dem rund zwei Drittel an die Aktionäre in Form von Aktienrückkäufen zurückgeführt werden. Ein weiteres Viertel fließt in Übernahmen, die – ebenso wie das organische Wachstum – durchweg eine hohe Kapitalrendite liefern.

In den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz verdoppelt, der freie Cashflow verfünffacht, und gleichzeitig hat sich die Anzahl der ausstehenden Aktien um ein Sechstel reduziert. Über den Zyklus hinweg konnte Pool eine starke Bilanz und solide Verschuldungskennzahlen bewahren.

Im Geschäftsjahr 2024 generierte Pool Corp 600 Millionen US-Dollar freien Cashflow. Bei einer Marktkapitalisierung von 12 Milliarden US-Dollar entspricht das einem Multiple von 20 – bezogen auf ein konjunkturell schwaches Jahr, das erste mit Rückgang seit 2008. Eine Bewertung, die mutige Investoren durchaus anziehen könnte.

Allerdings bleibt das konjunkturelle Umfeld schwierig: Im ersten Quartal 2025 sank der Umsatz erneut um 5 %, das operative Ergebnis sogar um 29 %.