US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. hat am Mittwoch acht neue Mitglieder für einen zentralen Impfstoff-Beratungsausschuss ernannt, nachdem er zuvor alle 17 amtierenden Mitglieder des unabhängigen Expertengremiums abrupt entlassen hatte.
Die neuen Mitglieder werden im Advisory Committee for Immunization Practices (ACIP) der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) tätig sein. Acht ist dabei die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl.
Vier der neuen Mitglieder haben bereits zuvor in Ausschüssen gearbeitet, die entweder der CDC, der Food and Drug Administration (FDA) oder beiden zugeordnet sind.
Kennedy ernannte Joseph R. Hibbeln, Martin Kulldorff, Retsef Levi, Robert W. Malone, Cody Meissner, James Pagano, Vicky Pebsworth und Michael A. Ross.
Meissner und Pebsworth waren bereits Mitglied im Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee der FDA, zudem war Meissner zuvor auch im ACIP tätig.
Kulldorff ist einer der Autoren der Great Barrington Declaration, die im Oktober 2020 einen weniger strikten Ansatz im Umgang mit COVID-19 forderte. Zuvor war er Mitglied einer ACIP-Arbeitsgruppe für Impfsicherheit.
"Alle diese Personen setzen sich für evidenzbasierte Medizin, Wissenschaft nach Goldstandard und gesunden Menschenverstand ein", schrieb Kennedy in einem Beitrag auf X.
Laut Kennedy seien die neuen Mitglieder entschlossen, vor jeglichen neuen Impfempfehlungen eindeutige Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten einzufordern.
Kennedy, der die Sicherheit von Impfstoffen seit langem entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse infrage stellt, warf den vorherigen Ausschussmitgliedern, von denen viele von Präsident Joe Biden ernannt wurden, Interessenkonflikte vor, ohne dafür konkrete Belege zu liefern. Er bezeichnete die Maßnahme als notwendig, um das „öffentliche Vertrauen in die Impfstoffwissenschaft wiederherzustellen“.
Ausschussmitglieder erklärten, dass ihre Arbeit im ACIP einer strengen Prüfung ihrer finanziellen Verbindungen unterliege und sie sich bei Abstimmungen zu Impfstoffen, bei denen ein Interessenkonflikt bestehe, enthalten müssten.
Zahlreiche Ärzteverbände äußerten Besorgnis und Misstrauen angesichts von Kennedys beispielloser Entlassung sämtlicher vorheriger Ausschussmitglieder.
Die American Medical Association, die größte Ärztevereinigung der USA, forderte eine Untersuchung durch den Senat zu den Entlassungen und sandte Kennedy ein Schreiben, in dem sie eine sofortige Rücknahme der Maßnahmen verlangt.



















