Wien (Reuters) - Österreichs Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) will die Möglichkeiten für einen Ausstieg aus den Gaslieferverträgen der OMV mit der russischen Gazprom prüfen.

Zudem sollen die heimischen Gasversorger gesetzlich zur Diversifikation ihrer Gasbestellungen verpflichtet werden, sagte die Ministerin am Montag. "Wenn die Gasversorger am liberalisierten Gasmarkt nicht aus eigenen Stücken tätig werden, dann braucht es gesetzliche Verpflichtungen", so die Grünen-Politikerin. Die letzten Monate hätten gezeigt, dass es genug nicht-russisches Erdgas in Europa gebe. Trotzdem kauften österreichische Energieunternehmen zu wenig nicht-russisches Erdgas ein. Für eine solche gesetzliche Regelung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erforderlich.

Die Verträge des Wiener Öl- und Gaskonzerns OMV mit Gazprom laufen bis 2040 und sehen laut Gewessler die verpflichtende Abnahme von großen Mengen Erdgas vor. Dies sei einer der Gründe für den hohen Anteil an russischem Gas im Land. "Wir müssen den Ausstieg aus den Verträgen der OMV vorbereiten", so Gewessler. Im Auftrag des Energieministeriums soll nun das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) bis zum Sommer eine Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Beendigung des Vertrags und die Gefahren einer weiteren Abhängigkeit von russischem Gas erstellen.

 

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)