Japans Autobauer Nissan Motor verhandelt laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen darüber, dem taiwanischen Elektronikriesen Foxconn die Nutzung eines seiner heimischen Werke zur Produktion von Elektrofahrzeugen zu gestatten - ein Schritt, der das Werk vor der Schließung bewahren könnte.

Bereits im Mai hatte Reuters berichtet, dass Nissan erwäge, sein Oppama-Werk in der Hafenstadt Yokosuka südlich von Tokio zu schließen. CEO Ivan Espinosa hatte umfassende Restrukturierungspläne angekündigt, um den angeschlagenen Autobauer wieder auf Kurs zu bringen. Dazu gehört die Schließung von sieben der weltweit 17 Nissan-Fabriken und eine Reduzierung der Belegschaft um etwa 15 %.

Die Möglichkeit, dass der Elektronikhersteller Foxconn im Oppama-Werk eigene Elektrofahrzeuge produziert, könnte die Schließung verhindern und so die Auswirkungen der Umstrukturierung auf die 3.900 Mitarbeiter und Zulieferer des Werks abmildern, erklärten die Insider, die anonym bleiben wollten.

Erstmals berichtete die Wirtschaftszeitung Nikkei am späten Sonntag über die Gespräche.

Nissan erklärte in einer Stellungnahme, der Nikkei-Bericht basiere nicht auf von Nissan veröffentlichten Informationen. Ein Foxconn-Sprecher reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters nach einer Stellungnahme.

Die Kyodo News meldete am Montag zudem, Foxconn erwäge, einen Teil des Oppama-Werks zu übernehmen.

Bereits im Mai hatte Nissans Juniorpartner Mitsubishi Motors eine Absichtserklärung mit einer Foxconn-Tochtergesellschaft unterzeichnet, wonach das taiwanische Unternehmen Mitsubishi mit einem Elektrofahrzeugmodell beliefern soll.