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Coronavirus kostet Adidas Milliardenumsatz in China

11.03.2020 | 10:35
An Adidas sign is seen before the company's annual news conference in Herzogenaurach

- von Alexander Hübner

Der Ausbruch des Coronavirus in China macht den Sportartikelkonzernen Adidas und Puma einen Strich durch die Rechnung.

Adidas erwartet angesichts des lang darniederliegenden Einzelhandels einen Umsatzeinbruch in China um bis zu eine Milliarde Euro. Ob sich das bis zum Jahresende wieder aufholen lässt, ist fraglich. Der Lokalrivale Puma hat die Hoffnung bereits aufgegeben, dass sich die Lage rund um den Virus-Ausbruch schnell wieder normalisiert. Eine solche Verbesserung sei "trotz erster, ermutigender Signale aus China" nicht absehbar, zumal sich das Virus auf andere Länder in Asien und nach Europa ausbreite, setzte Puma ein dickes Fragezeichen hinter seine erst vor drei Wochen abgegebene Prognose.

Für beide Sportartikelhersteller gehört China zu den größten Absatzmärkten, zugleich lassen sie dort bis zu einem Fünftel ihrer Schuhe und Textilien produzieren. Adidas, die Nummer zwei auf dem Weltmarkt hinter Nike, warnte, der Umsatz in China werde in den ersten drei Monaten um 800 Millionen bis eine Milliarde Euro unter dem Vorjahr liegen. Beim operativen Gewinn fehlten damit 400 bis 500 Millionen Euro. China steht für rund 20 Prozent des weltweiten Umsatzes von Adidas, zugleich sind die Margen dort so hoch wie nirgendwo sonst. Ein Großteil der Läden in China war wegen der Epidemie wochenlang geschlossen, in die geöffneten kamen kaum Kunden. Adidas erklärte, seit Anfang März erhole sich das Geschäft wieder. Immerhin sei bei den meisten Lieferanten von Adidas und Puma in China die Produktion wieder angelaufen, wenn auch nicht mit voller Kapazität.

Puma sprach von "ersten Anzeichen einer Verbesserung" in China, nachdem die Umsätze zeitweise um 85 Prozent eingebrochen waren. Die meisten Läden seien wieder offen, am Wochenende seien wieder mehr Kunden gekommen. Doch berichten beide Konzerne, dass es auch in Ländern wie Südkorea und in Japan, die ebenfalls von der Epidemie betroffen sind und normalerweise von Touristen aus China profitieren, weniger Kundschaft gebe. "In ganz Europa verzeichnen wir eine niedrigere Kundenfrequenz", erklärte Puma. "Es ist unmöglich, eine Vorhersage zur Geschäftsentwicklung in den kommenden Wochen und Monaten zu machen, und wir können den negativen Effekt auf Umsatz und Gewinne nicht quantifizieren."

Bisher hatte Puma für dieses Jahr einen währungsbereinigten Umsatzanstieg um zehn Prozent und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) zwischen 500 und 520 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das wäre ein Plus von 14 bis 18 Prozent.

WAS WIRD AUS DER FUSSBALL-EM?

Die Prognose, die Adidas am Mittwoch gab, klammert die Folgen des Virus aus. Ohne die Epidemie rechnet Adidas mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum um sechs bis acht Prozent. 2019 hatte der Umsatz vor allem dank des florierenden Geschäfts im Internet um sechs Prozent auf 23,6 Milliarden Euro zugelegt. Zu Zugpferden sollen Nordamerika - die Heimat des größeren Rivalen Nike - und Russland werden, für Asien rechnet Adidas nur mit einstelligen Zuwachsraten. Der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft soll eigentlich um 10 bis 13 Prozent auf 2,10 bis 2,16 Milliarden Euro steigen. 2019 legte der Gewinn um elf Prozent auf 1,92 Milliarden Euro zu und lag damit etwas unter den Prognosen der Analysten. Adidas will eine Dividende von 3,85 Euro je Aktie zahlen, 50 Cent mehr als für 2018.

Ob und wann sich der Rückstand in China aufholen lasse und wie sich die Epidemie auf andere Länder auswirke, sei ungewiss, erklärte der Sportartikelriese. In China hatte Adidas im Februar alle Lieferungen an die Großhändler storniert, um Ladenhüter zu vermeiden. Liegengebliebene Schuhe, Hemden und Hosen sollen im Lauf des Jahres über den eigenen Vertrieb losgeschlagen werden. Für Unsicherheit sorgen auch die Verbote von großen Großveranstaltungen in vielen Ländern Europas, mit denen die Behörden die Ausbreitung des Virus verhindern wollen. Im Sommer stehen mit der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen in Tokio zwei sportliche Großereignisse an, die den Absatz von Adidas und Puma normalerweise ankurbeln.

Die gebeutelten Adidas-Aktien brachen am Mittwoch gegen den Trend um mehr als vier Prozent ein, seit Mitte Januar haben sie um mehr als ein Drittel nachgegeben. Puma verloren 3,3 Prozent. Bei den Papieren ging es binnen drei Wochen um 33 Prozent abwärts.


© Reuters 2020
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Finanzkennziffern
Umsatz 2021 43 362 Mio - 36 479 Mio
Nettoergebnis 2021 5 054 Mio - 4 252 Mio
Nettoverschuldung 2021 1 168 Mio - 983 Mio
KGV 2021 43,0x
Dividendenrendite 2021 0,77%
Marktkapitalisierung 214 Mrd. 214 Mrd. 180 Mrd.
Marktkap. / Umsatz 2021 4,96x
Marktkap. / Umsatz 2022 4,39x
Mitarbeiterzahl 75 400
Streubesitz 80,2%
Chart NIKE, INC.
Dauer : Zeitraum :
Nike, Inc. : Chartanalyse Nike, Inc. | MarketScreener
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KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsFallendNeutralAnsteigend
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
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Durchschnittl. Empfehlung KAUFEN
Anzahl Analysten 32
Mittleres Kursziel 163,51 $
Letzter Schlusskurs 135,45 $
Abstand / Höchstes Kursziel 36,6%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 20,7%
Abstand / Niedrigstes Ziel -16,6%
Revisionen zum Gewinn je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
NameTitel
John J. Donahoe President, Chief Executive Officer & Director
Matthew Friend Chief Financial Officer & Executive Vice President
Mark G. Parker Executive Chairman
Andrew Campion Chief Operating Officer & Executive Vice President
Ann Miller Secretary, VP, Chief Ethics & Compliance Officer
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkapitalisierung (M$)
NIKE, INC.-4.26%214 007
ADIDAS AG-6.01%64 895
PUMA SE0.02%16 407
DECKERS OUTDOOR CORPORATION19.39%9 645
SKECHERS U.S.A., INC.20.12%6 810
FENG TAY ENTERPRISES CO., LTD.2.01%6 308