FRANKFURT (Dow Jones)--Die MTU Aero Engines AG dürfte auch im vierten Quartal auf Wachstumskurs geblieben sein, wenngleich der Aufholeffekt nach der Erholung der Luftfahrt von der Corona-Krise langsam ausläuft. Allerdings muss die Krise rund um die Probleme mit einem Triebwerksprogramm bewältigt werden.


Darauf sollten Anleger achten:


GEWINN: Nachdem MTU im Vorquartal wegen außerordentlichen Belastungen aus dem Getriebefan-Inspektionsprogramm tief in die roten Zahlen gerutscht war, erwarten Analysten jetzt wieder ein positives Ergebnis. Sie trauen MTU ein kleines Gewinnwachstum von netto 4 Prozent zu. Operativ dürfte es noch einen Hauch besser gelaufen sein.

MTU selbst hatte bei Vorlage der Drittquartalszahlen für das Gesamtjahr einen bereinigten operativen Gewinn EBIT von leicht über 800 Millionen Euro und ein Umsatzziel von 6,1 bis 6,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Den Free Cashflow avisierten die Münchener weiterhin über dem Vorjahreswert von 326 Millionen Euro. Im vorvergangenen Jahr hatte das bereinigte EBIT um 40 Prozent auf 655 Millionen Euro zugelegt.

TRIEBWERKSPROBLEME: Im Blick stehen weiterhin auch die GFT-Triebwerksprobleme, die im dritten Quartal zu einer Sonderbelastung von 1 Milliarde Euro geführt und MTU damit die Bilanz verhagelt hatten. Erst vor wenigen Tagen musste MTU wegen der hohen finanziellen Belastungen in Zusammenhang mit dem Getriebefan-Inspektionsprogramm die Dividende zusammenstreichen. Der MTU-Partner Pratt & Whitney musste im vergangenen Jahr Hunderte von Triebwerken zurückrufen. Hier dürften Details von Interesse sein, wie gut MTU mit dem Problem klarkommt.

DIVIDENDE UND AUSBLICK: Wegen der Triebwerksprobleme hat MTU bei Ausblick und Dividende bereits die Katze aus dem Sack gelassen. Hier kann es also zu keinen Überraschungen mehr kommen. Für das laufende Geschäftsjahr 2024 erwartet MTU einen Umsatz zwischen 7,3 und 7,5 Milliarden Euro, das wäre ein Anstieg von den für 2023 prognostizierten 6,1 bis 6,3 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll bei über 12 Prozent liegen. Das Unternehmen erwartet einen Free Cashflow im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Dividende für 2023 soll auf 2,00 Euro je Aktie fallen von 3,20 Euro ein Jahr zuvor.

MTU wird am Donnerstag, 29. Februar, Zahlen vorlegen. Nachfolgend eine Auswertung der Prognosen von Analysten zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2023:


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.                                 PROG  PROG  PROG 
4. QUARTAL                        4Q23  ggVj  Zahl  4Q22 
Umsatz                           1.678  +11%    21 1.513 
EBIT bereinigt                     218   +5%    21   207 
EBIT-Marge bereinigt              13,0    --    --  13,7 
Ergebnis nach Steuern bereinigt    162   +4%    21   156 
Ergebnis je Aktie bereinigt       3,02   +3%    21  2,92 
Free Cashflow                       98   -8%    21   107 
 
.                                 PROG  PROG  PROG 
GESAMTJAHR                        Gj23  ggVj  Zahl  Gj22 
Umsatz                           6.288  +18%    21 5.330 
EBIT bereinigt                     815  +24%    21   655 
EBIT-Marge bereinigt              13,0    --    --  12,3 
Ergebnis nach Steuern bereinigt    600  +26%    21   476 
Ergebnis je Aktie bereinigt      11,19  +26%    21  8,91 
Ergebnis nach Steuern*            -175    --     8   333 
Ergebnis je Aktie*               -3,38    --     9  6,21 
Free Cashflow                      353   +8%    21   326 
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ERLÄUTERUNGEN:

- Die Zahlen für 2023 wurden zusätzlich zu den regulären Anpassungen um die Auswirkungen des GTF-Flottenmanagementprogramms bereinigt.

- alle Angaben in den Tabellen in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro, Marge in Prozent

- Bilanzierung nach IFRS

- Quellen: Angaben des Unternehmens und S&P Global Intelligence (mit * gekennzeichnet)

- ggVj = Veränderung in Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum

- das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr

- alle Angaben ohne Gewähr

Kontakt zum Autor: volkan.ictuerk@dowjones.com

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February 23, 2024 09:00 ET (14:00 GMT)