Das britische Verpackungsautomationsunternehmen Mpac Group hat am Dienstag vor deutlich schlechteren Jahresergebnissen gewarnt, nachdem US-Zölle die Auftragseingänge belastet haben. Die Aktie brach daraufhin ein. Das Unternehmen kündigte zudem eine beschleunigte Restrukturierung seiner US-Aktivitäten an.

Mpac, das im Jahr 2024 fast die Hälfte seines Umsatzes im Segment Amerika erzielte, plant, seinen Standort in Cleveland mit dem Werk in Boston zusammenzulegen und die Kapazitäten im kanadischen Mississauga zu reduzieren.

„Im späteren Verlauf des ersten Halbjahres 2025 haben wir die Auswirkungen der US-Handelszölle, das sinkende Verbrauchervertrauen und die wachsende wirtschaftliche Unsicherheit gespürt“, erklärte Vorstandschef Adam Holland.

Holland fügte hinzu, dass das schwache Kundenvertrauen und aufgeschobene Investitionen die Jahresprognosen belastet und die Verschuldung des Unternehmens in die Höhe getrieben hätten. Mpac wolle die Schulden durch Kostensenkungen und Neuverhandlungen mit Kunden und Lieferanten verringern.

Das Unternehmen rechnet damit, dass Umsatz und Gewinn im Gesamtjahr deutlich unter den bisherigen Erwartungen liegen werden.

Der Auftragsbestand zum 30. Juni wird auf rund 90 Millionen Pfund (124 Millionen US-Dollar) geschätzt, verglichen mit 118,5 Millionen Pfund Ende 2024.

Die Mpac-Aktie stürzte im frühen Handel um 33,7 % auf 285 Pence ab. Seit Jahresbeginn hat sie damit fast die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die Unsicherheit über die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump untergräbt weiterhin das Verbrauchervertrauen weltweit. US-Finanzminister Scott Bessent warnte, dass Länder trotz Verhandlungen in gutem Glauben angesichts der Frist am 9. Juli mit deutlich höheren Zöllen rechnen müssen.

Das Analysehaus Jefferies senkte seine Prognose für den bereinigten Vorsteuergewinn von Mpac für 2025 um 25 % und für 2026 um 32 %.

Unabhängig davon teilte die Mpac Group mit, dass sie mit dem britischen Versicherer Aviva ein Bulk-Annuity-Geschäft über 249 Millionen Pfund abgeschlossen habe, das die Verpflichtungen des britischen Pensionsfonds absichert.

(1 US-Dollar = 0,7265 Pfund)