Die Europäische Kommission prüft, ob Microsoft seine Kunden daran hindert, auf bestimmte Sicherheitssoftware von Konkurrenten zurückzugreifen. Dies geht aus einem Dokument hervor, das die Regulierungsbehörden im Januar an mindestens einen Konkurrenten geschickt haben und das Reuters vorliegt.

Im Laufe der Jahre haben sich Unternehmen über Microsofts Bündelungsdienste und seine Cloud-Computing-Praktiken beschwert, die von europäischen Regulierungsbehörden untersucht wurden. Microsoft hat erklärt, dass es daran gearbeitet hat, die Bedenken der Konkurrenten auszuräumen.

Die Europäische Kommission, die als Wettbewerbshüterin der EU fungiert, untersucht Microsofts Entra ID Software, früher bekannt als Azure Active Directory.

Mit dieser Software können Unternehmen kontrollieren, wer sich bei ihren Cloud-basierten Anwendungen anmelden kann. Die Regulierungsbehörden wollen unter anderem herausfinden, ob Microsoft-Kunden nur die Software der Konkurrenz verwenden können, um sich bei Microsoft-Diensten zu authentifizieren, oder ob sie auch Entra ID verwenden müssen, wie aus dem von Reuters eingesehenen Dokument hervorgeht.

The Information hatte bereits am Dienstag über die Untersuchung der Kommission berichtet und sich dabei auf ein Dokument berufen, das an einen Microsoft-Rivalen geschickt wurde.

Google hat in dieser Woche seine Kritik an Microsofts Cloud-Computing-Praktiken verschärft und behauptet, sein Rivale strebe ein Monopol an, das dem Wachstum neuer Technologien wie der generativen künstlichen Intelligenz schaden würde. Microsoft hat diese Behauptung zurückgewiesen.

Die Europäische Kommission und Microsoft antworteten nicht sofort auf Anfragen von Reuters nach einem Kommentar. (Berichte von Harshita Mary Varghese und Jeffrey Dastin; Bearbeitung durch Maju Samuel und Christopher Cushing)