Der kostenpflichtige werbefreie Abonnementdienst von Meta Platforms, der diesen Monat in Europa eingeführt wurde, stand vor einer seiner größten Bewährungsproben, als die Interessengruppe NOYB am Dienstag eine Beschwerde bei einer österreichischen Aufsichtsbehörde einreichte, in der sie behauptete, dass der Dienst darauf hinausliefe, eine Gebühr zu zahlen, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Meta hat den Dienst für Facebook und Instagram letzten Monat angekündigt. Das Unternehmen erklärte, der Schritt entspreche den EU-Vorschriften, wonach die Nutzer die Wahl haben müssen, ob ihre Daten gesammelt und für gezielte Werbung verwendet werden dürfen.

Der werbefreie Dienst kostete 9,99 Euro (10,90 $) monatlich für Web-Nutzer und 12,99 Euro für iOS- und Android-Nutzer. Meta hat erklärt, dass ein Abonnementmodell eine gültige Form der Zustimmung für einen werbefinanzierten Dienst ist und stand damit im Einklang mit einem Urteil des höchsten europäischen Gerichts vom Juli.

Die Nutzer können sich für einen kostenlosen, werbefinanzierten Dienst entscheiden.

Die in Wien ansässige NOYB (None Of Your Business), die von dem Datenschutzaktivisten Max Schrems gegründete Gruppe für digitale Rechte, erklärte, dass sie mit Meta in Bezug auf das Konzept der Zustimmung nicht übereinstimmt.

"Das EU-Recht verlangt, dass die Zustimmung der wirklich freie Wille des Nutzers ist. Entgegen diesem Gesetz verlangt Meta eine 'Datenschutzgebühr' von bis zu 250 Euro pro Jahr, wenn jemand es wagt, von seinem Grundrecht auf Datenschutz Gebrauch zu machen", sagte NOYB-Datenschutzanwalt Felix Mikolasch in einer Erklärung.

NOYB hat die Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde eingereicht. Sie kritisierte auch die Höhe der Gebühr.

"Nicht nur die Kosten sind inakzeptabel, sondern auch die Zahlen der Industrie, die besagen, dass nur 3 Prozent der Menschen getrackt werden wollen - während mehr als 99 Prozent ihre Wahl nicht ausüben, wenn sie mit einer 'Datenschutzgebühr' konfrontiert werden", sagte die Gruppe. "Wenn Meta damit durchkommt, werden die Konkurrenten bald in seine Fußstapfen treten.

Zum Vergleich: Netflix verlangt 7,99 Euro für ein Basisabonnement, während Alphabets YouTube Premium etwa 12 Euro kostet und Spotifys Premium-Dienst etwa 11 Euro kostet.

NOYB, das bereits Hunderte von Beschwerden gegen große Technologieunternehmen von Alphabet über Google bis hin zu Meta wegen Verstößen gegen den Datenschutz eingereicht hat, forderte die österreichische Datenschutzbehörde auf, ein beschleunigtes Verfahren einzuleiten, um Meta zu stoppen und auch eine Geldstrafe zu verhängen.

Die Beschwerde wird wahrscheinlich an die irische Datenschutzaufsichtsbehörde weitergeleitet, die Meta beaufsichtigt, da das Unternehmen seinen europäischen Hauptsitz in Irland hat. ($1 = 0,9168 Euro) (Berichterstattung von Foo Yun Chee in Brüssel, Bearbeitung von Matthew Lewis)