META PLATFORMS, INC.

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ANALYSE/Meta wird das Verse nicht beherrschen

20.01.2022 | 15:20

Von Dan Gallagher und Laura Forman

NEW YORK (Dow Jones)--Facebook hat das Metaversum nicht erfunden und den Begriff auch nicht geprägt, obwohl es ihn als Marke schützen lassen konnte. Das Unternehmen, das jetzt als Meta Platforms bekannt ist, hat die Idee kaum für sich gepachtet.

Die zuletzt bekannt gegebene Übernahme des Spielegiganten Activision Blizzard durch Microsoft im Wert von 69 Milliarden US-Dollar wäre allerdings auch ohne den Hype um das beliebteste Schlagwort der Tech-Branche zustande gekommen. Activisions interne Skandale und Mängel bei den Spielen hatten in den vergangenen sechs Monaten mehr als ein Viertel des Marktwerts des Unternehmens vernichtet und damit Microsoft die Möglichkeit eröffnet, sein Videospielgeschäft kräftig auszubauen.

Die Abonnement- und Cloud-basierten Spieledienste, die Microsoft aufbaut, haben einen dringenden Bedarf an großen, etablierten Blockbustern wie "Call of Duty" und "World of Warcraft", die für den Konzern plötzlich in Reichweite kamen. Aber auch Microsoft selbst ließ keine Gelegenheit ungenutzt, um seine eigenen Metaverse-Ambitionen zu verkünden. Der Begriff wurde von den Microsoft-Verantwortlichen bei der Analystenkonferenz in dieser Woche gleich sieben Mal in den Mund genommen. Die Wall Street verstand die Botschaft und ließ den Aktienkurs von Meta Platforms um mehr als 4 Prozent abstürzen.

 
Microsoft tüftelt schon seit Jahren am Konzept eines Metaversums 
 

Während Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in den vergangenen Monaten der lautstärkste Verfechter des Metaversums war, hat Microsoft seine eigene Version des Konzepts schon seit Jahren im Stillen verfolgt. Das Unternehmen diskutierte bereits Mitte 2017 mit Investoren über das Metaversum - vier Jahre bevor Zuckerberg den Begriff mit Begeisterung in den Telefonaten seines Unternehmens verwendete, wie eine Suche nach Mitschriften durch S&P Global ergab. Wie auch immer das Metaversum letztlich aussieht, der 2,3-Billionen-US-Dollar-Titan, der einst für Windows, Tabellenkalkulationen und "Clippy", den anthropomorphen Büroassistenten mit Büroklammer, bekannt war, tritt als großer Akteur in Erscheinung. Vielleicht erringt er sogar mehr Gewicht im Metaversum als das Unternehmen, das das Konzept zu seinem Namensgeber gemacht hat.

Meta ist immer noch ein Social-Media-Werbeunternehmen, dessen metaverse Ambitionen noch Jahre entfernt sind. Das Unternehmen plant, ab diesem Jahr die Finanzergebnisse seiner Facebook-Reality-Labs auszuweisen. Aber Analysten gehen davon aus, dass das Oculus-Geschäft, das den größten Teil davon ausmacht, in den nächsten drei Jahren nur 1 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens ausmacht, so Visible Alpha. Anfängliche Versionen des so genannten Metaversums existieren schon seit geraumer Zeit und werden bereits von Millionen von Menschen täglich genutzt. Diese sind größtenteils im Bereich der Spiele angesiedelt, wo Plattformen wie "Roblox" und Spiele wie "Fortnite" sowie sogar Microsofts eigenes "Minecraft" virtuelle Welten anbieten. Dort können Menschen auch Kontakte knüpfen, Produkte mit virtueller Währung kaufen und sogar Konzerte besuchen.

 
Activision öffnet Microsoft Tür zu virtuellen Welten noch weiter 
 

Activision würde Microsoft Zugang zu einer neuen Basis von fast 400 Millionen monatlich aktiven Spielern verschaffen, von denen viele bereits daran gewöhnt sind, in virtuellen Welten Geld auszugeben. Microsofts Metaverse-Potenzial geht jedoch weit über Spiele hinaus, die nur 13 Prozent des Jahresumsatzes ausmachten, wenn die Ergebnisse von Activision heute berücksichtigt würden. Es könnte sich in Microsofts Geschäftsbereichen zeigen, die sich über Unternehmens- und Verbrauchertechnologie erstrecken. Darunter fällt alles von Softwareentwicklungs-Tools über virtuelle Meeting-Plattformen bis hin zu Linkedin - einem sozialen Netzwerk, das es geschafft hat, Kontroversen wie bei Facebook zu vermeiden.

Microsoft verfügt auch über sein langjähriges Hololens-Projekt, das das Potenzial hat, neue Augmented-Reality-Zugänge zum Metaverse zu entwickeln. Das riesige und immer noch schnell wachsende Cloud-Geschäft des Unternehmens verschafft ihm außerdem einen erheblichen Vorteil bei der Netzwerkgröße. Schätzungen der Dell'Oro-Group zufolge hat Microsoft in den vergangenen sechs Jahren rund 39 Prozent mehr in Rechenzentren investiert als Meta. Und das Unternehmen kann sich dies leisten, da der jährliche freie Cashflow in diesem Zeitraum fast doppelt so hoch war wie der des sozialen Netzwerks. In einem Bericht von vergangener Woche argumentiert Bernstein-Analyst Mark Moerdler, dass Microsoft "über viele Jahre hinweg die größte Breite und Tiefe an Funktionalität aufgebaut hat, die für die Bereitstellung der Metaverse-Plattform erforderlich ist". Vor allem aber ist Microsoft als Anbieter von Cloud-Computing-Diensten in der Lage, von der Unterstützung vieler Metaverse-Plattformen zu profitieren. CEO Satya Nadella bemerkte zuletzt während des Activision-Deal-Call, dass es "kein einziges zentralisiertes Metaverse geben wird".

 
Meta muss aus Werbegründen Alleingang wagen 
 

Es ist schwer vorstellbar, dass Meta auf der anderen Seite keinen Alleingang wagen muss. Als werbebasiertes Unternehmen wird es darauf angewiesen sein, dass die Nutzer so viel Zeit wie möglich in seinem "Walled Garden" verbringen, wo es ihre Aktivitäten verfolgen und damit Geld verdienen kann. Ein in dieser Woche veröffentlichter Bericht der Financial Times über Hunderte von Patentanmeldungen von Meta unterstreicht diese Strategie, einschließlich Technologien wie Augen- und Gesichtserkennung. Die Virtual-Reality-(VR)-Headsets von Meta könnten eines Tages in der Lage sein, dem Unternehmen mitzuteilen, was einem Nutzer gefällt, noch bevor er es "mag".

Der Kernpunkt einer solchen Strategie hängt jedoch davon ab, dass die Verbraucher virtuell auf den Plattformen von Meta leben. Meta verfügt über Milliarden von Nutzern auf seinen Social-Media-Plattformen, hat aber nach Schätzungen von IDC in den letzten vier Jahren nur zwischen 11 und 13 Millionen VR-Headsets verkauft. VR ist das Portal in die virtuelle Welt, die Meta vorschwebt. Bislang hat die Technologie jedoch vor allem Gamer angezogen - genau die Zielgruppe, von der Microsoft nun einen beträchtlichen Teil besitzen wird. Auch wenn es bei der Activision-Übernahme nicht nur um das Metaversum für Microsoft geht, so hat sie doch das Potenzial, dieses Spiel zu verändern. Die Investoren sind zu Recht vorsichtig angesichts des regulatorischen Risikos des Deals und des immer noch nebulösen Konzepts des Metaverse im Allgemeinen. Aber diejenigen, die Metas Erzählung so früh in seiner Transformation akzeptieren, könnten die Tatsache übersehen, dass Microsoft bereits tief involviert ist.

Kontakt zum Autor und zur Autorin: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/axw/jhe

(END) Dow Jones Newswires

January 20, 2022 09:19 ET (14:19 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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KGV 2022 16,3x
Dividendenrendite 2022 -
Marktwert 524 Mrd. 524 Mrd. 496 Mrd.
Marktwert / Umsatz 2022 3,76x
Marktwert / Umsatz 2023 3,14x
Mitarbeiterzahl 77 805
Streubesitz 84,3%
Chart META PLATFORMS, INC.
Dauer : Zeitraum :
Meta Platforms, Inc. : Chartanalyse Meta Platforms, Inc. | MarketScreener
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David M. Wehner Chief Financial Officer
Atish Banerjea Chief Information Officer
Andrew Bosworth Chief Technology Officer
Rajeev Rajan Vice President & Head-Engineering
Branche und Wettbewerber
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