Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat am Samstag von der Lufthansa eine höhere Lohnerhöhung für Tausende von Mitarbeitern des Bodenpersonals der deutschen Fluggesellschaft gefordert, bevor sie einer neuen Runde von Tarifverhandlungen zustimmt, um einen weiteren Arbeitskampf abzuwenden.

Das Bodenpersonal hatte am Dienstag zum zweiten Mal in diesem Monat die Arbeit an großen Flughäfen niedergelegt. Nach Angaben der Lufthansa waren davon 100.000 Passagiere betroffen.

Das vierte Treffen im Tarifkonflikt für die rund 25.000 Mitarbeiter des Bodenpersonals endete am Donnerstag ergebnislos. Als nächster Termin war der 13. oder 14. März vorgesehen, aber Verdi strebt nun ein früheres Treffen an, um eine Einigung zu beschleunigen.

"Die Verhandlungsführer haben die Lufthansa gebeten, noch vor dem 13. März zu einem weiteren Treffen zusammenzukommen", sagte Verdi in einer Erklärung. "Voraussetzung dafür ist jedoch ein deutlich verbessertes Angebot des Arbeitgebers, das uns vorher vorgelegt werden sollte."

Ein Mediendienstleister, der am Wochenende mit der Unternehmenskommunikation der Lufthansa befasst war, antwortete nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Deutschland ist von einer Reihe von landesweiten Streiks betroffen, die den Flugverkehr, die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr betreffen, da die Arbeitnehmer angesichts der hohen Inflation mehr Lohn fordern.

Die Arbeitgeber haben eine generelle Abkühlungsphase gefordert, in der Verhandlungen und mehr Schlichtungen Vorrang haben, da die Streiks die Unternehmen Kunden und Arbeitsplätze kosten.

Verdi sagte, die Lufthansa habe am 21. und 22. Januar nur zwei Änderungen an ihrem ursprünglichen Angebot vorgenommen und bezeichnete diese Punkte lediglich als "kleine Zugeständnisse". Außerdem habe Lufthansa die Laufzeit einer vorgeschlagenen neuen Lohnstruktur um drei Monate auf 28 Monate verlängert, so Verdi.

Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 12,5% oder mindestens 500 Euro (541 Dollar) mehr pro Monat über einen Zeitraum von 12 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 3.000 Euro.

($1 = 0,9244 Euro) (Bericht von Vera Eckert; Redaktion: David Holmes)