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Lanxess hält sich Corona-Krise besser als gedacht - Umbau geht weiter

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13.08.2020 | 09:23

KÖLN (dpa-AFX) - Die durch den Corona-Lockdown nochmals verschärfte Autoflaute und die Schwäche der Industrie haben den Chemiekonzern Lanxess auch im zweiten Quartal belastet. Allerdings hielten sich die Kölner mit Blick auf den Gewinn etwas besser, als Analysten im Durchschnitt befürchtet hatten. Die Jahresziele bestätigte Lanxess. Zudem kommt Konzernchef Matthias Zachert beim Umbau voran. Es wurde ein Käufer für das Geschäft mit organischen Lederchemikalien gefunden. Die Aktie fiel im frühen Handel am Donnerstag in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt deutlich um mehr als zwei Prozent.

"Wie erwartet haben wir nach dem massiven Einbruch der Weltwirtschaft im zweiten Quartal die Corona-Krise deutlich stärker gespürt als noch in den ersten drei Monaten des Jahres," sagte Zachert laut Mitteilung vom Donnerstag bei der Zahlenvorlage. Insgesamt sei die Zeit herausfordernd, aber es gebe in Asien bereits erste Zeichen einer wieder besseren Entwicklung, gibt sich der Manager zuversichtlich. Für das Gesamtjahr plant er weiter mit einem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 800 bis 900 Millionen Euro.

Nach den ersten sechs Monaten steht mit 469 Millionen Euro hier bisher mehr als die Hälfte des oberen Endes in den Büchern. Allerdings lief es dabei im zweiten Quartal nochmals schlechter als zum Jahresstart: Das bereinigte operative Ergebnis sackte von April bis Ende Juni um rund ein Fünftel auf 224 Millionen Euro ab. Der Umsatz fiel mit einem Minus von knapp 17 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro ähnlich deutlich.

Zu spüren bekommt Lanxess die Folgen der Corona-Pandemie insbesondere im Geschäft mit der Autobranche, aber auch mit der Luftfahrt-, Öl- und Gasindustrie. So stand die Sparte Engineering Materials, die Spezial-Kunststoffe für Autobauer anbietet, weiter unter Druck. Auch das Geschäft mit Basis- und Feinchemikalien für die Industrie (Advanced Intermediates) litt unter der schwächeren Nachfrage. Und auch die Nachfrage etwa der Reifenhersteller nach Kautschukzusätzen und der Industrie nach Schmierstoffadditiven fiel deutlich, was auf das Geschäft der Sparte für Zusatzstoffe (Special Additives) drückte.

Der einzige der vier Geschäftsbereiche, der Umsatz und bereinigtes Ebitda steigern konnte, war die Sparte Consumer Protection rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitung. Das Segment profitiert vom gesteigerten Hygienebedürfnis in der Virus-Pandemie sowie von der hohen Nachfrage nach Desinfektionsmitteln im Zuge der Schweinepest.

Rund lief es aber auch für die auf Kunden aus der Agrar- und Pharmaindustrie fokussierte Feinchemikalientochter Saltigo. Zudem lieferte der Anfang des Jahres übernommene brasilianische Hersteller von Farben- und Lackzusätzen einen Beitrag, dessen Produkte Schädlinge etwa von Möbel fern halten sollen.

Die kleinere Übernahme war Teil des Konzernumbaus hin zur Spezialchemie, die in der Regel höhere Gewinnmargen ermöglicht als das Geschäft mit Standardware. Diese Entwicklung trieb Lanxess-Chef Zachert nun mit dem Verkauf des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien voran. Der Bereich geht - je nach Höhe der Erfolgskomponente - für bis zu 195 Millionen Euro an die TFL Ledertechnik GmbH.

Teil des Umbaus war auch der Verkauf der Beteiligung am Chemieparkbetreiber Currenta, der im Frühling abschlossen wurde. Dank des Verkaufserlöses stand bei Lanxess im zweiten Quartal ein Gewinn von 803 Millionen Euro unter dem Strich nach 96 Millionen vor einem Jahr.

Analyst Markus Mayer von der Baader Bank hob in seiner ersten Einschätzung der Quartalszahlen insbesondere den Verkauf der Lederchemie positiv hervor, da sich das Lanxess-Portfolio dadurch weiter verbessere. Die Bestätigung des Jahresgewinnziels dürfte aber kein großer Treiber mehr sein, nachdem sich Konzernchef Zachert bereits jüngst dazu in einem Zeitungsinterview geäußert hatte./mis/men/jha/


© dpa-AFX 2020
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Finanzkennziffern
Umsatz 2020 6 113 Mio 7 111 Mio -
Nettoergebnis 2020 856 Mio 995 Mio -
Nettoverschuldung 2020 1 200 Mio 1 397 Mio -
KGV 2020 4,92x
Dividendenrendite 2020 1,83%
Marktkapitalisierung 4 299 Mio 4 995 Mio -
Marktkap. / Umsatz 2020 0,90x
Marktkap. / Umsatz 2021 0,83x
Mitarbeiterzahl 14 348
Streubesitz 90,1%
Chart LANXESS AG
Dauer : Zeitraum :
Lanxess AG : Chartanalyse Lanxess AG | MarketScreener
Vollbild-Chart
Trends aus der Chartanalyse LANXESS AG
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsNeutralAnsteigendNeutral
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 23
Mittleres Kursziel 54,07 €
Letzter Schlusskurs 49,79 €
Abstand / Höchstes Kursziel 56,7%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 8,60%
Abstand / Niedrigstes Ziel -9,62%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
Matthias Zachert Chairman-Management Board
Matthias L. Wolfgruber Chairman-Supervisory Board
Michael Pontzen Chief Financial Officer
Werner Czaplik Member-Supervisory Board
Theo H. Walthie Member-Supervisory Board
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkapitalisierung (M$)
LANXESS AG-16.77%4 995
SHIN-ETSU CHEMICAL CO., LTD.15.67%54 895
BASF SE-26.46%52 855
DUPONT DE NEMOURS, INC.-14.27%40 390
ROYAL DSM N.V.15.72%26 469
FMC CORPORATION4.24%13 659