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KRONES AG

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Krones : Geschäftsbericht Krones AG 2020

22.03.2021 | 00:00

krones AG Geschäftsbericht 2020

Stärken nutzen.

Highlights 2020

1 |2

Covid-19-Pandemie beeinflusst Geschäfte der KRONES AG 2020.

Umsatz geht um 17,1 % auf 2,34 Mrd. € zurück.

Aufwendungen für Personalmaßnahmen belasten die Ertragskraft.

Das Ergebnis vor Steuern verringert sich auf minus 93,1 Mio. € (Vorjahr: minus 28,3 Mio. €).

KRONES schüttet für 2020 eine Dividende von 0,06 € je Aktie aus.

2020

2019

Veränderung

Umsatz

Mio. €

2.341,4

2.825,1

- 17,1 %

Auftragseingang

Mio. €

1.414,2

2.899,0

- 51,2 %

Auftragsbestand zum 31.12.

Mio. €

615,4

1.701,9

- 63,8 %

EBITDA

Mio. €

- 57,7

- 13,2

-

EBIT

Mio. €

- 113,8

- 90,0

-

EBT

Mio. €

- 93,1

- 28,3

-

Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

Mio. €

- 102,3

- 38,7

-

Ergebnis je Aktie (Konzern nach IfRS)

- 2,52

0,30

-

Dividende je Aktie

0,06*

0,75

-

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle VermögenswerteMio. €

36,1

82,7

- 46,6 Mio. €

Cashflow**

Mio. €

- 46,2

38,2

- 84,4 Mio. €

Nettoliquidität*** zum 31.12.

Mio. €

2,4

- 60,5

+ 62,9 Mio. €

Beschäftigte am 31.12.

9.319

9.647

- 328

* gemäß Gewinnverwendungsvorschlag ** Jahresergebnis plus Abschreibungen *** liquide Mittel abzüglich Finanzschulden

1

AN uNSERE AKTIONäRE

4

JAhRESABSchluSS DER KRONES AG

2

lAGEBERIchT DER KRONES AG

5

ANhANG DER KRONES AG

3

ERKläRuNG

6

WEITERE INfORmATIONEN

zuR uNTERNEhmENSfühRuNG

1

AN uNSERE AKTIONäRE

Stärkennutzen ........................................................................ 5

BriefdesVorstands .................................................................. 19

DieMitgliederdesVorstands ..................................................... 22

BerichtdesAufsichtsrats .......................................................... 23

DieMitgliederdesAufsichtsrats ................................................. 28

ZurKRONESAktie .................................................................... 30

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der krones ag

1 |5

Stärken nutzen.*

Die Covid-19-Pandemie hat sich 2020 massiv auf die Weltwirtschaft ausgewirkt. Auch die Geschäfte von KRONES litten darunter. Wir werden die Folgen der Corona-Krise über das Jahr 2020 hinaus spüren und stehen kurzfristig noch vor Herausforderungen. KRONES blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft.

Das Unternehmen ist auf langfristig wachsenden Märkten tätig. Darüber hinaus verfügen wir über weitere Stärken, die wir uns in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erarbeitet haben. KRONES hat sich frühzeitig positioniert, um von den Megatrends Nach-haltigkeit und Digitalisierung zu profitieren. Wir verfügen über eine einzigartige Linienkompetenz und einen starken Global Footprint. Trotz der hohen Investitionen in die Zukunft ist die Finanz- und Kapitalstruktur des Unternehmens sehr stabil.

KRONES wird seine Stärken nutzen, damit das Unternehmen mittel- und langfristig erfolgreich bleibt und profitabel wächst.

* Alle Angaben innerhalb »Stärken nutzen.« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Stärken nutzen.

1 |6

Die Stärken von KRONES

KRONES ist auf mittel- und langfristig wachsenden Märkten tätig.

Die Weltbevölkerung nimmt zu, gleichzeitig steigt der Wohlstand in den Schwellenländern.

Dies und die Urbanisierung sind Megatrends, die das Wachstum stützen.

KRONES ist weltweit gut aufgestellt. Wir verfügen vor allem im Service, aber auch in Produktion und Einkauf, über starke regionale Strukturen. KRONES hat im In- und Ausland hoch qualifizierte Mitarbeiter. Der Anteil der internationalen Belegschaft liegt bei rund 38 %.

Abfüll- und Verpackungslinien bestehen aus vielen ein-zelnen Maschinen und Anlagen. KRONES beherrscht das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten perfekt. Die KRONES Linienkompetenz ist auch das

Fundament, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Die Finanz- und Kapitalkraft von KRONES ist hoch.

Dies ist eine solide Basis, um in wichtige Technologien zu investieren und die Heraus-forderungen der Zukunft zu bewältigen.

Wir besitzen viel »Digital-Know-how« und sehen die Digitalisierung als große Chance. KRONES wird digitale Tools und Services anbieten, mit denen die Kunden ihre Produktion flexibler undtransparenter gestalten und damit auch die Kosten für Betrieb und Personal senken können.

Nachhaltigkeit zählt in allen Bereichen zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. KRONES hat diesen Trend mit dem Nachhaltigkeitsprogramm »enviro« im Jahr 2008 frühzeitig erkannt. enviro Maschinen gehen besonders schonend mit Ressourcen um.

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1 |7

Langfristig steigende Nachfrage

Langfristig steigende Nachfrage

2020 ist der Konsum von abgepackten Getränken coronabedingt leicht zurück-gegangen. Doch mittel- und langfristig steigt die Nachfrage. Essen und Trinken zählen zu den Grundbedürfnissen. Und die Bevölkerung wächst stetig. Zudem führen zwei weitere Megatrends dazu, dass die Konsumenten immer öfter zu abgepackten Getränken und Lebensmitteln greifen. Zum einen steigen in den Schwellen- und Entwicklungsländern mehr Menschen in die Mittelklasse auf. Mit dem steigenden Einkommen nimmt der Konsum zu. Zum anderen ziehen besonders in Afrika und Asien immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Diese Urbanisierung fördert die Nachfrage nach abgepackten Nahrungsmitteln, weil die Menschen ihren Lebensstil und ihr Konsumverhalten dem Stadtleben angleichen.

KRONES bietet innovative sowie regional angepasste Maschinen und Anlagen an, mit denen Getränke- und Lebensmittelhersteller ihre Produkte effizient und sicher abfüllen und verpacken können. Als führender Komplettanbieter von Abfüll- und Verpackungstechnik können wir die Chancen der Wachstumsmärkte nutzen.

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Aseptik-Linie für sensible Getränke

Langfristig steigende Nachfrage

Tee ist in Asien sehr beliebt. Das Getränk wird traditionell zuhause genossen. Die Urbanisierung führt aber dazu, dass Tee immer öfter auch unter-wegs und damit abgepackt getrunken wird. Die Nachfrage nach leistungsstarker sowie sicherer Abfüll- und Verpackungstechnik steigt deshalb.

Ende 2019 investierte beispielsweise Nui Tien Pure Water, ein Tochterunternehmen der vietnamesi-schen Firmengruppe Th true Milk, die sich bislang auf die Produktion von Milch konzentrierte, in eine Aseptik-Linie von KRONES. Die Linie zum keimfreien Abfüllen sensibler Produkte eignet sich für Tee, aber auch für Säfte mit Partikeln, Milch sowie Reismilch. Die Linie hat eine Leistung von 36.000 PET-Behältern pro Stunde. Neben der Abfüll- und Verpackungs-technik lieferte KRONES auch einen Sirupraum mit integrierter Teeextraktion.

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KRONES mit umfangreicher Linienkompetenz

Linienkompetenz

Eine Abfüll- und Verpackungslinie besteht aus vielen einzelnen Maschinen und Anlagen. Hierzu zählen beispielsweise Inspektor, PET-Flaschen-Blasmaschine, Füller, Etikettierer, Verpacker und Palettierer. All dies sind leistungsstarke Ein-heiten. Um aus ihnen eine effiziente und zuverlässige Produktionslinie zu for-men, müssen sie optimal zusammenarbeiten. Aufgrund langjähriger Erfahrungen und umfangreicher Kenntnisse über den gesamten Produktionsprozess innerhalb der Linie beherrscht KRONES das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten perfekt.

Die einzelnen Maschinen sind so aufeinander abgestimmt, dass der gesamte Produktionsablauf reibungslos funktioniert und die Abfüll- und Verpackungslinie mit höchstmöglicher Leistung arbeitet. Seine Linienkompetenz kann KRONES auch bei der Digitalisierung nutzen. Wir wissen, worauf es bei der Kommunikation zwischen den einzelnen Linien-Komponenten ankommt und welche Parameter überwacht und geregelt werden müssen. Die KRONES Linienkompetenz ist das Fundament, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

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Dosenlinie - extrem leistungsstark

Linienkompetenz

Die ungarische Brauerei Borsodi setzt auf eine Komplett-Linie von KRONES zur Dosenabfüllung von Bier. Vom Entpalettierer der Leerdosen, über das Ins-pektionssystem sowie die Kurzzeiterhitzungsanlage (VarioFlash B) und den Füller (Modulfill VfS-c) bis hin zum Palettierer (VarioPac) für Vollgut, liefert KRONES alle Maschinen und Bauteile der neuen Linie.

Mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent erfüllt die Linie, auf der 50.000 Dosen pro Stunde vom Band laufen, die hohen Anforderungen von Borsodi. Neben der Effizienz überzeugt die Linie auch durch kurze Umstellzeiten, hohe Produkt-sicherheit und niedrigen Energiebedarf. Ein weiterer Pluspunkt war die kurze Installationszeit. Nur zehn Monate vergingen von der Auftragsvergabe bis zum Zeitpunkt, als das erste verkaufsfähige Dosenbier vom Band lief.

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Digitalisierung - bereits stark aufgestellt

Digitalisierung

Der Trend zur Digitalisierung in der Abfüll- und Verpackungsindustrie wurde durch die Corona-Krise nochmals deutlich beschleunigt. KRONES investiert bereits seit Jahren stark in diesen Bereich und nimmt Anlaufverluste in Kauf. Die Investitionen zahlen sich aber aus. KRONES verfügt bereits heute über viel Digital-Know-how und versorgt die Kunden mit digitalen Dienstleistungen wie Remote Service.

Für den künftigen Unternehmenserfolg ist es extrem wichtig, dass wir unsere erfolgreichen Produkte und Services in die digitale Welt transformieren. Mehr als 300 Software-Ingenieure und IT-Spezialisten arbeiten bei KRONES an digitalen Neu-entwicklungen. Dabei steht immer der Mehrwert für unsere Kunden im Fokus.

Unsere Abfüll- und Verpackungslinien werden intelligenter und bieten den Kunden wertvollen Zusatznutzen. Neben niedrigeren Kosten bei Produktion und Personal ist für die Kunden wichtig, dass sie flexibel produzieren können, alle Produktions-schritte transparent sind und Probleme schnell gelöst werden. Hierfür will KRONES seinen Kunden digitale Tools und Services auf einer Plattform zur Verfügung stel-len, die die komplette Linie im Fokus haben. Wir sind gut aufgestellt, um dieses große Ziel zu erreichen.

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Hochdigitalisierte Linie

Digitalisierung

Altmühltaler Mineralbrunnen gehört zu den größ-ten Getränkeherstellern Deutschlands. KRONES hat am Produktionsstandort Breuna die mittlerweile siebte PET-Linie geliefert.

Die neue Linie ist, wie alle anderen Anlagen auch, hochdigitalisiert und dafür mit verschiedenen Lösungen der SitePilot Suite ausgestattet: dem Auftragssteuerungssystem Line Management, dem Anlagen-Analysesystem Line Diagnostics und dem Wartungs- und Instandhaltungs-Tool Asset Management. Das Produktionsplanungs- und Steuerungssystem SitePilot Planning kreiert einen Produktionsplan für jede Linie und erstellt daraus eine Bestellplanliste. Dieser gesamte Produktions-plan findet wiederum Eingang in das Line Manage-ment System. Wenn der Bediener dann die Pro-duktion startet, weiß das System bereits, welche Materialien genau benötigt werden und stellt die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RhB) vollautoma-tisch mittels Elektrohängebahn bereit. Im Umkehr-schluss lässt sich so auch genau rückverfolgen, welches Produkt wann und mit welchen RhB produ-ziert und abgefüllt wurde. Eine Fehlproduktion ist damit praktisch ausgeschlossen.

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Früher Fokus auf Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Nachhaltigkeit

Für KRONES ist es seit jeher wichtig, nachhaltig zu wirtschaften und gesell-schaftliche Verantwortung zu übernehmen. Auch aus Kundensicht hat das Thema Nachhaltigkeit bei KRONES schon lange einen hohen Stellenwert. Bereits 2008 haben wir das Nachhaltigkeitsprogramm enviro eingeführt. enviro ist ein extern geprüftes Management-System, das die Ökoeffizienz des KRONES Produktportfolios im Fokus hat.

Das enviro Programm treibt die Energieeffizienz der KRONES Produkte systematisch voran und hat bei den Kunden bereits zu erheblichen Ein-sparungen geführt. Dank enviro hat sich KRONES einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet. Wir sind in der Lage, Maschinen und Anlagen bereitzustellen, die unsere Kunden dabei unterstützen, ihre ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Denn hierzu benötigen sie nicht nur leistungsstarke, sondern auch ressourcenschonende Produktionsanlagen. KRONES hat sich das ambi-tionierte Ziel gesetzt, dass der CO2-Fußabdruck der produzierten Maschinen und Anlagen von 2019 bis 2030 in der vor- und nachgelagerten Wertschöp-fungskette beim Kunden um 25 % sinken wird (sog. Scope 3).

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innocent setzt bei Nachhaltigkeit auf KRONES

Nachhaltigkeit

Der Smoothie- und Saftproduzent innocent erstellt in Rotterdam sein erstes eigenes Abfüllwerk. Das Thema Nachhaltigkeit steht dabei an oberster Stelle. Ziel ist es, eine komplett cO2-neutrale Fabrik zu bauen. Der Was-sereinsatz soll auf ein Minimum reduziert werden. Aufgrund der hohen Nachhaltigkeitskompetenz erhielt KRONES den Auftrag für vier komplette PET-Abfüllan-lagen. Jede der vier identischen PET-Linien verarbeitet bis zu 32.000 Behälter pro Stunde.

Der Blasmaschinen-Füller-Block Contipure AseptBloc DA besteht aus einer Streckblasmaschine Contiform 3 Pro sowie einem aseptischen Füller Modulfill Asept. Mit dem Preform-Entkeimungsmodul Contipure D ent-schied sich innocent für eine besonders nachhaltige Ausführung.

Das Modul zeichnet sich durch einen niedrigeren Verbrauch an Wasserstoff-peroxid, Dampf und Energie aus.

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Robuste Kapitalstruktur und hohe Liquidität

Finanzen

Auch nach den hohen Investitionen in den vergangenen Jahren verfügt KRONES weiterhin über eine starke Finanzkraft. Die Eigenkapitalquote lag Ende 2020 bei 39,4 %. Auch die Liquiditätsausstattung von KRONES ist kom-fortabel. Selbst im schwierigen Jahr 2020 verfügte das Unternehmen nahezu über das ganze Jahr über Liquiditätsreserven von rund 1 Mrd. €. Vergangenes Jahr erwirtschaftete das Unternehmen 221,3 Mio. € Free Cashflow. Zum Jahresende 2020 konnte KRONES eine Netto-Cash-Position (Liquide Mittel abzüglich Bankschulden) von rund 185 Mio. € ausweisen.

Die hohe Finanz- und Kapitalkraft von KRONES gibt dem Unternehmen ausreichend finanziellen Spielraum, um die kurzfristigen Herausforderungen zu bewältigen, in wichtige Technologien zu investieren und künftiges Wachstum zu finanzieren.

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Solide Finanz- und Kapitalstruktur ermöglicht hohe Investitionen

Finanzen

krones Konzern Eigenkapital in Mio. € und Eigenkapitalquote in %

1.433

1.370

1.330

1.226

1.200

43,8 %

2016

2017

2018

2019

2020

In den vergangenen Jahren hat KRONES stark in den Ausbau der internationalen Service- und Produktionsstandorte sowie die Digitalisierung investiert. Dies konnte das Unternehmen über-wiegend aus eigenen Mitteln bestreiten, so dass die Eigenkapitalquote des Konzerns weiterhin bei sehr soliden 39,4 % liegt.

KRONES hat auch im Corona-Jahr 2020 ordentlich gewirtschaftet und einen hohen Free Cashflow erzielt. Das Liquiditätspolster von KRONES ist auf 217 Mio. € angewachsen und schafft genügend Freiraum für unternehmerisches Handeln.

Liquide Mittel KRONES Konzern in Mio. €

369

219 217

182

110

2016

2017

2018

2019 2020

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Starker Global Footprint

Global Footprint

Die internationalen Getränke- und Lebensmittelunternehmen produzieren ihre Produkte weltweit. Um schnell auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden reagieren zu können, muss man in ihrer Nähe sein. Besonders im Service-geschäft ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. KRONES betreibt welt-weit Servicecenter und Niederlassungen an mehr als 100 Standorten. Ersatzteile und qualifiziertes Personal, das die Sprache der Kunden spricht, sind überall auf der Welt schnell vor Ort.

Auch in der Produktion und im Einkauf ist KRONES global aufgestellt. Wir fertigen beispielsweise in China Produkte für lokale Märkte. Die internationalen Werke produzieren auch Ersatzteile und liefern teilweise Produkte an unsere deutschen Fertigungsstätten. Material kauft KRONES, unter der Regie spezieller regionaler Teams, in immer größerem Umfang auf internationalen Beschaffungsmärkten ein.

Für all dies ist qualifiziertes internationales Personal nötig. KRONES hat in den vergangenen Jahren die ausländische Belegschaft stark ausgebaut und wird dies mittelfristig auch weiter tun. Ende 2020 beschäftigte KRONES insgesamt 6.372 Mitarbeiter im Ausland, davon 4.055 in den Emerging Markets.

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KRONES immer nah am Kunden

Global Footprint

1.342

1.110

386

393

2016 2017

452

KRONES Konzern Mitarbeiter in Afrika

1.801

1.546

671

639

2018 2019 sowie China und Asien/Pazifik

2020

1.716

KRONES baut schon seit Jahren die internationalen Standorte aus, um den Servicebereich zu stärken und die Vorteile der internationalen Beschaffungs- und Produktionsstandorte zu nutzen. Mit dem neuen Werk im ungarischen Debrecen, das Mitte 2021 voll in Betrieb gehen soll, stärkt KRONES seine internationale Wett-bewerbsfähigkeit und senkt ab 2022 die Produktions-kosten um jährlich rund 20 Mio. €.

In den stark wachsenden Regionen Asien und Afrika setzt KRONES, neben dem Produktionsstandort im chinesischen Taicang, vor allem auf gut ausgebaute Servicecenter in der Nähe der Kunden. Mit hoch quali-fizierten Mitarbeitern in den Regionen punktet KRONES bei den Kunden. Das Unternehmen investiert daher auch stark in internationale Ausbildungscenter, wie beispielsweise in Kenia oder China.

Brief des Vorstands*

»Krones ist ein starkes Unternehmen und blickt zu-versichtlich in die Zukunft.«

Christoph Klenk Vorstandsvorsitzender

Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftsfreunde,

unser Alltag war 2020 stark von der Covid-19-Pan-demie geprägt. Die Corona-Krise stellte KRONES vor große Herausforderungen. Oberste Priorität hatte von Anfang an der Schutz der Menschen. Als sich das Virus ausbreitete, haben wir sehr schnell reagiert und alle nötigen Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kun-den nicht zu gefährden. Geholfen haben uns hier-bei die Erfahrungen, die wir an unserem Standort in China, dem Ursprungsland der Pandemie, sammeln konnten.

krones profitiert von internationaler Präsenz

Neben der Sorge um die Gesundheit der Menschen, die mit KRONES Kontakt haben, stand die bestmögliche Unterstützung der Kunden im Fokus. Ein-schneidende staatliche Maßnahmen, wie beispielsweise Reisebeschränkungen, erschwerten die Kontakte. Als großer Vorteil erwiesen sich in dieser Phase die dezentralen Strukturen von KRONES. Wir haben in mehr als 70 Ländern der Welt Standorte und Mitarbeiter. So konnten wir die Kunden mit Produkten und Dienstleistungen versorgen, die sie zur Aufrechterhaltung ihrer Produktion benötigten. Darüber hinaus setzten wir digitale Produkte und Lösungen ein. Dies war besonders im Service sehr hilfreich. So konnten wir die Kunden quali-fiziert bei der Behebung von Problemen unterstützen, ohne immer selbst vor Ort zu sein.

* Alle Angaben innerhalb »Brief des Vorstands« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Corona-Krise belastet auch krones

Insgesamt hat KRONES die Pandemie 2020 gut gemeistert. Das stabile Funda-ment des Unternehmens hat auch in der Krise Halt gegeben. KRONES verfügte stets über ausreichend finanzielle Mittel und war nicht auf staatliche Unter-stützung angewiesen. Dennoch: Die Corona-Krise hat auch unsere Geschäſte belastet und wirkte sich wesentlich auf die Finanzkennzahlen 2020 aus. Der Konzernumsatz ging 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 16 % auf 3,3 Mrd. € zu-rück, der Auſtragseingang verringerte sich um 19 % auf 3,3 Mrd. €. Positiv war, dass sich der Wert der Bestellungen nach einem schwachen ersten Halbjahr im dritten und insbesondere vierten Quartal wieder deutlich belebte.

KRONES hatte bereits 2019 umfangreiche Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet. Dadurch konnten wir die Auswirkungen des Umsatzrückgangs auf das Ergebnis begrenzen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank zwar von 227,3 Mio. € im Vorjahr auf 133,2 Mio. €. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass KRONES 2020 insgesamt knapp 72 Mio. € für strukturelle Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung verbuchte. Ohne diese Aufwendungen lag die EBITDA-Marge mit 6,2 % (Vorjahr: 5,7 %) leicht über dem zuletzt prog-nostizierten Niveau von 5,5 bis 6,0 %. Unterm Strich musste KRONES im Corona-Jahr 2020 einen Konzernverlust von 79,7 Mio. € ausweisen (Vorjahr: + 9,2 Mio. €). Positiv entwickelte sich im Berichtsjahr der Free Cashflow. Er stieg um 315,7 Mio. € auf 221,3 Mio. € (Vorjahr: minus 94,4 Mio. €). Insgesamt hat KRONES an-gesichts der herausfordernden Umstände 2020 ordentliche Ergebnisse erzielt.

Die langfristige Dividendenpolitik von KRONES sieht vor, 25 % bis 30 % des Konzernergebnisses an die Aktionäre auszuschütten. Aufgrund des negativen Ergebnisses werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 17. Mai 2021 vorschlagen, für das Geschäſtsjahr 2020 nur die gesetzlich vorge-schriebene Mindestdividende, also 6 Cent je Aktie, auszuschütten und den übrigen Bilanzgewinn 2020 auf neue Rechnung vorzutragen.

krones reagiert auf Kundenverhalten

Sollte es nicht zu neuen gesamtwirtschaſtlichen Belastungen kommen, rechnet das Unternehmen ab 2021 wieder mit steigenden Erlösen. Das heißt aber nicht, dass KRONES schnell wieder einen Umsatz auf Vorkrisen-Niveau erwartet. Dies ist das wichtigste Ergebnis der Kundenbefragungen, die wir im dritten Quartal 2020 durchführten. Viele unserer Kunden äußerten sich aufgrund der Covid-19-Pandemie sehr zurückhaltend hinsichtlich geplanter Investitionen in den nächsten zwei Jahren. Die 2019 eingeleiteten und bereits erfolgreichen Kostensparmaßnahmen reichen nicht aus, um das Unternehmen auf diese Situation einzustellen. Damit KRONES weiter wettbewerbsfähig und langfristig erfolgreich bleibt, müssen wir unsere Kapazitäten dem kurz- und mittelfristig erwarten Geschäſtsvolumen anpassen. Hierzu ist es leider auch nötig, Mitarbeiter abzubauen. Diese Entscheidung ist dem Vorstand äußerst schwer gefallen, sie war aber unvermeidbar.

Zusätzlich zu dem 2020 realisierten Personalabbau von rund 600 Mitarbeitern im Konzern haben weitere rund 400 Beschäſtigte bis Ende November 2020 in-dividuelle und freiwillige Angebote zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses angenommen. Darüber hinaus beschloss der Vorstand im Dezember 2020, zu-sätzlich 350 Stellen an den inländischen Standorten so sozialverträglich wie möglich abzubauen.

Zukunft sichern

KRONES hat die Flexibilität des Unternehmens mit vielen Maßnahmen bereits deutlich gesteigert. Wir nutzen die Vorteile internationaler Beschaffungs-märkte und bauen weltweit Service- und Produktionsstandorte weiter aus. Hierzu zählt unser Werk in Ungarn, das 2021 voll einsatzfähig ist. Ein zusätz-licher wichtiger Schritt ist, dass wir das Brauereigeschäſt separat aufstellen und in eine eigene rechtliche Einheit einbringen. In der neuen Struktur kann dieser Bereich effizienter arbeiten.

Auch 2021 wird uns die Covid-19-Pandemie noch weltweit beschäſtigen und das Investitionsklima belasten. Dennoch erwarten wir eine leichte Umsatz-belebung und, aufgrund der strukturellen Maßnahmen, eine bessere Ertrags-kraſt als 2020. Bei einem Umsatzanstieg von 2,5 bis 3,5 % rechnen wir mit einer EBITDA-Marge von 6,5 bis 7,5 %. Das Ziel für die Kennzahl Working Capital in Relation zum Umsatz liegt bei 26 bis 27 %.

und Zukunft schaffen

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden wir weiterhin hart auf der Kosten-seite arbeiten. Nur auf Kostensenkungsmaßnahmen zu setzen, wäre aber zu kurzsichtig. Denn langfristig wächst der Markt, auf dem KRONES tätig ist. Nach der Corona-Krise wird er wieder attraktive Chancen bieten. Deshalb treibt das Unternehmen die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen so-wie vor allem die Digitalisierung voran. Wir haben in den vergangenen Jahren viel in diesen Bereich investiert und sind deshalb in einer guten Position. Diese Stärke wird KRONES einsetzen und die großen Chancen, die die Digitalisierung bietet, nutzen.

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Brief des Vorstands

unternehmensführung

der krones ag

Ein weiterer aussichtsreicher Wachstumstreiber ist die Nachhaltigkeit. Unsere Kunden haben sich ehrgeizige Umwelt- und Klimaziele gesetzt. Um diese zu erreichen, benötigen sie ressourcenschonende Produktionsanlagen. KRONES hat hierfür viele innovative Maschinen und Anlagen im Angebot. Diese Stärke kommt nicht von ungefähr. Bereits 2008 hat das Unternehmen das Nachhaltig-keitsprogramm enviro eingeführt. Dieses extern geprüſte Management-System nahm frühzeitig die Ökoeffizienz unseres Produktportfolios in den Fokus. Mit enviro war KRONES seiner Zeit beim Thema Nachhaltigkeit voraus.

KRONES hat weitere Stärken, die wir Ihnen in unserem Geschäſtsbericht unter dem Titel »Stärken nutzen« auf den Seiten 5 bis 18 näher vorstellen. Wir werden diese Wettbewerbsvorteile gezielt einsetzen und die langfristigen Wachstums-chancen unserer Märkte nutzen.

Die größte Stärke von KRONES ist nicht greiar und lässt sich nicht in Zahlen messen: Unsere Unternehmens-DNA. Sie ist von Teamgeist und Zusammenhalt geprägt. Diese DNA wurde 2020 auch durch den Mitarbeiterabbau nicht be-schädigt. Dies ist für uns die wichtigste und positivste Erkenntnis des äußerst schwierigen Geschäſtsjahres. Im Namen des kompletten Vorstands bedanke ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement im Jahr 2020. Das qualifizierte und motivierte KRONES Team wird auch in Zukunſt erfolgreich sein.

Christoph Klenk cEO

Die Mitglieder des Vorstands

Die Mitglieder des Vorstands

Christoph Klenk cEO Intralogistik Prozesstechnik

Norbert Broger cfO

Thomas Ricker cSO

Markus Tischer International Operations and Services Digitalisierung

Ralf Goldbrunner Abfüll- und Verpackungstechnik Compact Class

Bericht des Aufsichtsrats*

Volker Kronseder Vorsitzender des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Covid-19-Pandemie stellte KRONES 2020 vor außergewöhnliche Herausforderungen. Es ging vorrangig darum, Mitarbeiter, Kunden und all jene, die mit KRONES Kontakt haben, zu schützen. Darü-ber hinaus stand auch die wirtschaſtliche Lage im Fokus. Umsatz und Ergebnis waren 2020 corona-bedingt stark rückläufig und es wird einige Jahre dauern, bis das Geschäſtsvolumen von KRONES das »Vorkrisen-Niveau« wieder erreicht. Aufgrund dieser Situation bestand und besteht Handlungs-bedarf, um die Zukunſts- und Wettbewerbsfähigkeitdes Unternehmens zu sichern. Der Vorstand hat in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat daran gearbeitet, dass die bereits 2019 beschlossenen Schritte zur Ergebnisverbesserung umgesetzt werden. Darüber hinaus wurden 2020 weitere Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung beschlossen. Die Entscheidung, Personal abzubauen, ist KRONES sehr schwergefallen. Der Aufsichtsrat steht hinter den strukturellen Maßnahmen und wird die Umsetzung und den Status quo laufend überprüfen.

Beratung und Überwachung

Im Geschäſtsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat der KRONES AG den Vorstand gemäß Aktiengesetz sowie der Satzung der Gesellschaſt kontinuierlich überwacht und beraten und seine Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Die aktien-rechtlichen Vorschriſten und Bestimmungen des Deutschen Corporate Gover-nance Kodex zur Berichtspflicht des Vorstands gegenüber dem Aufsichtsrat wurden dabei stets beachtet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in schriſtlichen und mündlichen Berich-

* Alle Angaben innerhalb »Bericht des Aufsichtsrats« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

ten regelmäßig über die geschäſtliche und finanzielle Lage der Gesellschaſt sowie über das Risikomanagement. Bei Entscheidungen von besonderer Bedeu-tung für die KRONES AG und den Konzern wurde der Aufsichtsrat frühzeitig vom Vorstand informiert und eingebunden. Insbesondere der Aufsichtsratsvor-sitzende sowie der Vorstandsvorsitzende standen auch zwischen den Sitzungen regelmäßig in Kontakt. Dabei erörterten sie gemeinsam Themen zur Strategie, der aktuellen Geschäſtsentwicklung, der Risikolage sowie des Risikomanage-ments und der Compliance des Unternehmens.

Ein Schwerpunkt der Aufsichtsratsarbeit 2020 war der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von KRONES sowie Maß-nahmen zu Kosteneinsparungen. Bei den strukturellen Maßnahmen stand unter anderem die Anpassung der Personalkapazitäten an das geringere Ge-schäſtsvolumen im Fokus. Darüber hinaus befasste sich das Gremium intensiv mit der Unternehmensstrategie.

Personelle Änderungen im Aufsichtsrat

Im Aufsichtsrat kam es 2020 auf der Seite der Arbeitnehmervertreter zu einer personellen Veränderung. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Wer-ner Schrödl trat in die Freistellungsphase der Altersteilzeit ein und schied des-halb mit Wirkung zum 1. Juli 2020 aus dem Aufsichtsrat aus. Die Arbeitnehmer wählten Markus Hüttner als Nachfolger von Herrn Schrödl in den Aufsichtsrat. Zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wählte der Aufsichts-rat Josef Weitzer.

KRONES unterstützt neue Aufsichtsratsmitglieder bei ihrer Amtseinführung und bei Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Im Geschäſtsjahr 2020 wurden die Mitglieder des Gremiums zu den Themen »Neuer Deutscher Corporate Gover-nance Kodex« sowie »ARUG II« mit umfassenden Informationen fortgebildet.

Keine Interessenkonflikte

Gemäß Empfehlung E.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll jedes Aufsichtsratsmitglied Interessenkonflikte unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Im Berichtszeitraum wurden keine Interessenkon-flikte offengelegt.

Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen

2020 fanden insgesamt sechs ordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Teil-weise war der Vorstand als Gast in Sitzungen präsent. Der Aufsichtsrat tagte aber auch regelmäßig ohne den Vorstand. Gemäß der Empfehlung D.8 des Deut-schen Corporate Governance Kodex machen wir zur Teilnahme der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen folgende Angaben:

Aufsichtsratsmitglied

Anzahl der Sitzungen

Teilnahme an

Sitzungen

Volker Kronseder

6

6

Werner Schrödl (bis 30. Juni 2020)

2

2

Dr. phil. Verena Di Pasquale

6

6

Robert Friedmann

6

6

Klaus Gerlach

6

6

Oliver Grober

6

6

Thomas Hiltl

6

6

Markus Hüttner (ab 1. Juli 2020)

4

4

Norman Kronseder

6

6

Prof. Dr. jur. Susanne Nonnast

6

6

Beate Eva Maria Pöpperl

6

6

Norbert Samhammer

6

6

Petra Schadeberg-Herrmann

6

5

Jürgen Scholz

6

6

Hans-Jürgen Thaus

6

6

Josef Weitzer

6

6

Matthias Winkler

6

6

Berichte aus den Aufsichtsratssitzungen

Am 18. März fand die erste Aufsichtsratssitzung statt. An dieser nahm als Gast zeitweise ein Vertreter der Wirtschaſtsprüfungsgesellschaſt von KRONES teil. Finanzvorstand Norbert Broger stellte dem Aufsichtsrat die Highlights und die Entwicklung wichtiger Kennzahlen des Geschäſtsjahres 2019 vor. Im Anschluss erläuterte der Wirtschaſtsprüfer dem Gremium den Prüfungsauſtrag und die Schwerpunkte der Prüfung des Jahresabschlusses 2019 und gab einen detail-lierten Überblick über die Abschlussprüfung. Fragen des Aufsichtsrats wurden vom Prüfer umfassend beantwortet. Danach stellte der Aufsichtsrat den Jahres-abschluss und den Lagebericht der KRONES AG fest und billigte den Konzern-abschluss und den Konzernlagebericht. Weitere Themen der ersten Aufsichts-ratssitzung waren der neue Deutsche Corporate Governance Kodex sowie der Regierungsentwurf zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II). Darüber hinaus stellte der Aufsichtsratsvorsitzende dem Gremium die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2020 vor. Anschließend verab-schiedete der Aufsichtsrat die Tagesordnung. Im Bericht zum Geschäſtsverlauf erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat die aktuellen Rahmenbedingungen und die wirtschaſtliche Entwicklung von KRONES. Zudem ging er auf die wesentlichen Corona-Maßnahmen ein.

Im Anschluss an die virtuelle Hauptversammlung am 18. Mai trat der Auf-sichtsrat zu seiner zweiten und konstituierenden Sitzung zusammen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Kronseder verabschiedete das langjährige Gremiumsmitglied Werner Schrödl, der mit Wirkung zum 1. Juli 2020 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit eintrat und damit zu diesem Zeitpunkt aus dem Aufsichtsrat ausschied. Volker Kronseder bedankte sich bei Werner Schrödl für die jahrelang gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Herr Schrödl war als Arbeitnehmervertreter seit 2005 im Aufsichtsrat und seit 2007 stellver-tretender Aufsichtsratsvorsitzender. Der Aufsichtsrat wählte einstimmig Josef Weitzer mit Wirkung zum 1. Juli 2020 zum neuen stellvertretenden Aufsichts-ratsvorsitzenden. Für Werner Schrödl wurde Markus Hüttner von den Arbeit-nehmern neu in das Gremium gewählt. Im Rahmen des Berichts des Vorstands

Die dritte Aufsichtsratssitzung des Geschäſtsjahres 2020 fand am 22. Juli statt. Unter dem Tagesordnungspunkt »Aufsichtsrats- und Vorstandsangelegenhei-ten« beschloss das Gremium Änderungen der Geschäſtsordnung von Aufsichts-rat und Vorstand. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Klenk berichtete auf dieser Sitzung über die Umsetzung der 2019 beschlossenen Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung und ging auf die Herausforderungen der Covid-19-Pan-demie ein. Im Rahmen des wirtschaſtlichen Berichts informierten die für die einzelnen Geschäſtsbereiche verantwortlichen Vorstände den Aufsichtsrat über die Auswirkungen von Corona und die aktuelle Lage. Auch die Folgen der Pan-demie für die Weltwirtschaſt, die Kunden von KRONES sowie mögliche Szena-rien und deren Auswirkungen auf das Unternehmen waren ein wesentliches Thema der Sitzung. Das Gremium befasste sich dabei auch mit eventuell nötigen Kapazitätsanpassungen.

informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Weltwirtschaſt und die Kunden von KRONES. Zudem erläuterte er die aktuelle Geschäſtsentwicklung und die Eckdaten des ersten Quartals 2020.

Am 27. Oktober traf sich der Aufsichtsrat zu seiner vierten Sitzung 2020. Eine externe Expertin zeigte dem Gremium die Anforderungen zur Überprüfung des Systems der Vorstandsvergütung gemäß des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) auf. Zudem stellte sie die einzelnen Komponenten des neuen Vergütungssystems vor. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Klenk stellte dem Gremium das Programm »Zukunſt sichern, Zu-kunſt schaffen« und die dazugehörigen Handlungsfelder vor. Darüber hinaus informierten die einzelnen Vorstandsmitglieder den Aufsichtsrat über die Rah-menbedingungen, die aktuelle Situation, die Ergebnisse der Kundenbefragung sowie strategische Maßnahmen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen. Thema war auch die Zielsetzung und der Zeitplan für das Freiwilligenpro-gramm zum Personalabbau.

Die fünſte Aufsichtsratssitzung 2020 fand am 8. Dezember statt. Auf der Tages-ordnung stand im Wesentlichen das Thema Strategie. Der Vorstand erläuterte dem Aufsichtsrat künſtige Kundenanforderungen und daraus abgeleitete Pro-duktinnovationen und Geschäſtsmodelle. Auch mögliche Anpassungen von Strukturen und Prozessen legte der Vorstand dar.

Auf der sechsten Aufsichtsratssitzung des Berichtsjahres am 9. Dezember befasste sich das Gremium mit der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktien-gesetz. Darüber hinaus stand das Vergütungssystem für den Vorstand gemäß der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) auf der Tagesordnung. Hierzu informierte eine externe Expertin das Gremium über Details zur Weiterent-wicklung des aktuellen Vergütungssystems. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Bericht des Prüfungs- und Risikomanagementausschusses (PRM) mit den Themen Risikomanagement, Interne Revision sowie Compliance. Hierzu erläuterte der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Thaus die Inhalte der PRM-Sit-zung vom 18.11.2020. Im Anschluss daran präsentierte der Vorstand dem Auf-sichtsrat den wirtschaſtlichen Bericht mit der Jahres- und Investitionsplanung 2021.

Arbeit des Prüfungs- und Risikomanagementausschusses

Dem Prüfungs- und Risikomanagementausschuss gehören der Vorsitzende des Aufsichtsrats Volker Kronseder, Werner Schrödl (bis 30. Juni 2020), Norman Kronseder, Hans-Jürgen Thaus, Josef Weitzer, Jürgen Scholz und Markus Hütt-ner (ab 1. Juli 2020) an. Vorsitzender des Ausschusses ist Hans-Jürgen Thaus. Der Prüfungs- und Risikomanagementausschuss überwacht die Rechnungs-legung, Abschlussprüfung sowie Berichterstattung und fertigt entsprechende Beschlussvorlagen für den Aufsichtsrat an. Darüber hinaus bereitet er die

Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Prüfungsberichts des Einzel- und Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat vor und spricht Empfehlungen aus. Der Prüfungs- und Risikomanagementausschuss über-wacht zudem die Wirksamkeit des internen Kontroll-, des Risikomanagement-sowie des Compliance-Systems.

Der Prüfungs- und Risikomanagementausschuss hielt 2020 drei Sitzungen ab. Gemäß der Empfehlung D.8 des Deutschen Corporate Governance Kodex machen wir zur Teilnahme der einzelnen Mitglieder des Prüfungs- und Risiko-managementausschuss an den Sitzungen folgende Angaben:

Ausschussmitglied

Anzahl der Sitzungen

Teilnahme an

Sitzungen

Volker Kronseder

3

3

Werner Schrödl (bis 30. Juni 2020)

2

2

Markus Hüttner (ab 1. Juli 2020)

1

1

Norman Kronseder

3

3

Jürgen Scholz

3

3

Hans-Jürgen Thaus

3

3

Josef Weitzer

3

3

In der ersten Sitzung am 12. März bereitete das Gremium im Wesentlichen die Bilanz feststellende Aufsichtsratssitzung vor. Finanzvorstand Norbert Broger erläuterte die wichtigsten Kennzahlen 2019 des Konzerns und der AG. Anschließend informierte ein Vertreter des Wirtschaſtsprüfers von KRONES den Ausschuss detailliert über den Prüfungsumfang sowie die Inhalte und Schwerpunkte der Abschlussprüfung. Die Mitglieder des Prüfungs- und Risiko-managementausschusses beschlossen einstimmig, dem Aufsichtsrat zu emp-fehlen, den Jahresabschluss und Lagebericht der KRONES AG für das Geschäſts-jahr 2019 festzustellen und den Konzernabschluss und den Lagebericht des Konzerns 2019 zu billigen. Auch mit dem Nichtfinanziellen Bericht befasste sich der Ausschuss auf der ersten Sitzung. Die Mitglieder beschlossen, dem Auf-sichtsrat zu empfehlen, den Nichtfinanziellen Bericht zu billigen.

Am 18. Mai trat der Prüfungs- und Risikomanagementausschuss zusammen, um den stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses zu wählen. Der bishe-rige Stellvertreter Werner Schrödl ging am 1. Juli 2020 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit und schied deshalb aus dem Gremium aus. Die Ausschussmit-glieder wählten Josef Weitzer mit Wirkung zum 1. Juli 2020 einstimmig zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden. Ebenfalls mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurde Markus Hüttner neues Mitglied des Prüfungs- und Risikomanagement-ausschusses.

Die dritte Sitzung des Prüfungs- und Risikomanagementausschusses fand am 18. November statt. Auf dieser informierten die Leiter des Controllings, der Internen Revision sowie der Compliance die Ausschussmitglieder ausführlich über die aktuelle Risikosituation, die interne Revision sowie über das Com-pliance Management.

Arbeit des Ständigen Ausschusses

Dem Ständigen Ausschuss gehören Werner Schrödl (bis 30. Juni 2020),

Josef Weitzer, Markus Hüttner (ab 1. Juli 2020), Norman Kronseder und Volker Kronseder an. Vorsitzender des Ständigen Ausschusses ist Volker Kronseder. Das Gremium befasst sich grundsätzlich mit allen sonstigen Themen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des Prüfungs- und Risikomanagementausschus-ses fallen. Dazu zählen zum Beispiel die Personalstrategie sowie die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. 2020 fand keine Sitzung des Ständigen Ausschusses statt.

Aufsichtsrat stimmt dem Prüfungsergebnis zu

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der KRONES Aktiengesellschaſt und der Konzernabschluss sowie der Lagebericht der KRONES AG und der Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2020 sind durch den von der Haupt-versammlung gewählten Abschlussprüfer, der ERNST & YOUNG GMBH Wirt-schaſtsprüfungsgesellschaſt, geprüſt und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der geprüſte Jahresabschluss und der Konzernabschluss sowie der Lagebericht der KRONES AG und der Konzernlage-bericht zum 31. Dezember 2020 lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats recht-zeitig zur Prüfung vor. Die geprüſten Abschlüsse und Lageberichte waren am 24. März 2021 Gegenstand der Bilanz feststellenden Aufsichtsratssitzung. An der Sitzung haben auch Vertreter des Abschlussprüfers teilgenommen und den Aufsichtsrat über die Ergebnisse ihrer Prüfung und über ihre Prüfungsschwer-punkte unterrichtet.

Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach der abschließenden Prüfung durch den Auf-sichtsrat, die insbesondere auch die im Bestätigungsvermerk des Abschluss-prüfers beschriebenen Sachverhalte einschließlich der Prüfungshandlungen zum Gegenstand hatte, ergaben sich keine Einwände. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der KRONES AG festgestellt sowie den Konzernabschluss und den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2020 der KRONES AG festgestellt.

Die Abschlussprüfer bezogen den Bericht des Vorstands über die Beziehungen der KRONES AG zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG in ihre Prü-fung ein und legten ihren Prüfungsbericht dem Aufsichtsrat vor. Die Prüfung durch die Abschlussprüfer ergab keine Beanstandungen. Der Abschlussprüfer hat den Abhängigkeitsbericht mit dem folgenden uneingeschränkten Bestäti-gungsvermerk versehen: »Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beur-teilung bestätigen wir, dass

  • 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

  • 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäſten die Leistung der Gesellschaſt nicht unangemessen hoch war.«

Die Überprüfung des Berichts über die Beziehungen der KRONES AG zu ver-bundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG durch den Aufsichtsrat führte zu keinen Beanstandungen. Der Aufsichtsrat schloss sich daher dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhob der Aufsichtsrat gegen die Schlusserklärung des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen.

Über die gesetzliche Abschlussprüfung hinaus hat die ERNST & YOUNG GMBH Wirtschaſtsprüfungsgesellschaſt den für die KRONES AG und den Konzern zusammengefassten gesonderten Nichtfinanziellen Bericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 einer Prüfung zur Erlangung begrenz-ter Sicherheit unterzogen. Auf dieser Basis hat der Wirtschaſtsprüfer keine Ein-wendungen gegen den Nichtfinanziellen Bericht und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben.

Dank an den Vorstand und die Mitarbeiter

Das Geschäſtsjahr 2020 war wegen der Covid-19-Pandemie für das gesamte KRONES Team sehr herausfordernd. Die Mitglieder des Aufsichtsrats danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unterneh-mens für ihre engagierte Arbeit unter teils schwierigen Bedingungen.

Neutraubling, im März 2021

Der Aufsichtsrat

Volker Kronseder Vorsitzender des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats

Volker Kronseder Aufsichtsratsvorsitzender

* Universitätsklinikum Regensburg

* Wirtschaftsbeirat Bayerische Landesbank

Robert Friedmann

Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe

* zf Friedrichshafen AG

Josef Weitzer**

Stv. Aufsichtsratsvorsitzender Konzernbetriebsratsvorsitzender Gesamtbetriebsratsvorsitzender

* Sparkasse Regensburg

Klaus Gerlach**

Head of Central International Operations and Services

* Weitere Aufsichtsratsmandate gemäß § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG ** Von der Belegschaft gewählt

Markus Hüttner **

Stv. Konzernbetriebsratsvorsitzender Stv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender

Stv. Betriebsratsvorsitzender Neutraubling

Oliver Grober**

Betriebsratsvorsitzender Werk Rosenheim

Dr. phil. Verena Di Pasquale** Stv. Vorsitzende des DGB Bayern

Thomas Hiltl** Betriebsratsvorsitzender Werk Nittenau

Die Mitglieder des Aufsichtsrats

Norman Kronseder

Land- und Forstwirt

* Bayerische Futtersaatbau GmbH

Prof. Dr. jur. Susanne Nonnast Professorin an der OTh Regensburg

Beate Eva Maria Pöpperl ** Freigestellte Betriebsrätin

Norbert Samhammer

Geschäftsführer Samhammer Holding GmbH

* Samhammer AG

Petra Schadeberg-Herrmann

Geschäftsführende Gesellschafterin Krombacher Brauerei

Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG, Krombacher Finance GmbH, Schawei GmbH, Diversum Holding GmbH & Co. KG

Jürgen Scholz**

1. Bevollmächtigter

IG-Metall Geschäftsstelle Regensburg

* Infineon Technologies AG

* Weitere Aufsichtsratsmandate gemäß § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG ** Von der Belegschaft gewählt

Hans-Jürgen Thaus

* Maschinenfabrik Reinhausen GmbH

Matthias Winkler

Geschäftsführender Gesellschafter der WW + KN Steuerberatungsgesellschaft mbH

Zur KRONES Aktie*

»Die Corona-Pandemie wirkte sich negativ auf die Investitionsbereitschaft der Kunden von Krones aus. Darunter litt auch unser Aktienkurs.«

Olaf Scholz

Leiter Investor Relations

" Aktienmärkte schließen 2020 trotz

Corona-Einbruch größtenteils positiv ab

"

Kurs der krones Aktie verzeichnet leichtes Minus von 2,1 %

Hohe Liquidität treibt internationale Aktienbörsen ins Plus

Das Börsenjahr 2020 war nahezu ausschließlich von der Corona-Pandemie geprägt. Dabei begann das Jahr vielversprechend. Die Aktienkurse zogen nach dem erfolgreichen Börsenjahr 2019 weiter an. Doch ab Mitte Februar übernahm die Corona-Pandemie die Regie an den Kapitalmärkten. Die Angst vor einem Zusammenbruch der Weltwirtschaſt schickte die Kurse bis Ende März ausnahmslos auf Talfahrt. Der DAX verlor innerhalb eines Monats fast 40 %.

Doch so schnell wie es bergab ging, erholten sich die Börsen auch wieder. Inves-toren spekulierten auf einen schnellen Wirtschaſtsaufschwung, der durch mas-sive Stützungsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken herbeigeführt werden sollte.

* Alle Angaben innerhalb »Zur KRONES Aktie« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Nachdem im dritten Quartal die Kurse eher seitwärts liefen, legten die Aktien-märkte im vierten Quartal einen Schlussspurt hin. Ausschlaggebend hierfür waren die guten Aussichten auf schnelle Zulassungen von Corona-Impfstoffen sowie die weiterhin hohe Liquiditätszufuhr durch die Notenbanken. Selbst die erneuten Lockdowns gegen Ende des Jahres 2020 konnten der positiven Stim-mung an den Märkten nichts anhaben, so dass viele Aktienmärkte das schwie-rige Börsenjahr 2020 mit einem Plus beendeten.

Der bekannteste deutsche Aktienindex DAX verbesserte sich im Berichtsjahr um 3,5 % auf 13.719 Punkte. Damit beendete der DAX das Jahr 2020 nur knapp unter seinem Allzeithoch von rund 13.800 Punkten, das er im Februar 2020 markierte. Nicht ganz so positiv entwickelte sich der Euro Stoxx 50. Der Index der 50 größ-ten Unternehmen aus der Eurozone verlor im Berichtszeitraum 5,1 %. Neue Rekordmarken erklomm hingegen der Dow-Jones-Index 2020. Das bekannteste US-Börsenbarometer kletterte um 7,2 %. Noch dynamischer war die Aufwärts-bewegung am japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-Index legte im Berichtsjahr um 16,0 % zu.

Den Kurseinbruch aufgrund der Corona-Krise konnte die Krones Aktie im Jahres-verlauf nicht mehr ganz auf-holen. Unser Papier ent-wickelte sich im Gesamtjahr 2020 schwächer als der von Online-Händlern getriebene sDAX.

krones Aktie hat Corona-Einbruch fast wettgemacht

Die KRONES Aktie startete mit Kursgewinnen in das Jahr 2020. Rückenwind bescherte die insgesamt freundliche Stimmung an den Aktienbörsen.

Den Höchstkurs 2020 erreichte unser Papier am 24. Januar bei 75,50 €. Bis Mitte Februar hielt sich die KRONES Aktie solide über der 70 Euro-Marke. Danach geriet unser Papier in den allgemeinen Abwärtsstrudel an den Börsen, der durch die welt-weite Covid-19-Pandemie ausgelöst wurde. Den Tiefstkurs des Berichtsjahres markierte die KRONES Aktie am 23. März bei 41,92 €, 37,9 % niedriger als zu Jah-resanfang. Von April bis Juni ging es dann wieder zügig Richtung 60 €, bevor das Papier im dritten Quartal wegen der zweiten Coronawelle unter Druck geriet und danach zwischen 50 € und 60 € pendelte.

Wertentwicklung der €'ƒ"…† Aktie im Vergleich zum †Š‹Œ Ž'Ž'

,

KRONES AktieSDAX indexiert

Mit der Veröffentlichung der 9-Monatszahlen Anfang November und dem Capital Market Day am 12. November ging es mit der KRONES Aktie wieder deut-lich nach oben. In den letzten beiden Monaten des Jahres legte die Aktie von knapp unter 50 € auf den Jahresendkurs von 66,05 € zu und notierte damit nur noch 2,1 % unter dem Jahresanfangskurs von 67,50 €. Inklusive der Dividende von 0,75 € erzielte die KRONES Aktie 2020 eine Performance von minus 0,9 %. Der SDAX, dem KRONES seit 2018 angehört, war auch 2020 mit einem Plus von 18,0 % wieder der Top-Performer der DAX-Familie. Dieser starke Anstieg wurde hauptsächlich von Online-Händlern wie Home24, Global Fashion Group und zooplus getrieben, die teilweise um mehrere hundert Prozent zulegten.

Kennzahlen der KRONES Aktie

Ergebnis je Aktie

Free Cashflow je Aktie

* gemäß Gewinnverwendungsvorschlag

zum 31.12.

2020

2019

2018

Ergebnis je Aktie

- 2,52

0,30

4,78

Eigenkapital je Aktie

37,98

43,36

45,36

Free Cashflow je Aktie

7,00

- 2,99

3,82

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des Jahresendkurses

-

225,0

14,1

Dividende je Aktie

0,06*

0,75

1,70

Höchstkurs

75,50

88,85

122,80

Tiefstkurs

41,92

47,46

66,10

Jahresschlusskurs

66,05

67,50

67,50

Langfristig wirft krones Aktie eine solide Rendite ab

In den vergangenen zehn Jahren stieg der Kurs der Krones Aktie jährlich um durchschnittlich 3,5 %, inclusive Dividenden ergibt sich ein Wertzuwachs von jährlich 5,1 %

In den vergangenen zehn Jahren, also von 2011 bis 2020, hat sich der Wert unserer Aktie um 41 % erhöht. Der durchschnittliche jährliche Kurs-gewinn der KRONES Papiere beträgt in dem Zehn-jahres-Zeitraum 3,5 % und liegt damit unter dem Wertzuwachs des SDAX-Kursindex (+8,7 %), also dem SDAX ohne Dividenden. Inklusive der Dividendenund der Annahme, dass die Dividende jeweils wieder in KRONES Aktien inves-tiert wurde, ergibt sich seit 2011 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5,1 %. Der vergleichbare SDAX-Performance-Index legte um 11,0 % jährlich zu.

KRONES AktieSDAX Kursindex

krones Aktie behauptet gute Stellung im sDAX

Die KRONES Aktie ist seit dem 29. Oktober 1984 an der Börse notiert und an allen deutschen Börsen handelbar. Unsere Papiere sind Inhaber-Stammak-tien ohne Nennwert. Jeder Titel hat auf der Haupt-versammlung des Unternehmens eine Stimme. Es gibt insgesamt 31.593.072 KRONES Aktien.

Die Krones Aktie zählte auch im Berichtsjahr zu den großen und umsatzstarken sDAX-Werten.

Unser Titel ist seit Mitte 2018 Mitglied im SDAX. Dies ist der Index der Deut-schen Börse, der die 70 Unternehmen enthält, die hinsichtlich Marktkapitali-sierung und Umsatz auf die Werte des MDAX folgen. Im Berichtsjahr belegte KRONES trotz der unterdurchschnittlichen Performance beim Börsenwert wie im Vorjahr Rang 25 innerhalb der SDAX-Unternehmen. Beim Handelsvolumen konnte die KRONES Aktie hingegen das hohe Niveau des Vorjahres nicht halten und rangierte zum Ende 2020 auf Rang 29 (Vorjahr: Rang 11).

Insgesamt wurden 2020 im Durchschnitt täglich rund 48.000 KRONES Aktien (Vorjahr: rund 71.000) auf XETRA und an der Frankfurter Börse gehandelt. Auch an den alternativen Handelsplattformen, auf denen hauptsächlich institutio-nelle Investoren ihre Orders abwickeln, wechselten 2020 weniger KRONES Aktien ihren Besitzer. Hier lag das Handelsvolumen im Durchschnitt täglich bei rund 65.000 Aktien (Vorjahr: rund 108.000).

Stammdaten der

Aktienanzahl

Wertpapierkennnummer

Aktie

-Kürzel

Aktienanzahl

.. ­

Wertpapierkennnummer

€

' €

-Kürzel

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur von KRONES blieb im Berichtsjahr nahezu unverändert. Die Familie Kronseder Konsortium GbR hielt zum 31. Dezember 2020 mit 52,2 % die Mehrheit an der KRONES AG. Die Familie will auch künſtig stabiler Mehrheitsaktionär bleiben. Der nicht dem Festbesitz zurechenbare Anteil, also der Streubesitz, lag Ende 2020 bei 47,8 %.

krones schüttet für 2020 gesetzliche Mindestdividende aus

Die langfristige Dividendenpolitik von KRONES sieht vor, 25 % bis 30 % des Konzernergebnisses an die Aktionäre auszuschütten. Aufgrund des negativen Ergebnisses werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 17. Mai 2021 vorschlagen, für das Geschäſtsjahr 2020 nur die gesetzliche Mindestdividende von 4 % des Grundkapitals, also insgesamt 1,9 Mio. € oder 6 Cent je Aktie, auszuschütten und den übrigen Bilanzgewinn des Geschäſts-jahres 2020 auf neue Rechnung vorzutragen.

*gemäß Gewinnverwendungsvorschlag

2

lAGEBERIchT DER KRONES AG

Grundlagen des Konzerns

KRONESaufeinenBlick ........................................................... 35

DasKRONESJahr2020 ........................................................... 38

Anlagen und Lifecycle Service - nur die Leistung zählt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

StrategieundSteuerungssystem ............................................. 45

ForschungundEntwicklung(f&E) ............................................ 53

Wirtschaftsbericht

WirtschaftlichesUmfeld ........................................................ 58

KRONESAGinZahlen .............................................................. 66

Mitarbeiter ......................................................................... 72

NachhaltigesWirtschaften ..................................................... 73

Risiko-undChancenbericht ...................................................... 74

NachAblaufdesGeschäftsjahres ............................................... 85

Prognosebericht ..................................................................... 86

Übernahmerelevante Angaben

(Berichtgemäߧ315aund§289ahGB) ..................................... 90

Abhängigkeitsbericht .............................................................. 93

Vergütungsbericht .................................................................. 94

Grundlagen des Konzerns KRONES auf einen Blick

KRONES auf einen Blick*

Geschäftsmodell, Geschäftsfelder und Organisationsstruktur

KRONES bietet Maschinen und Anlagen für die Abfüll- und Verpackungstechnik sowie für die Getränkeproduktion an. Darüber hinaus kom-plettieren innovative Digitalisierungs- und Intralogistik-Lösungen unsere Produktpalette. Kunden von KRONES sind Brauereien und Getränke-hersteller sowie Unternehmen aus der Nahrungs-mittel-, Chemie-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Wichtiger Bestandteil des Geschäſtsmodells von KRONES sind Service-Leistungen. Das Unternehmen unterhält rund um die Welt Servicezentren und -niederlassungen.

KRONES berichtet über zwei Segmente: »Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung« sowie »Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduk-tion/Prozesstechnik«. Das Segment »Maschinen und Anlagen für die Compact Class«, über das bis 2017 separat berichtet wurde, hat KRONES mit Wirkung zum 01.01.2018 dem Kernsegment »Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung« zugeordnet.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

Den Großteil des Umsatzes erwirtschaſtet KRONES mit Kunden aus der Getränkeindustrie. Der übrige Erlös stammt aus dem Non-Beverage-Bereich (Lebensmittel, Milch, Chemie, Pharma, Kosmetik).

KRONES ist stark exportorientiert und erzielt fast 90 % des Konzernumsatzes im Ausland. Die regionale Umsatzverteilung ist dabei insgesamt ausgewogen. In den reifen Industrieländern erwirt-schaſtete KRONES im Berichtszeitraum 49,8 %, auf den stark wachsenden Emerging Markets 50,2 % der Erlöse.

* Alle Angaben innerhalb »KRONES auf einen Blick« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Neben wenigen großen konzerngebundenen Unternehmen konkurriert KRONES mit einer Reihe von Firmen, die nur einzelne Produkte der Abfüll-und Verpackungstechnik anbieten. Unsere wich-tigsten Wettbewerber stammen hauptsächlich aus dem Euro-Raum. Chinesische Anbieter konkurrie-ren vor allem auf ihrem Heimatmarkt mit KRONES um Auſträge.

Gestützt auf unser weltweites Serviceangebot, mit dem wir unsere Kunden vor Ort schnell bedienen können, sieht sich KRONES als Full-Service-Anbieter im Wettbewerb gut positioniert.

2 | Lagebericht der Krones ag

3 | erKLärung zur

4 | jahresabschLuss

5 | anhang

Grundlagen des Konzerns

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

KRONES auf einen Blick

Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung

In dem mit Abstand größten Segment bietet KRONES Maschinen und Anlagen an, mit denen Kunden ihre Produkte abfüllen, etikettieren, verpacken und transportieren. Teil des Segments sind auch Maschinen und Anlagen, auf denen PET-Behälter hergestellt sowie gebrauchte Kunststoffflaschen zu lebensmittel-tauglichem Rezyklat verarbeitet werden (PET-Recycling).

Produktbehandlungs-technikEtikettiertechnikInspektionstechnikFülltechnikReinigungstechnik

Kunststofftechnik

Pack- und Palettiertechnik

TransporttechnikUmsatz in Mio. €

*inkl. Segment Maschinen und Anlagen für die Compact Class

2020

2019

EBITDA (Mio. €)

171,5

218,5

EBITDA-Marge (%)

6,1

6,7

2 | Lagebericht der Krones ag

3 | erKLärung zur

4 | jahresabschLuss

5 | anhang

Grundlagen des Konzerns

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

KRONES auf einen Blick

Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduktion/Prozesstechnik

In diesem Segment bietet KRONES Maschinen und Anlagen an, mit denen Bier, Softdrinks, Fruchtsäfte sowie Milch- und Milchmischgetränke hergestellt und behandelt werden. Darüber hinaus sind in dem Segment alle Digitalisierungsaktivitäten an-gesiedelt, die KRONES für die komplette Getränkeindustrie ent-wickelt. Das Intralogistikgeschäft unter dem Dach der Tochter SySTEm lOGISTIcS sowie das Komponentenangebot der Marke EVOGuARD gehören ebenfalls zum Segment »Getränke-produktion/Prozesstechnik«.

Sudhaus- und FiltrationstechnikDigitalisierungInformationstechnologieIntralogistik

Umsatz in Mio. €

,,,

,,

2020

2019

EBITDA (Mio. €)

- 38,3

8,8

EBITDA-Marge (%)

- 7,3

1,3

1. Quartal 2020*

Im ersten Quartal breitete sich das Coronavirus weltweit aus. KRONES ergriff schnell Maßnahmen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Das Un-ternehmen übernahm aber auch gesellschaſtliche Verantwortung. KRONES produzierte und spendete beispielsweise 400.000 PET-Flaschen und sorgte dafür, dass diese mit Desinfektionsmittel befüllt wurden. Die Flaschen gingen dann an verschiedene medizinische Einrichtungen.

Der Einfluss der Corona-Krise auf den Umsatz war im ersten Quartal 2020 noch begrenzt. Die Erlöse gingen im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 % auf 942,0 Mio. € zurück. Größer waren die Effekte auf den Auſtragseingang, der sich um 19,3 % auf 841,1 Mio. € verringerte. Auch wegen erster Erfolge der strukturellen Maßnahmen von KRONES erhöhte sich das EBITDA trotz des rückläufigen Umsatzes um 4,1 % auf 89,5 Mio. €.

An den Aktienbörsen löste die Corona-Krise im März heſtige Kurseinbrüche aus. Davon war auch unsere Aktie betroffen. Zu Beginn des Jahres ver-zeichnete die KRONES Aktie noch Kursgewinne. Am 24. Januar notierte sie bei 75,50 € und damit um 11,9 % höher als zu Jahresanfang. Bis Mitte Februar hielt sich unser Papier solide über der 70-Euro-Marke. Im März geriet KRONES in den allgemeinen Abwärtsstrudel an den Börsen. Ende des ersten Quartals 2020 stand die KRONES Aktie bei 48,78 €. Dies war um 27,7 % niedriger als zu Jahresbeginn. Der SDAX verlor im ersten Quartal 26,1 %.

* Alle Angaben innerhalb »Das KRONES Jahr 2020« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

2. Quartal 2020

Am 18. Mai fand in Neutraubling die Hauptver-sammlung von KRONES statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde die Veranstaltung erstmals rein virtuell abgehalten. Die Präsenz, also der Anteil des Kapitals am gesamten Grundkapital der Gesell-schaſt, das auf der Online- Hauptversammlung ver-treten war, lag bei rund 77 %. Die Aktionäre haben alle zur Abstimmung vorgelegten Tagesordnungs-punkte mit großer Mehrheit beschlossen. Für 2019 erhielten die Aktionäre eine Dividende von 0,75 €.

Wie erwartet beeinflussten die wirtschaſtlichen Fol-gen der Corona-Krise die Geschäſte von KRONES im zweiten Quartal stark. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 16,5 % auf 756,6 Mio. €. Die gesamt-wirtschaſtlichen Unwägbarkeiten lasteten auf der Investitionsbereitschaſt der Kunden. Im zweiten Quartal ging der Auſtragseingang um 38,2 % auf 616,2 Mio. € zurück. Die strukturellen Maßnahmen, die KRONES im 2. Halbjahr 2019 einleitete, wirkten sich positiv auf die Ertragskraſt aus. Das EBITDA ging weniger stark als der Umsatz von 30,9 Mio. € auf 29,0 Mio. € zurück.

Die Aktienbörsen erholten sich von April bis Juni 70,95 von ihren heſtigen Verlusten im ersten Quartal.

Massive Liquiditätshilfen der Notenbanken und um-fangreiche staatliche Konjunkturprogramme sorg-ten für den Umschwung. Der Kurs der KRONES Aktie legte im zweiten Quartal um 17,1 % auf 57,10 € zu.

3. Quartal 2020

Am 25. August wurden KRONES und seine Tochter DEKRON mit dem Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie »Nachhaltigkeit« ausgezeichnet. Prä-miert wurde eine Kunststoffflasche, die zu 100 % aus recyceltem PET besteht und mittels digitalem Direktdruck etikettiert ist. Die hierfür verwendete Tinte löst sich beim Recyclingprozess rückstandlos auf. Die Technologien zur Herstellung, Etikettie-rung und Wiederauereitung der Flasche sind be-reits als Serienprodukte bei KRONES und DEKRON verfügbar.

Im dritten Quartal stabilisierten sich die Geschäſte von KRONES. Der Umsatz verringerte sich zwar im Vergleich zum Vorjahr um 25,0 % auf 750,4 Mio. €, aber der Auſtragseingang belebte sich gegenüber dem schwachen zweiten Quartal deutlich. Mit 843,6 Mio. € lag der Wert der Bestellungen im drit-ten Quartal um 37 % höher als im Vorquartal. Zwar litt das EBITDA unter der coronabedingten Auslastungssituation, jedoch konnten Kostenein-sparungen den Ergebnisrückgang von 47,4 Mio. € im Vorjahr auf 28,8 Mio. € begrenzen. Im dritten Quartal schwankte der Kurs der KRONES Aktie nicht mehr ganz so stark wie im ersten Halbjahr. Der

KRONES Aktie bei 52,95 € und damit um 21,6 % nied-riger als zu Jahresanfang. Inklusive der Dividende betrug der Kursrückgang 20,4 %.

Gesamtmarkt lief von Juli bis September ebenfalls 55,45 insgesamt seitwärts. Ende des Quartals stand die

4. Quartal 2020

Nach der Erholung im dritten Quartal verbesserte sich die Auſtragslage von KRONES im vierten Quartal weiter. Von Oktober bis Dezember gingen Bestellun-gen im Wert von 1.006,1 Mio. € ein. Damit lag der Auſtragseingang um 10,6 % niedriger als im Vorjahr, aber um 19,3 % höher als im dritten Quartal 2020. KRONES erlöste im vierten Quartal von 873,7 Mio. € und erwirtschaſtete dabei ein EBITDA von minus 14,1 Mio. €. Bereinigt um Aufwendungen für struk-turelle Maßnahmen betrug das EBITDA 58 Mio. €.

KRONES verfolgt ehrgeizige Klimaziele. Ende 2020 verabschiedete das Unternehmen eine neue Klima-strategie. Sie beinhaltet unter anderem ein umfas-sendes Maßnahmenpaket zur Reduktion der kon-zernweiten Treibhausgas-Emissionen. KRONES will seine eigenen, betriebsbezogenen Emissionen (sog. Scope 1+2) zwischen 2019 und 2030 um 80 % verrin-gern. Analog dazu sollen die Emissionen in der vor-und nachgelagerten Wertschöpfungskette (sog. Scope 3) um 25 % sinken, wobei hier vor allem der CO2-Fußabdruck unserer Maschinen und Anlagen in ihrer Nutzungsphase beim Kunden im Fokus steht.

Mit der Veröffentlichung der 9-Monatszahlen An-fang November und dem Capital Market Day am 12. November ging es mit der KRONES Aktie wieder deutlich nach oben. Insgesamt legte der Kurs im vierten Quartal im Vergleich zu Ende September um knapp 25 % zu. Ende des Jahres notierte die Aktie bei 66,05 €. Damit notierte unser Papier nur noch um 2,1 % unter dem Jahresanfangskurs von 67,50 €.

1 | AN uNSERE AKTIONäRE

2 | KONzERNlAGEBERIchT

Grundlagen des Konzerns Anlagen und Lifecycle Service - nur die Leistung zählt

3 | CorporAte GovernAnCe

4 | konzernAbsChluss

Anlagen und Lifecycle Service - nur die Leistung zählt

KRONES liefert an die Getränke- und Liquid Food-Industrie komplette Fabriken. Mit unserem Know-how halten wir die Investitions- und Betriebskosten unserer Kunden niedrig. Ebenso wichtig ist, dass sie ihre Produkte sicher und in hoher Qualität herstellen können.

Wir liefern alle Maschinen und Anlagen, die nötig sind, um Getränke herzustellen, abzufüllen und zu verpacken. Wir kümmern uns auch um die komplette Logistik, um Ver- und Entsorgungseinrichtungen sowie maßgeschnei-derte IT- und Digitalisierungslösungen, die alle Abläufe innerhalb der Produktion steuern und dokumentieren.

5 | konzernAnhAnG

6 | Weitere informAtionen

Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden rund um die Uhr mit hochwertigen Serviceleistungen. Nur so ist ge-währleistet, dass die Getränkefabriken ihre Höchstleistung bringen. Die Lifecycle Service (lcS)-Experten von KRONES sind dabei nicht nur Dienstleister, sondern auch Partner der Kunden. Gemeinsam finden wir die Lösungen für eine effiziente, sichere und kostengünstige Produktion. Unsere lcS Mitarbeiter optimieren nicht nur Instandhaltung und Nachrüstung, sondern stehen dem Kunden auch mit quali-fizierter Beratung zur Seite - als Partner for Performance.

Anhand der beiden Schaubilder einer kompletten Getränkefabrik stellen wir unsere Leistungen kurz vor.

Grundlagen des Konzerns Anlagen und Lifecycle Service - nur die Leistung zählt

  • 1 Malzbereich

  • 2 Sudhaus

  • 3 Hefe-/Filterkeller

  • 4 Tankfarm

  • 5 Versorgungstechnik (Druckluft, Kälte, cO2-Rückgewinnung, )

  • 6 Versorgungstechnik (Dampfversorgung, BhKW, )

  • 7 Abfüll- und Verpackungstechnik

  • 8 Haupteinfahrt

  • 9 Verwaltung

Grundlagen des Konzerns Anlagen und Lifecycle Service - nur die Leistung zählt

Modulpal Pro: Beladen der PalettenAGV von SySTEm lOGISTIcS: fahrerloses TransportsystemVariopac Pro: Verpacken der Einwegbehälter

Flowliner: Vereinzeln der Behälter

Contiflow: Mischen und Karbonisieren des GetränksVarioFlash: Kurzzeiterhitzung des ProduktsVarioClean: cIP-Reinigung von Füller, Kurzzeiterhit-zungsanlage, Mixer, Rohr-leitungen und TanksErgoBloc L: Nassteilblock zum Streckblasen, Etikettieren, Füllen und Verschließen der Behälter

Checkmat: Kontrollieren der gefüllten und etiket-tierten PET-Behälter

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Strategie und Steuerungssystem*

»Krones hat zwei wichtige Aufgaben zu bewältigen: die derzeitige Krise meistern und gleichzeitig die Zukunft gestalten. Ich bin zuversicht-lich, dass wir mit den ein-geleiteten Maßnahmen die Zukunfts- und Wettbewerbs-fähigkeit von Krones sichern.«

Christoph Klenk Ceo

Die Welt hat sich durch die Covid-19-Pandemie extrem verändert. Nicht nur, dass die vielen Lock-downs für einen massiven Einbruch der wirtschaſt-lichen Tätigkeiten sorgten. Auch das Orderverhal-ten der Unternehmen sowie das Konsumverhalten der Endverbraucher haben sich durch die Pandemie maßgeblich verändert.

Von dieser sogenannten »Nach-Corona-Welt« ist auch KRONES betroffen und wird deshalb seineStrategie für die kommenden Jahre an die neuen Gegebenheiten anpassen. Hierfür hat das Unter-nehmen zwei Kernaufgaben zu bewältigen. Zu-nächst muss KRONES die aktuell noch schwierige wirtschaſtliche Situation bestmöglich meistern. Damit sichern wir unsere Zukunſt. Parallel hierzu werden wir nach vorne denken, um für die bevor-stehende Erholung unserer Märkte gewappnet zu sein. Mit Innovationen und Investitionen in Wachs-tum schaffen wir die Basis für eine erfolgreiche Zukunſt.

* Alle Angaben innerhalb »Strategie und Steuerungssystem« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Eines der wichtigsten Ergebnisse unserer im Herbst 2020 durchgeführte Kunden-befragung durch die Vorstandsmitglieder war: Nach einer Phase der Investitions-zurückhaltung wird die Getränke- und Lebensmittelbranche wieder auf Wachs-tumskurs schwenken. Mittel- und langfristig sprechen viele Megatrends für ein nachhaltiges Wachstum des Abfüll- und Verpackungsmarktes. Die Weltbevölke-rung wird weiter zulegen, die Mittelschicht in den aufstrebenden Ländern wach-sen sowie der Zuzug in die Städte (Urbanisierung) voranschreiten.

Kostensenkungsmaßnahmen wirken - und müssen weiter umgesetzt werden

Doch zunächst gilt es, die coronabedingte Nachfrageschwäche durch geeignete Maßnahmen abzufedern. Die Kunden gaben uns klar zu verstehen, dass ihre Investitionen in den Jahren 2021 und 2022 noch nicht das Niveau von 2019 er-reichen werden. Daher passen wir die Kapazitäten dem kurz- und mittelfristig niedrigeren Geschäſtsvolumen an.

Der im Herbst 2020 beschlossene Stellenabbau ist nur eine von vielen notwendi-gen Maßnahmen. Positiv ist, dass die im Vorjahr an dieser Stelle erläuterten Kos-tensenkungsmaßnahmen greifen. Diese werden wir weiter umsetzen. Hierzu zäh-len Strukturen und Abläufe zu vereinfachen, Produktionskosten zu optimieren, Materialkosten zu senken sowie unser Produktportfolio anzupassen. Im Berichts-jahr sind wir mit der Ausgliederung der Brauereiaktivitäten (STEINECKER) gut vor-angekommen und werden nun die Ertragskraſt dieses Bereichs im laufenden Jahr durch verschiedene Maßnahmen verbessern.

Zudem setzen wir weiterhin stark auf den Ausbau des globalen Wertschöpfungs-verbunds. So können wir regionale Ressourcen besser nutzen und sind weniger anfällig für protektionistische Handelsbeschränkungen.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Deutschland:

Hochheim/Main

Bodegraven Bolton London Louvain-la-Neuve Neutraubling Buttwil

Lyon Bacarena Madrid Castellon CasablancaBarcelona Viviers du Lac Zürich

Dakar

Fiorano Modenese Roverbella

Lagos

Luanda

KapstadtEngineering-

StandorteProduktions-standorte

-˜™š›œ Tochtergesellschaften und Repräsentanzen

Durch die starke Präsenz von Krones auf allen Kontinenten, kann das Un-ternehmen die Chancen für weiteres Wachstum und Kostenoptimierung besser nutzen. Zudem ist Krones durch die weltweite Präsenz weni-ger anfällig für protektionistische Handelspraktiken.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Die Produktion an unserem neuen Standort im ungarischen Debrecen ist 2020, coronabedingt mit ein paar Monaten Verzögerung, angelaufen. Das Werk wird, abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie, Mitte 2021 voll einsatzfähig sein und dieses Jahr zu positiven Kosteneffekten beitragen. Ab 2022 werden die jährlichen Kosteneinsparungen bei rund 20 Mio. € liegen.

Um Nachfrageschwankungen mittelfristig besser abfedern zu können, wird das Unternehmen die Fertigungstiefe verändern. Dadurch kann KRONES die Kosten stärker flexibilisieren und die internen Ressourcen auf die Kernkompetenzen fokussieren.

Alle diese Maßnahmen dienen dazu, die internationale Wettbewerbsfähigkeit von KRONES zu sichern. Die Kosteneinsparungen sind notwendig, damit wir für Zukunſtsinvestitionen sowie das weitere Wachstum ausreichend Spielraum haben.

Post-Covid-Ära bietet Wachstumschancen - klarer Fokus auf Kernkompetenzen

Die wirtschaſtlichen Beeinträchtigungen und Veränderungen durch das Coronavirus sind weltweit enorm. Aber das Schlimmste dürſte hinter uns liegen und das Leben sowie die Wirtschaſt werden sich nach der Pandemie wieder »normalisieren«.

Viele Experten erwarten, dass sich unser Markt bis 2025 kräſtig erholt. Profitie-ren wird er von den weiterhin intakten Megatrends in den Emerging Markets, aber auch von massiven Konjunkturprogrammen in den Industrieländern. Um die sich nach der Corona-Pandemie bietenden Chancen unseres Marktes best-möglich zu nutzen, werden wir uns künſtig noch stärker auf die Kernkompe-tenzen Vertrieb, Engineering, Endmontage, Life Cycle Service und Digitalisierung konzentrieren. Diese Kernkompetenzen wollen wir auch nutzen, um neue Märkte zu erschließen.

Digitalisierung wird sich beschleunigen

Vor allem im Bereich Digitalisierung, in dem mehr als 300 Soſtware-Ingenieure und IT-Spezialisten arbeiten, liegen erhebliche Chancen für KRONES. Bei allen digitalen Neuentwicklungen steht der Mehr-

Mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigen sich ausschließ-lich mit der Digitalisierung unserer Abfüll- und Ver-packungslinien.

wert unserer Produkte im Fokus. Die Kunden erwar-ten verstärkt, dass sie mit unseren Maschinen und Anlagen Betriebs- und Per-sonalkosten sparen. Hierbei spielt die Digitalisierung der Getränkefabrik eine bedeutende Rolle. Deshalb müssen unserer Abfüll- und Verpackungslinien intelligenter werden. So können wir die Verfügbarkeit unsere Anlagen weiter erhöhen und den Automatisierungsgrad stärken. Dies beinhaltet vorausschau-ende Wartung genauso wie schnelle Problemlösung. Ziel ist es, den Kunden digitale Tools und Services auf einer Plattform zur Verfügung zu stellen, mit der sich dann die komplette Linie steuern lässt, von der Mechanik über die Steuerungs- und Verfahrenstechnik mit den kompletten Produktionsdaten bis hin zu Soſtware-Lösungen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir unsere Investitionen in die Digitalisierung unserer Maschinen und Anlagen weiter ausbauen.

Intralogistik - wichtiger Baustein im krones Portfolio

Eine wichtige Säule im KRONES Portfolio ist die Intralogistik. Sie wird zum einen die Digitalisierung der Getränkefabrik beschleunigen, weil sie für einen optimalen Waren- und Datenstrom sorgt. Zum anderen wird der Intralogistik-Bereich von den Marktänderungen profitieren, die sich durch Covid-19 heraus-kristallisiert haben. Hierzu zählen kürzere Lieferzeiten, mehr Automatisierung sowie zunehmende Bestellungen über das Internet. KRONES ist mit SYSTEM LOGISTICS bestens für die sich ändernden Anforderungen der Kunden gerüstet. Wir werden den überdurchschnittlich wachsenden Bereich Intralogistik als strategisch wichtige Säule im »House of Krones« ausbauen und die Profitabilität weiter verbessern.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Nachhaltige pet-Lösungen sind wichtige Wachstumstreiber

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Kundenbefragung war, dass die Getränke-industrie das Plastikmüll-Problem aktiv lösen will. Kernbestandteil hierfür ist das Wiederverwerten von Kunststoffen, vor allem von PET. Neben den Vorgaben von staatlicher Seite - bis 2025 muss in der EU der Anteil von recyceltem PET (rPET) bei mindestens 25 % liegen - haben sich viele große Kunden intern ambi-tioniertere Ziele gesetzt. Sie wollen bis 2025 teilweise bereits 50 % rPET-Anteil verwenden. KRONES erwartet, dass bis 2030 weltweit im Durchschnitt der An-teil von rPET an PET-Verpackungen bei 50 % liegen wird. Hieraus ergeben sich Chancen, die wir nutzen werden.

KRONES bietet mit den verschiedenen Metapure Anlagen bereits seit vielen Jah-ren hochwertige Recycling-Lösungen, um aus alten Flaschen wieder neue her-zustellen (Bottle-to-Bottle-Recycling). Diesen im Konzern noch relativ kleinen Bereich will KRONES in den kommenden Jahren weiter ausbauen, um von der steigenden Nachfrage nach Recycling-Anlagen zu profitieren. Allerdings ist hier wegen der langen Projektvorlaufzeiten kurz- und mittelfristig nicht mit einem deutlichen Umsatzsprung zu rechnen.

Obwohl rPET, chemisch betrachtet, identisch mit dem originären PET ist, gibt es in der Verarbeitung Unterschiede. KRONES besitzt umfassendes Know-how über den kompletten Herstellungs- und Verarbeitungsprozess von Kunststoehäl-tern aus rPET. KRONES wird seine Kunden dabei unterstützen, ihre Produktions-linien für die kommende Kreislaufwirtschaſt umzurüsten. Zudem werden bis 2025 alle neuen PET-Abfüllanlagen von KRONES in der Lage sein, bis zu 100 % rPET zu verarbeiten.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Co2-Reduzierung klares Ziel der krones Kunden

Neben dem ressourcenschonenden Storeislauf von PET ist auch die CO2-Reduzierung eine wichtige Anforderung unserer Kunden. KRONES hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, dass der CO2-Fußabdruck der produzierten Ma-schinen und Anlagen von 2019 bis 2030 in der vor- und nachgelagerten Wert-schöpfungskette beim Kunden um 25 % sinken wird (sog. Scope 3). Wir verfügen über die besten Voraussetzungen, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Be-reits 2008 startete KRONES das Nachhaltigkeitsprogramm enviro, das die Scho-nung von Ressourcen und Erhöhung der Energieeffizienz von Maschinen und Anlagen im Fokus hat. Mit enviro war KRONES seiner Zeit voraus und ist jetzt in einer sehr guten Position. Weitere Informationen zu unseren Nachhaltigkeits-Anstrengungen sind im F&E-Teil auf S. 54 und 55 zu finden. Darüber hinaus haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere eigenen CO2-Emissionen (sog. Scope 1+2) bis 2030 um 80 % zu reduzieren.

Internationalisierung steigert Kundenzufriedenheit und senkt Risiken

Die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Reisebeschränkungen zeigen, wie wichtig die Präsenz für KRONES in den Regionen weltweit ist. Aber auch die zunehmenden Handelskonflikte untermauern unser Bestreben, die weltweiten Produktions-, Vertriebs- und vor allem Service-Standorte auszubauen. Insbe-sondere die stark wachsenden Regionen Afrika und Asien spielen hierbei eine bedeutende Rolle. In diesen aufstrebenden Märkten wird KRONES weiterhin die Mitarbeiterzahl und die Präsenz vor Ort erhöhen. Je näher KRONES mit seinen Mitarbeitern an den Kunden ist, desto schneller können deren Anforderungen erfüllt und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden.

Absatzpreise sollten sich mittelfristig wieder erholen

Bedingt durch die Corona-Krise und der damit einhergehenden Nachfrage-schwäche, lastete im Berichtsjahr Druck auf den Absatzpreisen. KRONES legte das Augenmerk darauf, eine gute Balance zwischen Auslastung und Preisqua-lität zu finden. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen aufgrund der prognostizierten leicht anziehenden Nachfrage mit stabilen Preisen gegenüber 2020. In den Folgejahren sollte sich das höhere Marktwachstum in steigenden Preisen widerspiegeln.

Innovationen sichern Zukunft des Unternehmens

Die Preisqualität dauerhaſt unterstützen werden auch Innovationen. Sie müs-sen dem Kunden deutlichen und messbaren Mehrwert bieten, bezüglich Kos-ten, Flexibilität, Umweltverträglichkeit sowie Produkt- und Produktionssicherheit. Ein Beispiel hierfür sind Anlagen, die die Nachhaltigkeit von Verpackungen steigern. Je größer der Nutzen für den Kunden, desto eher ist er bereit, höhere Preise zu akzeptieren. Vor allem auf dem Gebiet der Digitalisierung lassen sich künſtig erhebliche Wertschöpfungspotenziale heben. Eine Auswahl an Inno-vationen des Berichtsjahres stellen wir auf den Seiten 56 und 57 vor.

Mitarbeiter sind entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg

Der Schritt, mehrere Hundert Stellen abzubauen, fiel weder Vorstand noch Aufsichtsrat leicht. Vor allem, weil unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gute Arbeit leisten, seit vielen Jahren und Jahrzehn-

Krones hat im Berichtsjahr die Personalkapazitäten, der deutlich gesunkenen Nachfrage angepasst.

ten. Dennoch mussten wir unsere Personalkapazitäten anpassen, um die Zukunſt des Unternehmens nicht zu gefährden. Diese Maßnahmen mindern aber keineswegs die Wertschätzung unserer Belegschaſt. Der Vorstand weiß um die enorme Bedeutung der Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens. Sie sorgen dafür, dass die Kunden mit den Produkten und Services von KRONES zufrieden sind.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-systemMitarbeiterentwicklung in den Emerging Markets 2016 - 2020

Jahr

Südamerika

Afrika

Asien/ Pazifik

GuS/ Osteuropa

China

Gesamt

2016

549

386

602

155

508

2.200

2017

581

393

734

398

608

2.714

2018

637

452

830

507

716

3.142

2019

782

671

1.009

933

792

4.187

2020

778

639

974

922

742

4.055

Wir brauchen auch in Zukunſt motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter. KRONES wird weiterhin überdurchschnittlich in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investieren. Sie bleiben die Säulen für unser Wissen von morgen und die Zukunſtsfähigkeit von KRONES.

Stabile Finanz- und Kapitalstruktur

In Krisensituationen ist es extrem wichtig, über genügend Liquidität zu ver-fügen. Das war bei KRONES auch im schwierigen Jahr 2020 der Fall. Das Unter-nehmen hatte nahezu über das ganze Jahr Liquiditätsreserven von rund

1 Mrd. €. So war der Konzern jederzeit handlungsfähig und besaß genug Reser-ven, um eine längere Durststrecke durchzustehen. Zum Jahresende 2020 konnte KRONES sogar eine Netto-Cash-Position von rund 185 Mio. ausweisen. Gemeinsam mit einer sehr soliden Eigenkapitalquote von 39,4 % ergibt sich eine stabile Finanz- und Kapitalstruktur. Diese gibt dem Unternehmen ausrei-chend finanziellen Spielraum, um Wachstums- und Zukunſtsinvestitionen zu tätigen sowie die Anteilseigner über Dividendenausschüttungen am Unterneh-menserfolg zu beteiligen. Die Dividendenstrategie von KRONES sieht vor, dass wir 25 bis 30 % des erzielten Gewinns an die Anteilseigner ausschütten.

Starker Fokus auf Working Capital und Free Cashflow

KRONES erwirtschaſtete im Berichtsjahr mit plus 221,3 Mio. € einen hohen Free Cashflow. Angesichts des schwierigen Jahres 2020 ist das eine positive Entwick-lung. Wir werden künſtig den Free Cashflow weiter verbessern, um unsere Kapitalbasis und die Eigenfinanzierungskraſt zu stärken.

Wichtigste Stellschraube hierfür ist ein niedrigeres Working Capital. 2020 lag das durchschnittliche Working Capital der vergangenen vier Quartale im Verhältnis zum Umsatz bei 28,3 % und damit deut-lich von unserer mittelfristigen Zielgröße von 24

Krones will das Working Capital in den kommenden Jahren im Vergleich zum Umsatz deutlich verringern und so den Free Cashflow verbessern.

bis 26 % entfernt. Je weniger Mittel im Working Capital gebunden sind, desto mehr Kapital steht zur Verfügung. Jeder Prozentpunkt, um den wir diese Kenn-zahl drücken, erhöht unseren Free Cashflow und damit die frei verfügbaren Mittel um rund 35 Mio. €.

Das Working Capital wird vor allem vom hohen Bestand an Kundenforderun-gen belastet. Um diesen zu verringern, will KRONES mitunter die Zeitspanne von der Auslieferung bis zur Rechnungsstellung verkürzen. Hierfür wird die Fertigstellung in der Außenmontage und die Abnahme vor Ort schneller erfol-gen. Durch eine Vielzahl weiterer Maßnahmen sollen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in den kommenden Jahren unterdurchschnittlich zum Umsatz entwickeln. Durch eine Zentralisierung des Vorrats-Managements sowie durch das im 4. Quartal 2020 eingeführte »Supplier Financing Program« für unsere Lieferanten werden sich weitere positive Effekte auf das Working Capital ergeben.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Investitionen werden sich auf niedrigerem Niveau einpendeln

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf den Free Cashflow sind die Investitio-nen in Sachanlagen. In den Jahren 2018 (3,2 % des Umsatzes) und 2019 (2,7 %) hatte KRONES stark in den Ausbau des Global Footprint investiert. Im Berichts-jahr lagen sie bei sehr niedrigen 1,7 % des Umsatzes. In den kommenden Jahren werden sich die Investitionen in einem Korridor zwischen 2 % und 3 % des Um-satzes einpendeln. Akquisitionen sind aktuell nicht geplant. Falls sich attrak-tive Akquisitionschancen ergäben, sind wir allerdings jederzeit handlungsfähig.

Mittelfristige Ziele sollen bis 2023 erreicht werden

KRONES hat trotz der Corona-Krise seine ambitionierten mittelfristigen Finanz-ziele nicht aus den Augen verloren und aufrechterhalten. Um die Chancen un-seres Marktes zu nutzen und genügend Spielraum für Investitionen zu haben, wollen wir folgendes erreichen:

  • " 2 bis 5 % durchschnittliches organisches Umsatzwachstum pro Jahr

  • " 9 bis 12 % EBITDA-Marge (entspricht einer EBT-Marge von 6 bis 8 %)

  • " 24 bis 26 % bei der Kennzahl Working Capital im Verhältnis zum Umsatz

Mittelfristige Ziele

Umsatzwachstum

- %

-Marge

-

%

Working Capital/Umsatz

€ - ' %

Bei der dritten Zielgröße hat KRONES eine leichte Anpassung nach oben vorge-nommen. Bislang lag das Ziel für die Kennzahl Working Capital im Verhältnis zum Umsatz bei 22 - 24 %.

Der Zeitrahmen, in dem die Ziele erreicht werden sollen, hat sich durch die Covid-19-Pandemie nach hinten verschoben. Vorausgesetzt es gibt keine neuen wirtschaſtlichen, gesundheitlichen und politischen Krisen, strebt KRONES an, die Ziele bis 2023 zu erreichen.

Grundlagen des Konzerns Strategie und Steuerungs-system

Das Steuerungssystem von krones

Das Management von KRONES steuert den Konzern und die zwei Segmente vorrangig anhand folgender finanzieller Leistungsindikatoren:

  • " Umsatzwachstum

  • " EBITDA-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz)

  • " Working Capital im Verhältnis zum Umsatz

Um unsere Marktposition zu festigen und Größenvorteile zu nutzen, streben wir mittelfristig weiteres Umsatzwachstum an.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (eBITDA) ist eine wichtige Ertragskennziffer. Die Profitabilität, gemessen an der eBITDA-Marge (Ergeb-nis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz) ist eine der zentralen Ziel- und Messgrößen. Sie gibt an, wie hoch die Ertragskraſt des Unternehmens bezogen auf den Umsatz ist, unabhängig von Steuerquote, Finanzergebnis und den Abschreibungsmodalitäten. Für den Konzern ermit-teln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der zwei Segmente.

Unsere dritte Steuerungsgröße ist das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, die auf Konzernebene ermittelt wird. Das Working Capital, also das betriebsnotwendige Kapital, errechnet sich wie folgt: (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + Vertragsvermögenswerte) - (Verbindlich-keiten aus Lieferungen und Leistungen + Vertragsverbindlichkeiten). Diese Kennzahl gibt an, wie viel kurzfristiges Betriebsvermögen eingesetzt werden muss, um Umsatz zu generieren. Je niedriger diese Kennzahl, um so weniger Kapital ist gebunden und um so mehr finanzieller Spielraum besteht für eine anderweitige Verwendung der liquiden Mittel.

Weitere wichtige Finanzkennzahlen

Zusätzlich zu den oben aufgeführten Steuerungsgrößen ist für KRONES der Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäſtstätigkeit abzüglich Cash-flow aus der Investitionstätigkeit) eine wichtige Kennzahl. Zudem orientieren wir uns weiterhin am eBT, dem Ergebnis vor Steuern, und am roce (Return on Capital Employed), der sich aus dem Verhältnis von EBIT zur durchschnittlichen Nettokapitalbindung errechnet.

Grundlagen des Konzerns Forschung und Entwicklung (f&E)

Forschung und Entwicklung (F&E)*

  • " Trotz Corona-Krise 5,0 % des Umsatzes in f&e investiert

  • " Kundenbefragung bestätigt krones f&e-Strategie

  • " Nachhaltigkeit und Klimaschutz rücken verstärkt in den Fokus

  • " Digitalisierung der Getränkefabrik eröffnet große Chancen

In wirtschaſtlich schwierigen Zeiten stehen Kosteneinsparungen meist ganz oben auf der Unternehmensagenda - auch bei KRONES. Ausgaben für Forschung & Entwicklung betrachten wir in unserem Unternehmen allerdings weniger als Kostenblock, sondern als Investition in die Zukunſt von KRONES. Das lässt sich am besten daran erkennen, dass wir auch in dem extrem heraus-fordernden Jahr 2020 mit 168 Mio. € (Vorjahr: 195 Mio. €) 5,0 % des Konzern-

Krones investierte 2020 5,0 % des Konzern-umsatzes in Forschung und Entwicklung.

umsatzes (Vorjahr: 4,9 %) in Forschung und Entwick-lung investierten. Hiervon wurden im Berichtsjahr 23,7 Mio. € (Vorjahr: 32,5 Mio. €) als Entwicklungskosten aktiviert.

Erteilte Patente und GebrauchsmusterKonzern

Auch im Anstieg der erteilten Patente und Gebrauchsmuster auf 6.108 (Vorjahr: 5.877) zum Jahresende 2020 spiegelt sich die Innovationskraſt von KRONES wider. Rund 2.300 hoch qualifizierte Mitarbeiter arbeiteten im Berichtsjahr bei KRONES an der Neu- und Weiterentwicklung von Maschinen, Anlagen und Dienstleistungen. Bei allen Innovationen steht der Kundennutzen ganz klar im Fokus. Neue Produkte und Services müssen beim Kunden Mehrwert schaffen und Investitionsanreize liefern. Je höher die Einsparung beim Kunden, umso besser sind die erzielbaren Preise für KRONES.

Grundsätzliche Anforderungen der Kunden haben auch nach Covid-19 Bestand

Eine umfangreiche Kundenbefragung, die der KRONES Vorstand im Herbst 2020 durchführte, bestätigte die F&E-Strategie von KRONES. Im Fokus der Getränkeindustrie stehen weiterhin die Themen Kosten, Flexibilität, Digitalisie-rung und Nachhaltigkeit. Bei den Kosten rücken seit Corona die Betriebskosten wieder stärker in den Fokus, nachdem sich die Unternehmen wegen der wirt-schaſtlichen Unsicherheiten mit größeren Neu-Investitionen kurzfristig zu-rückhalten werden. Zudem hat die Covid-Pandemie den Automatisierungs-bedarf in der Getränkefabrik verstärkt.

Digitalisierung - eine große Chance für krones

Die Covid-19-Pandemie hat und wird den Trend zur Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen deutlich beschleunigen - auch in der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Das hat unsere Kundenbefragung bestätigt. Höhere Automatisierung und dadurch weniger Personal in der Getränkefabrik sind ein wichtiges Ziel der Kunden. Deshalb wird KRONES im Bereich Digitalisierung weiterhin stark investieren.

* Alle Angaben innerhalb »Forschung und Entwicklung (f&E)« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Grundlagen des Konzerns Forschung und Entwicklung (f&E)

Unsere Soſtware-Ingenieure und IT-Spezialisten arbeiten an digitalen Lösun-gen, die beim Kunden messbaren Mehrwert schaffen. Hierzu zählt beispiels-weise unsere Connected Line, mit der wir die Maschinen und Anlagen für die Getränkeabfüllung komplett digitalisieren, von der smarten Inbetriebnahme bis hin zur Fernwartung (Remote Support) via Internet aus dem Servicecenter.

Bei der Digitalisierung liegt der Fokus von KRONES vor allem auf den Abfüll-und Verpackungslinien. Wir wollen unseren Kunden damit maximale Opti-mierungspotenziale und Kosteneinsparungen in der Produktion bieten.

Dafür schaffen wir in einem ersten Schritt im sogenannten KRONES Ecosystem die Grundlagen, alle Maschinen einer Anlage digital einzubinden und Maschi-nendaten zu sammeln sowie auszuwerten. Mit Hilfe von künstlicher Intelli-genz werden aus den erhaltenen Daten die notwendigen Ableitungen gezogen. Dies wiederum ermöglicht die Entwicklungen neuer digitaler Dienste, die den Betreibern von KRONES Anlagen dann auf Share2Act, einer konzerneigenen IIoT(Industrial Internet of Things)-Plattform, zur Verfügung gestellt werden. Über Service Level Agreements können die Anlagenbetreiber zukünſtig indi-viduell passende Soſtwarepakete erhalten.

Von den durchgängigen Daten und Auswertungen profitieren nicht nur unsere Kunden. Auch KRONES kann diese Funktionen bereits bei der Installation der Anlagen nutzen. Dadurch verkürzt sich zum einen die Inbetriebnahme vor Ort zeitlich und zum anderen kann das Servicepersonal auf der Baustelle reduziert werden, da die Daten und Funktionen die Inbetriebnahme nicht nur beschleu-nigen, sondern auch vereinfachen. Zudem ist durch die digitale Anbindung der Anlagen eine Unterstützung aus den KRONES Werken in der Ferne möglich. Positiv wirken sich diese Funktionen auch auf den Service für Wartung und Instandhaltung sowie Störungsbehebungen der Anlage aus: Produktionsstill-stände werden weitgehend vermieden.

Wenn die Anlagen unserer Kunden im KRONES Ecosystem eingebunden sind, können diese in einem zweiten Schritt direkt über die IIoT-Plattform gesteuert und ausgewertet werden.

Digitalisierung bedeutet aber nicht nur Vernetzung. So verbessert KRONES auch durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) die Performance bestehender Anlagen. Mit der neuen Flaschen-Inspektionsmaschine Linatronic AI lässt sich beispielsweise die Anzahl der fälschlicherweise aussortierten Flaschen mit einer KI-basierten Lernsoſtware deutlich reduzieren (siehe Seite 56).

Werttreiber der f&e-Strategie von krones

KRONES hat aufgrund vieler Gespräche mit den Kunden vier Bereiche festgelegt, in denen wir mit innovativen Produkten und Services in der Getränke- und Lebensmittelindustrie nachhaltig Mehrwert schaffen können. Die vier Wert-treiber der F&E-Strategie von KRONES sind:

  • " Produkt- und Produktionssicherheit

  • " Kosteneffizienz

  • " Flexibilität

  • " Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden immer wichtiger

Die Kundenbefragung hat auch gezeigt, dass die Kunden mittel- und langfristig weiterhin einen klaren Plan verfolgen, in dem vor allem Klima- und Umwelt-schutz erheblich an Bedeutung gewonnen haben. Viele der großen Kunden ha-ben sich ehrgeizige Klimaziele für die kommenden fünf bis zehn Jahre gesetzt. Da sie aber weiterhin die Vorteile von PET-Verpackungen (Gewicht, Stabilität, Flexibilität, Kosten) nutzen wollen, liegt der Fokus der Kunden auf der zuneh-menden Verwendung von recyceltem PET. KRONES forciert schon seit Jahren die Entwicklung von nachhaltigen Verpackungslösungen und Recycling.

Grundlagen des Konzerns Forschung und Entwicklung (f&E)

Sortenrein getrennt lässt sich PET nahezu unendlich oſt wiederverwerten. KRONES bietet hierfür mit den verschiedenen Metapure Anlagen hochwertige Recycling-Lösungen, um aus alten Flaschen wieder neue herzustellen (Bottle-to-Bottle-Recycling). KRONES wird weiterhin stark in die Recycling-Technologie, nicht nur für PET, sondern auch andere Kunststoffe, investieren, um den Kun-den nachhaltige und wirtschaſtlich attraktive Verpackungslösungen anbieten zu können.

enviro senkt den Ressourceneinsatz beim Kunden

Das bereits 2008 gestartete Nachhaltigkeitsprogramm enviro ist ebenfalls ein Kernstück der auf Nachhaltigkeit ausgelegten F&E-Strategie. Ziel von enviro ist es, die Energie- und Medienverbräuche unserer Maschinen und Anlagen zu senken. enviro ist fester Bestandteil des Produktentwicklungsprozesses bei KRONES. Dadurch sind alle neuen KRONES Maschinen und Anlagen überdurch-schnittlich effizient und umweltfreundlich.

Das enviro Programm treibt die Energieeffizienz der KRONES Produkte seit Jahren systematisch voran und hat bei den Kunden bereits zu erheblichen Ein-sparungen geführt. Dennoch hat sich KRONES das ambitionierte Ziel gesetzt, durch die Ökoeffizienz der produzierten Maschinen und Anlagen von 2020 bis 2030 den Verbrauch an Energie beim Kunden nochmals um 25 % zu senken.

2020 erhielt KRONES von der international anerkannten Nachhaltigkeits(CSR)-Plattform EcoVadis die Goldmedaille, nachdem das Unternehmen beim Ranking weltweit unter den besten zwei Prozent seiner Branche war.

Flexibilität und Qualität zeichnen krones Produkte aus

Neue Produkte sollen dem Kunden auch hohe Flexibilität einräumen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Getränkesorten, Verpackungsarten und -for-men muss schnell und unkompliziert vonstatten gehen. So können die Kunden besser auf die sich schneller ändernden Kundenwünsche reagieren und auch kleinere Losgrößen profitabel produzieren. In der Konzeptstudie »Bottling on demand« konnte KRONES zeigen, dass mit dieser Pilot-Anlage theoretisch sogar eine Losgröße 1 produziert werden könnte. Innovationen von KRONES müssen auch so konzipiert sein, dass sie problemlos aufrüst- und erweiterbar sind, auch mit Produkten von Drittanbietern.

Bei der Produkt- und Produktionssicherheit steht KRONES für Qualität. Dies zeigt sich besonders bei Produkten für die sensible aseptische Abfüllung, wo höchste Anforderungen an Hygiene und Zuverlässigkeit aufeinandertreffen. Ein Beispiel hierfür ist der Contipure AseptBloc DN (siehe Seite 57), mit dem sich hochsensible Getränke absolut keimfrei abfüllen lassen. Mit ihm erfüllt KRONES sogar die strengen Vorgaben der amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA. Im Bereich Aseptik will KRONES seine Technologieführerschaſt bei PET ausbauen.

Portfolio für Glas und Dosen erweitern

Um den langfristig zu erwartenden Nachfragerückgang für PET-Verpackungen auszugleichen, forscht KRONES nicht nur an neuartigen Verpackungsmateria-lien, sondern erweitert auch das Portfolio für Glas und Dose mit Innovationen. Ein Beispiel hierfür ist das Upgrade des Dosenfüller Modulfill Bloc FS-C um ein spezielles Hygienekonzept (siehe Seite 57), bei dem sich KRONES seine Erfah-rung aus der aseptischen Abfüllung von PET-Behältern zu Nutze macht. KRONES wird auch zukünſtig auf die Verpackungsarten Glas und Dose setzen und diese Bereiche mit Innovationen stärken.

Grundlagen des Konzerns Forschung und Entwicklung (f&E)

Eine Auswahl unserer Innovationen

LitePac Top - eine nachhaltige Lösung für Dosengebinde

Dosengebinde werden oſt mit Kunststoff-Ringen oder Schrumpffolien zusam-mengehalten. Eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative bietet KRONES mit LitePac Top. Diese klebstofffreie Kartonverpackung wird aus nach-wachsenden Rohstoffen hergestellt und lässt sich nach Gebrauch problemlos recyceln. Die Anwendung von LitePac Top ist so einfach wie effektiv. Der Karton wird unterhalb des Dosenfalzes angebracht und hält das Dosengebinde da-durch stabil in Form. An Griffmulden lässt sich das Gebinde bequem greifen und tragen.

Zum Entnehmen einer einzelnen Dose wird diese einfach senkrecht nach oben gezogen. Der Karton muss hierzu nicht aufgerissen werden. Mit der variablen Verpackungsmaschine Varioline bietet KRONES die passende Technik zur Verar-beitung von LitePac Top an. Das nachhaltige Verpackungskonzept eignet sich auch für PET-Einwegflaschen.

Linatronic Ai - mit künstlicher Intelligenz gegen Materialverschwendung

Inspektionsmaschinen für Leerflaschen arbeiten zwar schon relativ genau. Dennoch werden sicherheitshalber oſtmals Flaschen als fehlerhaſt aussortiert, obwohl keine Beschädigungen oder Verschmutzungen vorliegen. Meist sind es nur Wassertropfen oder Schaumreste, die an der Flasche hängenbleiben. Um das »Auge« der Inspektionsmaschine Linatronic noch besser zu schulen, setzt KRONES auf künstliche Intelligenz.

Hierfür wurde die Maschine und ihre Soſtware mit tausenden Beispielbildern so lange trainiert, bis sie alle relevanten Bildmerkmale erkennen und inter-pretieren konnte. Dadurch kann die Linatronic AI Wassertropfen von anderen Anomalien an der Flasche mit einer Zuverlässigkeit von mehr als 99,9 % unter-scheiden und die Materialverschwendung erheblich verringern.

Grundlagen des Konzerns Forschung und Entwicklung (f&E)

Modulfill Bloc fs-C - neuer Hygienestandard für Dosen

Contipure AseptBloc Dn - besser als der Industriestandard

Bei Anlagen für die aseptische Abfüllung sensibler Getränke wie Tees und Säſte in PET-Behälter nimmt KRONES seit jeher eine führende Position ein. Um der steigenden Nachfrage der Kunden nach aseptischer Abfüllung für Dosen nach-zukommen, entwickelte KRONES für den Modulfill Bloc FS-C ein maßgeschnei-dertes Hygienekonzept. Durch einen Überdruck im Füller wird verhindert, dass verkeimte Umgebungsluſt in den direkten Abfüllbereich eindringt und mit dem Produkt in Kontakt kommt.

Darüber hinaus sinkt durch das neue Hygienekonzept der Platzbedarf für den Dosen-Block um 35 % gegenüber Anlagen, die mit einem freistehenden Maschi-nenschutz ausgestattet sind. Aufgrund des möglichst kleinen und geschlosse-nen Bereichs zum Abfüllen und Verschließen, verringern sich zudem die Reini-gungszeiten sowie die benötigte Menge an Luſt, Reinigungsmittel und Filter.

Mit dem Contipure AseptBloc DN, der aus einem Preform-Entkeimungsmodul sowie aseptischer Blasmaschine, Füller und Verschließer besteht, lassen sich sensible Getränke wie Fruchtsäſte und Milch mikrobiologisch sicher abfüllen.

Der Contipure AseptBloc DN ist sowohl von der US-amerikanischen Gesund-heitsbehörde FDA als auch von dem unabhängigen Institut 3-A Sanitary Standard zertifiziert. Das 3-A-Zertifikat ist für den nordamerikanischen Markt extrem wichtig, um dort Milchprodukte in der Kühlkette abfüllen zu dürfen.

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

Wirtschaftliches Umfeld*

  • " Weltwirtschaft brach 2020 wegen Corona-Pandemie um 3,5 % ein

  • " Extrem herausfordernde Bedingungen für den deutschen Maschinenbau

  • " Weltweite Nachfrage nach abgepackten Getränken leicht rückläufig

Weltwirtschaft leidet unter Corona - aber nicht so heftig wie erwartet

Die globale Konjunktur war 2020 stark von der Corona-Pandemie belastet. Vor allem im ersten Halbjahr führten die strikten Lockdowns weltweit zu einem massiven Einbruch der Wirtschaſtstätigkeit. Gemäß den Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Januar 2021 fiel das globale Brutto-inlandsprodukt (BIP) 2020 um 3,5 % (2019: plus 2,8 %). Zur Jahresmitte lag die IWF-Prognose noch bei minus 4,9 %. Die dynamische Erholung im zweiten Halbjahr ließ den Rückgang gegenüber dem Vorjahr abschmelzen.

Euro-Raum

JapanChinaIndienLatein-amerikaNaher Osten Zentral-AsienSub-Sahara

Afrika

* Alle Angaben innerhalb »Wirtschaftliches Umfeld« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Überdurchschnittlich stark verlangsamte sich die Konjunktur 2020 in den reifen Industriestaaten. Hier ging die Wirtschaſtsleistung insgesamt um 4,9 % zurück (Vorjahr: plus 1,6 %). Vor allem innerhalb der Eurozone litt die Konjunk-tur an den Folgen der Covid-19-Pandemie. Im gemeinsamen Währungsraum fiel das BIP 2020 um 7,2 % nach einem Plus von 1,3 % im Vorjahr. Relativ gut durch die Krise kam die weltweit größte Volkswirtschaſt USA. Dort ging im Be-richtszeitraum das BIP »nur« um 3,4 % zurück (Vorjahr: plus 2,2 %). In Japan ver-ringerte sich die Wirtschaſtsleistung 2020 um 5,1 % (Vorjahr: plus 0,3 %).

Weniger stark brach im Berichtszeitraum die Konjunktur in den Schwellen-und Entwicklungsländern ein. Dort fiel das BIP 2020 um 2,4 % (2019: plus 3,6 %). Laut IWF-Experten liegt das vor allem an der positiven Entwicklung in China. Die Wirtschaſt im Reich der Mitte erholte sich von dem Einbruch im ersten und zweiten Quartal im weiteren Jahresverlauf am stärksten. Dadurch ist China 2020 die einzige große Wirtschaſtsnation, die mit plus 2,3 % (Vorjahr: plus 6,0 %) ein Wachstum verzeichnen konnte. Der Hauptgrund hierfür ist, dass das bevölkerungsreichste Land die Pandemie schnell in den Griff bekam. In Indien war dies nicht der Fall. Deshalb litt dort die Wirtschaſt stark unter der Corona-Krise und das BIP brach um 8,0 % (Vorjahr: plus 4,2 %) ein. Die Länder Latein-amerikas wurden ebenfalls stark von der Covid-19-Pandemie getroffen. Die Wirtschaſtsleistung in dieser Region verringerte sich um 7,4 % (Vorjahr: plus 0,2 %). Im Raum Naher Osten/Zentralasien betrug der BIP-Rückgang im Berichtsjahr 3,2 % (Vorjahr: plus 1,4 %). Die Wirtschaſtstätigkeit in der Region Sub-Sahara Afrika war ebenfalls rückläufig. Dort verringerte sich das BIP 2020 um 2,6 % (Vorjahr: plus 3,2 %).

Deutsche Wirtschaft schrumpft 2020 um 4,9 %

Im europäischen Vergleich (Euro-Raum: minus 7,2 %) hat sich die Volkswirt-schaſt in Deutschland im Berichtsjahr noch einigermaßen behaupten können. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes fiel das deutsche

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 %. Die deutsche Wirtschaſt ist damit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Krisenjahr 2020 in eine ähnlich starke Rezession gerutscht wie in der Finanz- und Wirt-schaſtskrise 2008/2009 (BIP 2009: minus 5,7 %).

Die Corona-Pandemie hinterließ 2020 in nahezu allen Bereichen ihre Spuren. Während die Industrie von der teilweisen Störung der Lieferketten im ersten Halbjahr getroffen wurde, litten viele Dienstleistungsbereiche unter den Lock-downs. Das Baugewerbe konnte sich in der Krise gut behaupten. Großer Profi-teur der Corona-Maßnahmen der Regierungen war der Onlinehandel.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Maschinen- und Anlagenbau 2020 mit deutlichem Minus

Die Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus haben das Kri-senjahr 2020 mit deutlichen Minusraten abgeschlossen. Diese sind aber nicht ganz so hoch, wie zwischenzeitlich erwartet. Gemäß vorläufiger Zahlen rechnet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) damit, dass der Wert der produzierten Maschinen und Anlagen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 14 % gesunken ist. Die ursprüngliche VDMA-Prognose vom Jahresanfang lag bei einem Minus von 2 %. Der Hauptgrund für den starken Einbruch war dieCorona-Pandemie mit ihren negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaſt. Darüber hinaus belastete die Branche auch der verstärkte Protektionismus sowie der Strukturwandel in der wichtigen Abnehmerindustrie Fahrzeugbau. Positiv war, dass der Anlagen- und Maschinenbau im dritten und vierten Quar-tal 2020 relativ stabile Erholungstendenzen zeigte und das Tief vom zweiten Quartal hinter sich gelassen hat.

Megatrends stützen stabiles Marktwachstum

Die Covid-19-Pandemie belastet auch die Nachfrage nach Abfüll- und Verpackungstechnik. Dies ändert aber nichts an den langfristig guten Wachstumsaussichten für die Märkte von KRONES. Denn die Megatrends, die dazu führen, dass die Nachfrage nach Verpackungs-maschinen für Getränke und Nahrungsmittel mittel-und langfristig überproportional steigt, sind intakt.

Die steigende Weltbevölke-rung, die wachsende Mittel-schicht sowie die Urbanisie-rung sind Megatrends, die das Wachstum der Märkte von Krones stützen.

Der übergeordnete Megatrend ist die stetig steigende Zahl der Weltbevölkerung. Ende 2020 lebten 7,8 Mrd. Menschen auf der Erde. Diese Zahl wird nach Progno-sen der Vereinten Nationen künſtig jährlich um mehr als 70 Millionen zulegen. Vor allem in Afrika und Asien wächst die Bevölkerung stark. Im Jahr 2030 dürſte die Weltbevölkerung bereits bei etwa 8,5 Mrd. liegen. All diese Menschen müssen essen und trinken. Dabei werden sie zunehmend zu abgepackten Ge-tränken und Lebensmitteln greifen. Dafür sprechen zwei weitere Megatrends, nämlich die wachsende Mittelschicht und die zunehmende Urbanisierung.

Wachsende Mittelschicht steigert Konsumausgaben

Nach Angaben der Vereinten Nationen verursacht die Covid-19-Pandemie den ersten Anstieg der globalen Armut seit Jahrzehnten. Dies dürſte den lang-fristigen Trend, dass In den Schwellen- und Entwicklungsländern immer mehr Menschen der Armut entkommen und in die Mittelschicht aufsteigen, aber nur kurz unterbrechen. Nach Prognosen der OECD wird die globale Mittel-

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches UmfeldDer Anteil Asiens an den Konsumausgaben der weltweiten Mittelschicht nimmt stark zu

Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerungund

Nordamerika

Die Anzahl der Menschen, die in die Mittelschicht aufsteigen, nimmt

besonders in Asien stark zu. Deshalb wächst der Anteil dieser Region an den weltweit steigenden Konsumausgaben der Mittelschicht.

Asien

%Europa

Mittel- und Südamerika Mittlerer Osten und Afrika

(e)

, Billionen Dollar

Quelle:

(e):

, Billionen Dollar

Quelle: Vereinte Nationen, (World Urbanization Prospects, TheRevision)

schicht in der Zeit von 2020 bis 2030 von 3,2 Mrd. auf 4,9 Mrd. Menschen wach-sen. Mit dem steigenden Einkommen der Menschen nehmen deren Konsum-ausgaben - auch für abgepackte Getränke und Lebensmittel - zu. Ein Großteil des Wachstums der weltweiten Mittelklasse und damit der zunehmenden Kauraſt entfällt auf Asien. 2020 soll laut OECD der Anteil Asiens an den ge-samten Konsumausgaben der Mittelschicht bei 42 % liegen. Bis 2030 soll dieser Wert auf 59 % zunehmen. Die Summe der Konsumausgaben der globalen Mit-telschicht dürſte in diesem Zeitraum von 35 Billionen US-Dollar auf 55,7 Billio-nen US-Dollar steigen.

Wachstumstreiber Urbanisierung

Auch die zunehmende Urbanisierung, also der Zuzug der ländlichen Bevölke-rung in die Städte, fördert die Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmitteln. Grund hierfür ist, dass Menschen, die in Städten leben, in der Regel mehr abgepackte Produkte konsumieren als die Landbevölkerung.

Laut Prognose der Vereinten Nationen werden 2050 zwei von drei Erdenbür-gern in Städten leben. Zurzeit ist es erst gut die Hälſte. Am stärksten strömen die Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas und Asiens in die Städte.

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

Corona-Krise dämpft den globalen Getränkekonsum

Anders als in den vergangenen Jahren, als der weltweite Verbrauch von abge-packten Getränken stetig gestiegen ist, war der Konsum 2020 rückläufig. Grund hierfür ist die Covid-19-Pandemie. Die Lockdowns und Einschränkungen im Gastronomiebereich wirkten sich stark auf den Getränkekonsum in Bars und Restaurants aus. So schrumpſte beispielsweise der globale Bierkonsum im Ver-gleich zum Vorjahr um rund 11 % (Quelle: Global Data). Laut vorläufiger Zahlen der Marktforscher von Global Data lag der globale Verbrauch abgepackter Getränke 2020 mit insgesamt 1.292 Mrd. Litern um 5,4 % unter dem Vorjahres-wert von 1.366 Mrd. Litern. Gestützt von den Megatrends dürſte der weltweite Getränkekonsum nach der Corona-Delle mittel- und langfristig wieder steigen. Für den Zeitraum von 2020 bis 2023 rechnen die Marktforscher von Global Data aber nur mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 1,1 %. Inner-halb der einzelnen Getränkearten unterscheiden sich die erwarteten Steige-rungsraten erheblich.

Aufgrund der Megatrends dürfte die Nachfrage nach ab-gefüllten Getränken nach der Corona-Delle wieder steigen. Überdurchschnittliche Wachs-tumsraten erwarten die Marktforscher bei abgepack-tem Wasser sowie Milch-und Milchmixgetränken.

Deutlich stärker als der Gesamtmarkt dürſte der Konsum von abgefülltem Wasser wachsen. Das mit Abstand größte Segment des globalen Getränke-markts profitiert vom steigenden Bedarf an saube-rem abgefülltem Trinkwasser in den Emerging Markets und dem Gesundheitstrend in den Indust-rieländern. Die Experten von Global Data rechnen damit, dass der Verbrauch von abgefülltem Wasservon 2020 bis 2023 jährlich um durchschnittlich 3,8 % steigt. 2020 lag der welt-weite Verbrauch bei 450,5 Mrd. Litern (2019: 458,8 Mrd. Liter). Der Anteil von Wasser am kompletten Konsum abgepackter Getränke betrug 34,9 %.

Der Konsum von abgepackten alkoholischen Getränken, die mit einem Anteil von 18,9 % im Jahr 2020 das zweitgrößte Marktsegment weltweit darstellen, dürſte laut Global Data in den kommenden Jahren schrumpfen. Ein wesentli-cher Grund hierfür ist, dass die Nachfrage nach Bier in vielen Industrieländern gesättigt ist. Gemäß Global Data soll der Konsum abgepackter alkoholischer Getränke von 2020 bis 2023 im Durschnitt um jährlich 1,8 % zurückgehen.

Besser sind die Aussichten für das Segment Milch und Milchmixgetränke (Anteil am weltweiten Getränkekonsum 2020: 18,1 %). Dies liegt hauptsächlich an wachstumsstarken Produkten wie Trinkjoghurt (erwartete durchschnittliche Wachstumsrate 2020-2023: 4,5 %) und aromatisierte Milch (+ 4,0 %). Die Nach-frage nach purer Milch, auf die rund 70 % des Marktsegments entfallen, soll im Zeitraum 2020 bis 2023 jährlich um durchschnittlich 1,7 % steigen. Für das gesamte Segment Milch und Milchmixgetränke prognostiziert Global Data von 2020 bis 2023 eine durchschnittliche jährliche Steigerungsrate von 2,2 %.

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

Unterproportional zum Gesamtmarkt soll sich die Nachfrage nach kohlen-säurehaltigen Softdrinks (csD) in den kommenden Jahren entwickeln. 2020 konsumierten die Menschen weltweit 211,9 Mrd. Liter (Vorjahr: 225,9 Mrd. Liter) abgefüllte CSD (Anteil am gesamten Getränkekonsum 2020: 16,4 %). Global Data erwartet, dass der Verbrauch bis 2023 um durchschnittlich jährlich 1,4 %. schrumpſt. Grund hierfür ist hauptsächlich das zunehmende Gesundheits-bewusstsein der Konsumenten. Anstellte oſtmals zuckerhaltiger CSD nutzen sie zunehmend Wasser als Durstlöscher.

Die beiden kleineren Segmente des Getränkemarkts Frucht- und Obstsäfte (Anteil am weltweiten Getränkekonsum 2020: 6,3 %) sowie New Drinks (5,5 %) entwickeln sich unterschiedlich. Zu den New Drinks zählen hauptsächlich trinkfertiger Tee und Kaffee sowie Sport- und Energy Drinks. Für New Drinks prognostizieren die Marktforscher von Global Data von 2020 bis 2023 durch-schnittliche jährliche Zuwächse von 0,3 %. Die Nachfrage nach Frucht- und Obstsäſten soll in diesem Zeitraum um durchschnittlich 1,3 % pro Jahr sinken.

In den Emerging Markets wächst die Nachfrage nach abgepackten Getränken

In den Schwellen- und Ent-wicklungsländern profitiert Krones von steigenden Bevölkerungszahlen und der wachsenden Mittelschicht. Die zunehmende Getränke-und Verpackungsvielfalt för-dern die Nachfrage in den reifen Industrieländern.

Die stärksten Wachstumsimpulse auf die globale Nachfrage nach abgepackten Getränken gehen von den Schwellen- und Entwicklungsländern aus. Grund hierfür ist, dass sich in den Emerging Mar-kets die Megatrends - wachsende Weltbevölkerung, zunehmende Mittelschicht sowie Urbanisierung - abspielen.

Das stärkste Wachstum erwartet Global Data in China. Dort soll der Verbrauch von abgepackten Getränken von 2020 bis 2023 jährlich um durchschnittlich 2,5 % steigen. Für die Region Afrika/Mittlerer Osten prognostizieren die Exper-ten eine durchschnittliche jährliche Steigerungsrate von 1,9 %. Ähnlich stark dürſte die Getränkenachfrage in Asien/Pazifik steigen (+1,8 %). Unterproportio-nal zum Gesamtmarkt (+ 1,1 %) soll sich die Nachfrage in den reifen Absatzmärk-ten wie Westeuropa (+ 0,2 %) sowie Nord- und Mittelamerika (+ 0,3 %) entwi-ckeln. In diesen Regionen steigt die Bevölkerungszahl nur noch leicht. Deshalb liegen dort die Wachstumschancen von KRONES nicht im steigenden Getränke-volumen, sondern in der zunehmenden Getränke- und Verpackungsvielfalt.

Weltweiter Konsum abgepackter Getränke nach Regionen*

Asien/Pazifik China Nordamerika/Mittelamerika Südamerika

Westeuropa Afrika/Mittlerer Osten Russland/ Mitteleuropa Global

*Rundungsdifferenzen sind möglich **Anteil am globalen Konsum | (e) = erwartet

2020 (e)

Mrd. Liter

%**

2023 (e)

Mrd. Liter

%**

durchschn. jährl. Wachstum in % 2020 - 2023

Asien/Pazifik

283,3

21,9

298,9

22,4

1,8

China

241,5

18,7

260,2

19,5

2,5

Nordamerika/Mittelamerika

183,7

14,2

185,6

13,9

0,3

Südamerika

172,0

13,3

170,4

12,8

- 0,3

Westeuropa

137,2

10,6

137,9

10,3

0,2

Afrika/Mittlerer Osten

127,9

9,9

135,3

10,1

1,9

Russland/GuS/Osteuropa

93,5

7,2

95,0

7,1

0,5

Mitteleuropa

53,3

4,1

53,1

4,0

- 0,1

Global

1.292,4

100,0

1.336,4

100,0

1,1

Quelle: Global Data

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

Weltweiter Konsum abgefüllter Getränke nach Regionen - jährliches Wachstum von 2020 - 2023

+ , %

+ , %

In den Regionen China, Asien/Pazifik sowie Afrika/Mittlerer Osten wächst die Nachfrage nach abgepackten Getränken am stärksten.

Westeuropa

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

Weltweiter Konsum abgefüllter Getränke nach Regionen in Mrd. Litern*

Weltweiter Konsum abgefüllter Getränke nach Regionen in Mrd. Litern*

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In den volumenstarken Märkten China und Asien/Pazifik wächst die Nachfrage mittelfristig weiter. 2020 wurden in China 241,5 Mrd. Liter abgefüllte Getränke ver-braucht. 2023 sollen es 18,7 Mrd. Liter mehr sein. In Asien/Pazifik dürfte der Konsum in diesem Zeit-raum um 15,6 Mrd. Liter steigen.

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Mittel-europa

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Russland/ ŒŽ'/ Osteuropa

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Afrika/ Mittlerer Osten

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West-europa

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Südamerika

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Nord-/ Mittel-amerika

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China

Asien/ Pazifik

*Prognose

= Wachstum in Mrd. Litern vonbis



Quelle: Global Data

Wirtschaftsbericht Wirtschaftliches Umfeld

pet bleibt das führende Material bei Getränkebehältern

Fast ein Drittel der weltweiten Getränkebehälter besteht aus dem Kunststoff PeT. Die Nach-frage nach PeT-Behältern steigt weiterhin überproportional.

Wichtige Messgröße für Anbieter von Abfüll-und Verpackungstechnik ist, wie sich die Anzahl der abgefüllten Einheiten entwickelt. 2020 wur-den gemäß vorläufiger Zahlen von Global Data weltweit 1.738 Mrd. Behälter mit Getränken abge-füllt und damit um 2,6 % mehr als 2019. Die Marktforscher erwarten, dass die Behälterzahl bis 2023 um durchschnittlich 2,1 % pro Jahr auf 1.852 Mrd. steigt. Getränke werden im Wesentlichen in Behälter aus Kunststoff, Glas, Metall sowie Karton abgefüllt.

Anteil der Verpackungen am weltweiten Getränkemarkt

(Basis: abgefüllte Einheiten)

Durchschnittliches jährliches Wachstum der Verpackungsarten bis

Karton

, %

Quelle: Global Data

GlasKarton

DosenSonstige

Der Kunststoff Polyethylenterephthalat (PeT) ist das Material, das mit Abstand am häufigsten für Getränkebehälter verwendet wird. Gemäß den Zahlen von Global Data waren 2020 rund 534 Mrd. und damit knapp ein Drittel aller Ge-tränkebehälter aus PET. Diese Behälterart wächst auch weiterhin am stärksten. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Wasser - das weltweit am meisten konsu-mierte Getränk - überwiegend in PET-Behälter abgefüllt wird. Mit dem wach-senden Wasserkonsum steigt auch die Anzahl der abgefüllten PET-Behälter. Bis 2023 soll sie um durchschnittlich 2,8 % pro Jahr zunehmen.

Glas ist das am zweithäufigsten eingesetzte Verpackungsmaterial für Getränke. 2020 bestanden 23,4 % aller Getränkeverpackungen aus diesem Material. In Glasflaschen werden hauptsächlich Bier und andere Alkoholika abgefüllt, also Getränkearten, bei denen die Nachfrage weitgehend gesättigt ist. Insgesamt soll die Anzahl der Getränkeverpackungen aus Glas von 2020 bis 2023 mit jährlichen Steigerungsraten von 1,0 % unterproportional zum Gesamtmarkt wachsen.

2020 waren laut Global Data 18,4 % der Getränkebehälter Metalldosen.

Sie werden oſt zur Abfüllung von Bier, kohlensäurehaltigen Soſtdrinks und Energy Drinks verwendet. Bis 2023 soll die Anzahl der Metalldosen um durch-schnittlich 2,6 % pro Jahr zulegen. Ein wesentlicher Grund für das überpropor-tionale Wachstum ist, dass Bier zunehmend auch in Dosen abgefüllt wird.

Karton ist ein weiteres bedeutendes Verpackungsmaterial für Getränke. Karton-verpackungen werden hauptsächlich für Milch und Milchmixgetränke sowie Frucht- und Obstsäſte verwendet. Global Data erwartet, dass die Anzahl der Kartonverpackungen (Anteil an den Getränkeverpackungen 2020: 10,8 %) bis 2023 um durchschnittlich 1,0 % pro Jahr und damit unterproportional zum Gesamtmarkt steigt.

Als einer der führenden Anbieter von Maschinen und Anlagen zur Produktion, Abfüllung und Verpackung von PET-Behältern profitiert KRONES vom überpro-portionalen Wachstum von PET-Verpackungen. Das Unternehmen hat aber auch bei Linien zur Abfüllung und Verpackung von Getränken in Glasflaschen und Dosen eine starke Marktstellung. Lösungen für Kartonverpackungen bietet KRONES nicht an.

2 | LlaAgGeEbBeErRiIchtT dDeErR KrRoOnNeEsS aAgG

3 | erKLärung zur

4 | jahresabschLuss

5 | anhang

Wirtschaftsbericht

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

KRONES AG in Zahlen

KRONES ag in Zahlen

  • " Corona-Krise belastet Anbieter von Abfüll- und Verpackungstechnik.

  • " Der Umsatz der krones AG geht 2020 um 17,1 % zurück. Das ebit sinkt auf minus 113,8 Mio. € (Vorjahr: minus 90,0 Mio. €).

  • " krones zahlt wegen des negativen Ergebnisses für 2020 nur die gesetzliche Mindestdividende. Dies entspricht 0,06 € je Aktie.

krones AG erreicht Ziele 2020 wegen Covid-19-Pandemie nicht

Die Covid-19-Pandemie beeinträchtigte die globale Wirtschaſt 2020 erheblich. Hauptsächlich wegen der Folgen der Corona-Krise konnte die KRONES AG 2020 die im Prognosebericht 2019 genannten Ziele nicht erreichen. Beim Umsatz rechnete die KRONES AG für 2020 mit einem Nullwachstum, das Ziel für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag zwischen 20 und 40 Mio. €.

2020 verringerte sich der Umsatz der KRONES AG im Vergleich zum Vorjahr um 17,1 % auf 2.341,4 Mio. €. Wegen des coronabedingt niedrigen Umsatzes und Restrukturierungsaufwendungen ging das EBIT im Berichtszeitraum im Ver-gleich zum Vorjahr von minus 90,0 Mio. € auf minus 113,8 Mio. € zurück.

Umsatz der krones AG wegen Corona-Krise rückläufig

Für Anbieter von Abfüll- und Verpackungstechnik waren die Bedingungen 2020 schwierig. Die vielen gesamtwirtschaſtlichen Unwägbarkeiten infolge der Corona-Krise lasteten auf der Investitionsbereitschaſt der Kunden. Dies erschwerte das Neumaschinengeschäſt. Als vorteilhaſt erwiesen sich unsere lokalen Strukturen, mit denen wir die Folgen der globalen Reisebeschränkun-gen abmildern konnten. Darüber hinaus unterstützen wir die Kunden mit digitalen Dienstleistungen. Insgesamt ging der Umsatz der KRONES AG 2020 um 17,1 % von 2.825,1 Mio. € im Vorjahr auf 2.341,4 Mio. € zurück.

Wirtschaftsbericht KRONES AG in Zahlen

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5 | anhang

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Umsatz nach Regionen

Krones verfügt weiter-hin über eine interna-tional ausgewogene Umsatzverteilung in den etablierten und auf-strebenden Märkten.

Aufgrund der schwachen Binnenkonjunktur nahm der Umsatz der KRONES AG in Deutschland 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 18,6 % von 421,6 Mio. € auf 343,0 Mio. € ab. Der Anteil des Inlandsgeschäſts an den gesamten AG-Erlösen ging leicht von 14,9 % im Vorjahr auf 14,6 % zurück.

Der Umsatz in Europa (ohne Deutschland) verringerte sich im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 25,9 % von 928,3 Mio. € auf 687,7 Mio. €. Dabei gingen die Erlöse in Osteuropa (inkl. Russland/GUS) weniger stark um 18,2 % auf 223,7 Mio. € zurück. Weil Teile Westeuropas stark unter Corona litten,verringerten sich in dieser Absatzregion die Erlöse der KRONES AG um 28,0 % auf 380,6 Mio. € überproportional. Den stärksten prozentualen Umsatzrück-gang innerhalb Europas verzeichnete die KRONES AG in Mitteleuropa (minus 33,9 % auf 83,4 Mio. €). Der Anteil des gesamten Europa-Geschäſts (ohne Deutschland) am Umsatz der KRONES AG lag 2020 bei 29,4 % (Vorjahr: 32,9 %).

In den außereuropäischen Regionen verringerte sich der Umsatz 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 % von 1.475,2 Mio. € auf 1.310,7 Mio. €. Damit fie-len die außereuropäischen Erlöse nicht so stark wie in der der gesamten AG. Ein wesentlicher Grund hierfür war die gute Entwicklung in der großen Absatz-region Mittlerer Osten/Afrika. Dort legte der Umsatz um 13,3 % auf 363,0 Mio. € zu. Auch in Nord- und Mittelamerika liefen die Geschäſte von KRONES trotz Corona relativ gut. Mit 304,6 Mio. € ermäßigte sich der Umsatz 2020 gegenüber dem hohen Vorjahreswert nur um 6,1 %. Stark betroffen von Corona waren Teile von Südamerika/Mexiko. Deshalb nahm dort der Umsatz, nach einem schwachen Jahr 2019, im Berichtsjahr um weitere 11,6 % auf 210,0 Mio. € ab. In der Region Asien/Pazifik gingen die Erlöse proportional zur AG um 17,0 % auf 308,0 Mio. € zurück. Nach dem coronabedingt heſtigen Einbruch in der ersten Jahreshälſte belebten sich die Geschäſte von KRONES in China im zweiten Halb-jahr 2020. Im Gesamtjahr ging der Umsatz um 43,7 % auf 125,0 Mio. € zurück. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der außereuropäischen Erlöse am Gesamt-umsatz der KRONES AG 2020 auf 56,0 % (Vorjahr: 52,2 %).

Wirtschaftsbericht KRONES AG in Zahlen

Auftragseingang und Auftragsbestand

Auftragseingang der krones AG belebte sich im zweiten Halbjahr 2020

Die internationale Getränkeindustrie war 2020 stark von Corona betroffen. So ging beispielsweise wegen der Lockdowns der Absatz in Bars und Restaurants zurück. Wegen der insgesamt unsicheren Aussichten hielten sich die Kunden besonders im ersten Halbjahr mit Investitionen zurück. Im dritten und vierten Quartal 2020 belebte sich der Auſtragseingang deutlich, blieb aber weiterhin unter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Von Januar bis Dezember 2020 verringerte sich der Auſtragseingang der KRONES AG im Vergleich zum Vorjahr um 51,2 % von 2.899,0 Mio. € auf 1.414,2 Mio. €.

Der Wert der Bestellungen war in allen Absatzregionen der KRONES AG rück-läufig. Besser als im gesamten Unternehmen entwickelte sich der Auſtrags-eingang in den großen Absatzregionen Afrika/Nahost und Asien/Pazifik. Überproportionale Rückgänge beim Auſtragseingang verzeichneten wir in Mitteleuropa und Osteuropa/GUS.

Auftragsbestand geht auf 615 Mio. € zurück

Zum 31. Dezember 2020 hatte die KRONES AG Auſträge im Wert von 615,4 Mio. € in den Büchern. Damit verringerte sich der Auſtragsbestand im Vergleich zum Vorjahr (1.701,9 Mio. €) um 63,8 %. Grund hierfür war der im Vergleich zum Umsatz stärker rückläufige Auſtragseingang im Geschäſtsjahr 2020.

Auftragseingang

in Mio.

Auftragsbestand

zum

. Dezember in Mio.

Wirtschaftsbericht KRONES AG in Zahlen

Ertragslage der krones AG

Nicht optimale Auslastung und Sonderaufwendungen belasten Ertragskraft

Das coronabedingt nied-rige Geschäftsvolumen und Sonderaufwendungen für den Personalabbau haben die Ertragskraft der Krones AG 2020 geschmälert.

Wegen der rückläufigen Auſtragseingänge waren die Kapazitäten von KRONES 2020 nicht optimal ausgelas-tet. Dies belastete die Ertragskraſt. Positiv wirkten sich die strukturellen Maßnahmen aus, die zu deutlichen Kosteneinsparungen führten. So fiel der Materialauf-wand überproportional zu Umsatz und Leistung. Der

Personalaufwand ging unterproportional zurück. Ein wesentlicher Grund hier-für ist, dass KRONES im Berichtszeitraum rund 72 Mio. € für Aufwendungen, die für den Stellenabbau zur Kapazitätsanpassung anfielen, verbuchte.

Insgesamt verringerte sich im Berichtszeitraum das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 44,5 Mio. € auf minus 57,7 Mio. €. Hierin enthalten sind die im Berichtsjahr angefallenen Restrukturierungs-aufwendungen für den Personalabbau von rund 72 Mio. €.

Umsatzerlöse

EBIT Finanzergebnis EBT Ertragsteuern Sonstige Steuern Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Abschreibungen auf Anlagevermögen/ Umlaufvermögen

Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen/ Aufwendungen und aktivierten Eigenleistungen EBITDA

Materialaufwand Personalaufwand

Bestandsveränderung fertige und unfertige Erzeugnisse Gesamtleistung

in Mio. €

2020

2019

Veränd.

Umsatzerlöse

2.341,4

2.825,1

-17,1 %

Bestandsveränderung fertige und unfertige Erzeugnisse

17,6

11,6

+ 51,7 %

Gesamtleistung

2.359,0

2.836,7

- 16,8 %

Materialaufwand

- 1.313,1

- 1.666,7

- 21,2 %

Personalaufwand

- 788,2

- 843,4

- 6,6 %

Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen/ Aufwendungen und aktivierten Eigenleistungen

- 315,4

- 339,7

- 7,2 %

EBITDA

- 57,7

- 13,2

-

Abschreibungen auf Anlagevermögen/ Umlaufvermögen

- 56,1

- 76,9

-27,0 %

EBIT

- 113,8

- 90,0

-

Finanzergebnis

20,7

61,7

- 66,5 %

EBT

- 93,1

- 28,3

-

Ertragsteuern

- 7,2

- 9,4

- 23,6 %

Sonstige Steuern

- 2,1

- 1,0

+ 107,1 %

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

- 102,3

- 38,7

-

in Mio.

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Die Gesamtleistung der KRONES AG lag im Berichtsjahr mit 2.359,0 Mio. € um 16,8 % unter dem Vorjahreswert von 2.836,7 Mio. €. Sie fiel nicht ganz so stark wie der Umsatz (minus 17,1 %), weil der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2020 mit 17,6 Mio. € ein wenig stärker zulegte als im Vorjahr (11,6 Mio. €).

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Eine positive Entwicklung zeigte der Materialaufwand. Er fiel im Berichts-zeitraum überproportional zur Gesamtleistung um 21,2 % von 1.666,7 Mio. € auf 1.313,1 Mio. €. Mitverantwortlich hierfür war der Rückgang der bezogenen Leistungen durch den Abbau der Zeitarbeitnehmer. Zudem wirkten sich unsere strukturellen Maßnahmen zur Senkung der Materialkosten positiv aus.

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Wirtschaftsbericht KRONES AG in Zahlen

Der Personalaufwand war 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 % auf

788,2 Mio. € rückläufig. Neben dem Personalabbau trugen auch Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden zu den Einsparungen bei. Der Grund für den im Vergleich zur Gesamtleistung unterproportionalen Rückgang der Personalauf-wendungen waren vor allem Restrukturierungsaufwendungen für den Per-sonalabbau. Diese schlugen im Berichtsjahr mit rund 72 Mio. € zu buche.

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen und akti-vierten Eigenleistungen veränderte sich 2020 um 7,2 % von minus 339,7 Mio. € im Vorjahr auf minus 315,4 Mio. €.

Deutlich unter dem Vorjahreswert lagen die Abschreibungen. Sie gingen um 20,8 Mio. € auf 56,1 Mio. € zurück. Im Vorjahreswert von 76,9 Mio. € waren Wert-berichtigungen in Höhe von 17,8 Mio. € enthalten.

Wegen der niedrigeren Abschreibungen ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) weniger stark zurück als das EBITDA. Es fiel um 23,8 Mio. € auf minus 113,8 Mio. €. Das Finanzergebnis verringerte sich um 66,5 % auf 20,7 Mio. €. Hauptverantwortlich hierfür waren rückläufige Beteiligungser-träge. Diese sanken wegen der coronabedingt niedrigeren Dividendenausschüt-tungen von 101,4 Mio. € auf 53,4 Mio. €.

in Mio.

Insgesamt verringerte sich das Ergebnis vor Steuern (EBT) von minus 28,3 Mio. € im Vorjahr auf minus 93,1 Mio. €.

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krones AG schüttet für 2020 gesetzliche Mindestdividende aus

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Die langfristige Dividendenpolitik von KRONES sieht vor, 25 % bis 30 % des Konzernergebnisses an die Aktionäre auszuschütten. Aufgrund des negativen Ergebnisses werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 17. Mai 2021 vorschlagen, für das Geschäſtsjahr 2020 nur die gesetzliche Mindestdividende von 4 % des Grundkapitals, also insgesamt 1,9 Mio. € oder 6 Eurocent je Aktie, auszuschütten und den übrigen Bilanzgewinn des Geschäſtsjahres 2020 auf neue Rechnung vorzutragen.

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Wirtschaftsbericht KRONES AG in Zahlen

Finanzlage der krones AG

Bankschulden abgebaut - Nettoliquidität verbessert

Trotz des deutlich gesunkenen Geschäſtsvolumens ging die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2020 lediglich um 2,6 % auf 1.774,6 Mio. € zurück (31. Dezember 2019: 1.822,2 Mio. €).

Deutlich verbessert hat die KRONES AG im Berichtsjahr die Nettoliquidität. Zum einen hat das Unternehmen die kurzfristigen Bankschulden abgebaut. Sie beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 27,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 72,2 Mio. €). Zum anderen erhöhten sich die liquiden Mittel zum Ende 2020 auf 29,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 11,7 Mio. €). Daraus ergibt sich eine um 62,9 Mio. € verbes-serte Nettoliquidität von 2,4 Mio. € (Vorjahr: - 60,5 Mio. €).

Bestehende Kreditlinien in Höhe von 500,1 Mio. € können als Barkredit oder Avalkredit in Anspruch genommen werden. Zudem steht eine Reservelinie (Back-up-Fazilität) von 500 Mio. € zur Finanzierung von Betriebsmitteln und In-vestitionen zur Verfügung. Damit sind die Hauptziele des Finanzmanagements der KRONES AG, die hohe Finanzkraſt und Unabhängigkeit des Unternehmens zu erhalten, auch in der Corona-Krise erreicht worden.

Das Anlagevermögen war mit 688,3 Mio. € (Vorjahr: 710,1 Mio. €) hauptsächlich wegen der niedrigeren Investitionen in Sachanlagen rückläufig. Das Umlauf-vermögen sank insgesamt ebenfalls leicht. Während die Vorräte um 29,7 Mio. € zulegten, fielen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 72,1 Mio. €.

Kapitalflussrechnung der krones AG

Finanzmittelfonds am 01.01. Cashflow aus operativer Tätigkeit Cashflow aus Investitionstätigkeit Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Finanzmittelfonds am 31.12.

in Mio.

in Mio. €

2020

2019

2018

Finanzmittelfonds am 01.01.

11,7

106,2

5,7

Cashflow aus operativer Tätigkeit

100,5

- 59,9

195,1

Cashflow aus Investitionstätigkeit

- 14,0

- 51,6

- 87,6

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

- 68,8

17,0

- 7,0

Finanzmittelfonds am 31.12.

29,4

11,7

106,2

Vermögens- und Kapitalstruktur der krones AG

Bilanzsumme

Eigenkapital FremdkapitalAnlagevermögen Umlaufvermögen,

in Mio. € zum 31. Dezember

2020

2019

2018

Anlagevermögen

688,3

710,1

636,6

Umlaufvermögen, RAP

1.086,2

1.112,1

1.182,5

davon liquide Mittel

29,4

11,7

106,2

Eigenkapital

664,1

790,2

882,6

Fremdkapital

1.110,4

1.032,1

936,5

Rückstellungen

562,5

534,4

453,5

Verbindlichkeiten

547,9

497,6

483,0

Bilanzsumme

1.774,6

1.822,2

1.819,1

Das Eigenkapital der KRONES AG ging zum Ende 2020 hauptsächlich wegen des negativen Ergebnisses auf 664,1 Mio. € zurück (31. Dezember 2019: 790,2 Mio. €). Bei den höheren Verbindlichkeiten der KRONES AG schlagen vor allem gestie-gene Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zu Buche.

Positiv entwickelt hat sich im Berichtsjahr der Cashflow aus operativer Tätig-keit. Er stieg um 160,4 Mio. € auf 100,5 Mio. € (Vorjahr: minus 59,9 Mio. €). Hierzu beigetragen hat vor allem das niedrigere Working Capital.

Wirtschaftsbericht Mitarbeiter

Mitarbeiter

Mitarbeiter

zum

.

. in Deutschland

* ohne

** mit

Ausbildungsanfänger



Auszubildende gesamt

Mitarbeiterzahl der krones AG geht um 3,4 % auf 9.319 zurück

Um die Kapazitäten der kurz- und mittelfristig erwarteten Nachfrage anzupas-sen, hat KRONES im Berichtszeitraum die Mitarbeiterzahl verringert. Der Mit-arbeiterabbau wurde bereits Ende 2019 eingeleitet. Im September und Novem-ber 2020 unterbreitete das Unternehmen einem Teil seiner in Deutschland beschäſtigten Mitarbeiter individuelle und freiwillige Angebote zur Auebung des Arbeitsverhältnisses. Im Berichtszeitraum ging die Mitarbeiterzahl der KRONES AG um 328 oder 3,4 % von 9.647 im Vorjahr auf 9.319 zurück.

KRONES legt großen Wert auf die qualifizierte Ausbildung künſtiger Fachkräſte und investiert kräſtig in Aus- und Weiterbildung. Das Unternehmen berück-sichtigt aber auch die erwarteten Marktbegebenheiten und bildet nach Bedarf aus. 2020 starteten deshalb mit 79 Berufsneulingen weniger junge Menschen ihre Ausbildung bei der KRONES AG als in den Vorjahren. Die Gesamtzahl der Auszubildenden lag Ende 2020 bei 496 (Vorjahr: 542).

Weiterführende Informationen zum Thema Mitarbeiter entnehmen Sie bitte unserem Nichtfinanziellen Bericht. Dieser ist im Internet unterwww.krones.com/de/unternehmen/verantwortung/downloads.phpaufruar.

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unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Nachhaltiges Wirtschaften

Nachhaltiges Wirtschaften*

Im Rahmen seines Nachhaltigkeitsmanagements leistet der KRONES Konzern seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und den positiven Einfluss auf die Gesellschaſt kontinuierlich auszubauen, wird Nachhaltigkeit bei allen wesentlichen Entscheidungen immer mitgedacht. Der KRONES Kon-zern ist sich der Verantwortung bewusst, die wir nicht nur für unsere ökonomi-sche Leistung, sondern auch für die Auswirkungen unserer Geschäſtstätigkeit auf Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaſt sowie künſtige Generationen tragen.

Nichtfinanzieller Bericht 2020

Im Rahmen des im Jahr 2017 in Kraſt getretenen CSR-Richtlinie-Umsetzungs-gesetzes legen wir offen, welche Konzepte wir im abgelaufenen Geschäſtsjahr hinsichtlich der für KRONES wesentlichen nichtfinanziellen Sachverhalte verfolgt haben.

Der Nichtfinanzielle Bericht 2020, der nicht Bestandteil des Konzernlagebe-richts ist, ist zugleich für den KRONES Konzern und die KRONES AG der zusam-mengefasste, gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht für das Geschäſtsjahr 2020 im Sinne von §§ 315b, 315c in Verbindung mit 289c bis 289e des Handels-gesetzbuchs (HGB).

Veröffentlicht wird der Bericht im Internet unterwww.krones.com/de/unternehmen/verantwortung/downloads.php.

* Alle Angaben innerhalb »Nachhaltiges Wirtschaften« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Risiko- und Chancenbericht

Risiko- und Chancenbericht*

" Risiken werden laufend identifiziert

"

Effiziente Kontroll- und Steuerungsinstrumente begrenzen Risiken

Das Risikomanagementsystem von krones

Krones begegnet mög-lichen Risiken aktiv. Alle wesentlichen Geschäftspro-zesse unterliegen laufend einem internen Kontroll-und Steuerungssystem.

Im Rahmen seiner internationalen Geschäſts-tätigkeit ist KRONES einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unserem unter-nehmerischen Handeln verbunden sind. Um diese möglichen Risiken frühzeitig zu erkennen, ihnen aktiv zu begegnen und sie zu begrenzen, über-wachen wir alle wesentlichen Geschäſtsprozesse laufend. Im Rahmen unserer Unternehmensstrategie identifizieren, analysieren und erschließen wir auch Chancen. Im Gegensatz zu den Risiken erfassen wir die unternehmerischen Chancen nicht im Risikomanagementsystem.

Grundsätzlich sind Risiken als mögliche negative Abweichung von unserer Ergebnisprognose für das Geschäſtsjahr 2021 definiert. Chancen sind als posi-tive Abweichung von unserer Ergebnisprognose für das Geschäſtsjahr 2021 zu verstehen. In den beiden Segmenten des KRONES Konzerns bestehen aufgrund derselben Absatz- und Beschaffungsmärkte im Wesentlichen auch die gleichen Risiken und Chancen.

Das Risikomanagementsystem von KRONES besteht aus einem internen Kontroll- und Steuerungssystem, mit dem wir alle relevanten Risiken erfassen, analysieren und bewerten. In einem detaillierten und fortlaufenden Planungs-, Informations- und Kontrollprozess überwachen wir die wesentlichen Risiken sowie bereits eingeleitete Gegenmaßnahmen.

* Alle Angaben innerhalb »Risiko- und Chancenbericht« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Wir bewerten Risiken anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und ihren möglichen finanziellen Auswirkungen. Maßstab für die möglichen finanziellen Auswirkungen ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Ausgehend vom Bruttorisiko ermitteln wir das Nettorisiko, das sich ergibt, nachdem wir risiko-minimierende Maßnahmen getroffen haben.

KRONES stellt die Risiken in einer dreispaltigen Tabelle dar: Die maximale Schadenhöhe eines Risikos, die Eintrittswahrscheinlichkeit und als Produkt dieser beiden Werte die mögliche finanzielle Auswirkung. Die Einstufung erfolgt jeweils in den Bewertungskategorien niedrig, mittel und hoch.

Die Bewertungskategorien sind wie folgt definiert:

Maximale Schadenhöhe*EintrittswahrscheinlichkeitMögliche finanzielle Auswirkung*

hoch *gemessen am EBIT

niedrig

1,0 bis 10,0 Mio. €

niedrig

0 bis 20 %

niedrig

1,0 bis 10,0 Mio. €

mittel

10,1 bis 50,0 Mio. €

mittel

21 bis 49 %

mittel

10,1 bis 50,0 Mio. €

hoch

> 50,0 Mio. €

hoch

50 bis 100 %

hoch

> 50,0 Mio. €

Risiko- und Chancenbericht

Mehrstufiges Risikomanagementsystem

Unser Risikomanagementsystem, das wir anhand praktischer Erfahrungen permanent verbessern, besteht aus den Modulen Risikoanalyse, Risikoüber-wachung sowie Risikoplanung und -steuerung.

Risikoanalyse

Um mögliche Risiken frühzeitig zu identifizieren, beobachten wir kontinu-ierlich sämtliche Geschäſtsaktivitäten. Wesentliche projektbezogene Risiken werden vor Annahme eines Auſtrags verringert bzw. vermieden. Deshalb prüfen wir die Rentabilität aller Angebote vor der Auſtragsannahme. Ab einer fest definierten Ordergröße durchlaufen die Auſträge darüber hinaus eine mehrdimensionale Risikoanalyse. Neben der Rentabilität werden dabei Finan-zierungsrisiken, technologische Risiken und steuerliche sowie Termin- und sonstige vertragliche Risiken einzeln erfasst und bewertet, bevor ein Auſtrag angenommen wird.

Risiken, die sich für unser Unternehmen aus der Änderung von Markt- oder Wettbewerbsverhältnissen ergeben, begegnen wir, indem wir über alle Seg-mente und Bereiche hinweg regelmäßig detaillierte Markt- und Wettbewerbs-analysen erstellen.

Darüber hinaus führen wir jährlich einmal für die AG und alle wesentlichen Gesellschaſten des Konzerns eine umfangreiche Risikoinventur durch. Die Ergebnisse der Risikoinventur sowie Maßnahmen zur Risikoreduzierung fließen in die jährliche Unternehmensplanung ein. Grundprinzipien sowie der Ablaufprozess sind in einer Risikorichtlinie dokumentiert. Das Risiko-managementsystem dient nicht nur dem gesetzlich vorgegebenen Zweck, existenzgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen, sondern erfasst darüber hinaus auch alle Risiken, die die Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinträchtigen können.

Risikoüberwachung

Durch verschiedene, miteinander verzahnte Controllingprozesse überwachen wir die Risiken im KRONES Konzern. Mit regelmäßigen und umfassenden Berichten aus den einzelnen Geschäſtseinheiten werden der Vorstand und andere Entscheidungsträger frühzeitig über alle eventuellen Risiken und Plan-abweichungen sowie über den Status der Maßnahmen zur Risikominimierung informiert. Bei Projekten mit hohem Auſtragswert werden Risikopotenziale in regelmäßigen Treffen untersucht und bewertet. Mitarbeiter, die Risiken iden-tifizieren, geben ihre Informationen unverzüglich über das unternehmens-interne Meldewesen weiter.

Risikoplanung und -steuerung

Für unser Kontroll- und Steuerungssystem nutzen wir im Wesentlichen folgende Instrumente, mit denen wir unsere Geschäſte planen und Risiken steuern.

"

Jahresplanung

"

Kapazitätsplanung

"

Mittelfristplanung

"

Projektcontrolling

"

Strategische Planung

"

Debitorenmanagement

"

Rollierende Prognoserechnung

"

Wechselkursabsicherungs-

"

Monats- und Quartalsreports

geschäſte

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Investitionsplanung

"

Versicherungen

"

Produktionsplanung

Risiko- und Chancenbericht

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagement von Krones wird lau-fend überwacht und über-prüft. Hierfür gibt es klare Zuständigkeiten und Ver-antwortungsbereiche.

Das Risikomanagement ist bei KRONES im Control-ling verankert. Geprüſt wird das Risikomanage-mentsystem durch die interne Revision.

Im Controlling laufen alle relevanten Informatio-nen zusammen, werden dort auereitet und demVorstand als Management-Tool zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gibt es in den verschiedenen Segmenten und Bereichen des Unternehmens Risiko-beauſtragte, die für das Risikomanagement verantwortlich sind. Dies beinhal-tet Risikoerkennung und -reporting sowie Einleitung und Umsetzung von Maßnahmen zur aktiven Risikosteuerung.

Organisation des Risikomanagements von

Abschlussprüfer

Prüfung des Risiko-früherkennungssystems

Prüfungsbericht

Information über wesentliche Risiken

Berichterstattung über Risikoinventur

Konzernabschluss

Lagebericht

Aufsichtsrat - Prüfungs- und Risikomanagementausschuss

Überwachung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagement- und des Compliance-Systems

Risikomanagement

Zentrales Risikomanagement

Zentraler Ansprechpartner

Unterstützung im Risikomanagementprozess Steuerung des Risikoberichtswesens Risikocontrolling

Risikobeauftragte der Geschäftseinheiten Erkennung und Reporting der Risiken sowie Einleitung der GegenmaßnahmenVorstand Gesamtverantwortung für das Risikomanagementsystem

Risiko- und Chancenbericht

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagement-systems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Ziel des internen Kontroll-und Risikomanagement-systems ist sicherzustellen, dass alle Geschäftsvorfälle richtig erfasst, auereitet, gewürdigt und in die Rech-nungslegung übernommen werden.

Mit dem internen Kontroll- und Risikomanage-mentsystem (IKR) im Hinblick auf den Rechnungs-legungsprozess stellt KRONES sicher, dass sämtliche Geschäſtsvorfälle bilanziell stets richtig erfasst, auereitet, gewürdigt und in die Rechnungslegung übernommen werden. Das IKR von KRONES umfasst alle Grundsätze, Methoden und Maßnahmen, diegarantieren, dass die Rechnungslegung des Unternehmens wirksam, wirt-schaſtlich sowie ordnungsgemäß ist und alle maßgeblichen rechtlichen Vor-schriſten eingehalten werden.

Im KRONES Konzern besteht eine klare Führungs- und Unternehmensstruktur. Bereichsübergreifende Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert.

  • " Die Funktionen der im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wesentlich beteiligten Unternehmensbereiche sind klar getrennt und Verantwortungsbereiche eindeutig zugeordnet.

  • " Innerhalb der Geschäſtsbereiche werden regelmäßige Kontrollfunktionen, vor allem durch das Controlling, übernommen.

  • " Im Finanz- und Rechnungswesen wird, soweit möglich, Standardsoſtware eingesetzt.

  • " Durch entsprechende Einrichtungen im IT-Bereich wird die im Finanz-und Rechnungswesen eingesetzte Unternehmenssoſtware gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

  • " Es besteht ein adäquates Richtlinienwesen (Zahlungsrichtlinien, Reise-kostenrichtlinien u. a.), das laufend aktualisiert wird.

  • " Alle Abteilungen, die am Rechnungslegungsprozess beteiligt sind, arbeiten ständig daran, die Qualität der Arbeit sicherzustellen.

  • " In regelmäßigen Stichproben prüfen wir laufend, ob Buchhaltungsdaten vollständig und richtig sind.

  • " Die in der Buchhaltung eingesetzte Soſtware führt programmierte Plausibilitätsprüfungen durch.

  • " Bei allen rechnungslegungsrelevanten Vorgängen wenden wir das Vier-Augen-Prinzip an.

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Risiko- und

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Chancenbericht

Übersicht und Beschreibung der wesentlichen Risiken

Risikokategorie

Maximale Schadenhöhe

Eintrittswahr-scheinlichkeit

Finanzielle Auswirkung

Umfeld- und Branchenrisiken

Gesamtwirtschaftliche Risiken

hoch

mittel

mittel

Branchenspezifische Risiken

hoch

niedrig

mittel

Finanzwirtschaftliche Risiken

Ausfallrisiken

hoch

niedrig

hoch

Liquiditätsrisiko

niedrig

niedrig

niedrig

Zinsänderungsrisiko

niedrig

niedrig

niedrig

Währungsrisiko

mittel

mittel

niedrig

Operative Risiken

Preisrisiko

hoch

mittel

hoch

Beschaffungsrisiken

mittel

mittel

mittel

Kostenrisiko

hoch

mittel

hoch

Personalrisiko

niedrig

niedrig

niedrig

Rechtliche Risiken

hoch

mittel

mittel

Umwelt- und Sicherheitsrisiken

hoch

niedrig

niedrig

IT-Risiken

mittel

niedrig

niedrig

KRONES teilt die maximale Schadenhöhe, die Eintrittswahrscheinlichkeiten und die finanziellen Auswirkungen wesentlicher Risiken in die Bewertungskategorien niedrig, mittel und hoch ein. Definition siehe Seite 74.

Umfeld- und Branchenrisiken

Gesamtwirtschaftliche Risiken

KRONES ist mit seinen Produkten und Dienstleistungen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie weniger konjunkturabhängig als andere Maschinen-bauer. Komplett entziehen kann sich das Unternehmen gesamtwirtschaſtli-chen Einflüssen aber nicht, wie die Corona-Krise 2020 gezeigt hat.

Die weiteren Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaſt sind weiter-hin schwer abzuschätzen. Sollte sich die Covid-19-Pandemie im laufenden Jahr schwerer eindämmen lassen als erwartet, beispielsweise wegen gefährlicher Mutationen oder Impfschwierigkeiten, hätte das negative Folgen auf das Wirt-schaſtswachstum und die Investitionsbereitschaſt der Kunden. Dies könnte sich mindernd auf den Umsatz und das Ergebnis von KRONES auswirken.

Von möglichen internationalen Handelskonflikten sind wir direkt nur in gerin-gem Umfang betroffen. Sollte sich die Weltwirtschaſt aber beispielsweise wegen anhaltender Handelskonflikte deutlich schwächer entwickeln als erwartet, würde sich das auch auf Umsatz und Ergebnis von KRONES negativ auswirken.

Auch eine globale Finanzkrise könnte zulasten der Investitionen in Maschinen und Anlagen von KRONES gehen, weil sich die Finanzierungsmöglichkeiten allgemein verschlechtern würden. Durch die breite internationale Aufstellung des Unternehmens ist KRONES in der Lage, Geschäſtseinbrüche in einzelnen Regionen zumindest abzumindern.

Auswirkung gesamtwirtschaſtlicher Risiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

Risiko- und Chancenbericht

Branchenspezifische Risiken

Branchenspezifischen Risiken ist KRONES hauptsächlich durch die Entwicklung des weltweiten Verpackungsmarktes und dem Agieren seiner Wettbewerber ausgesetzt. Das Wettbewerbsumfeld könnte sich verschärfen, wenn Konkurren-ten von KRONES auf Kosten der Preisqualität den Kampf um Auſträge forcieren, um ihre Kapazitäten auszulasten. Dem Risiko, Marktanteile zu verlieren, be-gegnen wir, indem wir unseren technologischen Vorsprung weiter ausbauen. Darüber hinaus differenziert sich KRONES mit seiner starken Serviceorientie-rung vom Wettbewerb.

Hauptsächlich in Europa wird seit einigen Jahren verstärkt über Kunststoff-und PET-Verpackungen debattiert. KRONES erzielt einen großen Teil des Umsatzes mit solchen Produkten. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die PET-Debatte nachhaltig verschärſt und regional ausweitet. Dies könnte die Investitionsbereitschaſt unserer Kunden im Bereich Kunststoechnik ver-mindern und damit Umsatz und Ergebnis negativ beeinflussen.

Auswirkung branchenspezifischer Risiken: Bei einer hohen maximalen Schaden-höhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

Finanzwirtschaftliche Risiken

KRONES ist finanzwirtschaſtlichen Risiken in Form von Ausfallrisiken, Liqui-ditätsrisiken, Zinsänderungsrisiken und Währungsrisiken ausgesetzt. Wir beschreiben diese Risiken und geeignete Maßnahmen im Folgenden auch in Einklang mit den Angaben nach IFRS 7 zur Risikoberichterstattung zu Finanz-instrumenten. Grundsätzlich bestehen durch regionale und kundenbezogene Diversifizierungen keine wesentlichen Risikokonzentrationen.

1. Ausfallrisiken

Das Ausfallrisiko beschreibt das maximale Risikopotenzial, das sich aus den einzelnen Positionen zum Berichtszeitpunkt ergibt. Etwaige vorhandene Sicherheiten werden nicht berücksichtigt.

1.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Das Kreditrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen be-schreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes, der dadurch entsteht, dass ein Kunde seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.

KRONES steuert Kreditrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistun-gen auf Basis von internen Richtlinien. Ein Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch verschiedene, gegebenenfalls länder-spezifische Sicherungsformen, abgesichert. Die Sicherungen umfassen zum Beispiel den Eigentumsvorbehalt sowie Garantien und Bürgschaſten oder Akkreditive. Um dem Kreditrisiko vorzubeugen, werden zudem externe Bonitätsprüfungen von Kunden durchgeführt. Darüber hinaus existieren Prozesse zur laufenden Überwachung von eventuell ausfallgefährdeten For-derungen. Wertberichtigungen auf uneinbringliche Forderungen aus Liefe-rungen und Leistungen erfolgen auf individueller Basis. Die, gemessen am gesamten Forderungsbestand, sehr geringen tatsächlichen Forderungsaus-fälle belegen die Effektivität der vorgenommenen Maßnahmen.

Das theoretisch maximale Kreditrisiko aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert.

31.12.2019

31.12.2020

in T€

Buchwert

davon: zum Abschluss-stichtag nicht über-fällig

davon: zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig

bis zu 90 Tagen

zwischen 90 und 180

Tagen

zwischen 180 und 360

Tagen

über 360

Tagen

31.12.2020 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens-werte

1.259.108

1.130.227

82.798

26.194

17.698

2.191

31.12.2019 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens-werte

1.533.050

1.368.344

115.204

21.677

19.501

8.324

Risiko- und Chancenbericht

  • 1.2 Derivative Finanzinstrumente

    KRONES verwendet derivative Finanzinstrumente auf einzelvertraglicher Basis ausschließlich für das Risikomanagement. Ohne den Einsatz von deri-vativen Finanzinstrumenten wäre das Unternehmen höheren finanziellen Risiken ausgesetzt.

    Sie decken im Wesentlichen die Risiken ab, die aus Kursveränderungen des US-Dollars, des kanadischen Dollars, der norwegischen Krone sowie des japanischen Yens gegenüber dem Euro entstehen können. Die wesentlichen Vertragsspezifika (Höhe, Laufzeit) von Grund- und Sicherungsgeschäſt sind weitgehend identisch. Das Ausfallrisiko aus derivativen Finanzinstrumen-ten besteht maximal in der Höhe des Saldos der positiven Marktwerte bei Ausfall eines Vertragspartners. Hierzu verweisen wir auf den Konzern-anhang.

  • 1.3 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

    Die maximale Kreditrisikoposition aus den sonstigen finanziellen Ver-mögenswerten entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. KRONES ist aus den sonstigen Vermögenswerten keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt. Die darin enthaltenen Vermögenswerte sind kurzfristig.

    Auswirkung von Ausfallrisiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von hohen finanziellen Auswirkungen aus.

2. Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maß erfüllen kann.

KRONES generiert finanzielle Mittel vorwiegend durch das operative Ge-schäſt. Die Mittel dienen vorrangig der Finanzierung des Working Capital sowie von Investitionen. KRONES steuert seine Liquidität, indem das Unter-nehmen neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäſt ausreichend liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält. Das operative Liquiditätsmanagement des Unternehmens besteht auseinem Cash-Managementsystem, das auf einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung auf Jahresbasis beruht. Damit kann KRONES frühzeitig auf mögliche Liquiditätsengpässe reagieren. Die Zahlungsmittel und Zah-lungsmitteläquivalente von KRONES umfassen neben Kassenbeständen im Wesentlichen Guthaben bei Kreditinstituten. Die folgende Fälligkeitsüber-sicht zeigt, wie die undiskontierten Cashflows der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020 die Liquiditätssituation des Unternehmens beeinflussen.

in T€

Buchwert 31.12.2020

Cashflow 2021 ZinsenTilgung

Cashflow 2022 - 2025 ZinsenTilgung

Cashflow nach 2025 ZinsenTilgung

Derivate Finanzinstrumente

784

0

735

0

49

0

0

Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten

32.064

43

27.005

158

3.809

7

1.250

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

370.359

0

370.315

0

44

0

0

Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen

95.217

713

28.058

2.494

50.851

1.315

16.308

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

107.556

0

95.369

0

12.187

0

0

605.980

756

521.482

2.652

66.940

1.322

17.558

in T€

Buchwert 31.12.2019

Cashflow 2020 ZinsenTilgung

Cashflow 2021 - 2024 ZinsenTilgung

Cashflow nach 2024 ZinsenTilgung

Derivate Finanzinstrumente

3.392

0

2.828

0

564

0

0

Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten

72.242

0

72.178

3

64

0

0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

463.736

0

463.722

0

14

0

0

Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen

89.048

2.082

29.802

5.125

56.034

611

3.212

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

146.013

0

100.347

0

47.216

0

0

774.431

2.082

668.877

5.128

103.892

611

3.212

Auswirkung des Liquiditätsrisikos: Bei einer niedrigen maximalen Schaden-höhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

Risiko- und Chancenbericht

  • 3. Zinsänderungsrisiko

    KRONES ist Risiken ausgesetzt, die sich aus möglichen Schwankungen der Marktzinssätze ergeben können. KRONES nahm zum Bilanzstichtag 2020 im Verhältnis zum Geschäſtsvolumen nur relativ geringe Bankkredite in Anspruch.

    Auswirkung des Zinsänderungsrisikos: Bei einer niedrigen maximalen Scha-denhöhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

  • 4. Währungsrisiko

    Da unsere Exporte in Länder außerhalb der Eurozone einen wesentlichen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen, sind wir grundsätzlich Währungs-risiken ausgesetzt. Mit Kurssicherungsgeschäſten wirken wir diesen best-möglich entgegen. Zudem schließen wir Beschaffungs- und Absatzgeschäſte weitestgehend in Euro oder der jeweiligen funktionalen Währung ab.

Wesentliche Fremdwährungspositionen nach Klassen des ifrs 7:

31.12.2020

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31.12.2020 in T€

Währung uSD

Währung

NOK

Währung cAD

Währung cNy

Währung

GBP

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

3.213

0

350

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

957

0

0

12

Sonstige Finanzforderungen

0

0

0

0

0

Derivate mit positiven Marktwerten

7.372

20

17

141

27

Summe Aktiva

10.585

977

367

141

39

Verbindlichkeiten

Lieferungen und Leistungen

6.542

9

1.229

0

637

gegenüber Kreditinstituten

0

0

0

0

0

Sonstige Verbindlichkeiten

0

0

0

0

0

Derivate mit negativen Marktwerten

367

4

211

115

13

Summe Passiva

6.909

13

1.440

115

650

Saldo Aktiva und Passiva

3.676

964

- 1.073

26

- 611

Netto-Exposure per 31.12.2020

3.676

964

- 1.073

26

- 611

Eine Veränderung des Stichtagskurses um + 10 % in Bezug der Fremdwährung zum Euro (Mengennotierung) würde folgende Auswirkung auf das Ergebnis nach Steuern bzw. auf andere Eigenkapitalbestandteile haben:

in T€

Währung uSD

Währung

NOK

Währung cAD

Währung cNy

Währung

GBP

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

- 4.321

162

621

1.847

- 138

Konzerneigenkapital

12.762

0

251

0

- 111

Auswirkung des Währungsrisikos: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von nied-rigen finanziellen Auswirkungen aus.

Risiko- und Chancenbericht

Operative Risiken

  • 1. Preisrisiko

    KRONES ist in einem wettbewerbsintensiven Markt tätig, in dem Unter-nehmen Auſträge teilweise über nicht kostendeckende Preise generieren. Preisrisiken bergen auch die mit unseren Kunden geschlossenen Fest-preisverträge.

    Das Risiko von entstehenden Mehrkosten trägt KRONES. Um dieses Risiko zu minimieren, hat KRONES eine mehrdimensionale Auſtragsanalyse einge-führt. Ab einer definierten Größe werden jede Anfrage und jedes Angebot nach den finanziellen, den technisch/technologischen, den steuerlichen sowie den rechtlichen und den regionalen Risiken beurteilt.

    Auswirkung des Preisrisikos: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von hohen finanziellen Auswirkungen aus.

  • 2. Beschaffungsrisiken

    KRONES ist im Rahmen seiner Geschäſtstätigkeit durch den Bezug von Teilen und Rohstoffen einem Marktpreisrisiko ausgesetzt. Wesentliche Einflussfaktoren auf Rohstoffpreise sind geopolitische und gesamtwirt-schaſtliche Entwicklungen. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass sich die Rohstoffpreise zu unseren Ungunsten entwickeln. Das Unternehmen begeg-net diesem Risiko durch ein gezieltes Beschaffungsmanagement bzw. durch längerfristige Lieferkontrakte, wodurch wesentliche Rohstoffpreisrisiken verringert werden. Hinsichtlich Lieferanten besteht darüber hinaus ein Pro-dukt-, Termin- und Qualitätsrisiko. Ein speziell entwickeltes Lieferanten-auswahl-, Kontroll- und Steuerungsverfahren trägt dazu bei, solche Risiken zu minimieren.

    Auswirkung der Beschaffungsrisiken: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

3. Kostenrisiko

Unsere Ergebnisprognose basiert darauf, dass wir durch die strukturellen Maßnahmen Kosteneinsparungen realisieren. Beispiele hierfür sind Per-sonalanpassungen an den deutschen Standorten, unser neues Werk in Ungarn und der zunehmende Materialeinkauf in Best-Cost-Countries. Grundsätzlich optimieren wir die Kostenstrukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. KRONES ist dem Risiko ausgesetzt, dass die Einspa-rungen geringer ausfallen als erwartet. Durch permanente Kontrolle der unternehmensweiten Projekte mindern wir dieses Risiko.

Auswirkung des Kostenrisikos: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von hohen finanziellen Auswirkungen aus.

4.

Personalrisiko

KRONES will besonders im Servicebereich und im Digitalgeschäſt verstärkt wachsen. Dafür benötigen wir hoch qualifizierte Mitarbeiter im In- und Ausland. Es besteht das Risiko, dass das Unternehmen nicht genügend geeignete Mitarbeiter findet. Frühzeitigen Zugang zu qualifizierten Mitar-beitern werden wir uns durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Hochschulen sichern. In unserem Unternehmen beschäſtigen wir laufend Bachelor-/Masterstudenten. Zudem setzen wir professionelle Personal-berater ein.

Auswirkung des Personalrisikos: Bei einer niedrigen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

Rechtliche Risiken

Grundsätzlich bestehen für KRONES aus dem operativen Geschäſt Risiken im Zusammenhang mit möglichen Rechtsstreitigkeiten. KRONES begegnet recht-lichen Risiken durch Verhaltensregeln, Kodizes und der internen Compliance-Struktur. Darüber hinaus hat das Unternehmen branchenübliche Versicherun-gen abgeschlossen.

Risiko- und Chancenbericht

Auswirkung von rechtlichen Risiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

Umwelt- und Sicherheitsrisiken

Als produzierendes Unternehmen ist KRONES Risiken im Bereich Umwelt und Sicherheit ausgesetzt, die zu möglichen Schäden an Menschen, Gütern und der Reputation des Unternehmens führen können. Schäden, die durch technisches oder menschliches Versagen in der Produktion ausgelöst werden, könnten sich direkt finanziell auswirken. Darüber hinaus können sich im Schadensfall Stra-fen, Schadensersatzforderungen und Reputationsschäden indirekt finanziell auswirken. KRONES vermindert Umwelt- und Sicherheitsrisiken durch hohe technische Standards in der Produktion, Schulungen, Verhaltensregeln sowie branchenübliche Versicherungen.

Auswirkung von Umwelt- und Sicherheitsrisiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

it-Risiken

Alle wesentlichen Geschäſtsprozesse von KRONES basieren auf funktionieren-den IT-Systemen. Risiken bestehen darin, dass wichtige Systeme ausfallen, gestört oder von unberechtigten Dritten auf diese zugegriffen werden. Dies könnte den Verlust von wichtigen vertraulichen Daten zur Folge haben. KRONES wappnet sich gegen diese Risiken mit international anerkannten IT-Sicherheits-maßnahmen. Für kritische Geschäſtsprozesse haben wir redundante IT-Sys-teme angelegt.

Auswirkung von IT-Risiken: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuſten Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedri-gen finanziellen Auswirkungen aus.

Übersicht und Beschreibung der wesentlichen Chancen

Die wesentlichen Chancen

Unternehmerische Chancen erfasst KRONES nicht im Risikomanagementsys-tem. Wir teilen ihnen daher keine Eintrittswahrscheinlichkeiten und mögliche finanzielle Auswirkungen zu. Im Folgenden beschreiben wir die Chancen allgemein.

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Gesamtwirtschaſtliche Chancen bieten sich für KRONES durch die gute interna-tionale Positionierung des Unternehmens. Sollte sich die Wirtschaſt in einzel-nen Regionen der Welt besser entwickeln als von den Experten prognostiziert, könnten wir davon profitieren. Vor allem in den aufstrebenden Volkswirtschaf-ten in Asien/Pazifik sowie in Afrika und dem Mittleren Osten hat KRONES seine Marktstellung in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt. Deshalb ergäben sich für uns zusätzliche Chancen, wenn die Wirtschaſt in den Emerging Mar-kets stärker als erwartetet wächst. Für den Euro-Raum und die USA rechnen die Experten des Internationalen Währungsfonds für 2021 ebenfalls mit einer Kon-junkturerholung. Sollte die Wachstumsdynamik in diesen Regionen stärker als erwartet sein, könnte dies zu einem über unserer Prognose liegenden Umsatz und Ergebnis führen.

Branchenspezifische Chancen

Die Hersteller von Getränken und Lebensmitteln achten zunehmend darauf, Energie und andere Ressourcen sparsam einzusetzen. Es besteht die Chance, dass sich dieser Trend verstärkt und die Bereitschaſt der Kunden steigt, dafür auch höhere Preise zu akzeptieren. Daraus eröffnen sich für KRONES aufgrund seiner Wettbewerbsvorteile in diesem Bereich zusätzliche Absatz- und Umsatz-chancen. Mit dem zertifizierten Managementsystem enviro haben wir die Basis dafür geschaffen, dass Maschinen und Anlagen von KRONES besonders nied-rige Energie- und Medienverbräuche aufweisen. Damit hat sich das Unterneh-men auch einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet.

Risiko- und Chancenbericht

Auch im Bereich Digitalisierung liegen erhebliche zusätzliche Absatz- und Umsatzchancen für Krones. Die Kunden erwarten, dass sie mit »intelligenten« Maschinen und Anlagen von Krones Betriebs- und Personalkosten sparen. KRONES kann für die »digitale Getränkefabrik« schon einige Produkte und Dienstleistungen anbieten und will die führende Position in dem zukunſts-trächtigen Bereich Digitalisierung weiter ausbauen.

Chancen durch Akquisitionen

Der Fokus von KRONES liegt 2021 darauf, die in der Vergangenheit getätigten Zukäufe zu integrieren. Größere Akquisitionen sind für 2021 nicht geplant. Soll-ten sich jedoch Kaufmöglichkeiten ergeben, ist KRONES aufgrund der soliden Finanz- und Kapitalausstattung grundsätzlich in der Lage, mögliche Chancen für externes Wachstum zu nutzen. Unsere Ergebnisplanungen beinhalten keinerlei künſtige Akquisitionen. Durch externes Wachstum könnten sich Chancen für KRONES eröffnen.

Operative Chancen

  • 1. Absatzpreise

    KRONES will die angestrebte Ergebnisverbesserung durch eine günstigere Kostenbasis realisieren. Darüber hinaus bemühen wir uns nachhaltig, nach dem Krisenjahr 2020 wieder Preiserhöhungen für alle Maschinen der Abfüll- und Verpackungstechnik sowie der Prozesstechnik durchzusetzen. Sollten sich die Marktpreise besser als erwartet entwickeln, ergäben sich daraus für das Unternehmen Chancen.

  • 2. Beschaffungspreise

    Das Unternehmen kauſt zunehmend Gleichteile und komplette Baugrup-pen bei Lieferanten. Darüber hinaus bescha KRONES verstärkt Material lokal, also an den internationalen Standorten des Unternehmens bezie-hungsweise in Best-Cost-Countries. Es besteht die Chance, dass wir dadurch insgesamt mehr einsparen als geplant. Zusätzliche Chancen ergeben sich durch allgemein niedrigere Rohstoffpreise als erwartet.

3. Kosten

KRONES hat eine Reihe von kurzfristigen und strukturellen Maßnahmen initiiert, um die Kostenstruktur des Unternehmens zu optimieren. Sollten einzelne Maßnahmen stärker oder schneller greifen als geplant, ergeben sich daraus Chancen für KRONES.

Zusammenfassende Beurteilung der Risiko- und Chancenlage

Aus heutiger Sicht sind für KRONES keine Risiken ersichtlich, die den Fort-bestand des Unternehmens gefährden könnten.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einschätzung zu Risiken und Chancen nicht wesentlich geändert. Der Schwerpunkt der Risiken liegt unverändert auf den Umfeld- und Branchenrisiken sowie den finanzwirtschaſtlichen Risiken.

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3 | erKLärung zur

4 | jahresabschLuss

5 | anhang

Nach Ablauf des

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Geschäftsjahres

Nach Ablauf des Geschäftsjahres

Nach Ablauf des Geschäſtsjahres fanden keine wesentlichen Ereignisse statt.

Prognosebericht

Prognosebericht*

  • " Globale Konjunkturaussichten für 2021 positiv

  • " krones erwartet im laufenden Jahr leichte Belebung des Geschäfts

  • " Anpassungsmaßnahmen stärken die Ertragskraft von krones 2021

Weltwirtschaft soll 2021 um 5,5 % wachsen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Januar 2021 ein weltweites Wirtschaſtswachstum von 5,5 % für das Jahr 2021 prognostiziert. Damit dürſte im laufenden Jahr der Konjunktureinbruch des Jahres 2020 (minus 3,5 %) wieder wettgemacht werden. Grundlage für die positiven Aussichten sind Hoffnungen auf ein Abklingen der Covid-19-Pandemie durch den Einsatz von Impfstoffen. Zudem dürſten die angekündigten hohen Investitionsprogramme verschiedener Regierungen, vor allem in den USA und in Japan, für wirtschaſt-liche Impulse sorgen. Nicht zuletzt werden die Notenbanken mit ihrer weiter-hin lockeren Geldpolitik die Erholung unterstützen. Die Experten erwarten, dass sich nach einem noch eher verhaltenen Start das Wachstum ab dem zwei-ten Quartal 2021 beschleunigt. Risiken für Abwärtskorrekturen liegen gemäß den IWF-Volkswirten vor allem im weiteren Verlauf der Pandemie. Sollte sich das Coronavirus aufgrund von ansteckenderen Mutationen schwerer eindäm-men lassen und die Impfung der Bevölkerungen länger dauern als erwartet, dürſte das prognostizierte Wachstum niedriger ausfallen.

Der Internationale Wäh-rungsfonds prognostiziert für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 5,5 %.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern dürſte die Wachstumsdynamik 2021 mit 6,3 % im Ver-gleich zum schwachen Vorjahr deutlich zunehmen. Wachstumstreiber ist, wie im Vorjahr, China. Für die Volkswirtschaſt im Reich der Mitte prognosti-ziert der IWF 2021 ein Wachstum des Bruttoinlands-

* Alle Angaben innerhalb »Prognosebericht« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Quelle:

produkts (BIP) von 8,1 %. Nach dem starken Einbruch im Jahr 2020, soll in In-dien die Wirtschaſtsleistung 2021 sogar um 11,5 % steigen. Weniger Dynamik erwartet der IWF für die Region Naher Osten/Zentralasien. Dort rechnen die Ex-perten mit einem Anstieg des BIP um 3,0 %. In Lateinamerika soll die Wirtschaſt 2021 um 4,1 % zulegen.

Für die Industriestaaten rechnet der IWF 2021 aufgrund der schnelleren Impfung der Bevölkerung und der weiterhin niedrigen Zinsen mit einem BIP-Wachstum von 4,3 %. Für die Euro-Zone rechnet der IWF insgesamt mit einem Wachstum von 4,2 %. In Deutschland erwarten die Experten eine weniger starke Erholung des Wachstums und prognostizieren für 2021 eine Zunahme des BIP um 3,5 %. Wegen der hohen fiskalischen Anreize in den USA, dürſte das BIP in der weltweit größten Volkswirtschaſt 2021 um 5,1 % steigen. Auch Japan sollte von staatlichen Unterstützungsprogrammen profitieren. Für dieses Land liegt die Wachstumsprognose des IWF bei 3,1 %.

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der Krones ag

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Niedrige Inflationsraten und solide Beschäftigungszahlen stützen den Konsum

Maschinen- und Anlagenbau rechnet mit steigender Produktion

Quelle: Statista

* Prognose

* Prognose

Quelle: Statistisches Bundesamt,

Die Investitionsbereitschaſt der KRONES Kunden und damit die Nachfrage nach Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen ist abhängig von der Konsumfreude der Endverbraucher. Eine niedrige Arbeitslosenquote und geringe Inflations-raten wirken sich positiv auf die Kauraſt der Konsumenten aus. Sie stützen somit die Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmitteln und beeinflussen dadurch indirekt die Nachfrage nach den Produkten und Dienst-leistungen von KRONES. Für 2021 erwarten wir, dass eine leicht höhere Arbeits-losenquote und eine weiterhin niedrige Inflation insgesamt keine negativen Ef-fekte auf die Geschäſte von KRONES haben werden.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwartet, dass sich die leicht auellende Konjunktur im Jahr 2021 auch positiv auf die Bran-che auswirken wird. Der Wert der produzierten Maschinen und Anlagen soll gemäß VDMA um 4 % gegenüber dem Vorjahr steigen. Die Prognose ist allerdings mit hohen Unsicherheiten belastet. Zum

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagen-bau (VDMA) rechnet für 2021 mit einer Erholung der Bran-che. Er prognostiziert einen Produktionsanstieg von 4 % gegenüber dem Krisenjahr 2020.

einen ist die konjunkturelle Entwicklung weiterhin sehr labil. Zum anderen bereitet der zunehmende Protektionismus Sorgen, weil der Exportanteil des Maschinenbaus aus Deutschland rund 80 % beträgt. Darüber hinaus könnten sich im Aufschwung Liquiditätsengpässe für die Maschinenbauer ergeben, da sie in Vorleistung gehen müssen.

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krones geht verhalten optimistisch in das Jahr 2021

Nach dem schwierigen Jahr 2020 startet KRONES verhalten optimistisch in das Geschäſtsjahr 2021. Gründe für eine gewisse Zurückhaltung gibt es aber weiter-hin genug. Die gesamtwirtschaſtlichen Prognosen für das laufende Jahr sind insgesamt zwar positiv. Aber 2021 wird erneut geprägt sein von politischen und wirtschaſtlichen Unwägbarkeiten. Vor allem die weiteren Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaſt sind derzeit noch nicht abzuschätzen. Von diesen Unsicherheiten ist auch das Orderverhalten der Kunden von KRONES be-troffen. Obwohl die Nachfrage der Konsumenten nach abgepackten Getränken 2021 wieder steigen dürſte, halten sich die Unternehmen aus der internationa-len Getränkeindustrie aufgrund der gesamtwirtschaſtlich labilen Lage mit In-vestitionen zurück. Wir rechnen daher für 2021 insgesamt damit, dass sich der Weltmarkt für Abfüll- und Verpackungstechnik sowie die Absatzpreise auf niedrigerem Niveau stabilisieren. Der Wettbewerb auf unseren Märkten sowie der Kostendruck wird auch im laufenden Geschäſtsjahr hoch bleiben.

Die mittel- und langfristigen Aussichten bleiben unverändert positiv. Denn die Nachfrage der Konsumenten nach abgepackten Getränken und flüssigen Lebensmitteln wächst aufgrund einiger Megatrends, wie beispielsweise die steigende Weltbevölkerung, stetig.

Beide Segmente sollten sich 2021 stabilisieren und im Jahresverlauf erholen

Im laufenden Jahr liegt der Fokus bei KRONES auf der weiteren Umsetzung der eingeleiteten strukturellen Maßnahmen, um die Kostenstrukturen zügig an das niedrigere Umsatzniveau anzupassen. Darüber hinaus wollen wir mit Innovationen und zukunſtsfähigen Produkten und Services die sich bietenden Wachstumschancen konzernweit nutzen. Akquisitionen sind in beiden Seg-menten für 2021 nicht geplant. Ziel ist es, die Profitabilität im laufenden Jahr in beiden Segmenten zu steigern.

Im Kernsegment »Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung« konzentriert sich KRONES, neben den Kostensenkungen, verstärkt auf die Kern-kompetenzen Vertrieb, Engineering, Endmontage und Lifecycle Service. Mit die-sen Kernkompetenzen will das Unternehmen auch neue Märkte erschließen. Zu-dem wird KRONES weiter seine Stärken nutzen, um die Marktposition zu festigen und auszubauen. So will KRONES mit seiner umfangreichen Linienkompetenz verstärkt Kunden für effiziente und zuverlässige Abfüll- und Verpackungslinien gewinnen. Auch die führende Position im Bereich Nachhaltigkeit sollte das Wachstum von KRONES stützen. Kunden wollen und müssen Ressourcen ein-sparen. Hier ist KRONES mit seinen ressourcenschonenden enviro Produkten sowie nachhaltigen PET-Lösungen bestens positioniert.

KRONES erwartet für das Kernsegment 2021 einen Anstieg des Umsatzes um 2 bis 3 %. Die EBITDA-Marge sollte bei rund 8,0 bis 9,0 % liegen.

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Das Segment Prozesstechnik soll 2021 den Umsatz um 5 - 7 % gegenüber dem Vorjahr steigern und eine eBITDA-Marge von 0 - 1,0 % erzielen.

Im Segment »Maschinen und Anlagen zur Getränke-produktion/Prozesstechnik« liegt der Fokus auf der weiteren Umsetzung der strukturellen Maßnah-men. Hier steht die finale Ausgliederung der Braue-reiaktivitäten im Vordergrund. Unter der Marke

»STEINECKER« wird die neue Gesellschaſt das Brauereigeschäſt eigenständig weiterentwickeln und auf Profitabilität trimmen. Mit einer weiterhin hohen Nachfrage nach unseren Produkten und Services rechnen wir im Bereich »Intralogistik«. Dieses Geschäſtsfeld profitiert sowohl von der zunehmenden Digitalisierung als auch von den Marktänderungen durch Covid-19, wie kürzere Lieferzeiten, zunehmende Automatisierung sowie mehr Bestellungen über das Internet. Auch 2021 will KRONES in der Intralogistik überdurchschnittlich wachsen und die Profitabilität weiter verbessern.

Insgesamt prognostizieren wir für das Segment Prozesstechnik, in dem auch die Intralogistik angesiedelt ist, für 2021 einen Umsatzzuwachs von 5 bis 7 % bei einer EBITDA-Marge von rund 0 bis 1,0 %.

krones strebt für 2021 Verbesserungen bei Umsatz und ebitDA-Marge an

Auf Grundlage der derzeitigen gesamtwirtschaſtlichen Aussichten gehen wir davon aus, dass sich 2021 die für KRONES relevanten Märkte stabilisieren und, vor allem im zweiten Halbjahr, Erholungstendenzen zeigen. Darauf basieren rechnet das Unternehmen für 2021 im Konzern mit einem Umsatzwachstum von 2,5 bis 3,5 %.

Mit Hilfe leicht steigender Umsätze und aufgrund dereingeleiteten strukturellen Maßnahmen will KRONES die Ertragskraſt im laufenden Jahr gegenüber 2020 verbes-sern. Für 2021 prognostiziert das Unternehmen für den Konzern eine EBITDA-Marge von 6,5 bis 7,5 %. Dies entsprächeeiner EBT-Marge von 3,0 bis 4,0 %.

Krones will 2021

den Umsatz und die eBITDA-Marge steigern.

Für die dritte Zielgröße, das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, erwar-tet KRONES im laufenden Jahr 26 - 27 %. Diese Kennzahl will das Unternehmen durch intensiveres Management der Working-Capital-Stellgrößen, insbeson-dere der Forderungen, verbessern.

Die Prognose 2021 steht unter dem Vorbehalt, dass es zu keinen gravierenden Belastungen durch die Covid-19-Pandemie, wie beispielsweise schwere Virus-mutationen oder Impfschwierigkeiten, kommt. Dies würde die Gesamtwirt-schaſt und somit auch KRONES stärker als aktuell erwartet belasten und zu negativen Umsatz- und Ergebniseffekten führen.

EB

Prognose für 2021

Ist-Wert 2020

Umsatzwachstum

2,5 - 3,5 %

- 16,1 %

EBITDA-Marge

6,5 - 7,5 %

4,0 %

Working Capital/Umsatz

26 - 27 %

28,3 %

Ende des Prognoseberichts des KRONES Konzerns.

Auf Basis der derzeitigen gesamtwirtschaſtlichen Aussichten erwartet die KRONES AG für das Gesamtjahr 2021 bei einem leicht steigenden Umsatz ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Übernahmerelevante Angaben

Übernahmerelevante Angaben (Bericht gemäß § 315 a und § 289 a HgB)

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gesellschaſt betrug zum

31. Dezember 2020 gemäß § 4 Abs. 1 der Satzung der KRONES Aktiengesellschaſt 40.000.000,00 € und war eingeteilt in 31.593.072 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,27 je Aktie. Mit Ausnahme eigener Aktien, aus denen der Gesellschaſt keine Rechte zustehen, sind mit allen Aktien die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Zum 31. Dezember 2020 hielt KRONES keine eignen Aktien. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre aus den Aktien ergeben sich aus den rechtlichen Vor-schriſten des Aktiengesetzes (AktG), insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff., 133 ff. und 186 AktG.

In der Hauptversammlung gewährt gemäß § 20 Abs. 1 der Satzung je eine Aktie eine Stimme. Aus eignen Aktien steht der Gesellschaſt kein Stimmrecht zu.

Zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts sind gemäß § 18 Abs. 1 der Satzung nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich vor der Hauptversammlung bei der Gesellschaſt in Textform in deutscher oder englischer Sprache anmelden und ihren Anteilsbesitz nachweisen. Als Nach-weis reicht ein gemäß § 67c Abs. 3 AktG durch den Letztintermediär in Text-form ausgestellter Nachweis über den Anteilsbesitz des Aktionärs, der der Gesellschaſt vom Letztintermediär auch direkt übermittelt werden kann. Der Nachweis hat sich auf den Beginn des einundzwanzigsten Kalendertages vor der Hauptversammlung zu beziehen.

Beschränkungen des Stimmrechts von Aktien können sich auch aus aktien-rechtlichen Vorschriſten wie beispielsweise aus § 136 AktG ergeben. Verstöße gegen Mitteilungspflichten im Sinne der §§ 33 Abs. 1, 38 Abs. 1 und 39 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) können dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien und auch das Stimmrecht zumindest zeit-weise nicht bestehen.

Nach Kenntnis des Vorstands besteht bzw. bestand im Geschäſtsjahr 2020 fol-gende Vereinbarung, die als Beschränkung im Sinne von und § 289a Satz 1 Nr. 2 und § 315a Satz 1 Nr. 2 HGB angesehen werden kann: Herr Harald Kronseder, Herr Gunther Kronseder, die Harald Kronseder Holding GmbH, Neutraubling, die Beteiligungsgesellschaſt Kronseder mbH, Neutraubling, die VMAX Stiſtung, Neutraubling, Frau Nora Diepold (geb. Kronseder) und Herr Leopold Kronseder sind Parteien eines Pool-Vertrags. Die Poolmitglieder des Pool-Vertrages haben sich zu einer Gesellschaſt bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen (»Familie Kronseder Konsortium«), deren Zweck es ist, durch einheitliche Willensbildung der Gesellschaſter und Stimmrechtsausübung in der Hauptversammlung der KRONES Aktiengesellschaſt sowie durch Beschränkung der beliebigen Veräu-ßerbarkeit der durch den Pool-Vertrag gebundenen Aktien der KRONES Aktien-gesellschaſt (a) den Einfluss der Gesellschaſter (insbesondere den Einfluss der Familie Kronseder) und ihrer Rechtsnachfolger, (b) die Fortführung der KRONES Aktiengesellschaſt in einem nach dem Gesamtbild der wirtschaſtlichen Ver-hältnisse zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Pool-Vertrages vergleichba-ren Umfang (vergleichbarer Umsatz, vergleichbares Auſtragsvolumen, ver-gleichbares Betriebsvermögen, vergleichbare Anzahl der Arbeitnehmer) sicherzustellen und (c) den Charakter einer Familiengesellschaſt zu erhalten.

Dem Vorstand der Gesellschaſt sind darüber hinaus keine Beschränkungen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.

Nach Kenntnis der Gesellschaſt bestehen folgende direkte und indirekte Betei-ligungen am Grundkapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten: Leopold Kronseder (indirekt), Nora Diepold (geb. Kronseder) (indirekt), Gunther Krons-eder (indirekt), VMAX Familienstiſtung, Neutraubling (direkt und indirekt), Harald Kronseder (direkt und indirekt), Harald Kronseder Holding GmbH, Neu-traubling (indirekt), Beteiligungsgesellschaſt Kronseder mbH, Neutraubling (direkt und indirekt), Dr. Volker Kronseder (indirekt).

* Alle Angaben innerhalb »Übernahmerelevante Angaben (Bericht gemäß § 315 a und § 289 a hGB)« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Übernahmerelevante Angaben

Nach Kenntnis der Gesellschaſt halten die Mitglieder des Familie Kronseder Konsortiums gemeinsam folgende Beteiligung am Grundkapital:

Gesamtstimm-rechtsanteile

Familie Kronseder Konsortium

52,18

Bei den genannten Beteiligungen können sich nach dem angegebenen Zeit-punkt (1.3.2021) Veränderungen ergeben haben, die der Gesellschaſt gegenüber nicht meldepflichtig waren. Da die Aktien der Gesellschaſt Inhaberaktien sind, werden der Gesellschaſt Veränderungen beim Aktienbesitz grundsätzlich nur bekannt, soweit sie Meldepflichten unterliegen.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, hat die Gesell-schaſt nicht ausgegeben. Es besteht keine Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital, aus der die Arbeitnehmer ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar aus-üben können.

Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG und § 31 des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG). Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Per-sonen. Die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, die Bestellung der ordentlichen Vorstandsmitglieder und der stellvertretenden Vorstandsmitglie-der, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung erfolgen durch den Aufsichtsrat (§ 6 Abs. 2 der Satzung).

Über Satzungsänderungen hat die Hauptversammlung zu entscheiden (§ 119 Abs. 1 Nr. 5, § 179 Abs. 1 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriſten entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stim-menmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. Dement-sprechend bedürfen - in Abweichung von § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG - auch sat-zungsändernde Beschlüsse der Hauptversammlung neben der einfachen Stimmenmehrheit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, es sei denn, das Gesetz schreibt zwingend eine größere Mehr-heit vor. Der Aufsichtsrat kann Änderungen der Satzung beschließen, die nur die Fassung betreffen (§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG i.V.m. § 13 der Satzung). Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat durch Beschluss der Hauptversammlung vom

15. Juni 2016 ermächtigt worden, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus genehmigten Kapital oder nach Ablauf der Frist für die Ausnutzung des genehmigten Kapitals entsprechend anzupassen.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Juni 2016 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaſt bis zum Ablauf des 15. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lau-tender Stückaktien einmalig oder mehrfach gegen Bareinlagen um insgesamt bis zu Euro 10 Millionen zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Dabei ist den Aktio-nären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wird ermäch-tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für eventuell entstehende Spitzenbeträge ausschließen. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelhei-ten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen.

Der Vorstand ist in den in § 71 AktG gesetzlich geregelten Fällen zum Rückkauf von eigenen Aktien und zur Veräußerung zurückgekauſter Aktien befugt. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Juni 2018 ist der Vorstand er-mächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 12. Juni 2023 unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) eigene Aktien der Gesellschaſt bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaſt zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit

Übernahmerelevante Angaben

anderen eigenen Aktien der Gesellschaſt, welche die Gesellschaſt erworben hat und noch besitzt oder ihr nach den §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaſt überstei-gen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaſt, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaſt oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.

Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaſt gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten.

Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Juni 2018 ermächtigt, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1

Nr. 8 AktG erworbenen eigenen Aktien neben einer Veräußerung über die Börse oder mittels eines Angebots an alle Aktionäre zu jedem zulässigen Zweck, ins-besondere auch in folgender Weise zu verwenden:

  • 1) Sie können eingezogen werden und das Grundkapital der Gesellschaſt um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden Teil des Grundkapitals herab-gesetzt werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

  • 2) Sie können Dritten gegen Sachleistungen angeboten und auf diese über-tragen werden.

  • 3) Sie können gegen Barzahlung an Dritte veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien der Gesellschaſt veräußert werden, den Börsenpreis einer Aktie der Gesellschaſt zum Veräußerungszeitpunkt nicht wesentlich im Sinne der §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet.

4) Sie können zur Bedienung von Erwerbspflichten oder Erwerbsrechten auf

Aktien der Gesellschaſt aus und im Zusammenhang mit von der Gesellschaſt oder einer ihrer Konzerngesellschaſten ausgegebenen Wandel- oder Opti-onsschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandel- oder Options-rechten verwendet werden.

Die Ermächtigung des Vorstands zur Veräußerung und sonstigen Verwendung erworbener Aktien können ganz oder bezogen auf Teilvolumina der erworbe-nen eigenen Aktien einmal oder mehrmals, einzeln oder zusammen, ausge-nutzt werden. Die vorstehenden Ermächtigungen können auch durch abhän-gige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaſt stehende Unternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaſt oder von ihr abhängiger oder im Mehr-heitsbesitz der Gesellschaſt stehender Unternehmen ausgeübt werden.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird insoweit ausge-schlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen unter Ziffer ii) bis einschließlich iv) verwendet werden oder soweit dies, für den Fall der Veräußerung eigener Aktien an alle Aktionäre, erforderlich ist, um Spitzen-beträge auszuschließen.

Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss, dessen vollständiger Wortlaut in der am 19. April 2018 im Bundesanzeiger ver-öffentlichten Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung der KRONES Aktiengesellschaſt am 13. Juni 2018 unter Punkt 9 der Tagesordnung wieder-gegeben ist.

Die KRONES Aktiengesellschaſt hat keine wesentlichen Vereinbarungen getrof-fen, die besondere Regelungen für den Fall des Kontrollwechsels bzw. Kontroll-erwerbs enthalten, der infolge eines Übernahmeangebotes entstehen kann.

Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder Ar-beitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots hat die Gesellschaſt nicht getroffen.

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Abhängigkeitsbericht

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Abhängigkeitsbericht*

Nach §17 AktG besteht ein Abhängigkeitsverhältnis zur Familie Kronseder Konsortium GbR, Neutraubling. Deshalb wird gemäß §312 AktG ein Bericht erstattet, der folgende Schlusserklärung des Vorstands enthält:

Rechtsgeschäſte mit Dritten auf Veranlassung oder im Interesse der Gesell-schaſter der Familien-GbR oder mit ihnen verbundenen Unternehmen hat die KRONES AG im Berichtsjahr nicht vorgenommen. Berichtspflichtige Maßnah-men im Sinne des § 312 AktG wurden weder getroffen noch unterlassen.

Bei den im Berichtsjahr vorgenommenen Rechtsgeschäſten zwischen der KRONES AG und den Gesellschaſtern der Familien-GbR sowie den mit ihnen ver-bundenen Unternehmen hat die KRONES AG in jedem Einzelfall eine angemes-sene Gegenleistung erhalten.

Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auch im Internet unterhttps://www.krones.com/de/unternehmen/investor-relations/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.php abruar.

* Alle Angaben innerhalb »Abhängigkeitsbericht« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

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Vergütungsbericht

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Vergütungsbericht*

Der Vergütungsbericht stellt die Grundzüge, die Struktur und die Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung der KRONES AG dar. Im Interesse der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben zur individualisierten Ver-gütung und die Beschreibung der Grundzüge des Vergütungssystems im nach-folgenden Vergütungsbericht als Teil des Konzernlageberichts zusammenge-fasst. Er umfasst somit die gesetzlichen Vorschriſten des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB.

Vorstandsvergütung

Grundsätze der Vorstandsvergütung

Für die Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder ist das Aufsichtsratsplenum zuständig. Der ständige Ausschuss bereitet dazu die vergütungsrelevanten Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vor und spricht Empfehlungen aus.

Die Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, dessen Verantwortung, seine per-sönliche Leistung und die Erfahrung sowie die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens im Rahmen seines Vergleichs-umfeldes.

Die Angemessenheit wird vom Aufsichtsrat durch externe Benchmarks sowie durch einen Vergleich mit dem oberen Führungskreis bzw. der Gesamtbeleg-schaft regelmäßig überprüft.

Das aktuelle Vergütungssystem für den Vorstand wurde zuletzt im Jahr 2017 überarbeitet.

* Alle Angaben innerhalb »Vergütungsbericht« beziehen sich auf den KRONES Konzern.

Hierbei wurde der bisherige fünfjährige Long Term Incentive (LTI) durch eine neue dreijährige Long Term Incentive Regelung, welche revolvierend ausgelobt wird, ersetzt.

Es wurde eine Übergangsphase ab dem 01.01.2018 vereinbart, welche die Neutralität der Zuteilung sicherstellt.

Diese Neuordnung wurde vom Aufsichtsrat am 29.11.2017 beschlossen und am 13.06.2018 von der Hauptversammlung gebilligt.

Vergütungsbestandteile

Das Vergütungssystem für den Vorstand umfasst nachstehende Vergütungs-bestandteile:

  • " Fixe Bestandteile (Grundvergütung und Nebenleistungen)

  • " Variable Bestandteile, die jährlich wiederkehren und an dem geschäſtlichen Erfolg orientiert sind (Short Term Incentive) mit Risikofaktor

  • " Variable Bestandteile mit mittelfristiger Anreizwirkung (Mid Term Incentive) mit Risikofaktor und einem Berechnungszeitraum von 3 Jahren (bis 2019)

  • " Variable Bestandteile mit langfristiger Anreizwirkung (Long Term Incentive) mit Risikofaktor und einem Berechnungszeitraum von 3 Jahren

  • " Zusagen zur betrieblichen Altersversorgung

Insgesamt besteht die Vergütungsstruktur zu 59 % aus fixer und zu 41 % aus variabler Vergütung. In Summe ist das Vergütungssystem darauf ausgerichtet, einen Anreiz für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung zu setzen. So entsprechen die langfristigen variablen Bestandteile 64 % der gesamten variablen Bestandteile. Des Weiteren bestehen Höchstgrenzen und Auszah-lungshürden bezüglich der variablen Vergütung.

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Vergütungsbericht

unternehmensführung

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Fixe Bestandteile (Grundvergütung und Nebenleistungen)

Das Fixum ist die vertraglich festgelegte Grundvergütung und wird monatlich in gleichen Beträgen als Gehalt ausgezahlt. Eine Überprüfung findet regelmä-ßig statt. Für das Geschäſtsjahr 2020 betrug die Grundvergütung der fünf im Geschäſtsjahr 2020 tätigen Vorstandsmitglieder T€ 2.840,5 (Vorjahr: T€ 2.668), wobei die Vorstandsmitglieder ab Oktober 2020 freiwillig, aus Solidarität mit den Beschäſtigten, die aufgrund der Kurzarbeit Entgelteinbußen hatten, auf 20% ihrer Grundvergütung verzichtet haben.

Zusätzlich werden Nebenleistungen gewährt, die im Wesentlichen die Kosten für den geldwerten Vorteil von üblichen Versicherungsleistungen und der Bereitstellung eines Firmen-Pkw enthalten und die nach den jeweils geltenden steuerlichen Richtlinien versteuert werden. Für das Geschäſtsjahr 2020 erhielten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Höhe von T€ 117 (Vorjahr: T€ 182).

Variable Vergütungsbestandteile

Die variable Vergütung hat Risikocharakter, so dass es sich hierbei um eine nicht gesicherte Vergütung handelt. Das Incentive Paket des Vorstands setzt sich seit 2017 aus Folgenden Komponenten zusammen:

" Short Term Incentive (STI, Berechnungszeitraum 1 Jahr)

  • " Jährliche Auslobung

  • " Zielwert: 3 Monatsgehälter p. a. (= 100 % Zielerreichung)

  • " Bezugsgrößen: EBT-Marge (Schwerpunkt), Auſtragseingang, Konzernumsatz, Net Working Capital

  • " Cap bei 200 % (max. 6 Monatsgehälter)

  • " Auszahlung entfällt, wenn EBT negativ ist

Die STI-Auszahlung für das Geschäſtsjahr 2020 beträgt in 2021 T€ 172,5 (Vorjahr: T€ 27,6). Die Vergütung ergibt sich aus einer individuellen Vereinbarung für den neu eingetretenen Vorstand Herrn Norbert Broger im ersten Geschäſtsjahr.

Die Gesamtvergütung des Vorstands ohne betriebliche Altersvorsorge betrug für das Geschäſtsjahr 2020 T€ 3.131 (Vorjahr: T€ 3.131; ohne Leistungen für vorzeitige Vertragsbeendigung).

Darüber hinaus wurden für beitragsorientierte Zusagen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge Aufwendungen in Höhe von T€ 1.196 (Vorjahr: T€ 1.172) im Geschäſtsjahr 2020 geleistet.

" Long Term Incentive (LTI, Berechnungszeitraum 3 Jahre)

  • " Jährliche Auslobung (revolvierend) (ab 2018)

  • " Zielwert: 5,4 Monatsgehälter p. a. (= 100 % Zielerreichung)

  • " Bezugsgrößen: Enterprise Value nach 3-Jahres-Durchschnitt (EBT mal 9, EBITDA mal 7, Umsatz mal 1) für Start- und Endwert plus Net Cash und abzüglich Pensionsrückstellungen

  • " bis 2018 Cap bei 200 % (max. 10,8 Monatsgehälter), ab 2019 Cap bei 250 % (max. 13,5 Monatsgehälter)

  • " Auszahlung entfällt, wenn EBT im Durchschnitt negativ ist (bis 2018), ab 2019 erfolgt eine Auszahlung, wenn der berechnete Unternehmenswert mind. 100 % der Ausgangsbasis beträgt

Die Long Term Incentive-Rückstellung vermindert sich von T€ 1.342,7 auf

T€ 895,5 im Wesentlichen aufgrund von Veränderungen innerhalb der beste-henden Bewertungsparameter sowie einer Auszahlung in Höhe von T€ 155,9 für ein ausgeschiedenes Vorstandsmitglied. Auf das Geschäſtsjahr 2020 entfällt eine Verringerung von T€ 291,3.

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unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

In Anbetracht der angespannten wirtschaſtlichen Lage wurde durch Beschluss des Vorstandes und des Aufsichtsrates der KRONES AG der Teil der Auszahlun-gen aus dem Long Term Incentive, der in 2021 fällig geworden wäre, auf einen Auszahlungszeitpunkt in 2022 verschoben. Die Höhe der Auszahlung ist von definierten Schwellenwerten der EBT-Marge 2021 abhängig.

Ergänzend zur Gesamtvergütungsstruktur kann der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen eine Sondertantieme ausloben, sofern außergewöhnliche Ereignisse oder besondere Leistungen es als angemessen erscheinen lassen. 2020 wurde keine Sondertantieme ausgezahlt. Für den neu eingetretenen Vorstand Herrn Norbert Broger wurde eine Sign-on Prämie in Höhe von T€ 500 vereinbart, die 2022 zur Auszahlung kommt. Hierdurch werden Einkommensverluste bei seinem vorherigen Arbeitgeber kompensiert, die durch den Wechsel zur KRONES AG eingetreten sind.

Bei der KRONES AG bestehen und bestanden darüber hinaus keine Aktienopti-onsprogramme oder vergleichbare, aktienorientierte Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung für Vorstandsmitglieder.

Zusagen zur betrieblichen Altersversorgung

Für die Mitglieder des Vorstands bestehen des Weiteren Zusagen zur betrieb-lichen Altersversorgung.

Für Vorstandsmitglieder, die dem Vorstand erst seit 2012 oder später angehören, handelt es sich hierbei um beitragsorientierte Zusagen auf Altersrente. Hierzu werden jährlich Beiträge in Höhe von 40 % der jeweiligen Jahresgrundvergü-tung in eine externe Rückdeckungsversicherung mit Sicherungsverpfändung eingezahlt und bis zum Eintritt des Versorgungsfalls entsprechend dem jeweilsgültigen Garantiezins zum Zeitpunkt des Abschlusses zzgl. der jeweiligen Über-schussbeteiligung p. a. verzinst. Eine Altersrente wird ab der Vollendung des 62. Lebensjahres und erst mit tatsächlichem Ausscheiden aus dem Vorstands-gremium gewährt. Neben der Auszahlungsform Rente kann das Vorstandsmit-glied die Auszahlung eines einmaligen Alterskapitals wählen. Für Versorgungs-anwartschaſten des berechtigten Vorstandsmitgliedes, die aus Beträgen der KRONES AG resultieren, tritt eine sofortige Unverfallbarkeit ein. Das Vorstands-mitglied kann ergänzend eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente und/oder eine monatliche Witwen-/Witwerrente hinzuwählen.

Mitgliedern des Vorstands, die bereits vor 2012 erstmals bestellt wurden, erhiel-ten leistungsbezogene Zusagen. Der Prozentsatz beträgt grundsätzlich 30 % der zuletzt gezahlten Grundvergütung (Durchschnitt der letzten 12 Monate). Die Zusagen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Eine Altersleistung wird auch hier ab Vollendung des 62. Lebensjahres und nach tat-sächlichem Ausscheiden aus dem Vorstandsgremium gewährt. Scheidet das Vorstandsmitglied vor Vollendung seines 62. Lebensjahres aus den Diensten der Gesellschaſt wegen Berufsunfähigkeit oder aber dadurch aus, dass der Dienst-vertrag aufgehoben oder nicht verlängert wird, so vermindert sich der Ruhe-geldanspruch gegen die Gesellschaſt für jedes nicht vollendete Kalenderjahr bis zum 62. Lebensjahr um einen einzelvertraglich vereinbarten Prozentsatz pro Jahr. Der Ehepartner erhält in den ersten 6 Monaten nach dem Ableben des Vor-standsmitglieds die Versorgungsleistung in der vollen Höhe, wie sie dem Vor-standsmitglied zugestanden hätte; danach verringert sich die Witwenrente auf 70 % dieser Versorgungsleistung. Die Unverfallbarkeit richtet sich nach den zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltenden gesetzlichen Unverfallbarkeits-fristen.

Sowohl bei den beitragsorientierten, als auch bei den leistungsorientierten Zu-sagen finden sich Klauseln im Anstellungsvertrag, die bei Eintreten besonders schwerwiegender Veränderungen entsprechend der gesetzlichen Regelungen des Aktiengesetzes eine Absetzung der Leistung bzw. die Möglichkeit der Kür-zung bzw. Einstellung der Versorgungsleistungen (bzw. soweit vereinbart der Witwenleistung) regeln.

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Vorschüsse und Kredite

Für aktive Vorstandsmitglieder wurden IFRS-Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 3.018 (Vorjahr: T€ 2.735) gebildet. Die korrespondierende Defined Benefit Obligations (DBO) betrug zum Geschäſtsjahresende 2020 bedingt durch Ver-änderungen des versicherungsmathematischen Rechnungszinses für Herrn Klenk T€ 5.216, für Herrn Ricker T€ 59, für Herrn Tischer T€ 65 und für Herrn Goldbrunner T€ 45.

Darüber hinaus wurden für beitragsorientierte Zusagen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge Aufwendungen in Höhe von T€ 1.196 (Vorjahr: T€ 1.172) im Geschäſtsjahr 2020 geleistet. Der bAV-Beitrag betrug im Geschäſts-jahr 2020 für Herrn Klenk T€ 320, für Herrn Broger T€ 276, für Herrn Ricker T€ 216, für Herrn Tischer T€ 192 und für Herrn Goldbrunner T€ 192.

Weitere Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit

In den Anstellungsverträgen wurde ein Wettbewerbsverbot mit angemessener Karenzentschädigung vereinbart. Weitere Leistungen für den Fall der Been-digung der Tätigkeit wurden nicht vereinbart.

Im Geschäſtsjahr 2020 bestanden keine Vorschüsse oder Kredite an Mitglieder des Vorstands.

Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands

An ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene wurden T€ 1.679 (Vorjahr: T€ 1.842) gewährt. Diese Bezüge des Geschäſtsjahres 2020 bestehen ausschließlich aus Pensionsleistungen. IFRS-Pensionsrückstellungen sind in Höhe von T€ 13.732 (Vorjahr: T€ 12.069) zurückgestellt.

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Vergütungsbericht

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Gesamtvergütung ohne betriebliche Altersvorsorge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2019/2020

Gesamtvergütung 2020 ohne betriebliche Altersvorsorge gemäß hGb (in T€)

Ralf GoldbrunnerMarkus TischerThomas RickerNorbert BrogerChristoph KlenkName

Name

Funktion

Fest-vergütung

Neben-leistungen

Summe

Short Term IncentiveLong Term Incentive

Summe (Gesamt-vergütung)

Christoph Klenk

Vorstandsvorsitzender

seit 2003

760

24

784

0

0

784

Norbert Broger

Finanzvorstand

seit 2020

655,5

22

677,5

172,5

0

850

Thomas Ricker

Vertrieb und Marketing

seit 2012

513

21

534

0

0

534

Markus Tischer

International Operations and Services

seit 2014

456

18

474

0

0

474

Ralf Goldbrunner

Abfüll- und Verpackungstechnik

seit 2014

456

32

488

0

0

488

Bei den Beiträgen zum Incentive handelt es sich um die Beiträge, die im Folgejahr ausbezahlt werden.

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Vergütungsbericht

unternehmensführung

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Gesamtvergütung 2019 ohne betriebliche Altersvorsorge und ohne Leistungen für vorzeitige Vertragsbeendigung gemäß hGb (in T€)

Ralf GoldbrunnerMarkus TischerThomas RickerMichael AndersenChristoph KlenkName

Name

Funktion

Fest-vergütung

Neben-leistungen

Summe

Short Term Incentive

Mid Term Incentive

Long Term Incentive

Summe (Gesamt-vergütung)

Christoph Klenk

Vorstandsvorsitzender

seit 2003

800

29

829

0

0

0

829

Michael Andersen

Finanzvorstand

seit 2016

368

83

450

27

99

155

732

Thomas Ricker

Vertrieb und Marketing

seit 2012

540

22

562

0

0

0

562

Markus Tischer

International Operations and Services

seit 2014

480

17

497

0

0

0

497

Ralf Goldbrunner

Abfüll- und Verpackungstechnik

seit 2014

480

31

511

0

0

0

511

Bei den Beiträgen zum Incentive handelt es sich um die Beiträge, die im Folgejahr ausbezahlt werden.

Die Leistungen für vorzeitige Vertragsbeendigung betrugen für Herrn Michael Andersen im Vorjahr T€ 2.781.

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Vergütungsbericht

unternehmensführung

der Krones ag

der Krones ag

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 15 der Satzung gere-gelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Für das Geschäſtsjahr 2019 gilt die zuletzt in der Hauptversammlung vom 13. Juni 2018 geänderte Satzung.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine Vergütung, die in einem ange-messenen Verhältnis zu ihren Aufgaben und der Lage der Gesellschaſt steht. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK werden der Vorsitz und der stellver-tretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaſt in den Ausschüssen berücksichtigt.

Die Aufsichtsratsvergütung besteht aus einer festen jährlichen Vergütung in Höhe von € 35.000. Die feste Vergütung beträgt für den Vorsitzenden das Zwei-einhalbfache und für den stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache. Ferner erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einen pauschalen Auslagenersatz von € 1.500 pro Sitzung, sofern sie keine höheren Auslagen nachweisen.

Soweit Mitglieder des Aufsichtsrats besonderen Ausschüssen innerhalb des Aufsichtsrats angehören, erhalten sie eine zusätzliche Vergütung von jährlich € 7.000 und einen pauschalen Auslagensatz von € 1.500 pro Sitzung.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nur während eines Teils des Geschäſtsjahres angehört haben, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen für das Geschäſts-jahr 2020 T€ 833 (Vorjahr: T€ 812) und sind nachfolgender Tabelle auf individu-eller Basis zu entnehmen:

Disclaimer

Krones AG published this content on 22 March 2021 and is solely responsible for the information contained therein. Distributed by Public, unedited and unaltered, on 25 March 2021 10:08:13 UTC.


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Finanzkennziffern
Umsatz 2021 3 547 Mio 4 208 Mio -
Nettoergebnis 2021 106 Mio 125 Mio -
Nettoliquidität 2021 160 Mio 189 Mio -
KGV 2021 24,9x
Dividendenrendite 2021 1,12%
Marktkapitalisierung 2 627 Mio 3 116 Mio -
Marktkap. / Umsatz 2021 0,70x
Marktkap. / Umsatz 2022 0,63x
Mitarbeiterzahl 16 450
Streubesitz 42,7%
Chart KRONES AG
Dauer : Zeitraum :
Krones AG : Chartanalyse Krones AG | MarketScreener
Vollbild-Chart
Chartanalyse-Trends KRONES AG
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsAnsteigendAnsteigendAnsteigend
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Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 8
Letzter Schlusskurs 83,15 €
Mittleres Kursziel 93,13 €
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 12,0%
Revisionen zum Gewinn je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
Christoph Klenk Chairman-Executive Board & Chief Executive Officer
Norbert Broger Chief Financial Officer
Volker Kronseder Chairman-Supervisory Board
Klaus Gerlach Member-Supervisory Board & Head-Operations
Hans-Jürgen Thaus Member-Supervisory Board
Branche und Wettbewerber
01.01.Wert (M$)
KRONES AG25.89%3 116
NORDSON CORPORATION12.53%13 140
SUZHOU MAXWELL TECHNOLOGIES CO., LTD.73.44%10 409
WUHAN GUIDE INFRARED CO., LTD.-8.05%9 958
VALMET OYJ50.39%6 229
KORNIT DIGITAL LTD.48.28%6 116