Kongsberg gilt als weltweit führend in der zivilen maritimen Technologie mit einem breiten Spektrum an Anwendungen – darunter Offshore-Förderung von Erdöl und Gas, Transport von Flüssigerdgas und Infrastruktur für Offshore-Windparks.

Dieses Segment steht für knapp die Hälfte des Konzernumsatzes, wächst stetig und hat in den vergangenen Jahren eine eindrucksvolle Wende vollzogen: Die operative Marge stieg innerhalb von sieben Jahren von null auf 11 %.

Der zweite große Geschäftsbereich umfasst die Verteidigungssparte – mit klassischen Waffensystemen, Luft- und Raumfahrttechnik (Kongsberg ist ein zentraler Zulieferer im F-35-Programm) sowie maritimen und unterseeischen Rüstungslösungen, einschließlich des international bekannten Luftabwehrsystems NASAMS.

Diese Sparte ist profitabler als jene von Lockheed Martin – und gleichzeitig Träger des jüngsten Wachstums. Im zweiten Halbjahr 2025 erzielte Kongsberg einen Nachsteuergewinn von 388 Millionen US-Dollar, gegenüber 217 Millionen im Vorjahreszeitraum – ein Rekordwert.

Mehrere externe Faktoren wirken als Rückenwind: die neuen Verteidigungszusagen der NATO-Mitgliedstaaten, der erfolgreiche Einsatz von F-35-Kampfjets durch Israel bei der Bombardierungskampagne gegen den Iran sowie die massive Erhöhung europäischer Rüstungshaushalte – vielerorts verdreifacht oder gar vervierfacht im Vergleich zu 2015.

Kongsberg hat in der letzten Dekade seinen Umsatz verdreifacht und sowohl den Gewinn je Aktie als auch die Dividende verfünffacht. Möglich wurde dies durch ein stringentes Restrukturierungsprogramm und gezielte Übernahmen, etwa von Patria (Finnland) und Rolls-Royce Commercial Marine.

Die Bewertung des Unternehmens hat sich entsprechend gewandelt: Einst ein stagnierender Industriekonzern, wird Kongsberg heute wie ein Börsenliebling gehandelt – mit einem Unternehmenswert, der sich von dem Achtfachen des operativen Gewinns im Jahr 2015 auf über das 37-Fache gesteigert hat.

Ob dieser Bewertungsaufschlag langfristig tragfähig ist, bleibt offen. Bereits im vergangenen Monat setzte nach einer beispiellosen Kursrallye eine erste Kurskorrektur ein.