Rheinmetall: Verdrängt Kering aus dem Euro Stoxx 50
Der raketenhafte Aufstieg von Rheinmetall an der Börse katapultiert den deutschen Hersteller von Panzern und Munition in den wichtigsten Leitindex der Eurozone. Ab dem 20. Juni wird das Unternehmen Kering im Euro Stoxx 50 ersetzen. Die Entscheidung wurde vom Indexbetreiber Stoxx getroffen - auf Grundlage der sogenannten "Fast Entry Rule", die eine Aufnahme außerhalb der regulären Überprüfungstermine erlaubt. Entdeckt wurde die Änderung von JPMorgan und über Bloomberg verbreitet.
Die Börsenentwicklungen von Kering und Rheinmetall könnten kaum gegensätzlicher sein. Der französische Luxusgüterkonzern steckt seit Jahren in den Schwierigkeiten seines Aushängeschilds Gucci fest – verschärft durch die Krise im gesamten Luxussegment. Rheinmetall hingegen ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs – und insbesondere seit der Wiederaufrüstungswende in Deutschland – zum Liebling europäischer Fondsmanager avanciert.
Autsch, das tut weh!
Mit seinem Einstieg wird Rheinmetall das am stärksten auf Verteidigung spezialisierte Unternehmen im Euro Stoxx 50 – auch wenn mit Safran und Airbus bereits zwei weitere Branchenvertreter vertreten sind. Der Blitzaufstieg des Konzerns in den Index folgt auf einen spektakulären Kursanstieg: Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn nahezu verdreifacht. Rheinmetall bringt es inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von 83 Milliarden Euro – im Gegensatz zu Kering, das nur noch 21 Milliarden Euro schwer ist.
Damit reiht sich Rheinmetall im Index auf Platz 38 ein, zwischen Deutsche Post und Mercedes-Benz – so jedenfalls die Analyse von MarketScreener. Kering hingegen rutscht wenige Tage vor dem Ausscheiden auf den letzten Platz ab, noch hinter Pernod Ricard und Stellantis.
Als globaler Luxuskonzern verwaltet Kering die Entwicklung einer Reihe von renommierten Häusern in den Bereichen Mode, Lederwaren und Schmuck: Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, Alexander McQueen, Brioni, Boucheron, Pomellato, Dodo, Qeelin, Ginori 1735, sowie Kering Eyewear und Kering Beauté. Indem Kering die Kreativität in den Mittelpunkt seiner Strategie stellt, ermöglicht es seinen Häusern, neue Grenzen in Bezug auf ihren kreativen Ausdruck zu setzen und gleichzeitig den Luxus von morgen auf nachhaltige und verantwortungsvolle Weise zu entwickeln. Diese Überzeugungen sind in der Signatur des Unternehmens festgehalten: Empowering Imagination. Im Jahr 2024 beschäftigte Kering 46.930 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro. Ende 2024 verfügte die Gruppe über ein Netz von 1.813 Geschäften unter eigener Leitung, die sich hauptsächlich in Westeuropa (379), Nordamerika (329), Japan (241) und in Schwellenländern (708) befinden. Der Nettoumsatz verteilt sich geographisch wie folgt: Westeuropa (29%), Japan (8,3%), Asien/Pazifik (30,4%), Nordamerika (23,8%) und Sonstige (8,5%).