Nach Starboard, dessen Unruhestiftung bei Pfizer bislang kaum jemanden zu beunruhigen scheint, tritt nun TOMS Capital auf den Plan und fordert von Kenvue strategische Veränderungen.
Ein unmittelbarer Verbesserungsansatz, für den sich die beiden Aktivisten zweifellos einsetzen, besteht darin, die Preise zu erhöhen. Es stimmt, dass Kenvue trotz eines Portfolios von Blockbuster-Marken – darunter Band-Aid, Johnson's, Listerine, Neutrogena und Tylenol – eine deutlich niedrigere Bruttomarge aufweist als Vergleichsunternehmen wie Haleon oder Colgate.
Das Problem ist, dass diese Taktik bereits seit einigen Jahren angewandt wird, nämlich seitdem J&J mit der Vorbereitung der Abspaltung seiner Tochtergesellschaft begann. Bislang hat sie nur dazu beigetragen, den Betriebsgewinn durch Eindämmung der Inflation der Verwaltungskostenstruktur aufrechtzuerhalten, ohne wirklich zusätzliche Gewinne zu schaffen.
Die Analysten von MarketScreener sehen einen weiteren unmittelbaren Verbesserungsansatz: das Kürzen der Aktienoptions-Vergütungen, die bei Kenvue derzeit absolut prohibitiv sind, da sie im Jahr 2024 Kosten in Höhe von 254 Millionen Dollar verursachten, was 8,6 % des Betriebsgewinns entspricht.
Zum Vergleich: Die Stock-Option-Vergütungen beliefen sich im gleichen Zeitraum bei Haleon auf 102 Millionen Dollar, was 3,2 % des Betriebsgewinns entspricht; und bei Colgate auf 135 Millionen Dollar, ebenfalls 3,2 % des Betriebsgewinns.
Ein dritter potenzieller Verbesserungsansatz könnte darin bestehen, den finanziellen Hebel zu erhöhen, um die Eigenkapitalrendite zu steigern. Anstelle von Wachstum zeigt Kenvue einen stabilen Umsatz, gekoppelt mit sehr komfortablen Solvabilitätskennzahlen, die diese Option durchaus realisierbar machen würden.
Zu diesem Zeitpunkt scheint das Gewinnpotenzial für diejenigen, die den Fußstapfen der beiden aktivistischen Fonds folgen möchten, jedoch begrenzt. Seit dem Eingreifen von Starboard hat sich die Bewertung von Kenvue auf das Vierzehnfache des Betriebsgewinns vor Investitionen (oder EBITDA) erholt.
Haleon wird derweil mit dem Fünfzehnfachen seines EBITDA bewertet und Colgate mit dem Sechzehnfachen seines EBITDA.


















