Der demokratische US-Senator Richard Blumenthal hat sich besorgt über die geplante Partnerschaft zwischen United Airlines und der kleineren JetBlue Airways geäußert. Er befürchtet, dass die Zusammenarbeit den Wettbewerb beeinträchtigen und zu weniger sowie teureren Optionen für Verbraucher führen könnte.

In einem Schreiben, das Reuters am Freitag einsehen konnte, forderte Blumenthal United-CEO Scott Kirby und JetBlue-CEO Joanna Geraghty dazu auf, Fragen zu ihrer „Blue Sky“-Kooperation zu beantworten. Diese Partnerschaft ermöglicht es Reisenden, Flüge über die Websites beider Fluggesellschaften zu buchen und dabei Punkte in den jeweiligen Vielfliegerprogrammen flexibel zu sammeln und einzulösen.

Blumenthal verlangte von den Airlines die Offenlegung von Unterlagen zur Partnerschaft und zu künftigen Plänen. Er betonte, er mache sich Sorgen um jede Vereinbarung, „die den fairen und umfassenden Wettbewerb in der Luftfahrt beeinträchtigen und zu weniger sowie teureren Optionen für Reisende führen könnte, insbesondere im Großraum New York.“

United wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern. Auch JetBlue reagierte bislang nicht auf eine Stellungnahmeanfrage.

Bereits im vergangenen Monat hatte die Billigfluggesellschaft Spirit Airlines das US-Verkehrsministerium dazu aufgefordert, die geplante Partnerschaft zwischen United und JetBlue abzulehnen. Spirit argumentierte, die Kooperation sei wettbewerbswidrig, könnte große Fluggesellschaften zu ähnlichen Abmachungen verleiten und JetBlue zu einem „faktischen Vasallen von United“ machen.

United und JetBlue hatten im Mai erklärt, dass ihre Zusammenarbeit United ab 2027 Zugang zu einigen der Start- und Landerechte (Slots) von JetBlue am John F. Kennedy International Airport in New York verschaffen werde. Zudem wollen sie ihre Flugzeiten am Flughafen Newark austauschen.

Beide Airlines wiesen die Vorwürfe einer Wettbewerbsbeschränkung als „Fiktion“ zurück. „Blue Sky wird JetBlues Unabhängigkeit bewahren und die Wettbewerbsfähigkeit stärken, sodass JetBlue als eigenständige Fluggesellschaft weiter wachsen und konkurrieren kann“, erklärten sie.

Im März 2024 hatten JetBlue und Spirit eine geplante Fusion im Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar aufgelöst, nachdem ein US-Richter den Zusammenschluss aus wettbewerbsrechtlichen Gründen blockiert hatte. JetBlue sucht seitdem nach neuen Partnerschaften, nachdem ein Bundesrichter bereits 2023 die sogenannte Northeast Alliance mit American Airlines untersagt hatte.

Blumenthal betonte, die gescheiterten Partnerschaftsversuche von JetBlue würden „die Frage aufwerfen, wie Ihre Fluggesellschaften sicherstellen wollen, dass Blue Sky den Wettbewerb nicht unrechtmäßig einschränkt.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein von Blumenthal geleiteter Senatsausschuss die steigenden Gebühren für Sitzplatzreservierungen und Gepäck bei Fluggesellschaften kritisiert und weitere wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert.