Das Unternehmen für Computer-Vision-Technologie RealSense hat am Freitag den Abschluss seiner Ausgliederung aus dem Intel-Konzern bekanntgegeben und sich gleichzeitig eine Frühphasenfinanzierung in Höhe von 50 Millionen US-Dollar gesichert, um seine Expansion im rasant wachsenden Robotiksektor zu beschleunigen.
RealSense entwickelt Kameras, die es Maschinen und Geräten ermöglichen, die Welt in drei Dimensionen wahrzunehmen. Dadurch können sie Tiefen erkennen, ihre Umgebung interpretieren und mit ihr interagieren.
Das Unternehmen, das von Intel Capital, dem MediaTek Innovation Fund und weiteren strategischen Investoren unterstützt wird, möchte von der steigenden Nachfrage nach Computer-Vision-Sensoren profitieren, die Robotern helfen, sich in komplexen Umgebungen zu orientieren und diese zu verstehen.
Mit dem frischen Kapital sollen die Fertigungskapazitäten ausgebaut und die globalen Vertriebs- und Marketingaktivitäten verstärkt werden.
Laut CEO Nadav Orbach wird die Finanzierung auch die Forschung und Entwicklung von KI-Software sowie von Kameras der nächsten Generation unterstützen. Die Bewertung, zu der das Kapital eingesammelt wurde, wollte das Unternehmen jedoch nicht offenlegen.
,,Es stimmt, dass viele Unternehmen gerne vertikal integriert sind - einige davon zählen zu unseren Kunden, mit denen wir sehr eng zusammenarbeiten. Aber auf der anderen Seite habe ich heute über 3.000 aktive Kunden, ein sehr breites Ökosystem und ein beträchtliches jährliches Wachstum", sagte CEO Nadav Orbach gegenüber Reuters.
Die neueste Kamera des Unternehmens, die D555, kann sowohl Strom als auch Daten über ein einziges Kabel übertragen und verfügt über integrierte KI-Funktionen, die es Robotern und Sicherheitssystemen ermöglichen, ihre Umgebung schnell zu erfassen.
Nach eigenen Angaben sind die Tiefenkameras von RealSense in 60% der weltweit eingesetzten autonomen mobilen Roboter und humanoiden Roboter integriert. Zu den Kunden zählen unter anderem das chinesische Unternehmen Unitree Robotics und ANYbotics aus der Schweiz.
Neben der Robotik expandiert RealSense auch in den Bereich Sicherheitssysteme mit Gesichtserkennung und nutzt dafür eigene Software-Tools zur Umgebungsanalyse und Gesichtserkennung.
Während RealSense hauptsächlich in Thailand und Asien produziert, befinden sich Hauptsitz und Geschäftsführung weiterhin in den USA. Orbach erklärte, das Unternehmen sei für einen zukünftigen Börsengang oder eine Übernahme offen, konzentriere sich jedoch derzeit auf nachhaltiges Wachstum.



















