FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen bleiben auch am Mittwochnachmittag auf Erholungskurs. Als gute Nachricht für einen nachlassenden Preisdruck werden die Erzeugerpreise (PPI) aus der Eurozone gewertet. Sie gingen im April mit minus 5,7 Prozent zum Vorjahr noch einen Tick stärker zurück als erwartet. Entsprechend sanken sie auch im Monatsvergleich etwas stärker. "Unter dem Strich dürfte das der EZB die Begründung für weitere Zinssenkungen erleichtern", sagt ein Händler. Allerdings müsse man gerade bei Erzeugerpreisen darauf achten, dass die Entwicklung in den diversen Sektoren sehr unterschiedlich ausfalle.

Der DAX steigt um 0,8 Prozent auf 18.5551 Stellen. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 1,5 Prozent auf 5.029, gestützt durch starke Aufschläge von 3,3 Prozent bei Technologieaktien. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt mit 4,30 Prozent weit unter den jüngsten Hochs. Am Devisenmarkt notiert der Euro wenig verändert bei 1,0887 Dollar.

Bessere Einkaufsmanager-Indizes aus China stützen die Stimmung angesichts der zuletzt wieder aufgekommenen Wachstumssorgen. Die Belebung der globalen Konjunktur scheine immer weiter Tritt zu fassen, heißt es dazu. Diesmal sprang der Caixin-PMI für den immer wichtiger werdenden Service-Bereich kräftig an. Er stieg im Mai auf 54,0 nach 52,5 im April. Dies ist bereits der 17. Anstieg in Folge. Auch bei den Export-Aufträgen ging es kräftig nach oben, außerdem äußerten sich die befragten Unternehmen zuversichtlich beim Blick auf die Zukunft. Die Bekanntgabe eines schwächeren ADP-Arbeitsmarktberichts spielt keine Rolle. Am Freitag steht die Veröffentlichung der offiziellen US-Arbeitsmarktdaten an.

Ein großer Gewinner in Europa sind Inditex, die Aktien der Zara-Mutter gewinnen nach guten Quartalszahlen 4,6 Prozent. Inditex hat die Barclays-Erwartungen sowohl beim operativen Gewinn (EBIT) als auch beim Umsatz im ersten Geschäftsquartal übertroffen.


   Fresenius hebt die Prognose für Helios an 

Positiv für Fresenius wird im Handel die erhöhte Prognose für die Kliniksparte Helios zur Kenntnis genommen. Sowohl Umsatz als auch Marge wurden nach oben präzisiert. Unter anderem soll der Umsatz nun jährlich um 4 bis 6 (bisher 3 bis 5) Prozent steigen. Die Aktien legen um 2,5 Prozent zu. "Das sind so typische Ausblicke von einem Kapitalmarkttag, die erst einmal umgesetzt werden müssen", sagt ein Händler. Bei umgebenden Risiken wie beispielsweise der Krankenhausreform bestehe immer die Gefahr, dass politisch etwas dazwischen komme. Deutsche Telekom können sich um 1,5 Prozent erholen, nachdem sie am Dienstag unter einer Aktienplatzierung des Bundes gelitten hatten.

SAP verstärkt sich mit einem weiteren Zukauf. Wie der DAX-Konzern mitteilte, übernimmt er das israelische Unternehmen WalkMe. SAP zahlt 14,00 US-Dollar je Aktie in bar, was einem Aufschlag von 45 Prozent auf den Schlusskurs des Vortages und einem Unternehmenswert von 1,5 Milliarden US-Dollar entspricht. SAP liegen 1,6 Prozent vorn. Zudem ändert das Unternehmen die Ausschüttungspolitik. Ab sofort sollen mindestens 40 Prozent des Non-IFRS-Nachsteuergewinns im fortgeführten Geschäft ausgeschüttet werden. Zuvor hatte SAP mindestens 40 Prozent des IFRS-Nachsteuergewinns an die Aktionäre ausgeschüttet.

Bayer steigen um 1 Prozent. Leicht positiv für das Sentiment wertet ein Händler die Meldung über eine reduzierte Strafe in einem Glyphosat-Prozess. Ein Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hat die Zahlung, zu der die Bayer-Tochter Monsanto in einem Glyphosat-Prozess verdonnert worden war, deutlich zusammengestrichen. Demnach soll Monsanto nun 350 Millionen US-Dollar an Strafschadensersatz und etwas mehr als 50 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen leisten, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Ursprünglich war das US-Agrarchemieunternehmen Anfang des Jahres von einem Gericht in Philadelphia zur Zahlung von 2,25 Milliarden Dollar verurteilt worden.

Einen Tick besser als erwartet seien die Geschäftszahlen von Voestalpine ausgefallen, heißt es im Handel. Nach der Gewinnwarnung vom März habe der Stahlkonzern bei allen Kennziffern den oberen Rand der damals genannten Spannen erreicht. Der Kurs des Stahlkonzerns gewinnt 3,2 Prozent.


=== 
Aktienindex              zuletzt        +/- %     absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           5.028,81        +1,5%       75,44         +11,2% 
Stoxx-50                4.526,95        +1,1%       47,71         +10,6% 
DAX                    18.550,64        +0,8%      146,60         +10,8% 
MDAX                   26.847,21        +0,3%       67,22          -1,1% 
TecDAX                  3.399,51        +1,2%       40,56          +1,9% 
SDAX                   15.194,08        +0,3%       40,58          +8,8% 
FTSE                    8.252,32        +0,2%       20,28          +6,5% 
CAC                     8.009,12        +0,9%       71,22          +6,2% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,50                    -0,03          -0,07 
US-Zehnjahresrendite        4,30                    -0,03          +0,42 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %    Mi, 8:16  Di, 17:29 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,0886        +0,1%      1,0874         1,0882   -1,4% 
EUR/JPY                   169,52        +0,6%      169,40         168,50   +8,9% 
EUR/CHF                   0,9709        +0,3%      0,9694         0,9681   +4,6% 
EUR/GBP                   0,8510        -0,1%      0,8518         0,8511   -1,9% 
USD/JPY                   155,74        +0,6%      155,76         154,83  +10,5% 
GBP/USD                   1,2791        +0,1%      1,2766         1,2786   +0,5% 
USD/CNH (Offshore)        7,2526        +0,1%      7,2527         7,2465   +1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD                70.780,18        +0,2%   70.880,56      70.012,67  +62,5% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settlem.       +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  73,67        73,25       +0,6%          +0,42   +1,6% 
Brent/ICE                  77,76        77,52       +0,3%          +0,24   +2,1% 
GAS                               VT-Settlem.                    +/- EUR 
Dutch TTF                  33,69        34,10       -1,2%          -0,41  +12,8% 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag       +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             2.345,93     2.326,90       +0,8%         +19,03  +13,8% 
Silber (Spot)              29,68        29,53       +0,5%          +0,16  +24,9% 
Platin (Spot)             992,85       992,00       +0,1%          +0,85   +0,1% 
Kupfer-Future               4,54         4,55       -0,1%          -0,00  +16,0% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 05, 2024 10:01 ET (14:01 GMT)