Genmab ist im Bereich der Onkologie tätig und hat bis heute sieben Therapien auf den Markt gebracht. Darunter befindet sich Darzalex, ein Medikament gegen multiples Myelom, eine Krebsart, die das Knochenmark und die Plasmazellen betrifft. Dieses Medikament, das ursprünglich in Zusammenarbeit mit Janssen, einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, entwickelt wurde, macht etwa 65 % des Umsatzes von Genmab aus. Für weitere Informationen zur Geschichte von Genmab siehe: Genmab: Die andere dänische Erfolgsgeschichte im Gesundheitsbereich.
Wie jedes Pharmaunternehmen, das darauf bedacht ist, über Wasser zu bleiben – insbesondere in Europa, wo erfolgreiche Unternehmen nicht so zahlreich sind wie in den USA –, verfügt Genmab über eine bedeutende Pipeline, um zukünftige Wachstumsquellen zu finden. Bislang ruhten die Hoffnungen der Investoren hauptsächlich auf HexaBody CD38, das als Nachfolger von Darzalex angesehen wurde. Doch genau hier liegt das Problem: Anfang des Monats gab Johnson & Johnson bekannt, dass es seine Lizenzoption für den Medikamentenkandidaten nicht ausüben wird.
Die Ankündigung der Entscheidung des amerikanischen Riesen war mit Spannung erwartet worden, da HexaBody CD38 das einzige bedeutende Ereignis dieses Jahres zu sein scheint. In diesem Zusammenhang erwähnten die Analysten von JPMorgan kürzlich: "... dass die binäre Entscheidung von Johnson & Johnson bezüglich HexaBody CD38 die Performance der Genmab-Aktie im Jahr 2025 bestimmen wird. Die Ablehnung könnte zu einer deutlichen Verschlechterung der Aktie in diesem Jahr führen." Genmab wird die Entwicklung des Assets nicht im Alleingang fortsetzen.
Nun stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Das Patent für Darzalex läuft 2029 in den USA, 2030 in Japan und im folgenden Jahr auf seinen wichtigsten europäischen Märkten aus. Und derzeit ist die Sicht auf die "Zeit nach Darzalex" ziemlich begrenzt.
Es gibt jedoch Gründe zur Hoffnung für das Unternehmen, das historisch gut geführt wird, über eine solide Nettokassenposition verfügt und dessen Ruf im Sektor unangetastet ist. Die Pipeline von Genmab ist vielversprechend. An der Spitze steht Epkinly, das im letzten Jahr fast 300 Millionen Dollar Umsatz erzielte. Das Medikament wird gemeinsam mit AbbVie gehalten und die Ergebnisse mehrerer Studien werden bis Ende nächsten Jahres bekannt gegeben. Rina-S ist ein weiteres Medikament mit hohen Erwartungen. Es stammt aus der Übernahme von ProfoundBio im letzten Jahr und zielt auf Eierstock- und Endometriumkrebs ab. Es folgt einem Fast-Track-Verfahren der FDA, der US-amerikanischen Regulierungsbehörde für Lebens- und Arzneimittel.
Ein weiterer potenzieller Umsatztreiber könnte Acasunlimab im Bereich Lungenkrebs sein, obwohl dieses Medikament noch in einem frühen Stadium ist und ausschließlich von Genmab ohne Partnerschaft entwickelt wird, da sich der amerikanische Partner BioNTech nach einer Neuausrichtung seiner Portfoliostrategie zurückgezogen hat. Die Pipeline enthält weitere Kandidaten in der Frühphase. Doch es wird lange dauern, bis diese eine entsprechende Marktreife erzielen, und das Risiko klinischer Fehlschläge ist nicht zu unterschätzen.
Schließlich besteht die Möglichkeit, Akquisitionen zu tätigen. Das Unternehmen hat erklärt, dass es bereit ist, für onkologische Assets in Phase 3 tief in die Tasche zu greifen. Rund 2 Milliarden Dollar könnten dafür eingesetzt werden.
Die aktuelle Bewertung spiegelt diese Hoffnungen und möglichen Katalysatoren nicht wider. Genmab hat einen Rückschlag erlitten, das ist deutlich zu erkennen. JPMorgan schätzt, dass ohne zusätzliche Katalysatoren Genmab ab 2029 und davor einen jährlichen Rückgang des EBITDA um 6 % zwischen 2025 und 2030 erleben wird. Ab 2032 könnte das Unternehmen daher in Schwierigkeiten geraten...
Doch Genmab ist sich dieser Risiken bewusst und nicht naiv. Die Medikamente in der Entwicklungsphase sind zahlreich, und die Zukunft könnte durchaus positive Überraschungen bereithalten, auch wenn kurzfristig keine großen Sprünge bei der Aktie zu erwarten sind. Mit einem KGV von nur 12 für dieses Jahr und 10 für 2026 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis weit unter dem der Vorjahre, als es stets deutlich über 30 lag. Seit dem Höchststand hat die Aktie 60 % verloren. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 11,5 %. In den kommenden Monaten und Quartalen könnte eine gute Nachricht dem Fall neuen Auftrieb verleihen.





















