1. Startseite
  2. Aktien
  3. Russland
  4. Moscow Micex - RTS
  5. Gazprom
  6. News
  7. Übersicht
    GAZP   RU0007661625

GAZPROM

(766162)
  Bericht
Schlusskurs Moscow Micex - RTS  -  08.07.2022
198.00 RUB   +0.04%
12.08.EnBW meldet mögliche Milliardenschäden im GJ22 wegen russischer Gaslieferbeschränkungen
MT
12.08.Gasspeicher-Füllstand in Deutschland noch knapp unter 75 Prozent
AW
12.08.Gazprom-Einheit beantragt Verlängerung der tilgungsfreien Zeit für 750 Mio. $ Loan Participation Notes fällig 2027
MT
ÜbersichtKurseChartsNewsRatingsTermineUnternehmenFinanzenAnalystenschätzungenRevisionen 
ÜbersichtAlle NewsAnalystenempfehlungenAndere SprachenPressemitteilungenOffizielle PublikationenBranchen-NewsMarketScreener Analysen

Gaskrise: Energiekonzern Uniper ruft nach Staatshilfen

30.06.2022 | 17:04

DÜSSELDORF/BERLIN (dpa-AFX) - Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas, Uniper, gerät wegen der starken Drosselung der Lieferungen in Turbulenzen und ruft nach staatlichen Hilfen. Der Energiekonzern musste wegen der Auswirkungen der Lieferbeschränkungen seine Ergebnisprognosen kassieren und prüft, wie die Liquidität der Gesellschaft weiter gesichert werden kann, wie es in einer Pflichtmitteilung an die Börse hieß. Unter anderem sei Uniper mit der Bundesregierung in Gespräche über mögliche Stabilisierungsmaßnahmen eingetreten.

Dafür komme eine Reihe von Instrumenten in Frage, hieß es - wie zum Beispiel Garantie- und Sicherheitsleistungen, eine Erhöhung eines noch nicht gezogenen Kreditrahmens über die Staatsbank KfW bis hin zu Beteiligungen in Form von Eigenkapital.

Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Donnerstag, die Gespräche zwischen der Bundesregierung und Uniper über Stabilisierungsmaßnahmen dauerten an. "Anlass sind die stark gestiegenen Gaspreise und die reduzierten Liefermengen aus Russland infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine."

Die Aktie von Uniper brach ein. Der Konzern spielt eine zentrale Rolle in der deutschen Energieversorgung. Mitte Mai hatte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach die Bedeutung des Unternehmens unterstrichen. "Uniper importiert jährlich rund 370 Terawattstunden Gas und beliefert damit direkt zahlreiche Industrieunternehmen und Stadtwerke", sagte Maubach bei der Online-Hauptversammlung. Diese Menge entspreche rund einem Drittel des durchschnittlichen jährlichen Gasverbrauchs in Deutschland. Uniper sei auch der größte Betreiber von Erdgasspeichern in Deutschland.

Die Speicher wiederum spielen eine zentrale Rolle in der Strategie der Bundesregierung, um im Falle eines Ausfalls russischer Lieferungen für den Winter gewappnet zu sein. Der Füllstand der Speicher in Deutschland liegt laut Bundesnetzagentur zurzeit bei 61 Prozent. Bis zum Beginn der Heizperiode müssten sie aber voll sein, wie Habeck immer wieder betont hat.

Der Wirtschaftsminister machte am Donnerstag deutlich, dass er ein vollständiges Ausbleiben russischer Gaslieferungen durch Nord Stream befürchtet. Es drohe ab dem 11. Juli "eine Blockade von Nord Stream 1 insgesamt", sagte der Grünen-Politiker bei einem "Nachhaltigkeitsgipfel" der "Süddeutschen Zeitung". Deswegen könne es im Winter wirklich problematisch werden. Die Gasversorgung über den Sommer sei gewährleistet.

Am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream. Die Pipeline werde in der Regel für zehn Tage heruntergefahren, so Habeck. Aber nach dem Muster, dass man gesehen habe, wäre es nicht "superüberraschend", wenn irgendein kleines Teil gefunden werde. "Und dann sagt man: Ja, das können wir halt nicht wieder anmachen, jetzt haben wir bei der Wartung irgendwas gefunden und das war's dann. Also insofern ist die Situation durchaus angespannt."

Uniper erhält seit Mitte Juni nach eigenen Angaben nur noch 40 Prozent der vertraglich zugesicherten Gasmengen von Gazprom und muss teuer Ersatzmengen beschaffen. Diese Mehrkosten könne Uniper bislang nicht weitergeben - daraus entstünden signifikante finanzielle Belastungen.

Habeck hatte wegen der Drosselung der russischen Gaslieferungen die Alarmstufe als zweite Stufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Außerdem hatte er ein Maßnahmenpaket angekündigt, um den Gasverbrauch in der Industrie zu senken und stattdessen die Speicher zu füllen.

Ein rechtlich mögliches "Preisanpassungsrecht" für Versorgungsunternehmen hat die Bundesregierung aber noch nicht gezogen - dann könnten Versorger die stark gestiegenen Preise an ihre Kunden weitergeben. Damit soll verhindert werden, dass sie insolvent werden. Vorher müsste aber die Bundesnetzagentur eine "erhebliche Reduzierung der Gesamtgasimportmengen nach Deutschland" formal feststellen, was noch nicht geschehen ist.

Uniper geht davon aus, dass im Falle der Feststellung und Bekanntgabe einer solchen Gasmangellage durch die Bundesnetzagentur die derzeitigen Belastungen teilweise weitergegeben werden können, wie es hieß. Bereits im ersten Quartal waren wegen des Russland-Engagements Milliardenverluste bei den Düsseldorfern aufgelaufen.

Die Bundesregierung hatte im April ein Hilfspaket für Firmen beschlossen, die unter den Folgen des Ukraine-Kriegs leiden. Das Paket sieht etwa Zuschüsse vor. Zudem hieß es, geprüft werden sollten zielgerichtete Eigen- und Hybridkapitalhilfen. In der Corona-Pandemie wurde über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds zum Beispiel die Lufthansa gerettet.

Die Chefin des Energieverbands BDEW, Kerstin Andreae, sagte mit Blick auf Uniper: "Es muss sichergestellt sein, dass die gesamte Lieferkette weiter funktioniert und nicht ein Baustein herausbricht. Dazu gehört auch die Möglichkeit, erhöhte Kosten schnellstmöglich weitergeben zu können. Der BDEW präferiere eine Umlagenlösung, die die Mehrkosten in Zeiten der Krise solidarisch verteile. Da über eine solche Umlage die Kosten erst zeitversetzt refinanziert werden, sollte die Bundesregierung diese Kosten zunächst vorfinanzieren.

Uniper gehört mehrheitlich dem finnischen Versorger Fortum. Dieser sieht auch Deutschland in der Pflicht. Nötig sei eine "nationale und industrieweite Anstrengung", teilten die Finnen am Donnerstag mit. Wie hoch und wie eine mögliche Unterstützung ausfallen müsste, wollte Fortum nicht kommentieren. Uniper habe einen von Fortum gewährten Kreditrahmen von acht Milliarden Euro teilweise ausgenutzt, hieß es weiter. "Als Mehrheitseigentümer von Uniper wollen wir als Fortum dafür sorgen, dass Uniper auch im Falle eines anhaltenden oder sich verschärfenden Gasmangels in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen."/hoe/DP/stw


© dpa-AFX 2022
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
DEUTSCHE LUFTHANSA AG 0.95%6.588 verzögerte Kurse.6.60%
FORTUM OYJ 5.00%11.545 verzögerte Kurse.-57.22%
GAZPROM 0.04%198 Schlusskurs.-42.32%
GAZPROM NEFT 0.61%390.3 Schlusskurs.-28.36%
UNIPER SE 9.32%7.445 verzögerte Kurse.-82.19%
US DOLLAR / RUSSIAN ROUBLE (USD/RUB) 1.32%61.55 verzögerte Kurse.-19.11%
Alle Nachrichten zu GAZPROM
12.08.EnBW meldet mögliche Milliardenschäden im GJ22 wegen russischer Gaslieferbeschränkungen
MT
12.08.Gasspeicher-Füllstand in Deutschland noch knapp unter 75 Prozent
AW
12.08.Gazprom-Einheit beantragt Verlängerung der tilgungsfreien Zeit für 750 Mio. $ Loan Part..
MT
12.08.Gazproms Gaz Capital fordert Änderungen am Vertrag über 750 Millionen Dollar für Anleih..
MR
11.08.Bund der Steuerzahler kritisiert Steuernachlass für Klimastiftung MV
DP
11.08.Scholz kann sich Schröder kaum als Russland-Vermittler vorstellen
DP
10.08.BUNDESNETZAGENTUR-CHEF : Gasspeicher über 72 Prozent gefüllt
DP
10.08.E.ON schließt längere Laufzeit für AKW Isar 2 nicht aus
RE
08.08.Gas-Notfallplan tritt in Kraft - Bundesländer wollen mitbestimmen
DP
08.08.MODELLRECHNUNG BUNDESNETZAGENTUR : Gasnotlage kann vermieden werden
DP
Mehr Nachrichten, Analysen und Empfehlungen
News auf Englisch zu GAZPROM
12.08.EnBW Flags Potential Billion-euro Damages In FY22 Amid Russian Gas Supply Restrictions
MT
12.08.EU gas flows via Nord Stream and Ukraine remain steady
RE
12.08.Gazprom Unit Seeks Extension to Grace Period for $750 Million Loan Participation Notes ..
MT
12.08.Gazprom's Gaz Capital requests changes to $750 million notes contract
RE
11.08.Russian gas crisis raises credit pressure on European governments
RE
11.08.Scholz touts pipeline from Portugal to central Europe
RE
11.08.Gas flows steady via Nord Stream from Russia, flowing eastbound through Yamal-Europe
RE
11.08.Moldova can't pay for Russian natural gas in August -website
RE
10.08.Gazprom's Latvijas Gaze says can't meet Latvia's gas storage goal
RE
10.08.Eastbound flows via Yamal-Europe pipeline steady
RE
Mehr Nachrichten, Analysen und Empfehlungen auf Englisch
Analystenempfehlungen zu GAZPROM
Mehr Empfehlungen
Finanzkennziffern
Umsatz 2022 163 Mrd. - 160 Mrd.
Nettoergebnis 2022 56 293 Mio - 55 308 Mio
Nettoverschuldung 2022 23 071 Mio - 22 667 Mio
KGV 2022 1,72x
Dividendenrendite 2022 21,2%
Marktwert 74 282 Mio 76 318 Mio 72 982 Mio
Marktwert / Umsatz 2022 0,60x
Marktwert / Umsatz 2023 0,79x
Mitarbeiterzahl 468
Streubesitz 50,5%
Chart GAZPROM
Dauer : Zeitraum :
Gazprom : Chartanalyse Gazprom | MarketScreener
Vollbild-Chart
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkaufen
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 4
Letzter Schlusskurs 3,14 $
Mittleres Kursziel 4,76 $
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 51,4%
Verlauf des Gewinns je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
Alexei Borisovich Miller Deputy Chairman & Chairman-Management Board
Viktor Alexeevich Zubkov Chairman
Denis Vladimirovich Fedorov Head-Marketing & Administration Department
Yuri Stanislavovich Nosov Head-Administration Department
Timur Askarovich Kulibayev Independent Director
Branche und Wettbewerber
01.01.Wert (M$)
GAZPROM-42.32%76 318
SAUDI ARABIAN OIL COMPANY25.36%2 389 294
SHELL PLC36.58%196 639
TOTALENERGIES SE16.36%136 187
PETROCHINA COMPANY LIMITED1.44%135 308
EQUINOR ASA51.63%119 307