Zürich (awp) - Der Flughafen Zürich hat den Corona-Einbruch fast ganz überwunden. Bevor die Flughafenbetreiberin die vom Zürcher Kantonsrat abgesegnete Pistenverlängerung in Angriff nehmen kann, warten noch andere Grossprojekte im In- und Ausland auf die Umsetzung.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich um rund ein Viertel auf 577 Millionen Franken. Damit wurde der Vorkrisenwert von 2019 zu 98 Prozent erreicht. Unter dem Strich verblieb mit 138 Millionen der zweitgrösste Halbjahresgewinn der 75-jährigen Firmengeschichte.

"Die Passagierzahlen haben sich besser als erwartet entwickelt und rund 95 Prozent der Ziele aus dem Sommerflugplan 2019 werden wieder angeflogen", sagte CEO Lukas Brosi am Dienstag an einer Telefonkonferenz.

Im Nicht-Flugbereich, der sich aus Geschäften, Parkhäusern, Immobilien und dem internationalen Geschäft zusammensetzt, lagen die Erträge zum Halbjahr sogar um 10 Prozent über dem Vorkrisenniveau. "Die Einnahmen aus den Immobilien etwa haben einen neuen Rekordwert erreicht", erklärte Finanzchef Kevin Fleck. Auch die internationalen Beteiligungen hätten einen "substanziellen" Beitrag geleistet.

"Erfreut" über Ja zur Pistenverlängerung

Mit diesen Resultaten im Gepäck kann das Unternehmen seinen Blick getrost nach vorne wenden. Für 2023 werden neu rund 28 Millionen Passagiere erwartet, verglichen mit 22,6 Millionen im Jahr 2022 und 31,5 Millionen im Jahr 2019. Im März war der Flughafen noch von 26 Millionen Passagieren im laufenden Jahr ausgegangen. Trotz den gestiegenen Betriebskosten soll auch der Gewinn "deutlich höher" ausfallen als in 2022.

Den positiven Entscheid des Kantonsrats bezüglich der bereits seit längerem geplanten Pistenverlängerungen am Flughafen Zürich nimmt das Management "erfreut" zur Kenntnis. Er habe eine wichtige Signalwirkung für die erwartete Volksabstimmung.

Hohe Investitionen

Auch ohne dass bis jetzt ein definitiver Entscheid bezüglich Pistenverlängerungen vorliegt, hegt der Flughafen Zürich ambitionierte Pläne. So sind in diesem Jahr insgesamt Investitionen in Höhe von 500 Millionen Franken geplant - das sind mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

Am Standort Zürich steht neben Ausbau der Passagierzonen auch die aufwändige Erneuerung der Gepäcksortieranlage an. Dafür sind insgesamt Kosten von 440 Millionen Franken vorgesehen, wobei die Sortieranlage den Betrieb im Jahr 2027 aufnehmen soll. Zudem werden auch für das geplante "Dock A" erste Vorarbeiten noch in diesem Jahr aufgenommen.

Flughafen in Indien auf Kurs

Im internationalem Geschäft ist derzeit vor allem das Projekt am Flughafen Noida in Indien im Fokus, in das im zweiten Halbjahr 2023 rund 200 Millionen Franken fliessen sollen. "Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan und sind auf Kurs", versicherte Brosi. Das Projekt mit einer Investitionssumme von 750 Millionen Franken soll termingerecht per Ende 2024 abgeschlossen werden.

An der Börse kommen die Neuigkeiten gut an. So legen die Flughafen Zürich-Aktien am Dienstag bis 14 Uhr um knapp 2 Prozent zu.

an/ra