FedEx, das vor wenigen Tagen den Tod seines charismatischen Gründers Fred Smith bekanntgab, behält im Geschäftsjahr 2025 eine gewisse Kontinuität zum Vorjahr. Nach drei rückläufigen Jahren stabilisierten sich die Umsätze, der operative Gewinn jedoch sank von 5,5 auf 5,2 Milliarden US-Dollar – vor allem belastet durch das Segment Straßentransport.

Als weltweiter Marktführer für Expresslogistik plant FedEx, sich just von eben diesem Straßentransportsegment zu trennen. Dieser Bereich, der in den USA den Markt für Stückguttransporte dominiert, steht zwar nur für rund ein Zehntel des Konzernumsatzes, liefert aber zwischen einem Viertel und einem Drittel des operativen Ergebnisses.

FedEx strebt damit eine klare Rückbesinnung auf seine Kernkompetenzen an: das globale Netzwerk aus elf Flughafen-Drehkreuzen – acht in Nordamerika, drei in Europa und zwei in China – sowie die eigene Flotte von 710 Flugzeugen. Begleitet wird dieser Schritt von einem spürbaren Konsolidierungskurs.

Angesichts der aktuellen Börsenbewertung – FedEx wird mit dem 14-Fachen seines Gewinns gehandelt – scheint der Unternehmenswert die Summe seiner Teile zu unterschätzen. Wettbewerber im Bereich Straßentransport wie Old Dominion notieren an den Börsen mit einem KGV von über 30.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine Abspaltung des profitablen Transportsegments als logischer Schritt. Auch wenn viele Details noch offen sind – etwa in Bezug auf die Schulden, die FedEx dem Spin-off auferlegen könnte –, schätzt MarketScreener den potenziellen Wert des abgespaltenen Bereichs auf 30 bis 40 Milliarden US-Dollar.

In Relation zur aktuellen Marktkapitalisierung von FedEx von 54 Milliarden US-Dollar wäre dieser Schritt wirtschaftlich hochattraktiv und strategisch sinnvoll. Allein im vergangenen Jahr gab das Unternehmen knapp 4 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre zurück – zwei Drittel davon über Aktienrückkäufe – und damit rund eine Milliarde mehr, als der freie Cashflow in derselben Periode betrug.