ABB bringt drei neue Familien von Industrierobotern auf den Markt, die speziell für China entwickelt wurden. Wie das Schweizer Ingenieurunternehmen am Mittwoch mitteilte, möchte ABB damit von der steigenden Nachfrage nach Automatisierung unter mittelständischen Unternehmen profitieren.
Die Maschinen werden in Branchen wie Elektronik, Lebensmittel und Getränke sowie Metallverarbeitung eingesetzt und übernehmen Aufgaben wie Polieren oder das Platzieren von Produkten entlang der Produktionslinien, erklärte das in Zürich ansässige Unternehmen.
Der Absatz im sogenannten Mid-Market-Segment Chinas - wo Roboter weniger komplexe Aufgaben wie Pick-and-Place-Operationen, Verpackung oder grundlegende Inspektionen übernehmen - soll laut ABB in den nächsten drei Jahren wertmäßig um 8 % pro Jahr wachsen. Das ist deutlich schneller als die Entwicklung der globalen Branche in den vergangenen Jahren.
Chinas Mid-Market-Robotiksegment steigert seine Automatisierungsgrade, um dem Mangel an Arbeitskräften zu begegnen und da die Technologie zunehmend benutzerfreundlicher wird.
,,Mit künstlicher Intelligenz sind die Roboter einfacher zu bedienen und daher auch für Kunden attraktiver, die sie bisher nicht eingesetzt haben", sagte Sami Atiya, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik & Diskrete Automation von ABB.
Zur neuen Roboterfamilie von ABB gehören die Modelle Lite+, PoWa und IRB1200, deren Roboterarme unterschiedliche Lasten tragen und mit verschiedenen Geschwindigkeiten arbeiten können - je nach Kundenbedarf.
Einer der Roboter kann laut Unternehmen bereits 60 Minuten nach dem Auspacken betriebsbereit sein. Er lässt sich durch Spracheingabe programmieren oder indem er beobachtet, welche Aufgaben er ausführen soll. Der Preis für den Roboter inklusive Steuerung und weiterer Ausrüstung liegt zwischen etwa 20.000 und über 100.000 US-Dollar, teilte ABB mit.
China ist laut International Federation of Robotics (IFR) der weltweit größte Robotikmarkt und installierte im Jahr 2023 51 % aller neuen Roboter weltweit.
China ist zudem ABBs größter Robotikmarkt und macht rund 30 % des Geschäftsbereichs aus.
Atiya sieht durch die Androhung von US-Zöllen auf chinesische Produkte keine Auswirkungen auf die Nachfrage nach Robotern, da sowohl die Stärke des Binnenmarkts als auch der Arbeitskräftemangel eine bedeutende Rolle spielen.
Die neuen Roboter werden in ABBs neuer Fabrik in Shanghai produziert.
Das Schweizer Unternehmen hatte Anfang des Jahres angekündigt, seine Robotiksparte abzuspalten. Diese steht im Wettbewerb mit Japans FANUC Corp, Yaskawa und Deutschlands Kuka.
Atiya erklärte, dass die Abspaltung weiterhin planmäßig bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll, wollte sich jedoch nicht zu einer möglichen Bewertung oder zu etwaigen Interessenten äußern.
,,Wir müssen jeden ernsthaften Kaufinteressenten anhören, aber unser klares Ziel ist die Abspaltung", fügte er hinzu.


















