Der französische Telekommunikationsanbieter Orange hat am Montag bekannt gegeben, eine neue Sparte für Verteidigung und innere Sicherheit einzurichten. Damit intensiviert das Unternehmen seine Bemühungen, Akteure dieser Sektoren in Frankreich und Europa zu unterstützen.
Die spezialisierte Division wird Teil von Orange Business sein, dem Geschäftsbereich für Unternehmen und Organisationen. Sie soll Konnektivitätslösungen, künstliche Intelligenz und Cybersecurity-Dienste bereitstellen sowie zivile und militärische Netzwerke integrieren. Zielgruppen sind Verteidigungsministerien, Sicherheitsdienstleister und die angeschlossene Industrie.
WARUM DAS WICHTIG IST
Europäische Unternehmen profitieren zunehmend von steigenden Verteidigungshaushalten, da der Kontinent auf der Suche nach eigenständigen Lösungen ist, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern.
NATO-Mitglieder hatten sich Anfang Juni darauf verständigt, das Ziel für Verteidigungsausgaben bis 2035 auf 5 % des Bruttoinlandsprodukts anzuheben.
Frankreich führt zudem die europäischen Bemühungen zur Sicherung der Kommunikation an, unter anderem durch die Erhöhung seiner Beteiligung und die Initiierung einer Kapitalerhöhung beim Satellitenbetreiber Eutelsat, einem Konkurrenten von Starlink.
SCHLÜSSELZITATE
,,Wir sind ideal positioniert, um den sich rasant entwickelnden Anforderungen dieses hochspezialisierten Sektors gerecht zu werden, der auf zivile Lösungen setzt", erklärte Nassima Auvray, die die neue Sparte leiten wird.
Laut Unternehmensangaben werden mehrere Hundert Experten aus verschiedenen Konzernbereichen von Orange zusammengezogen, um in der neuen Division zu arbeiten.
KONTEXT
Orange besitzt und betreibt sieben Kabelschiffe, die Unterwasser-Telekommunikationskabel verlegen und warten - eine kritische Infrastruktur, die angesichts von Berichten über russische Sabotageversuche zunehmend in den Fokus der europäischen Sicherheitsinteressen rückt.
Weitere Telekommunikationsunternehmen, die sich verstärkt auf den Verteidigungssektor ausrichten, sind etwa der finnische Konzern Nokia, der gemeinsam mit Partnern taktische Netzwerke für die Bundeswehr entwickelt.
(Bericht von Gianluca Lo Nostro und Jerome Terroy in Danzig, redigiert von Milla Nissi-Prussak)



















