Electronic Arts, Schwergewicht der amerikanischen Games-Branche, hat die Zahlen für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres vorgelegt. Trotz gedämpfter Erwartungen – nicht zuletzt wegen des verhaltenen Starts von FC 25 – übertraf das Studio die Prognosen und bewies erneut seine Fähigkeit zur schnellen Erholung. Besonders trug der Hype um Split Fiction bei, das sich im Startquartal bereits 4 Millionen Mal verkaufte – doppelt so viel wie ursprünglich erwartet.
Ein neuer Goldtitel?
Wie unser Analyst Paul Klein kürzlich in diesen Spalten betonte, verläuft das Geschäftsmodell von Spieleentwicklern selten linear. EA scheint seine Erfolgsformel jedoch gefunden zu haben: ikonische Marken, eine treue Fangemeinde und eine robuste Grundlage aus Mikrotransaktionen. Das Label EA Sports bleibt das Rückgrat – auch nach dem Ende der FIFA-Partnerschaft. Madden NFL liefert den besten Beweis.
„American Football war ebenfalls ein Wachstumstreiber im Quartal, das College Football trägt weiter positiv zum Ökosystem bei“, erklärt James Heaney, Analyst bei Jefferies. „Noch wichtiger ist: Die Spielerzahlen auf Konsole und PC bei Madden NFL und College Football wachsen zweistellig, und die Spielzeit ist um 68 % gestiegen.“ Eine beeindruckende Bilanz für ein College-Football-Spiel, das im Juli 2024 – elf Jahre nach dem legendären NCAA 14 – neu aufgelegt wurde.
Auch wenn die Mikrotransaktionen im Jahresvergleich leicht um 2 % zurückgingen, konnten die Dynamik rund um Split Fiction und die Sporttitel diesen Rückgang mehr als ausgleichen.
Blockbuster in der Pipeline
In der Analystenkonferenz zeigte sich CEO Andrew Wilson zuversichtlich: Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet EA einen Umsatz zwischen 7,6 und 8 Milliarden US-Dollar – wobei der obere Rand dieser Spanne die Konsensschätzungen (7,62 Mrd. USD) übertrifft. Der Free Cashflow soll zwischen 1,975 und 2,175 Milliarden Dollar liegen, ein Plus von 6 bis 17 %.
Wilson bekräftigte dabei das Bekenntnis zu einem attraktiven Kapitalrückführungsprogramm: „Wir bleiben einem starken Shareholder-Return-Programm verpflichtet und wollen bis einschließlich Geschäftsjahr 2027 mindestens 80 % des freien Cashflows über Aktienrückkäufe und Dividenden ausschütten.“
Doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Zunächst müssen die neuen Ausgaben der bewährten Umsatzbringer FC, Madden NFL und College Football überzeugen. Zudem darf das Studio beim mit Spannung erwarteten Comeback von Battlefield, das für Herbst 2025 angekündigt ist und im Sommer erstmals vorgestellt wird, keinen Fehltritt machen – zumal durch die Verschiebung von GTA 6 ein günstiges Zeitfenster entsteht. Darüber hinaus könnten auch die geplanten Releases von Star Wars: Zero Company und dem heiß erwarteten Skate 4 entscheidende Impulse geben.
Auch James Heaney von Jefferies teilt diesen Optimismus: „Der Rebound von FC, die starke Football-Dynamik und der Launch von Battlefield stützen das Narrativ eines beschleunigten Wachstums für EA. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, könnte die operative Marge von aktuell 30 % auf bis zu 34 % steigen – das wäre der stärkste Anstieg seit 2021.“


















