1. Startseite
  2. Aktien
  3. Deutschland
  4. Xetra
  5. Deutsche Telekom AG
  6. News
  7. Übersicht
    DTE   DE0005557508   555750

DEUTSCHE TELEKOM AG

(555750)
  Bericht
Verzögert Xetra  -  27/05 17:35:04
19.08 EUR   +0.76%
27.05.Brookfield und Cellnex bieten angeblich gemeinsam für das Turmgeschäft der Deutschen Telekom
MT
26.05.DEUTSCHE TELEKOM AG : Meldung und öffentliche Bekanntgabe der Geschäfte von Personen
EQ
26.05.Deutsche Telekom AG
DP
ÜbersichtKurseChartsNewsRatingsTermineUnternehmenFinanzenAnalystenschätzungenRevisionenDerivate 
ÜbersichtAlle NewsAnalystenempfehlungenAndere SprachenPressemitteilungenOffizielle PublikationenBranchen-NewsMarketScreener Analysen

Deutsche Telekom : Von der Schule zur Ausbildung bei einem Weltkonzern

19.01.2022 | 15:12

Mit den Zahlen zum schnellen Internet in Deutschland ist es wie mit den Corona-Inzidenzen: Mit etwas gutem Willen lässt sich alles hineininterpretieren. Auf der einen Seite hat die Deutsche Telekom 2021 bundesweit über 70.000 Kilometer Glasfaser neu verlegt - und damit 1,2 Millionen weitere "Fiber to the Home"-Anschlüsse (FTTH) ermöglicht. Bei dieser Technik reichen die Glasfaserkabel bis in die Häuser und Wohnungen, ohne dass dazwischen noch Kupfer im Spiel ist.

Auf der anderen Seite liegt Deutschland im aktuellen Festnetz-Vergleich "Speedtest Global Index" mit durchschnittlich 138,70 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) weltweit nur auf Rang 37 - 33 Plätze hinter dem gern zitierten Rumänien, das mit 241,03 Mbit/s Platz vier schafft. Wir erklären, warum der Breitbandausbau in Deutschland manchmal an Vollgasfahren bei gleichzeitigem Bremsen erinnert.

Der Saugbagger saugt Steine, Geröll und Abraum aus Baugruben in seinen Laderaum.

Schnell - aber noch nicht schnell genug

2021 hat die Telekom ihr Tempo beim Glasfaserausbau in Deutschland glatt verdoppelt. Die 1,2 Millionen neuen FTTH-Anschlüsse, die Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit ermöglichen, bedeuten eine 100-Prozent-Steigerung gegenüber dem Jahr davor. 2022 sollen sogar zwei Millionen weitere FTTH-Anschlüsse dazukommen. Das ist auch notwendig, denn YouTube, Netflix, MagentaTV, TikTok & Co. sorgen weiter für deutlich wachsende Datenmengen. Allein 2021 sind die Downloads und Uploads im Telekom-Festnetz um weitere 15 Prozent gestiegen.

Doch trotz aller Erfolge und stolzen Zahlen könnte die Telekom das schnelle Netz in Deutschland noch schneller ausbauen. Warum das nicht immer und überall wie gewünscht funktioniert, zeigt das Beispiel Freiburg im Breisgau.

Der Hindernislauf von Freiburg

In der umweltbewussten Schwarzwald-Hauptstadt will die Telekom gerade 25.000 weitere Haushalte mit Glasfaser schneller ins Internet bringen. Doch hier zeigt sich exemplarisch, wie Auflagen und langwierige Genehmigungsverfahren den Netzausbau mitunter zum Hindernislauf machen. In Freiburg sind beispielsweise Bäume eine der großen "Glasfaser-Bremsen". Nun plädiert niemand dafür, fürs schnelle Internet Bäume zu fällen. Und dass der Netzausbau umweltverträglich und unter Einhaltung der Naturschutzauflagen erfolgen muss - darin ist sich die Telekom mit Behörden, Verbänden und allen Beteiligten einig. Freiburg zeigt allerdings, warum es beim Ausbautempo in Deutschland häufig hakt und nicht so schnell vorangeht wie zum Beispiel im vermeintlichen "Internet-Wunderland" Rumänien.

Glasfaser-Bremse 1: Der Staubsaug-Stopp

Um beim Ausbau schnellstmöglich und auch umweltschonend voranzukommen, rücken Baufirmen oft mit ganz speziellen Gerätschaften wie beispielsweise dem Saugbagger an. Das ist ein Lastwagen mit einem riesigen Rüssel am Heck, der mit seiner enormen Kraft von 44.000 Kubikmetern Luft pro Stunde Steine, Geröll und Abraum aus Baugruben saugt und in seinen Laderaum befördert. Das geht bei entsprechender Bodenbeschaffenheit schneller und wurzelschonender als klassischer Tiefbau. In Freiburg fürchtet das Gartenamt allerdings, dass der XXL-Staubsauger mit seiner Höhe Baumkronen beschädigen könnte. Allerdings sind auch große Bagger satzungsgemäß dort verboten. Deshalb wurde in vielen Ortsterminen mit der Telekom jeder einzelne Baum betrachtet - und festgelegt, wo der Saugbagger zum Einsatz kommen darf, und wo nicht. Wo er nicht saugbaggern darf, kann nur mit kleinem Gerät gebaggert und geschaufelt werden. Dort geht es dann sehr langsam voran.

Glasfaser-Bremse 2: Das Zickzack-Internet

Telekom-Regionalmanager Christopher Beußel erklärt, wie das genau läuft mit der Glasfaser in Freiburg und den Bäumen: "Wir müssen hier quasi jeden Baum einzeln betrachten. Wir gehen mit dem Baumbeauftragten der Stadt jeden Baum durch und schauen, was die Besonderheiten sind. Nicht jeder Baum ist gleich, gleich alt und hat das gleiche Wurzelwerk." In Sorge um die Bäume schlug das Freiburger Gartenamt für die geplante Glasfaserstrecke mehrere Straßenquerungen vor. Je nach Lage der Baumwurzeln sollte die Leitung also die Straßenseite wechseln. Selbst wenn dieses "Zickzack-Internet" technisch und finanziell machbar gewesen wäre, hätte es die Telekom gar nicht realisieren dürfen. Denn das städtische Tiefbauamt lehnte den Vorschlag der Behördenkollegen ab, um den Straßenkörper zu schützen und den Verkehrsfluss nicht zusätzlich zu bremsen.

Glasfaser-Bremse 3: Kein Ausbau in Mindertiefe

In Deutschland ist das Verlegen von Kabeln und Leitungen unter Gehwegen traditionell in einer Tiefe von 60 Zentimetern üblich. Das Verlegen in einer sogenannten "Mindertiefe" von 40 Zentimetern würde viel Zeit, Geld und Aufwand sparen - selbstverständlich mit allen technischen Maßnahmen, um die gewohnte Tiefbauqualität sicherzustellen. Das würde auch die Baumwurzeln besser vor Schäden bewahren. Während der Ausbau in Mindertiefe auf der anderen Rheinseite in Frankreich längst die Regel ist, ist das in Freiburg nicht möglich, wie Regionalmanager Beußel hadert: "Um diese Bäume zu schützen, würden wir gerne alternative Verlegemethoden wie beispielsweise Mindertiefe einsetzen. Leider hat die Stadt Freiburg noch keine Zustimmung dazu erteilt." Das ist auch in vielen anderen deutschen Städten und Regionen bisher der Fall - eines der größten Hindernisse hierzulande für den Breitbandausbau.

Kabel und Leitungen werden tief unter den Gehwegen verlegt.

Glasfaser-Bremse 4: Kein Platz für den Aushub

Auch die dichte Bebauung, die schmalen Bürgersteige und viele parkende Autos bremsen das Ausbautempo in Freiburg. Wegen der Enge gibt es keine Ablageflächen für den Aushub, der aus den Baugruben befördert wird. Die Baufirmen behelfen sich mit Containern auf Lastwagen, die Steine und Erdreich ins Zwischenlager transportieren. Von dort aus werden sie nach dem Verlegen der Leitungen zum Verfüllen zurück an die Baustelle gebracht - nicht gerade das schnellste und umweltfreundlichste Verfahren.

Glasfaser-Bremse 5: Zu kurze Baugruben

Laut verkehrsrechtlicher Anordnung darf in Freiburg pro Baukolonne und Tag nur eine Grube von maximal 50 Metern Länge ausgehoben werden. Eine einzelne Kolonne würde aber eine deutlich längere Strecke schaffen. Das wäre schneller und günstiger, ist aber nicht erlaubt. Stattdessen muss ab 50 Metern eine neue Grube geöffnet werden - aber erst, wenn die alte wieder geschlossen ist.

Glasfaser-Bremse 6: Das Internet-Mosaik

Pflastermosaik in Freiburg - ebenfalls eine Herausforderung für den Netzausbau

1858 hat Pflasterermeister Alois Krems die berühmten Pflastermosaike nach Freiburg gebracht, die er auf seinen Lehr- und Wanderjahren in Südfrankreich bewundert hatte. Seither sind Gehwege vor allem in der Freiburger Innenstadt reich verziert mit Mosaiken aus Rheinkieseln, weißem Marmor oder rotem Porphyr. Diese Puzzles sehen malerisch aus, sind ohne jeden Zweifel erhaltenswert - führen aber dazu, dass jedes einzelne Mosaik nach dem Verlegen der Glasfaser millimetergenau wieder hergestellt werden muss.

Die Freiburger lassen sich nicht bremsen

Baumbeauftragte und Kunstwerke auf Bürgersteigen. Deutschland ist mit gutem Grund stolz auf seinen Umwelt- und Denkmalschutz - muss dann aber auch akzeptieren, wenn es mit dem Breitbandausbau bisweilen nicht so schnell vorangeht wie in anderen Ländern, in denen die Auflagen weniger hoch sind. Die Telekom-Kunden in Freiburg lassen sich die Freude am schnellen Internet trotzdem nicht nehmen. "Über 60 Prozent aller Haushalte haben schon einen Glasfaseranschluss beantragt", berichtet Regionalmanager Christopher Beußel.

Wirt Volker Schneider freut sich auf das schnelle Internet.

Und Volker Schneider, Betreiber des in Freiburg sehr beliebten "Wirtshaus zum Goldenen Anker" spricht für viele, wenn er sagt: "Ich finde es supermäßig gut, dass wir hier Glasfaser bekommen, für meine vielen tollen Gäste hier draußen im Biergarten. Und vor allem für uns selber, für das Büro" - und für alles, wofür man schnelles Internet gebrauchen kann. Mit weniger Bürokratie, etwas mehr Pragmatismus, schnelleren Genehmigungsverfahren und alternativen Verlegemethoden könnten noch mehr Menschen in Deutschland noch schneller im "Wirtshaus zur Goldenen Glasfaser" einkehren.

Mehr zum Thema gibt's in diesem Video:

Disclaimer

Deutsche Telekom AG published this content on 17 January 2022 and is solely responsible for the information contained therein. Distributed by Public, unedited and unaltered, on 19 January 2022 14:11:37 UTC.


© Publicnow 2022
Alle Nachrichten zu DEUTSCHE TELEKOM AG
27.05.Brookfield und Cellnex bieten angeblich gemeinsam für das Turmgeschäft der Deutschen Te..
MT
26.05.DEUTSCHE TELEKOM AG : Meldung und öffentliche Bekanntgabe der Geschäfte von Personen
EQ
26.05.Deutsche Telekom AG
DP
26.05.PATRICK DRAHI : Großbritannien prüft die BT-Beteiligung von Drahi auf nationale Sicherheit
MR
25.05.DEUTSCHE TELEKOM AG : Meldung und öffentliche Bekanntgabe der Geschäfte von Personen
EQ
25.05.Deutsche Telekom AG
DP
23.05.Ericsson und Deutsche Telekom nutzen Windkraft für Mobilfunkmasten angesichts steigende..
MR
23.05.Deutsche Telekom unterzeichnet Vertrag mit Ericsson für den Aufbau eines 5G-Funkzugangs..
MT
23.05.DEUTSCHE TELEKOM : und Ericsson kooperieren bei der...
PU
19.05.Berenberg belässt Deutsche Telekom auf 'Buy' - Ziel 27 Euro
DP
Mehr Nachrichten, Analysen und Empfehlungen
News auf Englisch zu DEUTSCHE TELEKOM AG
27.05.Brookfield, Cellnex May Reportedly Team Up to Bid for Deutsche Telekom Towers Business
MT
26.05.DEUTSCHE TELEKOM AG : Notification and public disclosure of transactions by persons
EQ
26.05.PATRICK DRAHI : UK to run national security checks on Drahi's BT stake
RE
25.05.DEUTSCHE TELEKOM AG : Notification and public disclosure of transactions by persons
EQ
24.05.Deutsche Telekom and Ericsson partner to drive sustainable 5G radio site operations
AQ
23.05.T-Mobile launches 5G products to compete with Verizon, AT&T for business clients
RE
23.05.Ericsson, Deutsche Telekom harness wind power for mobile masts as energy costs soar
RE
23.05.YOUMMDAY BRINGS EXPERIENCED SERVICE : Carola Wahl supports the company in its internation..
AQ
23.05.Deutsche Telekom Signs Deal With Ericsson For 5G Radio Access Network Deployment
MT
23.05.DEUTSCHE TELEKOM : and Ericsson partner to drive...
PU
Mehr Nachrichten, Analysen und Empfehlungen auf Englisch
Analystenempfehlungen zu DEUTSCHE TELEKOM AG
Mehr Empfehlungen
Finanzkennziffern
Umsatz 2022 113 Mrd. 121 Mrd. -
Nettoergebnis 2022 6 948 Mio 7 443 Mio -
Nettoverschuldung 2022 138 Mrd. 148 Mrd. -
KGV 2022 15,6x
Dividendenrendite 2022 3,62%
Marktwert 94 865 Mio 102 Mrd. -
Marktwert / Umsatz 2022 2,07x
Marktwert / Umsatz 2023 1,97x
Mitarbeiterzahl 216 109
Streubesitz 81,3%
Chart DEUTSCHE TELEKOM AG
Dauer : Zeitraum :
Deutsche Telekom AG : Chartanalyse Deutsche Telekom AG | MarketScreener
Vollbild-Chart
Chartanalyse-Trends DEUTSCHE TELEKOM AG
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsAnsteigendAnsteigendAnsteigend
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkaufen
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung KAUFEN
Anzahl Analysten 23
Letzter Schlusskurs 19,08 €
Mittleres Kursziel 23,42 €
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 22,8%
Verlauf des Gewinns je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
Timotheus Höttges Chairman-Management Board & CEO
Christian P. Illek Chief Financial Officer
Frank Appel Chairman-Supervisory Board
Claudia Nemat Chief Technology & Innovation Officer
Lothar Schröder Vice Chairman-Supervisory Board