Eine ehemalige Händlerin der Deutschen Bank verklagt die Bank vor einem Londoner Gericht auf etwas mehr als 2,6 Millionen Pfund (3,3 Millionen Dollar), nachdem ihr fast ein Jahrzehnt lang kein individueller Bonus gezahlt wurde, obwohl Deutschlands größter Kreditgeber sagt, dass er sich das einfach nicht leisten konnte.

Shikha Gupta arbeitete bis 2017 für die nicht zum Kerngeschäft gehörende Abteilung der Deutschen Bank, die im Zuge der Finanzkrise von 2008 eingerichtet wurde, um das operative Geschäft zu straffen.

Gupta sagt, sie habe dabei geholfen, Vermögenswerte in Milliardenhöhe für die Deutsche Bank zu veräußern, insbesondere bei der Zahlung eines Vergleichs in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar im Jahr 2016 mit dem US-Justizministerium wegen der Verkäufe von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren vor der Krise.

Ihre Anwälte sagten zu Beginn des Prozesses vor dem Londoner High Court, dass Gupta eine außergewöhnliche Mitarbeiterin war, der ein beträchtlicher individueller Bonus versprochen wurde, die aber zusammen mit ihren Kollegen für 2016 nur 21.250 Pfund erhielt.

Die Deutsche Bank sagt jedoch, dass Gupta keine formelle Garantie gegeben wurde, dass sie einen individuellen Bonus erhalten würde. Die Anwälte des Kreditgebers erklärten außerdem, dass die Deutsche Bank mehr als 9.000 Mitarbeiter entlässt, fast 10 % ihrer weltweiten Belegschaft.

"Die meisten Arbeitgeber, zumindest im Finanzdienstleistungsbereich, würden ihren Mitarbeitern gerne Boni auf der Grundlage ihrer Leistung zahlen", sagte der Anwalt der Deutschen Bank, James Laddie, in den Gerichtsunterlagen, "aber ob sie das tun können, hängt davon ab, ob sie es sich leisten können."

Laddie sagte, dass sich die Bank 2016 "in einer schwierigen Lage" befand und daher die Entscheidung getroffen wurde, keinen individuellen Bonuspool zu haben.

Gupta, die jetzt für Astra Asset Management arbeitet, sagte in einer schriftlichen Zeugenaussage, dass sie "für das De-Risking fast aller Cash- und ABS-Derivate der Bank verantwortlich war".

Sie fügte hinzu: "Ich habe das Gefühl, dass sie das Vertrauen, das ich als Mitarbeiterin in die Institution gesetzt hatte, missbraucht haben."

Laddie sagte jedoch, dass Gupta kein individueller Bonus gezahlt wurde, "weil eine bankweite Entscheidung getroffen wurde, dass dieser nicht bezahlbar sei".