Delta Air Lines rechnet in den kommenden Quartalen mit einer Verbesserung der Gewinnlage. Grundlage dafür sind eine strikte Kapazitäts- und Kostenkontrolle – und das trotz anhaltendem Preisdruck in der Branche. Die Gesellschaft verzeichnet eine Stabilisierung der Buchungslage, ein ermutigendes Signal für einen Sektor, der weiterhin unter der schwachen Nachfrage leidet. Auch die Titel von United Airlines und American Airlines verzeichneten starke Kursgewinne.

Stabilisierung der Nachfrage

Wie viele andere Fluggesellschaften hatte Delta im April seine Jahresprognose für 2025 ausgesetzt – vor dem Hintergrund der durch Präsident Donald Trump initiierten Handelskonflikte, die das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern erschüttert und die Buchungen belastet hatten.

Damals sorgte Delta-CEO Ed Bastian mit deutlichen Worten für Aufsehen: „Ob man es Rezession nennt oder nicht, in dieser Branche ist es eine Rezession.“

Drei Monate später ist der Tonfall ein anderer: Die Branchenführer berichten von einer Stabilisierung der Nachfrage. Dennoch liegt das Passagieraufkommen in den USA weiterhin unter dem Vorjahresniveau, was zu einem breiten Preisverfall bei Flugtickets führt – wie auch offizielle Daten bestätigen.

Der veröffentlichte Bericht zum zweiten Quartal reflektiert diese Entwicklung. Die Buchungen haben sich auf Vorjahresniveau stabilisiert, doch der Preisverfall – insbesondere im Inlandsverkehr – hält an.

Um dem entgegenzuwirken, planen die Airlines ab August eine Reduzierung ihrer Kapazitäten. Ziel ist es, das Sitzplatzangebot besser an die fragile Nachfrage anzupassen und die Preise zu stützen.

Delta setzt auf diese Angebotsdisziplin, um im zweiten Halbjahr den sogenannten Unit Revenue – eine zentrale Kennziffer für die Rentabilität je Sitzplatz – zu steigern. Gleichzeitig plant das Unternehmen, seine Betriebskosten exklusive Treibstoff im dritten Quartal stabil zu halten oder sogar leicht zu senken – im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die gesunkenen Ölpreise helfen dabei, die Kosten zu drücken. Kerosin zählt in der Luftfahrt zu den größten Kostenfaktoren – bei Lufthansa etwa macht es zwischen 20 und 30 % der operativen Aufwendungen aus.

Fokus auf das Premium-Segment

Trotz der allgemeinen Nachfrageflaute zeigen sich Delta und United Airlines vergleichsweise robust – dank diversifizierter Einnahmequellen, wachsender Premiumangebote und erfolgreicher Kundenbindungsprogramme.

Delta steigerte im zweiten Quartal die Umsätze aus Premium-Tickets um 5 % gegenüber dem Vorjahr, während die Erlöse in der Economy Class zurückgingen. Die Einnahmen aus dem Loyalitätsprogramm kletterten sogar um 8 %.

„Die Einnahmevielfalt schützt das Unternehmen vor Nachfrageschwäche in der Economy Class“, kommentiert Tom Fitzgerald, Analyst bei TD Cowen.

In den letzten Jahren haben viele Airlines verstärkt auf Premiumkunden gesetzt, die weniger preissensibel auf Inflation reagieren – ein Ansatz, der sich zunehmend in den Margen niederschlägt.

Für das bis Ende September laufende Quartal prognostiziert Delta einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,25 und 1,75 US-Dollar. Der Mittelwert von 1,50 US-Dollar liegt über dem Analystenkonsens von 1,31 US-Dollar laut LSEG-Daten.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,25 und 6,25 US-Dollar – ebenfalls über dem durchschnittlichen Analystenziel von 5,39 US-Dollar.