Die Commerzbank erzielt heute Einnahmen, wie sie seit fünfzehn Jahren nicht mehr erreicht wurden. Diese Entwicklung ist unmittelbar auf den Zinsanstieg zurückzuführen, der es dem Institut ermöglicht hat, seine Nettomarge aus dem Zinsgeschäft innerhalb von zwei Jahren zu verdoppeln. Vor diesem Hintergrund wäre ein erneuter Rückgang der Zinssätze in Europa das denkbar ungünstigste Szenario für die Bank.

Auf der Kostenseite greift das Sparprogramm bemerkenswert effizient – sogar stärker als bei der Deutschen Bank, die nach wie vor mit den hohen Kosten ihrer Investmentbank zu kämpfen hat. Die operativen Aufwendungen der Commerzbank konnten über fünf Jahre hinweg auf konstantem Niveau gehalten werden, und das trotz anhaltender Inflation.

Trotz ihrer starken Fokussierung auf den deutschen Heimatmarkt – einen der härtesten Bankenmärkte Europas, wenn nicht weltweit – erreichte die Commerzbank 2024 eine Eigenkapitalrendite von 8,3 %. Einen derart hohen Wert hatte die Bank zuletzt vor der Subprime-Krise erzielt.

Allerdings bewegt sich diese Rendite weiterhin im einstelligen Bereich und liegt damit unter dem europäischen Branchendurchschnitt – der seinerseits strukturell hinter US-amerikanischen oder asiatischen Banken zurückbleibt. Die Marktkapitalisierung der Commerzbank, die inzwischen wieder nahezu dem Buchwert entspricht, spiegelt diese Verbesserungen bereits weitgehend wider.

Das Institut, das sich bislang erfolgreich gegen Übernahmeambitionen seines zweitgrößten Aktionärs UniCredit zur Wehr setzt, weist inzwischen auch bei den Kapitalquoten überzeugende Werte aus. Vor diesem Hintergrund hat die Commerzbank bereits vor zwei Jahren ein Aktienrückkaufprogramm gestartet: Inzwischen wurden 5,1 % der ausstehenden Aktien eingezogen.