Chinesische Immobilienaktien stiegen am Mittwoch sprunghaft an, da ein Bericht, wonach die Behörden planen, mindestens 137 Milliarden Dollar an neuen Finanzmitteln bereitzustellen, um den angeschlagenen Immobilienmarkt zu stützen, die Hoffnung auf weitere Stimulierungsmaßnahmen nährte.

Der Hang Seng Mainland Properties Index stieg im späten Vormittagshandel um 4,3%, wobei China Evergrande Group und Sunac China um 9,7% bzw. 7,6% zulegten. Country Garden legten um 5,4% zu.

Bloomberg News berichtete am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass China plant, mindestens 1 Billion Yuan an günstigen Finanzierungen für die Renovierung städtischer Dörfer und für Programme für bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen.

Die Peoples Bank of China (PBOC) wird die Mittel schrittweise über die politischen Banken bereitstellen, wobei das Geld letztlich über Optionen wie die so genannte verpfändete Zusatzfinanzierung (PSL) und Sonderdarlehen an die Haushalte für den Erwerb von Wohneigentum weitergegeben wird, so der Bericht.

"Sollte sich diese Ankündigung bestätigen, würde sie mit unserer Erwartung übereinstimmen, dass die politischen Entscheidungsträger die Unterstützung für den Immobiliensektor und insbesondere für die Bautätigkeit im nächsten Jahr verstärken werden", so Goldman Sachs in einer Notiz.

"Wir sind der Meinung, dass eine zusätzliche, breit angelegte geldpolitische Lockerung immer noch notwendig ist, um die umfangreiche Emission von Staatsanleihen zu erleichtern und die Stimmung für das Wachstum zu verbessern."

Die Immobilienverkäufe in China sind im Oktober schneller zurückgegangen und die Investitionen in Immobilien sind eingebrochen, wie offizielle Daten am Mittwoch zeigten. Dies deutet darauf hin, dass der krisengeschüttelte Sektor trotz der jüngsten Unterstützungsmaßnahmen Pekings noch nicht aus seiner Talfahrt herausgefunden hat.

China hat in den letzten Monaten das Tempo der politischen Stimulierung beschleunigt, u.a. durch die Senkung der Hypothekenzinsen und die Aufhebung der Beschränkungen für den Erwerb von Wohneigentum, um die Nachfrage nach Wohneigentum inmitten einer sich verschärfenden Schuldenkrise im Immobiliensektor zu steigern.

Ting Lu, Chefvolkswirt bei Nomura in China, sagte, dass Peking zwar endlich die Notwendigkeit einer quantitativen Lockerung oder des Gelddruckens für den kollabierenden Immobiliensektor erkannt haben könnte, dass aber die größte Hürde für eine Erholung des Immobilienmarktes der große Bestand an bereits verkauften, aber noch nicht fertiggestellten Häusern in den Städten der unteren Klassen sei.

"Wir glauben, dass Peking letztendlich in die eigene Tasche greifen muss, mit gedrucktem Geld von der PBOC (z.B. PSL), um die riesige Finanzierungslücke zu schließen und die Lieferung der bereits verkauften Häuser sicherzustellen", sagte Lu. (Bericht von Clare Jim; Bearbeitung durch Mrigank Dhaniwala)