KENNZAHLEN

Kennzahlen des centrotherm-Konzerns

01.01.2024-

01.01.2023-

in TEUR

31.12.2024

31.12.2023

Umsatz

238.203

151.244

Gesamtleistung

292.360

196.668

Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern (EBITDA)

39.192

19.028

Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT)

34.759

15.075

Ergebnis je Aktie in EUR

1,23

0,88

Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien

21.162

21.162

Gesamtausgaben F&E

15.943

12.603

Auftragseingang

164.015

268.806

31.12.2024

31.12.2023

Bilanzsumme

398.292

316.268

Eigenkapital

109.340

83.204

Eigenkapitalquote in Prozent

27,5

26,3

Mitarbeiter nach Köpfen (Stichtag)

755

677

Auftragsbestand

457.980

539.083

2

INHALT

4

AN UNSERE AKTIONÄRE

41

KONZERNANHANG

4

Brief an die Aktionäre

41

Allgemeine Informationen

6

Bericht des Aufsichtsrats

42

Zusammenfassung wesentlicher

10

KONZERNLAGEBERICHT

61

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Segmentberichterstattung

10

Der centrotherm-Konzern

62

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und

14

Forschung und Entwicklung

Verlustrechnung

15

Marktentwicklung und

69

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

wirtschaftliches Umfeld

86

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

17

Analyse der finanzwirtschaftlichen

88

Sonstige Erläuterungen

Situation

96

Organe der Gesellschaft

20

Vermögenslage

97

Bestätigungsvermerk

22

Chancen- und Risikobericht

des unabhängigen Abschlussprüfers

31

Prognosebericht

101

Finanzkalender | Impressum

34

KONZERNABSCHLUSS

34

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

35

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

36

Konzern-Bilanz

38

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

40

Konzern-Kapitalflussrechnung

3

3

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Damen und Herren,

mit einem Konzernumsatz von 238,2 Mio. EUR konnte der Vorjahreswert von 151,2 Mio. EUR um mehr als 50 % gesteigert werden. Von zentraler Bedeutung blieb dabei unverändert das internationale Geschäft mit einem Umsatzanteil von über 80 % und dem weiterhin starken Schwerpunkt auf Asien. Die Konzern-Gesamtleistung legte um nahezu 50 % auf 292,4 Mio. EUR zu und erreichte damit den oberen Rand der prognostizierten Spanne von 200 Mio. EUR bis 300 Mio. EUR.

Besonders positiv zeigt sich die Ertragsentwicklung des Konzerns mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 39,2 Mio. EUR. Damit wurde nicht nur der Vorjahreswert von

19,0 Mio. EUR mehr als verdoppelt, sondern auch die Prognose eines EBITDA im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich deutlich übertroffen. Grund hierfür waren die höher als erwartete Anzahl von Kundenabnahmen bis zum Jahresende 2024, die zu einem entsprechenden Umsatzzuwachs führte, sowie eine Verbesserung der operativen Marge des centrotherm-Konzerns.

Nach Steuern haben wir ein positives Periodenergebnis von 26,0 Mio. EUR erzielt. Hierdurch stärken wir unser Eigenkapital, es stieg von 83,2 Mio. EUR auf 109,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2024. Dementsprechend verbessert sich auch die Eigenkapitalquote von 26,3 % im Vorjahr auf 27,5 % zum Bilanzstichtag. Zum Jahresende 2024 standen uns liquide Mittel von

rund 96 Mio. EUR zur Verfügung - eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahresstichtag, als die Konzernliquidität rund 50 Mio. EUR betrug.

Dem herausfordernden Marktumfeld entsprechend entwickelte sich der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2024 schwächer als in den überdurchschnittlichen Vorjahren. Der im Geschäftsjahr 2024 erzielte Konzernauftragseingang liegt mit über 164 Mio. EUR innerhalb der Prognose von 150 bis 180 Mio. EUR. Anfang November 2024 haben wir die ursprüngliche Prognose von 200 bis 300 Mio. EUR angepasst, nachdem geänderte Marktbedingungen zur Verschiebung von geplanten Kundenaufträgen geführt hatten. Über 87 % der Neuaufträge bzw. 143,3 Mio. EUR kamen aus der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie, was nahezu dem Vorjahresanteil von 83 % entspricht.

Der Auftragsbestand im Konzern lag mit rund 458 Mio. EUR zum 31. Dezember 2024 weiterhin auf einem hohen Niveau. Auf Projekte mit Kunden aus der Halbleiterindustrie entfallen 364 Mio. EUR sowie

92 Mio. aus der Photovoltaikindustrie. Am Standort in Blaubeuren verzeichnen wir eine hohe Produktions-auslastung, die bis Ende 2025 reicht.

Vor dem Hintergrund der Investitionszurückhaltung unserer Kunden aus der Halbleiterindustrie rechnen wir für das Geschäftsjahr 2025 mit einem weiterhin schwächeren Auftragseingang. Dem herausfordernden Marktumfeld entsprechend haben wir - trotz des sehr zufriedenstellenden Jahresergebnisses 2024 - bereits im letzten Jahr ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um den Umfeld- und Branchenrisiken wirksam zu begegnen. Die Maßnahmen setzen auf

eine verantwortungsvolle Ausgabenstrategie und Finanzplanung, eine nachhaltige Effizienzsteigerung sowie auf gezielte Investitionen in das künftige Produktportfolio.

Unsere hohe Liquiditätsposition, das Auftragspolster sowie die zu erwartenden Umsätze aus der Abarbeitung des hohen Auftragsbestands sind Grundlage für eine positive Ergebnisentwicklung. Auch für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir bei einer Gesamtleistung von 150 Mio. EUR bis 230 Mio. EUR ein positives EBITDA im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Be-reich. Dieses Konzernergebnis ist auch vor dem Hintergrund der Investitionszurückhaltung mit einem niedrigeren Auftragseingang erreichbar. Für den Prognosezeitraum 2025 erwarten wir ein Auftragseingang von 60 bis 120 Mio. EUR.

Unseren Beschäftigten danken wir für ihr Engagement und die geleistete Arbeit, die maßgeblich zu dem positiven Geschäftsverlauf im Jahr 2024 beigetragen haben.

Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir für Ihr Vertrauen in uns und unser Unternehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Jan von Schuckmann Dr. Helge Haverkamp

5

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

ÜBERWACHUNG DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Im Geschäftsjahr 2024 hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Gestaltung der Unternehmensstrategie beraten und die Geschäftsentwicklung, die Risikolage sowie das Risikomanagement und die Compliance kontinuierlich überwacht. In regelmäßigen Sitzungen in Präsenz bzw. per Video- und Telefonkonferenz ist der Aufsichtsrat mit dem Vorstand zusammengekom-men und hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegende Überwachungs- und Beratungstätigkeit sorgfältig wahrgenommen.

Der Vorstand hat seine Informationspflichten erfüllt und insbesondere den Aufsichtsratsvorsitzenden auch außerhalb der Sitzungen umfassend und zeitnah über bedeutsame Sachverhalte unterrichtet. Bei allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung wurde der Aufsichtsrat unmittelbar mit einbezogen. Sofern nach Gesetz oder Satzung die Zustimmung des Aufsichtsrats zu Einzelmaßnahmen des Vorstands erforderlich war, wurde der Aufsichtsrat informiert und hat nach eigener eingehender Prüfung Beschlüsse gefasst. Die Aufsichtsratsbeschlüsse wurden im Rahmen der regulären Sitzungen und in Einzelfällen auch im Wege von Umlaufverfahren gefasst.

WESENTLICHE INHALTE DER AUFSICHTSRATSSITZUNGEN UND -BESCHLÜSSE

Im Geschäftsjahr 2024 traf der Aufsichtsrat zu insgesamt fünf Aufsichtsratssitzungen zusammen. Davon fand eine Sitzung als Telefonkonferenz statt. Alle Auf-sichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen teilgenommen, ein Mitglied war bei vier Sitzungen und ein weiteres Mitglied bei zwei Sitzungen per Videokonfe-renz zugeschaltet.

Im Fokus der Beratungs- und Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2024 stand die Unternehmensstrategie, die ein wichtiges Fundament zur Sicherung eines nachhaltigen Geschäftserfolgs darstellt. Ein fester Tagesordnungspunkt jeder Sitzung war der Bericht des Vorstands zur aktuellen Markt-, Geschäfts- und Auftragslage sowie zur Liquidität. Das monatliche Konzern-Reporting bildet die Basis für diesen Vorstandsbericht, der auch die Geschäftsentwicklung, insbesondere der asiatischen Auslandsgesellschaften, einschließt.

In der Telefonkonferenz vom 13. März 2024 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit Vorstandsthemen.

In der Aufsichtsratssitzung am 24. April 2024 standen der Jahres- und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 auf der Tagesordnung. Der Prü-fungsausschussvorsitzende berichtete über die Prüfung der Abschlüsse an das Plenum. Ebenso informierte der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat über Art und Umfang sowie Ergebnisse seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat billigte nach eingehender Prüfung und Erörterung den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023. Der Vorstand berichtete über die aktuelle Geschäftsentwicklung und stellte gleichzeitig die Liquiditätsplanung für das Geschäftsjahr 2024 vor. Im Zuge dessen stimmte der Aufsichtsrat grundsätzlich zu, dass der Vorstand ermächtigt ist, den bestehenden Avalrahmen ggf. neu zu strukturieren, um dem erhöhten Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit dem gestiegenen Auftragsvolumen aus der Halbleiterindustrie gerecht zu werden.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Planungen des Vorstands hinsichtlich der Fertigungsstrategie

einer neuen Anlagengeneration für die Photovoltaikindustrie. Außerdem verabschiedeten Vorstand und Aufsichtsrat die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2024 als Präsenzveranstaltung.

In einem Umlaufbeschluss stimmte der Aufsichtsrat am 11. Juni 2024 einem Großprojekt mit einem chinesischen Halbleiterkunden zu.

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung fand am 16. Juli 2024 die dritte Sitzung des Aufsichtsrates statt. Neben der aktuellen Geschäftsentwicklung und der Liquiditätsplanung standen auch die Vorbereitungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung auf der Tagesordnung.

In der Sitzung am 11. November 2024 stellte der Vorstand sein ausgearbeitetes Konzept zum weiterwach-senden Geschäft mit Service und Ersatzteilen vor. Des Weiteren beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der geplanten Fertigungsstrategie der neuen Anlagengeneration für die Photovoltaikindustrie und stimmte dem Vorschlag des Vorstands zur Gründung eines weiteren Produktionsstandorts in China zu.

Als weiteren Punkt auf der Tagesordnung berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung.

In der letzten Sitzung des Geschäftsjahres am 17. Dezember 2024 standen die Unternehmens- und Kon-zernplanung 2025 auf der Tagesordnung. Der Aufsichtsrat verabschiedete die Budgetplanung für das Geschäftsjahr 2025. Außerdem stimmte der Aufsichtsrat den Terminen des Finanzkalenders 2025 zu.

BESETZUNG VON AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Der Aufsichtsrat der centrotherm international AG besteht satzungsgemäß aus drei Mitgliedern der Anteilseigner und setzte sich im Berichtszeitraum wie folgt zusammen:

  • Robert M. Hartung (Vorsitzender)

  • Hans-Hasso Kersten (stellvertretender Vorsitzender)

  • Dr. Xinan Jia

    Im Berichtszeitraum haben sich somit keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats ergeben.

    Der Vorstand der centrotherm international AG bestand zum 31. Dezember 2024 aus zwei Mitgliedern:

  • Jan von Schuckmann (Vorstandsvorsitzender)

  • Dr. Helge Haverkamp (Vorstand Technologie)

Im Berichtszeitraum haben sich ebenfalls keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands ergeben.

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Zusammensetzung: Hans-Hasso Kersten (Vorsitzender), Robert M. Hartung (Stellvertreter)

Ausschusstätigkeit:

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat sich zum Beginn der Jahresabschlussprüfung mit dem Abschlussprüfer insbesondere zur Prüfungsplanung und zu den Prüfungsschwerpunkten ohne Beisein des Vorstands abgestimmt. Darüber hinaus hat er sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung ausgetauscht und dem Ausschuss hierüber berichtet.

Der Prüfungsausschuss tagte insgesamt dreimal im Berichtszeitraum, davon zweimal separat vom Aufsichtsrat.

Am 12. März 2024 befasste sich der Prüfungsausschuss mit Vorstandsthemen, die er im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung vom 13. März 2024 zur Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat brachte.

Am 24. April 2024 setzte sich der Prüfungsausschuss im Wesentlichen mit der Prüfung des Konzern- und des Jahresabschlusses auseinander. In einer weiteren Sitzung am 11. November 2024 beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit relevanten Themen der geo-politischen Lage überwiegend im Bereich des Risikomanagements und entsprechende Maßnahmen sind, sofern notwendig, initiiert worden.

Weitere Ausschüsse hat der Aufsichtsrat aufgrund seiner Größe nicht gebildet.

INTERESSENKONFLIKTE

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsrats-mitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.

PRÜFUNG VON JAHRES- UND KONZERNABSCHLÜSSEN

Die ordentliche Hauptversammlung hat am 16. Juli 2024 die Forvis Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, (nachfolgend auch "Forvis Mazars") zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2024 gewählt. Forvis Mazars hat den vom Vorstand gemäß den Vorschriften des Handelsgesetz-buches aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024 sowie den gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für den oben genannten Berichtszeitraum geprüft.

Sowohl dem handelsrechtlichen Jahresabschluss und dem entsprechenden Lagebericht als auch dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht erteilte der Abschlussprüfer einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Abschlussprüfer nahm an der gemeinsamen Sitzung des Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats am 29. April 2025 teil, der sich mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum

31. Dezember 2024 befasste, und erstattete gemäß

§ 171 Abs. 1 Satz 2 AktG ausführlich Bericht. Darüber hinaus stand er für ergänzende Fragen und Auskünfte während der Erörterung der Einzelheiten der Abschlüsse und Lageberichte zur Verfügung.

Nach der Würdigung der erhaltenen Informationen und deren Diskussion hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass gegen das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer keine Einwendungen zu erheben sind und keine Gründe dagegensprechen, die

vorgelegten Abschlüsse zu billigen und festzustellen. Mit Beschluss vom 29. April 2025 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der centrotherm international AG zum

31. Dezember 2024 gebilligt. Der Jahresabschluss der centrotherm international AG ist damit gemäß

§ 172 AktG festgestellt.

PRÜFUNG DES ABHÄNGIGKEITSBERICHTS

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für den Berichtszeitraum vom

  1. Januar bis 31. Dezember 2024 aufgestellt. Der Bericht enthält die Schlusserklärung des Vorstands, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der herrschenden Person oder eines mit dieser Person verbundenen Unternehmens sind nicht vorgenommen oder unterlassen worden.

Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht rechtzeitig erhalten und geprüft. Der Abschlussprüfer hat dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für ergänzende Auskünfte zur Verfügung gestanden.

Forvis Mazars hat diesen Bericht am14. April 2025 mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen:

"Da nach dem abschließenden Ergebnis unserer pflichtmäßigen Prüfung Einwendungen gegen den Bericht des Vorstands der centrotherm international AG, Blaubeuren, über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 nicht zu erheben sind, erteilen wir gemäß § 313 Abs. 3 AktG den folgenden Bestätigungsvermerk:

Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

  1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

  2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der centrotherm international AG nicht unangemessen hoch war."

Auch nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben.

DANK UND ANERKENNUNG

Im Namen des gesamten Aufsichtsrats danke ich den Vorstandsmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2024. In dieser herausfordernden Zeit ist es dem Vorstand gemeinsam mit den Führungskräften und der Belegschaft gelungen, den Erfolg des Unternehmens fortzuschreiben und weiter zu festigen.

Den Aktionärinnen und Aktionären danke ich im Namen des gesamten Aufsichtsrats für ihr entgegenge-brachtes Vertrauen.

Blaubeuren, 29. April 2025 Für den Aufsichtsrat

Robert M. Hartung

Vorsitzender des Aufsichtsrats

KONZERNLAGEBERICHT

DER CENTROTHERM-KONZERN

KONZERNSTRUKTUR UND GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

centrotherm bietet als führender, global agierender Technologiekonzern insbesondere Produktionslösungen für die Photovoltaik-, Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie an. Die Marke centrotherm steht seit über 50 Jahren für innovative thermische Prozesse und Produktionsanlagen, wie sie z.B. bei der Herstellung von kristallinen Solarzellen, von siliziumbasierten

Korea, Malaysia, Singapur, Taiwan sowie in den USA unterstützt. In regelmäßigen Sitzungen mit den Führungskräften sowie den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften erfolgen die Überprüfung der Erreichung und die Weiterentwicklung der Ziele.

NATIONALE UND INTERNATIONALE STANDORTE

Deutschland: Blaubeuren (Hauptsitz), Dresden

Halbleitern sowie von Wide-Band-Gap (WBG)-Halblei-tern zur Anwendung kommen. Das Service- und Er-

Europa

(Service Halbleiter), Hannover (Prozesstechnologie Halbleiter)

satzteilgeschäft rundet das Leistungsangebot des

Konzerns ab.

Nordamerika

USA: Durham/North Carolina (Vertrieb/Service Nordamerika)

Zum centrotherm-Konzern gehören Service- und Ver-

triebsgesellschaften in Asien und den USA. Der Produktionsstandort in Blaubeuren wird durch die chinesische Tochtergesellschaft centrotherm Machinery (Kunshan) Co. Ltd unterstützt.

GESCHÄFTSBEREICHE UND -ORGANISATION

Das operative Geschäft des centrotherm-Konzerns spiegelt sich im Segment "Photovoltaik & Halblei-

ter" wider.

Asien

China: Shanghai (Vertrieb/Service/ Prozesstechnologie), Kunshan (Fertigung von Anlagemodulen), Yiwu (Forschung & Entwicklung)

Indien: Bangalore (Vertrieb/Service) Korea: Suwon (Vertrieb/Service) Malaysia: Kuala Lumpur

Singapur: Singapur (Vertrieb/Service) Taiwan: Zhubei City (Vertrieb/Service/ Prozesstechnologie)

Die Konzernstrategie und die daraus resultierenden Konzernziele werden vom centrotherm-Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat festgelegt. Die strategische Steuerung des Konzerns und die Fortentwicklung des Produktportfolios erfolgen durch den Vorstand der CT AG in Beratung mit der erweiterten Geschäftsleitung sowie den Abteilungsleitern. Die

CT AG als Muttergesellschaft nimmt alle zentralen Konzernfunktionen wahr und wird durch ihre lokalen Service- und Vertriebsgesellschaften in China, Indien,

Die CT AG ist auch Schnittstelle zu weiteren Bereichen des Unternehmensumfeldes, wie beispielsweise zum Kapitalmarkt und zu den Aktionären, der Politik und der interessierten Öffentlichkeit.

ORGANISATION UND FÜHRUNGSSTRUKTUR

Der Vorstand leitet den centrotherm-Konzern. Die Vorstandsressorts waren Ende 2024 wie folgt verteilt:

Jan von Schuckmann

Vorstandsvorsitzender

Ressorts: Finanzen, Vertrieb, Service, HR, Recht & Compliance, Marketing, IR, Arbeitssicherheit

Dr. Helge Haverkamp

Vorstand Technologie

Ressorts: Prozesstechnologie, Entwicklungszentrum, Produktion & Logistik, Einkauf, IT, Qualitätssteuerung & -management

RECHTLICHE STRUKTUR

Die CT AG ist die Muttergesellschaft des centrotherm-Konzerns. In den Konsolidierungskreis des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sind neben der CT AG vier ausländische Gesellschaften einbezogen.

Details zum Konsolidierungskreis finden Sie im Konzernanhang unter Punkt 2.3.

GESCHÄFTSBEREICHE

Photovoltaik & Halbleiter

Das derzeit einzige operative Segment Photovoltaik & Halbleiter umfasst insbesondere die Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und den Vertrieb von Einzel-anlagen.

Als einer der führenden Entwickler und Hersteller von Produktionsequipment für die Halbleiterindustrie bieten wir Lösungen für verschiedene Halbleitertechno-logien und -anwendungen an. Unser Technologieport-folio umfasst Anlagen für die Prozessierung verschiedener Substrate und Materialklassen - von siliziumbasierten Halbleitern bis hin zu Wide-Band-Gap (WBG)-Halbleitern wie Siliziumcarbid, Galliumnitrid oder Alu-miniumnitrid. Unsere Produktpalette reicht von Hori-zontal- und Vertikalöfen, Einzelwafer-Anlagen sowie Hochtemperaturöfen für Siliziumcarbid-Prozesse bis zu Vakuumlötöfen sowie Durchlauföfen für die Mikroelektronikindustrie.

Für die Photovoltaikindustrie bieten wir Anlagen sowie integrierte Produktionslösungen zur Herstellung von mono- und multikristallinen Solarzellen an.

Hierzu gehören insbesondere Produktionsanlagen für PECVD sowie atmosphärische und Niederdruck-Diffu-sion oder Annealing. Je nach Kundenanforderung bieten wir auch integrierte Produktionslösungen für die Herstellung von Hochleistungssolarzellen mit den entsprechenden Prozess-, Technologie- und Servicepake-ten an.

Neue Geschäftsfelder

Branchenübergreifend bietet centrotherm Anlagen für komplexe thermische Prozesse an. Dazu gehören insbesondere Prozesse für die Herstellung von Hoch-leistungsfasern aus Carbon oder Keramik, für die Bat-teriezellproduktion, Korrosionsschutz oder die Wasserstoff-Technologie. Diese Geschäftsaktivitäten sind im Geschäftsbereich Photovoltaik & Halbleiter enthalten.

11

MARKT UND WETTBEWERB

Für uns ist das frühzeitige Erkennen von Chancen und Risiken wichtig, um rechtzeitig und flexibel auf Markt-entwicklungen reagieren zu können sowie aktiv Potenziale zu erkennen und zu nutzen. Daher betrachten wir nicht nur gesamtwirtschaftliche Indikatoren. Insbesondere kontinuierliche Kontakte mit Kunden, Forschungspartnern und Marktforschungsinstituten oder Verbänden ermöglichen es uns, Technologie-trends sowie Veränderungen der Markt- und Wettbe-werbsstruktur zu erfassen und deren Einfluss auf unsere künftige Umsatz- und Ergebnissituation abzuschätzen.

Ein wichtiger Indikator ist der politische Einfluss auf die Marktentwicklung. Dazu zählen beispielsweise europäische Forschungs- und Förderprogramme (u. a. TRANSFORM) sowie die Production Linked Incentive (PLI) Schemes in Indien. Auch wenn wir von diesen Faktoren nicht unmittelbar betroffen sind, analysieren wir diese und lassen mögliche Auswirkungen in unsere Planung und Vertriebsstrategie einfließen.

ABSATZMÄRKTE UND MARKTPOSITION

Das internationale Geschäft hat mit einem Exportan-teil von 87,8 % im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr:

87,4 %) für uns unverändert eine zentrale Bedeutung. Dabei lagen unsere Hauptabsatzmärkte mit einem Anteil von 69,1 % (Vorjahr: 70,1 %) im asiatischen Raum, wobei 29,6 % des Gesamtumsatzes auf China entfielen (Vorjahr: 40,1 %).

Mit Kunden in Deutschland wurde ein Konzernumsatz von 29.048 TEUR erzielt (Vorjahr: 19.016 TEUR). Dies entspricht einem Anteil von 12,2 % gegenüber 12,6 % im Vorjahr.

Marktposition Halbleiterindustrie

Zu unserem Kundenkreis gehören namhafte internationale Hersteller von Halbleitern und Mikroelektro-nikbauteilen. centrotherm zählt mit seinem Produktportfolio für Hochtemperaturprozesse bei der thermischen Behandlung von SiC-Wafern zu den führenden Anbietern. Der überwiegende Teil der Wettbewerber kommt aus Japan und China.

Bei den Horizontalanlagen für Silizium-Power-Halblei-ter-Wafer gehört centrotherm ebenfalls zu den führenden Anbietern. Die wesentlichen Wettbewerber kommen aus den USA.

Marktposition Photovoltaikindustrie

centrotherm zählt zu den wenigen noch in Europa verbliebenen Anlagenlieferanten für die internationale Photovoltaikindustrie. Das centrotherm-Produkt-portfolio umfasst Produktionsanlagen sowie die dazugehörige Prozesstechnologie für PECVD, Diffusion sowie Annealing. Im dominierenden chinesischen Photovoltaikmarkt ist centrotherm aufgrund des hohen Preisdrucks der lokalen Wettbewerber weitestgehend verdrängt worden und muss sich auch in Indien einem zunehmenden Wettbewerb aus China stellen.

Im Bereich Photovoltaik-Einzelanlagen für die Produktion von Solarzellen zählen insbesondere chinesische Hersteller zu unseren wesentlichen Wettbewerbern.

MITARBEITER

Zum Stichtag 31. Dezember 2024 stieg die Mitarbeiterzahl im Konzern deutlich auf 755 an (31. Dezember 2023: 677). In unseren Auslandsniederlassungen wa-

ren 170 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2023: 151). Die Mitarbeiterzahl ist nach Köpfen angegeben.

EINKAUF & BESCHAFFUNG

Oberstes Ziel des Einkaufs und der Beschaffung ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns in Bezug auf Technologie, Qualität, Liefertreue und Kosten in einem für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie typisch zyklischen Marktumfeld abzusichern.

Als produzierendes Unternehmen ist der Anteil der Materialbeschaffung bei centrotherm in der Wertschöpfung hoch, was sich auch im Materialaufwand von über 170 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024 widerspiegelt. Nur vereinzelt werden Bauteile von centrotherm selbst hergestellt. Die für die Produktion benötigten Komponenten und Bauteile werden vorwiegend von Lieferanten aus Deutschland eingekauft. Weitere Beschaffungsmärkte liegen in Großbritannien, Osteuropa, USA, China und Japan. Der Anteil der Direktlieferanten bzw. Tier-1-Lieferanten beläuft sich auf rund 90 %. Mechanische Baugruppen werden schwerpunktmäßig aus Osteuropa bzw. Ungarn bezogen. Bei den zu beschaffenden Materialien handelt es sich insbesondere um elektronische Komponenten, Heiz-, Kühl- und sonstige -Baugruppen, Vakuumtech-nik sowie Automatisierungs- und Messtechnik. Bei unseren Hauptlieferanten beziehen wir Bauteile aus Siliziumcarbid, Graphit oder Quarz, Heizkassetten, Handling-Systeme, elektro- und mechanischen Baugruppen sowie Bauteile für die Prozessgasversorgung.

Im Rahmen des Lieferantenmanagements bauen wir stetig die Beziehungen zu unseren qualitätsgeprüften Lieferanten aus und identifizieren darüber hinaus auch im Rahmen unserer Global-Sourcing-Strategie neue Lieferanten insbesondere in Asien. Auch dadurch sind wir in der Lage, unsere Produkte technologisch weiterzuentwickeln. Über Zweit- oder Dritt-lieferanten stellen wir sicher, dass die Versorgung mit Bauteilen oder -gruppen möglichst nicht durch Lie-ferengpässe oder -ausfälle unterbrochen wird, und minimieren andererseits mögliche Abhängigkeitsrisi-ken. Sowohl unsere Lieferanten als auch die Qualität der von ihnen gelieferten Waren werden laufend überwacht.

Der Bereich Einkauf umfasst den strategischen Einkauf, das Lieferantenmanagement sowie den operativen Einkauf und die Disposition. Er ist organisatorisch so strukturiert, dass die Dynamik der Beschaffungs-anforderungen effizient unterstützt wird. Von unserem Stammsitz in Blaubeuren aus koordinieren wir unsere Lieferketten - auch für unsere Produktion in

Kunshan/China. Lieferanten in China werden über die Einkaufsorganisation aus Kunshan betreut.

PRODUKTION

Die Effizienz und Flexibilität des operativen Bereichs Produktion haben wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns. Wir verfolgen daher konsequent das Ziel, die Produktqualität sowie die Liefertreue zu sichern und kontinuierlich zu erhöhen, bei gleichzeitig möglichst niedrigen Produktionskosten. Im Sinne von "Lean Operations" sind kontinuierliche Verbesserungsprozesse, zielgerichtete Optimie-rungsprojekte sowie Qualitäts- und e-Kanban-Regel-kreise implementiert. Mit dem Shop-Floor-Manage-ment werden die Produktionsteams durch Visualisierung von Auftragsstatus und wesentlichen Kennzahlen gezielt gesteuert bzw. informiert und können sich auch aktiv zur Optimierung der Produktionsprozesse einbringen. Die Mitarbeiter werden bedarfsgerecht qualifiziert, um einen optimalen Produktionsablauf auch bei wechselnden Anlagentypen zu sichern.

Seit 2018 haben wir mit unserer Tochtergesellschaft centrotherm Machinery (Kunshan) Co. Ltd. unsere Produktionskapazitäten für den wichtigen Absatzmarkt China ausgebaut. Die Produktion in Kunshan wird über den Hauptproduktionsstandort Blaubeuren koordiniert und kontinuierlich weiterqualifiziert. Von dort werden auch Bauteile in andere asiatische Länder wie Indien verschickt.

VERTRIEB

Die Vertriebsstrukturen im centrotherm-Konzern sind auf das dominierende Auslandsgeschäft ausgerichtet. Wir sind mit Service- und Vertriebsgesellschaften in allen wichtigen Märkten vor Ort vertreten und so jederzeit nah an unseren Kunden sowie am aktuellen Marktgeschehen.

Der Vertrieb erfolgt im Wesentlichen durch unsere lokalen Service- und Vertriebsgesellschaften und wird zentral von Blaubeuren insbesondere durch den technischen Vertrieb unterstützt.

SERVICE & AFTER SALES

Das centrotherm Service-Team ist wie der Vertrieb weltweit über unsere Service- und Vertriebsgesellschaften in China, Indien, Korea, Taiwan, Singapur und den USA vertreten. Unsere Service-Spezialisten in den jeweiligen Customer Service Desks unterstützen die Kunden telefonisch, per Fernwartung oder direkt vor Ort. Die weltweiten Serviceeinsätze werden von den Niederlassungen koordiniert bzw. gesteuert und teilweise gesellschaftsübergreifend durchgeführt. Neben dem Kundenservice bei etwaigen Anlagenstörun-gen, Wartungen oder Reparaturen bieten wir sowohl kundenspezifische Upgrade-Pakete für unserer Produktionsanlagen als auch Ersatzteile an. So können wir gewährleisten, dass die neuesten Technologien und Entwicklungen jederzeit in bereits produzierende Maschinen integriert werden können. Daneben können durch Upgrades Durchsatz und Verfügbarkeit gesteigert und die Sicherheit der Anlagen erhöht werden. Die Upgrades werden nach den gängigen CE-Richtlinien geplant und integriert. Zusätzlich bieten wir Theorie- und Praxis-Trainings an, die das nötige Prozess- und Fachwissen für die Bedienung von centrotherm-Anlagen vermitteln. Unsere technischen Schulungen werden nach SEMI Standard: SEMI PBET (Performance-based Equipment Training) E150-1107 durchgeführt.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Zur Konzern-Steuerung setzt centrotherm drei wesentliche Finanzkennzahlen ein: Gesamtleistung, EBITDA und Auftragseingang. Diese Kennzahlen werden im Zuge von institutionalisierten, monatlich erstellten Reports an den Vorstand berichtet. Darüber hinaus werden neue Aufträge bei Eingang nach Art und Inhalt des Auftrags an den Vorstand kommuniziert.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit (F&E) ist im Konzern eine der wichtigsten Säulen zum Erhalt bzw. Ausbau der Marktposition und damit zur Sicherung des unternehmerischen Erfolgs. Dabei stehen insbesondere die Optimierung und die Weiterentwicklung unserer Produktionsanlagen sowie der Prozesse im Fokus unserer Teams im In- und Ausland. centrotherm arbeitet mit Forschungsinstituten zusammen, beteiligt sich an Forschungsprogrammen und setzt auf eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit der Industrie.

Im Berichtszeitraum hat centrotherm seine Entwick-lungsziele mit seinen Technologen, Prozessingenieu-ren und Integrationsexperten konsequent weiterver-folgt. Im Jahr 2024 hat der Konzern insgesamt 15.943 TEUR (Vorjahr: 12.603 TEUR) für Forschung & Entwicklung investiert. 167 Mitarbeiter waren zum Ende des Geschäftsjahres 2024 für Technologie und Forschung im Konzern tätig, welche zum Teil auch auftragsbezogene Tätigkeiten ausgeführt haben

(31. Dezember 2023: 154).

Schwerpunkte der F&E für die Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie

Zum Ausbau unseres Halbleitergeschäfts setzen wir auf eine Optimierung bestehender Prozesse und Anlagen sowie auf die Entwicklung neuer Lösungen für unsere Kunden aus der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie. An unseren Standorten Blaubeuren und Hannover betreiben wir die Entwicklungsarbeit für diese Industrie. In unserem Reinraumforschungslabor in Blaubeuren führen wir Demonstrationsreihen für unsere Kunden durch. So können wir die technologische Leistungsfähigkeit unserer Anlagen demonstrieren, aktuelle Prozesse charakterisieren sowie weitere neue Anwendungen erschließen.

centrotherm ist Konsortialpartner und Technologielie-ferant des europäischen Forschungsprojekts TRANSFORM, das von der EU im Rahmen des Forschungs-programms KDT JU (Key Digital Technologies Joint Un-dertaking) sowie nationalen Institutionen gefördert

wird. Das Projekt zielt darauf ab, die europäische Wettbewerbsfähigkeit in der Siliziumcarbid (SiC)-Ferti-gung zu stärken und die neue Technologie zur industriellen Reife zu bringen. Die SiC-Technologie ermöglicht eine deutliche Steigerung der elektrischen Energieeffizienz. Neben den technologischen und gesellschaftlichen Zielen ist das Hauptziel, den Weg zu einer grünen Wirtschaft, z.B. durch klimaneutrale Mobilität, zu ebnen.

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten sind Automatisierungslösungen für unsere Produktionsanlagen.

Schwerpunkte der F&E für die Photovoltaikindustrie

In der Forschung & Entwicklung für die Photovoltaikindustrie setzt centrotherm auf Partnerschaften mit dem Institut für Solarenergieforschung GmbH Hameln (ISFH), dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg sowie dem International Solar Energy Research Center (ISC) in Konstanz. Kern der Kooperationen sind die Erprobung und Weiterentwicklung neuer Prozesse für die Massenproduktion von hocheffizienten Solarzellenkonzepten wie

z.B. durch passivierte Kontakte. Dabei stehen die konsequente Effizienzsteigerung von Solarzellen und die kontinuierliche Senkung der Produktionskosten im Vordergrund.

centrotherm ist an zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die zum Ziel haben, industrielle Fertigungsprozesse für Solarzellen effizienter und leistungsfähiger zu gestalten.

Schwerpunkte der F&E für neue Technologien

Zur weiteren Diversifizierung unseres Geschäftsmodells arbeiten wir kontinuierlich mit Industriepartnern zusammen, um neue Anwendungsmöglichkeiten für unsere Kernkompetenzen und daraus abgeleitet für unser zukünftiges Produktportfolio zu identifizieren. Dazu zählen Anlagen zur Herstellung von Hochleis-tungsfasern aus Carbon und Keramik. Darüber hinaus arbeitet centrotherm mit Industriekunden auch an Produktionslösungen für die Batteriefertigung. In der

langfristig ausgerichteten Entwicklungsarbeit ist centrotherm an Forschungsprojekten zur Herstellung von grünem Wasserstoff beteiligt.

MARKTENTWICKLUNG UND WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Laut der Frühjahrsprognose des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2024 um 3,2 % gewachsen. Dabei nahm die globale Wirtschaftsleistung im Schlussquartal in wenig verän-dertem Tempo zu. Während sich der Produktionsan-stieg in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften etwas verlangsamte, zog die Wirtschaft in den Schwellenländern an, insbesondere weil sich die zuvor schwache Konjunktur in China und in Indien belebte.

Der Euroraum verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine leichte Erholung mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 % (2023: 0,5 %). Die deutsche Wirtschaft stagnierte hingegen im Jahr 2024 (0,2 %; 2023: -0,1 %).

Die US-Wirtschaft zeigte sich erneut robust. Das BIP wuchs im Jahr 2024 um 2,8 % (Vorjahr: 2,9 %).

In China verzeichnete die im Sommerhalbjahr sehr schwache Konjunktur im vierten Quartal eine Belebung. Gründe hierfür waren in erster Linie kräftige Ex-portzuwächse, aber auch Impulse sowohl von der Geld- als auch von der Finanzpolitik. In Summe lag der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts bei 5,0 % im Jahr 2024 (Vorjahr: 5,4 %).

Die indische Volkswirtschaft verzeichnete 2024 einen Zuwachs des BIP von 6,5 % nach 8,6 % im Vorjahr. Die ostasiatischen Schwellenländer verbuchten im Berichtsjahr Plus von 4,0 % nach 3,4 % im Vorjahr.

HALBLEITERBRANCHE

Insbesondere die Nachfrage nach SiC-Komponenten wurde seit 2022 durch die wachsende E-Mobilität sowie den Einsatz in Wechselrichtern und 800-Volt-Bat-terien massiv angekurbelt.

Dementsprechend haben international führende Hersteller in Asien, den USA und Europa in neue Halb-leiterfabriken für 150-mm- oder 200-mm-SiC-Leis-tungshalbleiter investiert. Der vorläufige Höhepunkt der Investitionen wurde im Jahr 2023 erreicht, doch inzwischen hat sich das Investitionsniveau abge-

schwächt. Mit der Verschiebung von Kundenaufträ-

gen für geplante Fabriken oder neue Anlagen wurde bei centrotherm bereits Ende 2024 der Eintritt in eine Konsolidierungsphase spürbar.

Eine schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, politische Unsicherheiten sowie eine sich verschlech-ternde Wirtschaftslage in Europa sind Gründe für die anhaltende Marktkonsolidierung. Zudem steht die Halbleiterindustrie vor strukturellen Herausforderungen. Hierbei spielt auch der zunehmende Wettbe-werbsdruck durch chinesische Hersteller eine Rolle, mit dem sich Unternehmen in Europa, den USA und Japan konfrontiert sehen.

Auch im Bereich Produktionslösungen für thermische Prozesse bei siliziumbasierten Leistungshalbleitern auf 200 mm- und 300-mm-Wafern verzeichnet centrotherm derzeit Marktverschiebungen. Kunden passen ihre Investitionspläne an und verschieben den Bau neuer Fabriken oder den Austausch bestehender Produktionsanlagen.

PHOTOVOLTAIKBRANCHE

Laut BloombergNEF (BNEF) wurden im Jahr 2024 weltweit Photovoltaik-(PV)-Module mit einer Gesamtleistung von 599 GW neu installiert. Das entspricht einem Wachstum von über 35 % gegenüber den bereits starken Installationen im Vorjahr von 444 GW. Der Preis-verfall der Module auf ein Rekordtief führt jedoch zu erheblichen Verlusten für die Hersteller. Einige Unternehmen könnten aufgrund dieses Marktzyklus sogar vollständig vom Markt verschwinden, so BNEF.

Der weltweit hohen Nachfrage nach PV-Modulen stehen insbesondere in China enorme Produktionskapazitäten gegenüber, die den Bedarf an Solarzellen und

-modulen deutlich übersteigen. Allein die führenden

chinesischen Modulhersteller verfügen über eine Produktionskapazität von rund 840 GW (BNEF - Global PV Market Outlook Q4-2023). Diese Überkapazitäten haben direkte Auswirkungen auf die Modulpreise: Sie sind auf ein Rekordtief von 0,096 USD pro Watt gefallen. Dies verschärft den Wettbewerb unter den führenden chinesischen Herstellern. Wir beobachten im chinesischen Markt eine deutliche Zurückhaltung bei Investitionen in neue Produktionskapazitäten.

Im Gegensatz dazu investieren in Indien sowohl etablierte Solarzellenhersteller als auch neue Marktteilnehmer verstärkt in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten oder treiben entsprechende Pläne voran.

Diese Entwicklung wird maßgeblich durch die Production Linked Incentive (PLI)-Programme der indischen Regierung gefördert, die darauf abzielen, die Photovoltaikindustrie des Landes unabhängiger vom hohen Import von Solarzellen aus China zu machen.

Auf technologischer Ebene hat sich die Zellarchitektur TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact) nach PERC (Passivated Emitter and Rear Cell) rasch als neuer Branchenstandard etabliert. Auch Heterojunction (HJT)- und Back-Contact (XBC)-Technologien werden bereits im Gigawatt-Maßstab in der Massenproduktion eingesetzt - ihr Marktanteil bleibt jedoch deutlich hinter den Produktionskapazitäten für TOPCon-Solar-zellen zurück.

Angesichts des hohen Preisdrucks entlang der gesamten Wertschöpfungskette suchen Solarzellenhersteller verstärkt nach wettbewerbsfähigen Zelltechnologien für den zukünftigen Ausbau ihrer Produktionskapazitäten.

ANALYSE DER FINANZWIRTSCHAFTLICHEN SITUATION

WICHTIGE HINWEISE UND VORBEMERKUNGEN

Alle Angaben beziehen sich auf den centrotherm-Konzern mit seinen konsolidierten Tochtergesellschaften. Margen und Quoten beziehen sich - sofern im Text nicht anders angegeben - auf die Gesamtleistung.

Zur besseren Lesbarkeit wird das Geschäftsjahr 2023 auch als "Vorjahr" bezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie im Konzernanhang.

AUFTRAGSENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2024 gingen Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 164.015 TEUR im Konzern ein (Vorjahr: 268.806 TEUR). Das Auftragsvolumen aus der Halbleiterindustrie belief sich auf 143.316 TEUR (Vorjahr: 222.827 TEUR). Aus der Photovoltaikindustrie gingen Aufträge im Gesamtwert von 19.817 TEUR ein (Vorjahr: 44.993 TEUR). Aus neuen Geschäftsfeldern summierte sich der Auftragseingang auf 882 TEUR (Vorjahr: 986 TEUR).

Auf Asien entfiel ein Auftragsvolumen von

137.329 TEUR (Vorjahr: 171.371 TEUR), womit über 83,7 % aller Aufträge im Geschäftsjahr 2024 von asiatischen Kunden kamen. Aufträge aus China summierten sich auf insgesamt 109.022 TEUR bzw. 66,5 % (Vorjahr: 108.472 TEUR bzw. 40,4 %). Nach Ländern aufgeteilt, entfiel damit der größte Anteil des Auftragsvolumens ebenfalls auf China.

Zum 31. Dezember 2024 verfügt der centrotherm-Konzern über einen Auftragsbestand von

457.980 TEUR (31. Dezember 2023: 539.083 TEUR).

Die sich in der Bestandsveränderung widerspiegeln-den Erträge aus der Abarbeitung bestehender Kundenaufträge werden bei der Ermittlung des Auftrags-bestandes nicht mindernd berücksichtigt.

UMSATZ UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Umsatz und Gesamtleistung

Im Geschäftsjahr 2024 hat centrotherm einen Konzernumsatz von 238.203 TEUR erzielt (Vorjahr: 151.244 TEUR). Asien war im Berichtsjahr erneut der größte Absatzmarkt mit Umsatzerlösen von insgesamt 164.656 TEUR (Vorjahr: 106.029 TEUR).

Zwei Kunden mit Sitz in Indien bzw. China haben in 2024 mit 26.199 TEUR bzw. 24.359 TEUR mindestens 10 % zum Konzernumsatz beigetragen. Im Vorjahr hat kein Kunde mit mindestens 10 % zum Konzernumsatz beigetragen. Die Exportquote betrug 87,8 % nach 87,4 % im Vorjahr. Die Aufteilung der Umsätze nach Regionen bzw. nach Produkten und Dienstleistungen wurden im Rahmen der Aufstellung des Konzernab-schlusses 2024 nochmals überprüft und gegenüber dem veröffentlichten Konzernabschluss 2023 geringfügig angepasst.

Umsatzerlöse nach Regionen

01.01.2024-

01.01.2023-

in TEUR

31.12.2024-

31.12.2023

Deutschland

29.048

19.020

Übriges Europa

26.272

18.967

China

70.477

60.491

Indien

50.347

9.796

Übriges Asien

43.832

35.290

Übrige

18.227

7.680

Summe

238.203

151.244

Die Umsatzerlöse aus der Region "Übriges Asien" verteilen sich im Wesentlichen auf Südkorea mit

12.662 TEUR, Japan mit 10.976 TEUR sowie Taiwan mit

8.091 TEUR. Bei den übrigen Umsatzerlösen entfallen

18.145 TEUR auf die USA.

Umsatzerlöse nach Produkten/Dienstleistungen

01.01.2024-

01.01.2023-

in TEUR

31.12.2024-

31.12.2023-

Einzelequipment

215.662

130.784

Service und Ersatzteile

22.186

19.172

Sonstige Umsätze

355

1.288

Summe

238.203

151.244

Die Umsatzerlöse entfallen auf die Bereiche Photovoltaik in Höhe von 70.000 TEUR (Vorjahr: 28.273 TEUR), Halbleiter in Höhe von 166.984 TEUR (Vorjahr: 121.004 TEUR) und Neue Produkte in Höhe von

863 TEUR (Vorjahr: 679 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2024 erhöhte sich der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen um 53.141 TEUR (Vorjahr: 45.176 TEUR). Darüber hinaus wurden aktivierte Eigenleistungen in Höhe von

1.016 TEUR (Vorjahr: 248 TEUR) erfolgswirksam erfasst. Dementsprechend stieg die Gesamtleistung des Konzerns deutlich auf 292.360 TEUR nach

196.668 TEUR im Vorjahr.

Aufwands- und Ergebnisentwicklung

Auszug aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.01.2024-

01.01.2023-

in TEUR

31.12.2024-

31.12.2023

Umsatzerlöse

238.203

151.244

Veränderung des Bestands an fertigen und

unfertigen Erzeugnissen und Leistungen

53.141

45.176

Aktivierte Eigenleistungen

1.016

248

Gesamtleistung

292.360

196.668

Sonstige betriebliche Erträge

6.079

10.042

Materialaufwand

-171.961

-115.353

Personalaufwand

-47.883

-42.248

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-39.403

-30.081

Ergebnis vor Abschreibungen,

Finanzergebnis und Steuern (EBITDA)

39.192

19.028

Abschreibungen

-4.433

-3.953

Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern

(EBIT)

34.759

15.075

Zinserträge

1.807

1.395

Finanzaufwendungen

-1.054

-973

Finanzergebnis

753

422

Ergebnis vor Steuern

35.512

15.497

Steuern vom Einkommen und Ertrag

-9.547

3.203

Periodenergebnis

25.965

18.700

Die sonstigen betrieblichen Erträge summierten sich auf 6.079 TEUR (Vorjahr: 10.042 TEUR), wovon u.a.

1.490 TEUR auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verpflichtungen (Vorjahr: 3.611 TEUR),

1.244 TEUR auf Erträge aus Fördermitteln für F&E-Projekte (Vorjahr: 1.143 TEUR), 875 TEUR auf Erträge aus dem Abschluss von Kundenprojekten, 753 TEUR auf Mieterlöse (Vorjahr: 33 TEUR) sowie 623 TEUR auf Fremdwährungsgewinne (Vorjahr: 952 TEUR) entfallen. Zudem stammt ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von 400 TEUR aus der Neubewertung des Rückzahlungsanspruchs im Zusammenhang mit einem ehemaligen Großprojekt in Algerien.

Im Geschäftsjahr 2024 stieg der im Zusammenhang mit der Gesamtleistung stehende Materialaufwand inklusive der Aufwendungen für bezogene Leistungen von 115.353 TEUR im Vorjahr auf 171.961 TEUR. Im Berichtsjahr liegt die an der Gesamtleistung gemessene Materialaufwandsquote bei 58,8 % und somit auf dem Niveau des Vorjahres von 58,7 %.

Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2024 von

42.248 TEUR im Vorjahr auf 47.883 TEUR. Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern nahm zum Stichtag 31. Dezember 2024 von 677 auf 755 zu. Die Mitarbeiterzahl ist nach Köpfen angegeben.

Im Geschäftsjahr 2024 nahmen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 30.081 TEUR im Vorjahr um

9.322 TEUR auf 39.403 TEUR zu. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Aufwendungen für Fracht und Verpackung (2024: 8.208 TEUR; 2023:

3.994 TEUR), für Reisekosten (2024: 4.729 TEUR; 2023:

3.891 TEUR) sowie für Verkaufsprovisionen (2024:

4.205 TEUR; 2023: 3.484 TEUR) zurückzuführen. Ge-genläufig entwickelten sich insbesondere die sonstigen betrieblichen Aufwendungen für Rechts- und Be-ratungskosten (2024: 2.013 TEUR; 2023: 2.242 TEUR)

und die Aufwendungen aus der Fremdwährungsum-rechnung (2024: 767 TEUR; 2023: 922 TEUR).

Das Konzernergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern (EBITDA) lag mit 39.192 TEUR erneut im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich (Vorjahr: 19.028 TEUR). Im EBITDA des Vorjahres war mit

3.138 TEUR ein Sondereffekt aus der Neubewertung des Rückerstattungsanspruchs aus dem ehemaligen Großprojekt in Algerien enthalten.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltene Immobilien summierten sich im Geschäftsjahr 2024 auf 4.433 TEUR (Vorjahr: 3.953 TEUR). Auf außerplanmäßige Abschreibungen entfielen 733 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die Abschreibungsquote bezogen auf die Gesamtleistung betrug 1,5 % nach 2,0 % im Vorjahr.

Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2024 belief sich auf 34.759 TEUR (Vorjahr: 15.075 TEUR). Den Zinserträgen in Höhe von 1.807 TEUR (Vorjahr: 1.395 TEUR) standen Finanzaufwendungen von 1.054 TEUR gegenüber (Vorjahr:

973 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2024 verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern von 15.497 TEUR im Vorjahr um

20.015 TEUR auf 35.512 TEUR.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag summieren sich auf 9.547 TEUR. Im Vorjahr resultierte aufgrund der Aktivierung zusätzlicher latenter Steuern ein Ertrag in Höhe von 3.203 TEUR.

Insgesamt erreichte der Konzern im Berichtsjahr ein Ergebnis nach Steuern von 25.965 TEUR, was dem Periodenergebnis entspricht (Vorjahr: 18.700 TEUR). Davon fielen 10 TEUR auf nicht beherrschende Anteile.

Bei einer Anzahl von 21.162.380 Aktien verbesserte sich das Ergebnis je Aktie auf 1,23 EUR (Vorjahr:

0,88 EUR), was einer Steigerung von rund 40 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Beurteilung des Vorstands über die Geschäftsentwicklung

Dem herausfordernden Marktumfeld entsprechend entwickelte sich der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2024 schwächer als in den überdurchschnittlichen Vorjahren. Der im Geschäftsjahr 2024 erzielte Konzernauftragseingang liegt mit über 164 Mio. EUR innerhalb der Prognose von 150 bis 180 Mio. EUR. Der Vorstand passte Anfang November 2024 seine ursprüngliche Prognose von 200 bis 300 Mio. EUR an, nachdem geänderte Marktbedingungen zur Verschiebung von geplanten Kundenaufträgen geführt hatten. Über 87 % der Neuaufträge bzw. 143,3 Mio. EUR kamen aus der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie, was nahezu dem Vorjahresanteil von 83 % entspricht. 19,8 Mio. EUR bzw. rund 12 % entfielen auf Neuaufträge aus der Photovoltaikindustrie.

Im Berichtsjahr hat der centrotherm-Konzern eine Gesamtleistung von über 292 Mio. EUR erreicht, welche oberhalb der Prognose von 200 Mio. EUR bis 300 Mio. EUR liegt (Vorjahr: 196,7 Mio. EUR). Die Ursachen hierfür liegen zum einen in den gegenüber den Prognose-annahmen effizienteren und zügigeren Produktions-abläufen. Darüber hinaus konnten Kundenabnahmen früher und in höherer Anzahl als prognostiziert erreicht werden, was zu einer über der ursprünglichen Prognose liegenden Erlösrealisierung geführt hat. Mit einem EBITDA von 39,2 Mio. EUR wurde die Prognose eines positiven EBITDA im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ebenfalls deutlich übertroffen.

Der Vorstand sieht sich auf dem Weg zur einer nachhaltig profitablen Geschäftsentwicklung bestätigt und zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2024 zufrieden. Die Ertragskraft des centrotherm-Konzerns hat sich durch den stark zunehmenden Anteil des Geschäfts mit der Halbleiterindustrie deutlich verbessert.

VERMÖGENSLAGE

Auszug aus der Konzern-Bilanz

Passiva

Eigenkapital

109.340

83.204

Langfristige Schulden

1.951

18.869

Kurzfristige Schulden

287.001

214.195

Gesamt Passiva

398.292

316.268

in TEUR

31.12.2024

31.12.2023

50.479

265.789

50.103

316.268

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

46.141

Kurzfristige Vermögenswerte

352.151

davon Zahlungsmittel

95.975

Gesamt Aktiva

398.292

WESENTLICHE BILANZEFFEKTE IM BERICHTSZEITRAUM

Die langfristigen Vermögenswerte sanken von

50.479 TEUR um 4.338 TEUR auf 46.141 TEUR zum

31. Dezember 2024. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung war die Abnahme der aktiven latenten Steuern von 13.011 TEUR um 6.327 TEUR auf

6.684 TEUR, die aus der Inanspruchnahme von aktiven latenten Steuern resultiert. Hingegen stiegen die Sachanlagen von 35.283 TEUR um 1.985 TEUR auf

37.268 TEUR zum Bilanzstichtag.

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen deutlich von 265.789 TEUR um 86.362 TEUR auf 352.151 TEUR

zu. Im Wesentlichen verantwortlich waren die Zunahme der Vorräte auf 204.282 TEUR (Vorjahr: 173.941 TEUR) sowie der Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 95.975 TEUR (Vorjahr: 50.103 TEUR). In den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 8.699 TEUR (Vorjahr: 8.465 TEUR) ist ein Rückerstattungsanspruch im Zusammenhang mit der widerrechtlichen Inanspruchnahme von Garantien aus einem ehemaligen Großprojekt in Algerien in Höhe von 7.722 TEUR enthalten (Vorjahr: 7.322 TEUR), der nach dem Abschlussstichtag im März 2025 in Höhe von 7.668 TEUR an die CT AG ausgezahlt wurde.

Die kurzfristigen Vermögenswerte trugen mit 88,4 % zur Bilanzsumme bei (Vorjahr: 84,0 %).

Auf der Passivseite der Bilanz stieg das Eigenkapital von 83.204 TEUR um 26.136 TEUR auf 109.340 TEUR

zum 31. Dezember 2024. Die Eigenkapitalquote stieg auf 27,5 % gegenüber 26,3 % zum Vorjahresstichtag.

Die langfristigen Schulden sanken von 18.869 TEUR auf 1.951 TEUR, da die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen sowie nahestehenden Unternehmen und Personen aufgrund der Fälligkeit bis Ende 2025 in die kurzfristigen Schulden umgegliedert wurden.

Die kurzfristigen Schulden stiegen von 214.195 TEUR um 72.806 TEUR auf 287.001 TEUR. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme der Vertragsverbindlichkeiten von 176.048 TEUR auf 232.648 TEUR sowie der Umgliederung von Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen sowie nahestehende Unternehmen und Personen (Buchwert zum Vorjahr in Höhe von

18.704 TEUR). Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen die von Kunden erhaltenen Anzahlungen sowie angeforderte und fällige Anzahlungen aus dem Verkauf von Produktionsanlagen sowie von Service und Ersatzteilen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken von 18.580 TEUR auf 10.323 TEUR zum 31. Dezember 2024. Die kurzfristigen Schulden machen 72,1 % der Passiva aus gegenüber 67,7 % zum Vorjahresstichtag.

LIQUIDITÄT UND FINANZIERUNG

Vorrangiges Ziel des Finanzmanagements ist es, sicherzustellen, dass eine ausreichende Liquiditätsaus-stattung und die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleiben.

Ende 2022 hat die CT AG drei Verträge mit einem Avalrahmen von insgesamt 34.000 TEUR abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 lag die Inanspruchnahme der Avalrahmen bei insgesamt

16.203 TEUR. Garantien des Konzerns gegenüber Dritten bestanden zum Stichtag nicht.

Im Geschäftsjahr 2024 war der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit mit 50.483 TEUR deutlich positiv (Vorjahr: negativer Cashflow in Höhe von 10.413 TEUR). Insbesondere das deutlich positive Jah-resergebnis sowie die Zunahme der Vertragsverbindlichkeiten um 56.599 TEUR haben sich positiv auf den Cashflow ausgewirkt.

Im Berichtszeitraum ergab sich ein Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von -4.171 TEUR (Vorjahr:

-2.898 TEUR), der im Wesentlichen auf Investitionen in das Sachanlagenvermögen in Höhe von 4.112 TEUR beruht.

Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete der Konzern einen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -461 TEUR (Vorjahr: -511 TEUR), vor allem bedingt durch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten.

Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds im Berichtsjahr betrug 45.851 TEUR nach

-13.822 TEUR im Vorjahr.

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Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2024 enthält ausschließlich die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 95.975 TEUR (31. Dezember 2023: 50.103 TEUR). Eine planmäßig kurzfristige Verfü-gungsbeschränkung aufgrund von bar hinterlegten Avalen besteht zum Bilanzstichtag nicht mehr, da das letzte Aval mit Barhinterlegung Ende Januar 2024 von

der Bank ausgebucht und die in bar hinterlegte Sicherheit freigegeben wurde (Vorjahr: 189 TEUR). Die verfügbare, freie Liquidität betrug demnach zum Bilanzstichtag 95.975 TEUR (31. Dezember 2023:

49.914 TEUR).

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Die Identifikation und systematische Steuerung von Chancen und Risiken tragen maßgeblich zum Erfolg eines Unternehmens bei. Als integrativer Bestandteil aller Kernprozesse im Konzern kommt dem Risiko-und Chancenmanagement daher eine zentrale Bedeutung zu. Um Risiken oder Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu managen, setzen wir ein konzerneinheitliches Risiko- und Chan-cenmanagementsystem ein. Die Identifikation und Bestandsaufnahme von Risiken sowie die Einleitung und Nachverfolgung geeigneter Maßnahmen zur Risi-koverringerung werden vom Management mit der Unterstützung von Fach- und Führungskräften sowie Rechtsberatern mindestens jährlich durchgeführt. Die Chancen werden im gleichen Turnus berichtet.

RISIKOPOLITIK UND -STRATEGIE

Die Entwicklung neuer Technologien und deren Umsetzung in hochleistungsfähige Produktionsanlagen zählen zu den Stärken des Konzerns. Um auch in Zukunft zu den Vorreitern bei thermischen Lösungen und Prozesstechnologie in Industrie, Forschung und Entwicklung zu gehören, werden bestehende Produkte und Prozesse weiter- oder neu entwickelt. Neben der Weiterentwicklung von Produktionslösungen für Märkte, in denen der Konzern bereits aktiv ist, erweitern wir unser Produktportfolio und bedienen neue Märkte. Die Erfolgsaussichten von Neuentwicklungen sind vor allem im Anfangsstadium nicht immer hundertprozentig prognostizierbar. centrotherm ist sich bewusst, dass mit der Entwicklung von neuen Prozessen und Produkten sowie dem Eintritt in neue Märkte auch Risiken verbunden sind. Aus Sicht des Vorstands ist es aber dennoch sinnvoll, solche unternehmerischen Risiken einzugehen, um den hohen In-

novationsgrad zu halten, Marktchancen wahrzunehmen und somit die Ertragskraft des Konzerns für die Zukunft nachhaltig zu sichern.

CHANCEN

Vertrieb und Absatz

Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie

centrotherm nimmt mit seinem Produktportfolio für die thermische Behandlung von Siliziumcarbid-Wafern eine führende Marktposition ein und bedient weltweit renommierte Hersteller mit seinen Hochtem-peratur-Prozessanlagen. Diese Marktstellung bietet mittel- bis langfristig Chancen, als wichtiger Player in diesem wachsenden SiC-Markt auch in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld erfolgreich zu agieren.

Auch im Bereich der thermischen Behandlung von Si-liziumwafern bestehen für centrotherm Chancen, Marktanteile bei den horizontalen Produktionslösungen für 200 mm und 300 mm zu gewinnen. Besonders die neue Anlagengeneration c.HORICOO 300 bietet sowohl beim Durchsatz als auch beim Platzbedarf Wettbewerbsvorteile gegenüber den im Markt gängigen Vertikalanlagen. Bereits 2023 und 2024 gingen Aufträge aus Japan und China für dieses neue Anla-gencluster bei centrotherm ein, nachdem es bereits durch führende europäische Hersteller erfolgreich evaluiert und in die Massenproduktion integriert wurde.

Durch die stark zunehmende Anzahl unserer ausgelieferten Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie kann in Abhängigkeit der Auslastung der Produktionskapazitäten unserer Kunden das Umsatzpotenzial für das centrotherm Service- und Ersatzteilgeschäft steigen.

Für den Vertrieb in der Mikroelektronik ergeben sich unter anderem für Vakuumlötanlagen auch in Asien wieder zunehmend gute Absatzchancen.

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Photovoltaikindustrie

Aus unserer F&E-Tätigkeit im Bereich Photovoltaik ergeben sich Chancen für den Absatz einer neuen centrotherm-Produktionslösung, die eine deutlich höhere Produktivität bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten zum Ziel hat. Eine erste Produktionsanlage wurde 2024 bei einem indischen Pilotkunden installiert und in die Massenproduktion integriert. Mit dieser neuen Anlagengeneration könnte centrotherm weitere indische Kunden überzeugen und auch im dominierenden Photovoltaikmarkt China wieder in den Wettbewerb treten und Marktanteile zurückgewin-nen.

Neue Technologien

Mit neuen innovativen Lösungen im Bereich der Waferherstellung für die Halbleiterindustrie sowie für einzelne Prozesse bei der Herstellung von Batterien ergeben sich langfristig Chancen für die weitere Diversifizierung des centrotherm-Portfolios.

RISIKEN

Umfeld- und Branchenrisiken

centrotherm ist es in den letzten zehn Jahren gelungen, die starke Branchenabhängigkeit durch die aktive Diversifizierung des Geschäftsmodells bzw. des Produktportfolios deutlich zu reduzieren. Auch eine breitere regionale Verteilung des Geschäfts ist durch den erweiterten internationalen Kundenkreis sowohl in der Photovoltaik- als auch in der Halbleiterindustrie erreicht worden. Darüber hinaus konnte die Abhängigkeit von Großkunden dank einer deutlich erweiterten Kundenbasis und einer entsprechend höheren Anzahl an Projekten reduziert werden. Dies hat die Flexibilität bzw. die Resilienz des centrotherm-Kon-zerns erhöht, möglichen Phasen der Investitionszurückhaltung oder Stagnation auf Ebene einzelner Branchen, Kunden oder Regionen standzuhalten und sie zu kompensieren.

Marktbedingungen & Zollpolitik

Aktuell erleben wir in der Halbleiterindustrie eine Marktkonsolidierungsphase, die dazu führt, dass unsere Kunden Investitionen in geplante Neu- oder Aus-bauprojekte zeitlich verschieben. Dies spiegelt sich im schwächeren Auftragseingang 2024 sowie in der Prognose zum Auftragseingang für das Jahr 2025 wider. centrotherm hat bereits 2024 ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um diesen Marktbedingungen wirksam zu begegnen. Diese Maßnahmen setzen auf eine nachhaltige Effizienzsteigerung und gezielte Investitionen in das künftige Produktportfolio. Eine verantwortungsvolle Ausgabenstrategie und Finanzplanung sollen sicherstellen, dass Ressourcen effizient genutzt werden und die finanzielle Stabilität gewahrt bleibt. Die Belegschaft bleibt erhalten, während Neueinstellungen bei Fluktuation bedarfsgerecht und gezielt vorgenommen werden. Eine Erhöhung der Wertschöpfungstiefe in der Produktion ermöglicht eine optimierte Nutzung der internen Kapazitäten und bessere Auslastung. Das Instrument der Leiharbeit wurde bereits im Geschäftsjahr 2024 deutlich heruntergefahren. Der centrotherm-Konzern stärkt mit diesen Maßnahmen seine wirtschaftliche Resilienz, um auch bei einem künftigen Auftragseingang, der sich auf dem Niveau des Jahres 2024 bewegt, profitabel zu sein.

Grundsätzlich können die Investitionen unserer Kunden neben der Marktnachfrage nach Endprodukten oder Finanzierungsmöglichkeiten auch von politischen Faktoren in positiver wie negativer Weise beeinflusst werden. Hierzu zählen z.B. nationale Förderprogramme wie beispielsweise im indischen Photovoltaikmarkt, Einfuhrzölle oder auch Exportverbote. Der centrotherm-Konzern überprüft im Hinblick auf sein Auslandsgeschäft regelmäßig mögliche Auswirkungen von Einfuhrzöllen oder auch Exportverbote für seine Warentarif-Nummern. Der Konzern erfüllt für ihn geltende Vorschriften, u.a. die No-Russia-Klau-sel. Zum aktuellen Zeitpunkt bestehen im Zusammenhang mit der Zollpolitik der USA keine Einfuhrzölle für centrotherm-Waren. In Anbetracht der derzeitigen

wirtschaftspolitischen Entwicklungen in den USA besteht jedoch das Risiko, dass auch centrotherm Produkte von neuen Einfuhrzöllen betroffen sein könnten und sich hierdurch für die amerikanischen Kunden verteuern. Dies kann zu einem Rückgang des Auftragsvolumens aus den Vereinigten Staaten führen und sich damit negativ auf die Ertrags- und Vermögenslage von centrotherm auswirken. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Umsatzanteil mit US-amerikani-schen Kunden bei rund 8 % und gehört damit - im Gegensatz zu China - nicht zu den Hauptabsatzmärk-ten des Konzerns

China

Mit einem Umsatzanteil von rund 30 % im Geschäftsjahr 2024 besteht für centrotherm nach wie vor eine große Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Mögliche Handelskonflikte zwischen China und den USA könnten zu einer Schwächung der Wirtschaftsleistung der Volksrepublik oder zu Handelsrestriktionen führen und sich insgesamt negativ auf das Wachstum der Weltwirtschaft auswirken. Strukturelle Probleme im chinesischen Bausektor belasten ebenfalls die Wirt-schaftsentwicklung der chinesischen Volkswirtschaft. Dies könnte in der Folge auch die Investitionsbereit-schaft unserer wichtigen chinesischen Kunden bremsen und Störungen in den Lieferketten aus China nach sich ziehen. Eine mögliche Eskalation des Taiwan-China-Konflikts ist als weiteres wesentliches Risiko zu nennen. Solche Entwicklungen könnten sich nach dem Aufstellungszeitpunkt des Konzernab-schlusses negativ auf die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns auswirken. centrotherm beugt dem Risiko mit der weiteren Diversifizierung seines Produktportfolios und der Erschließung neuer Absatzmärkte vor.

Zu den rechtlichen Risiken verweisen wir auf den gleichlautenden Abschnitt im Risikobericht.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Beschaffung und Materialwirtschaft

Die Risiken aus der Beschaffung und Materialwirtschaft sind gegenüber der Vorjahresperiode deutlich zurückgegangen. Der Anstieg der Einkaufspreise, der in den letzten zwei Jahren teils durch gestiegene Lohn- und Energiekosten und teils durch die hohe Marktnachfrage angetrieben wurde, hat sich deutlich verlangsamt. Auch bei prozessrelevanten Teilen aus Siliziumcarbid oder Quarz sind die Lieferzeiten deutlich kürzer als im vergangenen Geschäftsjahr, wozu

u.a. die deutlich schwächere Marktnachfrage beigetragen hat. Das Risiko von Unterbrechungen oder Störungen in der Supply Chain bleibt grundsätzlich bestehen, da vereinzelt Qualitätsprobleme oder Ausfälle von Lieferanten durch die Konjunkturschwäche in Deutschland nicht ausgeschlossen werden können. In diesen Fällen kann es zu erhöhtem Personalaufwand in der Produktion und in der Folge zu Produktionsver-zögerungen bis hin zur Nichteinhaltung von Lieferter-minen und ggf. zu Vertragsstrafen führen. Durch vertraglich vereinbarte Grace Periods oder einen maximalen Betrag bei Lieferverzug sowie Klauseln zu höherer Gewalt wird dieses Risiko reduziert bzw. beschränkt.

Zur weiteren Minimierung der Risiken aus Beschaffung und Materialwirtschaft verfolgt centrotherm einen konsequenten Ausbau seiner Global-Sourcing-Strategie und betreibt eine aktive Erschließung sowie Qualifizierung alternativer Lieferanten. So sollen einerseits Abhängigkeiten von Single-Source-Lieferan-ten reduziert und andererseits kostengünstige Alternativen erschlossen werden.

Um einem eventuellen Ausfall von Lieferanten vorzubeugen, betreibt centrotherm außerdem ein systematisches Lieferantenmanagement. Die Lieferanten werden hinsichtlich ihrer Bonität, Lieferfähigkeit und Lie-fertermintreue sowie der Qualität kontinuierlich überwacht und bewertet.

Einem Abwertungsrisiko von Materialbeständen aufgrund der Einführung von neuen Anlagengeneratio-nen oder Konstruktionsänderungen wird durch regelmäßiges Monitoring sowie eine bedarfskontrollierte Beschaffungspolitik begegnet.

Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung

Weitere Risiken ergeben sich auch als Folge von Kon-struktions-, Montage- oder Installationsfehlern in Form von Produkthaftungsansprüchen oder Reputationsschäden. Wir begegnen diesen Risiken mit einer Qualitätsprüfung bei Wareneingang sowie durch permanente Produktionsüberwachung im Rahmen des Qualitätsmanagements und des Strategieprojekts Lean Operations. Zur Qualitätssicherung bei neuen Lieferanten durchlaufen die Bauteile einen sorgfältigen Qualifizierungsprozess, der zusätzlich Tests bei kritischen Teilen im Technikum umfasst. Zur Deckung verbleibender Risiken wurden Rückstellungen gebildet. Zur Minimierung von Haftungsrisiken und zum Schutz vor den Auswirkungen aus Schadensfällen schließen wir darüber hinaus entsprechende Versicherungen ab.

Forschung und Entwicklung

Insbesondere der schnelle technologische Fortschritt sowohl in der Photovoltaik- als auch in der Halbleiterindustrie kann zu Risiken im Forschungs- und Ent-wicklungsbereich führen. Es besteht die Gefahr, dass Produkte und Prozesse entwickelt werden, die zukünftig am Markt nicht mehr nachgefragt werden, oder, dass der Konzern den technologischen Anforderungen des Marktes nicht oder nur mit zusätzlichem Aufwand gerecht werden kann. Es besteht darüber hinaus auch das Risiko, dass Produktionslösungen nicht rechtzeitig entwickelt werden können. Dies kann zu Umsatzausfällen, zu negativen Ergebnisauswirkun-gen, zu Imageverlust und letztendlich auch zum Verlust von Marktanteilen führen.

Im Rahmen der Einführung neuer Prozesse und Produktionsanlagen kann es nach der Installation beim

Kunden zu einem zusätzlichen Material- und Service-aufwand kommen, sofern Anlagenkomponenten getauscht, durch neue ersetzt oder Prozessoptimierun-gen durchgeführt werden müssen.

centrotherm begegnet diesen Risiken durch gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie durch Kooperationen mit Universitäten, renommierten Forschungsinstituten und nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit Pilotkunden. Zudem werden alle Produkt- oder Prozessentwicklungen standardisierten Bewertungsverfahren unterworfen, in denen die strategische und die finanzielle Werthaltigkeit permanent überprüft und hinterfragt wird. Für die verbleibenden Risiken aus Forschung und Entwicklung wurden Rückstellungen gebildet.

Projektrisiken

Insbesondere die Realisierung von Großprojekten birgt besondere Risiken. Dazu zählen u.a. Fehler in der Auftragskalkulation, Mehrkosten aufgrund technischer Änderungen und Prozesserfahrung ("Lessons Learned", Technologierisiko), Nichterfüllung zugesi-cherter Produkt- und/oder Prozessspezifikationen und mögliche Auswirkungen auf zukünftige Marktent-wicklungen, Gefahr kundenseitiger Projektverzöge-rungen, hohe Abhängigkeit vom Kunden und damit höheres Kreditrisiko und Lieferantenrisiko (Lieferverzug sowie Steuer- und Transferpreisrisiken).

Ein weiteres Risiko besteht bezüglich der Entwicklung von Projektkosten (Material-, Transportkosten). Insbesondere bei größeren Aufträgen, die über einen längeren Zeitraum realisiert werden, sind Preissteigerun-gen gegenüber den kalkulierten Budgets möglich.

Durch regelmäßiges Monitoring der Preisentwicklun-gen wichtiger Komponenten und eine entsprechende Angebotskalkulation wird diesem Risiko vorgebeugt.

Personalrisiken

centrotherm ist als Technologieunternehmen auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen. Der allgemeine Fachkräftemangel erschwert die Rekrutierung von qualifizierten Bewerbern am Arbeitsmarkt; das gilt insbesondere für die Fachkräfte aus den Bereichen IT und Service. Zur Verringerung des Risikos eines Fachkräftemangels setzt centrotherm auch auf die Unterstützung von Personalvermittlern und Interimsberatern. Ergänzend betreibt centrotherm eine aktive Bewerberansprache über Jobbörsen. Nicht zuletzt nimmt die betriebliche Ausbildung als Instrument zur Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle in der Personalpolitik von centrotherm ein.

Das Fluktuationsrisiko bleibt insgesamt hoch, da Fachkräfte auch in Phasen konjunktureller Schwäche branchenübergreifend gesucht werden.

Auch beim Ausfall von Schlüsselpersonen besteht die Gefahr, dass der Geschäftsbetrieb beeinträchtigt wird und wertvolles Know-how verloren geht. centrotherm begegnet diesem Risiko durch Nachwuchsförderung sowie Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Dazu gehören ein vielseitiges Gesundheitsprogramm, eine aktive Mitarbeitermotivation, eine offene interne Kommunikation sowie attraktive Betriebsfeste.

Im Zusammenhang mit der weiteren Diversifizierung kann das Risiko auftreten, dass Schlüsselpositionen nicht entsprechend den zukünftigen Anforderungen besetzt werden können. Mittels der Implementierung eines Talentmanagements und der Nachfolgeplanung soll den Risiken zum Ausfall entgegengewirkt und zur erforderlichen Qualifizierung von Schlüsselpersonen beigetragen werden. Individuelle Entwicklungspläne und auf centrotherm zugeschnittene Lernplattformen sind wesentliche Elemente der Fortbildungsstrategie.

Informationstechnische Risiken

Die Datenverfügbarkeit und Datensicherheit zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, ist ein zentrales Ziel unserer IT-Organisation. Dazu gehören insbesondere auch

die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter zum Thema Cyberkriminalität.

Um das Risiko eines Systemausfalls zu minimieren bzw. zu vermeiden, bestehen zwei teilredundante Rechenzentren, die laufend dem aktuellen Bedarf angepasst werden und sich an gehobenen marktüblichen Standards orientieren. Eine automatisierte Überwachung der IT-Systeme sowie eine Rufbereitschaft für Notfälle sind eingerichtet. Gängige Sicherheitsmecha-nismen wie Anti-Virussoftware, Firewall oder Daten-verschlüsselung werden eingesetzt, aktuell gehalten, überprüft und verbessert. Sachschäden an den Anlagen und Geräten der IT- und Kommunikationstechnik werden von der bestehenden Elektronikversicherung ersetzt. Schäden, die durch Brand, Blitz, Explosion, Sturm oder Hagel entstehen und zu einem Produkti-onsausfall führen, sind durch eine Betriebsunterbre-chungsversicherung abgedeckt.

Sicherheitsschlösser sowie Zutrittskontrollsysteme, Systemzugangsdaten, ein Data-Owner-Management, ein IP-Level-Konzept und regelmäßige Datensicherung mit definierten Aufbewahrungszeiten sowie Zwei-Faktor-Authentifizierung sind wesentliche Maßnahmen zur Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit des Diebstahls, der Manipulation oder des Ver-lusts von Unternehmensdaten. Durch die Anbindung der Vertriebs- und Servicegesellschaften an das zentrale Rechenzentrum in Blaubeuren besteht hier ein zusätzliches Risiko. Um die möglichen Folgen eines Cyberangriffs abzumildern, wurde eine Versicherung gegen Cyberkriminalität abgeschlossen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Als weltweit agierender Konzern ist centrotherm im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kredit-, Liquiditäts-, Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisi-ken ausgesetzt. Diese können einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, die aus dem operativen Geschäft resultierenden finanziellen Risiken zu identifizieren, zu bewerten und diesen Risiken durch die Entwicklung sowie Umsetzung von Strategien zu begegnen. centrotherm setzt zur Risikokom-pensation - soweit notwendig - geeignete Finanzinstrumente ein. Zum Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Freigabe des vorliegenden Abschlusses wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko, auch Bonitätsrisiko oder Ausfallrisiko genannt, besteht in der Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder Leistungen des Vertragspartners. Hieraus ergibt sich zum einen ein Bestandsrisiko in Bezug auf bereits gefertigte Anlagen oder bestellte Bauteile und zum anderen ein Liquiditätsrisiko durch Zahlungsver-schiebungen oder -ausfälle.

Zur Vermeidung eines Forderungsausfalls prüfen wir bereits vor Vertragsabschluss die Bonität unserer Geschäftspartner. Zur weiteren Absicherung vereinbaren wir mit unseren Kunden regelmäßig Zahlungsbedingungen nach Leistungsfortschritt, die in vielen Fällen mittels eines Akkreditivs abgesichert werden. Die Überwachung der offenen Posten ist Aufgabe unseres Forderungsmanagements. In regelmäßigen Sitzungen des Finanzbereichs mit den Vertriebsverantwortlichen und dem Projektmanagement findet ein Monitoring der Einzelpositionen statt, um frühzeitig Maßnahmen zur Beibringung der Forderungen festzulegen. Insbesondere bei Großprojekten kann neben der hohen Abhängigkeit vom Kunden ein höheres Kreditrisiko einhergehen.

Die Konzernleitung ist der Überzeugung, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

Das Ausfallrisiko in Bezug auf Geldanlagen und Zah-lungsmittelbestände ist durch die Streuung bei verschiedenen Finanzdienstleistern reduziert. Deren Bonität wird regelmäßig überwacht.

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiko

Basis für die Ermittlung des Liquiditätsbedarfs ist unsere konzernweite, kurz- und mittelfristig rollierende Liquiditätsplanung, welche laufend aktualisiert und durch das Risikomanagement überwacht wird.

Bei neuem Auftragseingang besteht regelmäßig die Notwendigkeit, Materialbestellungen und einen Teil des Fertigungsprozesses vorzufinanzieren. Mit dem Abschluss der Neustrukturierung der Avale im Geschäftsjahr 2022 konnte das Liquiditätsrisiko verringert werden, da der Avalrahmen deutlich erweitert wurde und Avale ohne Barhinterlegung herausgegeben werden können. Zudem stehen dem Konzern ausreichend Zahlungsmittel zur Verfügung, um eventuelle Vorfinanzierungen abdecken zu können, sofern der Avalrahmen ausgeschöpft sein sollte.

Fremdwährungsrisiko

Unsere Kundenaufträge werden auch außerhalb der Euro-Länder ganz überwiegend in Euro fakturiert und gleichzeitig die wesentlichen Komponenten und Rohmaterialien auf Basis der Euro-Währung eingekauft. Unsere Tochtergesellschaft centrotherm Machinery (Kunshan) beschafft Materialien oder Dienstleistungen lokal und bezahlt diese in Renminbi.

centrotherm überwacht die Entwicklung der lokalen Währungen und antizipiert diese bei den fortlaufenden Kalkulationen. Sollten sich im Einzelfall wesentliche Fremdwährungsrisiken ergeben, werden diese mit Devisensicherungsgeschäften projektbezogen abgesichert.

Das Fremdwährungsrisiko für den centrotherm-Kon-zern ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen, da ein größeres Einkaufsvolumen von Material und Dienstleistungen in anderen Währungen als dem Euro anfällt.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Devisensiche-rungsgeschäfte.

Energie- und Rohstoffpreisrisiko

centrotherm benötigt für die Produktionsprozesse verschiedene Metalle, insbesondere Kupfer, Eisen, Silber und Platin, sowie Rohmaterialien wie z.B. Quarz, Silizium und Energie. Risiken ergeben sich vor allem durch die hohe Volatilität der Energie- und Rohstoff-preise. Eine Preisänderung kann sich auf die Herstellkosten auswirken. Zur Minimierung der Risiken führen wir fortlaufend Analysen der Rohstoffpreisent-wicklungen und deren Auswirkungen auf unsere Wertschöpfungskette durch. In der Vergangenheit bestand und aktuell besteht nach unserer Marktein-schätzung kein Absicherungsbedarf. Die Energie-preise sind im Vergleich zur Vorperiode stabil geblieben.

Rechtliche Risiken

Änderungen im politischen und regulatorischen Umfeld von Ländern, in denen wir präsent sind, wie Regelungen zu Import- und Exportkontrollen, Zollbe-stimmungen oder andere Handelshemmnisse sowie Preis- oder Devisenbeschränkungen, könnten unsere Geschäfte in den verschiedenen Märkten negativ beeinflussen, unsere Umsätze und Profitabilität beeinträchtigen sowie den Transfer von im Ausland anfallenden Gewinnen erschweren. Zudem könnte die Fähigkeit des Konzerns, seine Ansprüche und Rechte durchzusetzen, durch die in einigen Ländern bestehenden Rechtsunsicherheiten stark eingeschränkt sein. Als international agierender Konzern unterhalten wir Geschäftsaktivitäten mit Kunden in Ländern, die Exportkontrollregulierungen, Sanktionen oder anderen Formen von Handelsbeschränkungen unterliegen, die durch die USA, die Europäische Union oder andere Länder oder Organisationen auferlegt wurden. Dadurch könnten wir dem Risiko von Strafzahlungen, Sanktionen oder Reputationsschäden ausgesetzt sein.

Die Umsätze in Schwellenländern tragen einen wesentlichen Anteil zu unserem Gesamtumsatz bei. Bei Geschäftsaktivitäten in Schwellenländern bestehen

verschiedene Risiken, wie politische und wirtschaftliche Instabilität, die Nichtbeachtung kultureller Unterschiede - zum Beispiel bei Geschäftspraktiken und Arbeitsverhältnissen -, die Volatilität des Bruttoinlandsprodukts, die mögliche Verstaatlichung von Privatvermögen, Unsicherheiten im Rechts- und Steuersystem sowie die Auferlegung von Devisenbeschränkungen. Darüber hinaus könnten unsere Geschäftsaktivitäten in den Schwellenländern durch staatliche Unterstützung der jeweiligen lokalen Industrie gehemmt werden. Insbesondere in China unterliegt die bestehende Rechtsordnung vielfältigen Veränderungen. Sollten solche oder ähnliche Risiken aus unseren internationalen Geschäftsaktivitäten eintreten, könnten sie unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich negativ beeinflussen.

Aufgrund komplexer steuerlicher Regelungen im In-und Ausland und einer möglichen abweichenden bzw. unterschiedlichen Auslegung durch in- und ausländische Steuerbehörden kann es zu einer von centrotherm erwarteten, abweichenden Besteuerung kommen. Ferner besteht ein Risiko bei der Abwicklung von Aufträgen im Ausland hinsichtlich der zutreffenden Anmeldung und buchhalterischen Abwicklung von steuerlichen Betriebsstätten. In diesen Fällen würde der tatsächliche von dem bilanzierten Steuer-aufwand abweichen und ggf. wären zusätzliche, bisher nicht bilanzierte Rückstellungen bzw. Aufwendungen für die Nachbesteuerung sowie Strafzahlungen notwendig. Wir begegnen diesen Risiken durch die Einschaltung in- und ausländischer Berater bei allen steuerlich relevanten Geschäftsvorfällen. Die Berater werden frühzeitig hinzugezogen, um steuerliche Aspekte bereits in die Vertragsgestaltung einfließen zu lassen.

Rechtsstreitigkeiten und behördliche Verfahren

Für den centrotherm-Konzern bestehen verschiedene Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Verfahren, an denen wir aktuell beteiligt sind oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Dazu gehören etwa Rechtsstreitigkeiten und/oder ähnliche Verfahren, behördliche Untersuchungen und Verfahren aufgrund

des Eintritts typischer Unternehmens- und Projektrisiken, wie insbesondere die nicht vertragsgemäße Lieferung von Waren oder Dienstleistungen, Produkthaftung, Produktmängel, Qualitätsprobleme, Verletzung geistigen Eigentums, Verstöße gegen umwelt-und/oder arbeitsrechtliche Schutzvorschriften, Nichtbeachtung steuerlicher Vorschriften und/oder be-haupteter oder vermuteter Übertretungen geltenden Rechts. Auch bei den Verfahren, bei denen centrotherm berechtigte Ansprüche zustehen, ist der Ausgang der Verfahren vom Erfolg der Vollstreckungs-maßnahmen gegenüber der Gegenseite abhängig.

Auch solchen Fällen tragen wir durch Rückstellungen für Prozesskosten Rechnung.

Es kann grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, dass die Ergebnisse dieser Rechtsstreitigkeiten und Verfahren unserem Geschäft, unserer Reputation oder unserer Marke erheblichen Schaden zufügen. Der centrotherm-Konzern bildet Rückstellungen für Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten und Verfahren entsprechend der Wahrscheinlichkeit und Höhe einer Inanspruchnahme, sofern diese hinreichend genau bestimmbar ist. Dennoch könnte sich nach Abschluss der jeweiligen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren herausstellen, dass sich unsere Rückstellungen als nicht ausreichend erweisen, um die hieraus resultierenden Verluste oder Ausgaben zu decken. Zudem könnten wir in wesentlichem Umfang Rechtsanwalts-und sonstige Rechtsverteidigungskosten zu tragen haben, auch wenn wir in diesen Rechtsstreitigkeiten bzw. Verfahren in der Hauptsache obsiegen sollten.

centrotherm ist an einer Rechtsstreitigkeit wegen Feststellung von Forderungen zur Insolvenztabelle beteiligt. Der Gläubiger hat Klage auf die Feststellung der bestrittenen Forderungen zur Tabelle erhoben. centrotherm schätzt das Risiko aus diesem Rechtsstreit unverändert als gering ein, da das Verfahren unverändert ruht und im Geschäftsjahr 2024 keine neuen Erkenntnisse erlangt wurden.

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Zur Verminderung des Risikos aus der Nichteinhaltung von nationalen und EU-Gesetzen sowie Publizi-tätspflichten werden Schulungen zu Neuerungen

durchgeführt und unterstützend Rechtsberater eingeschaltet.

Patentmanagement

Bei der Herstellung und dem Vertrieb unserer Produkte erhalten Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten Einblick in technische Details und Spezifikationen. Um unser geistiges Eigentum und Know-how zu schützen, werden unsere Entwicklungen, sofern möglich und sinnvoll, patentiert und grundsätzlich mit allen Beteiligten Geheimhaltungsverpflichtungen abgeschlossen.

Bei der Neuentwicklung von Produkten können sich neben Vergütungsansprüchen von Angestellten pa-tentrechtliche Verletzungen ergeben, die zur Zahlung von Lizenzgebühren oder im schlimmsten Fall zu einem Nutzungsverbot führen können. Zur Verminderung des Risikos führt unser Patentmanagement gründliche Patentrecherchen durch oder schaltet Kanzleien ein.

Sonstige Risiken

Beim Betrieb der von uns hergestellten Anlagen durch unsere Kunden werden zum Teil auch gefährliche Stoffe verwendet. Um Unfällen und damit verbundenen Verletzungen Dritter vorzubeugen, führen wir im Rahmen des Konformitätsbewertungsverfahrens Risikobeurteilungen für alle Anlagen durch, bei der die geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzan-forderungen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Risikobeurteilung werden genutzt, um Gefährdungen bereits während des Entwicklungsprozesses konstruktiv zu beseitigen oder so weit wie möglich zu verringern. Unvermeidbare Restrisiken werden in Verbindung mit den beim Betrieb zu beachtenden Schutzmaßnahmen, wie z.B. Schutzausrüstung und dem sicherheitsgerechten Verhalten, in der Betriebsanleitung beschrieben. Nach einer Unterweisung erhalten unsere Kunden die Betriebsanleitungen inklusive Erläuterungen des Gefährdungspotenzials durch die Einsatzstoffe.

Unsere Mitarbeiter schulen wir regelmäßig und umfassend im Umgang mit den Gefahrenstoffen und den

damit verbundenen Risiken. Arbeitsschutzmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Zusätzlich beschäftigen wir Sicherheitsingenieure und haben Sicherheitsbeauftragte bestellt.

Grundsätzlich schützen wir uns durch den Abschluss von Versicherungen gegen Auswirkungen von Haftungsrisiken oder Schadensfällen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

GESAMTBETRACHTUNG DER CHANCEN- UND RISIKOSITUATION

Der centrotherm-Konzern bedient mit seinem Produktportfolio für die Halbleiter- und Photovoltaikindustrie zwei Zukunftsbranchen, die mittel- bis langfristig ein hohes Wachstumspotenzial bergen und eine solide Grundlage für eine nachhaltig positive Geschäftsentwicklung des Konzerns bilden. Für die thermische Behandlung sowohl von Silizium- als auch von Siliziumcarbid-Wafern hat centrotherm eine führende Marktposition eingenommen und bedient weltweit namhafte Hersteller mit seinen Hochtemperatur-Pro-zessanlagen. Auch im Bereich Photovoltaik bestehen für centrotherm Chancen, mit einer neuen Anlagengeneration Aufträge im indischen Markt zu gewinnen und bei erfolgreicher Evaluierung durch weitere Kunden mit dieser Produktionslösung auch im chinesischen PV-Markt wieder wettbewerbsfähig zu werden.

Aktuell erleben wir in der Halbleiterindustrie eine Marktkonsolidierungsphase, die dazu führt, dass unsere Kunden Investitionen in geplante Neu- oder Aus-bauprojekte zeitlich verschieben. Dies spiegelt sich im schwächeren Auftragseingang 2024 sowie in der Prognose zum Auftragseingang für das Jahr 2025 wider. centrotherm hat bereits 2024 ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um diesen Marktbedingungen wirksam zu begegnen. Die Maßnahmen setzen auf eine nachhaltige Effizienzsteigerung und gezielte Investitionen in das künftige Produktportfolio Der centrotherm-Konzern stärkt mit diesen Maßnah-

men seine wirtschaftliche Resilienz, um auch bei einem künftigen Auftragseingang, der sich auf dem Niveau des Jahres 2024 bewegt, profitabel zu sein.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 hat sich die Risikosituation des centrotherm-Konzerns bei den Risiken aus Beschaffung und Materialwirtschaft weiter entspannt. Die Preisspirale, die in den letzten zwei Jahren teils durch gestiegene Lohn- und Energiekosten und teils durch die hohe Marktnachfrage angetrieben wurde, ist weitestgehend gestoppt, so dass sich die Preise normalisiert haben.

Die Liquiditätsposition des centrotherm-Konzerns hat sich gegenüber der Vorjahresperiode mit Zahlungs-mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von rund

96 Mio. EUR zum Bilanzstichtag nahezu verdoppelt. Zudem verfügt die CT AG über einen Avalrahmen in Höhe von 34 Mio. EUR. Durch den Entfall der Barhinterlegung bei Inanspruchnahme von Avalen wurde 2024 mehr Flexibilität zur Vorfinanzierung des wachsenden Auftragsvolumens geschaffen. Somit stehen dem Konzern genügend Finanzmittel zur Verfügung, um Vorfinanzierungen für das Neugeschäft im Jahr 2025 abzudecken.

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centrotherm international AG published this content on April 30, 2025, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on April 30, 2025 at 06:59 UTC.