(NEU: Weitere Reaktionen bei Aktien)
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Die Finanzmärkte in Ostasien werden am Freitag von der Nachricht umfassender israelischer Angriffe auf iranische Nuklear- und Militäranlagen bewegt. Am stärksten reagieren die Ölpreise auf die Entwicklung. Sie schießen aktuell um rund 8 Prozent nach oben. Brentöl kostet rund 76 Dollar je Fass, das ist der höchste Preis seit Januar. Während Israel von einem Präventivschlag spricht, begründet mit der fortgesetzten Arbeit des Iran an seinem Atomprogramm, hat der Iran bereits harte Gegenschläge angekündigt.
Der Ölmarkt preise nun eine größere Risikoprämie für mögliche Lieferunterbrechungen ein, sagt ING-Rohstoffstratege Warren Patterson. Iran ist ein bedeutender Ölproduzent, der täglich 3,3 Millionen Barrel Rohöl pumpe und etwa 1,7 Millionen Barrel pro Tag exportiere. Bei einer weiteren Eskalation sei es nicht allzu schwer, sich eine Situation vorzustellen, in der die iranischen Öllieferungen unterbrochen werden.
An den Aktienmärkten geben die Kurse nach, allerdings eher moderat angesichts der heftigen Reaktion der Ölpreise. In Tokio büßt der Nikkei-225-Index 1,1 Prozent ein auf 37.738 Punkte. In Seoul beläuft sich das Minus auf 1,4 Prozent. In Shanghai und in Hongkong kommen die Marktbarometer um 0,7 Prozent zurück, in Sydney fällt der Rückgang mit 0,2 Prozent am geringsten aus.
Gesucht sind sichere Häfen wie Anleihen und das Gold. Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen sinkt um 5 Basispunkte auf 1,41 Prozent, die Feinunze Gold verteuert sich um 1,3 Prozent bzw. 44 Dollar auf 3.430. Am Devisenmarkt zieht der Dollar an, der zuletzt zum Euro auf ein Langzeittief knapp über 1,16 gesunken war. Der Euro kostet 1,1524. Beim Yen, ebenfalls oft als sicherer Hafen gesucht, fällt die Reaktion auf die Entwicklung in Nahost eher moderat aus. Er wird gebremst davon, dass Japan sehr stark ölimportabhängig ist. Gekauft wird derweil auch der Franken.
An den Aktienmärkten werden Öl- und Energiewerte gekauft. In Tokio steigen Inpex um 3,4 Prozent, in Hongkong CNOOC um 2,2 und in Sydney Woodside um 7,3 und Santos um 3,9 Prozent. Gesucht sind ebenfalls Aktien von Goldschürfern wie in Sydney Northern Star (+5,0%) oder Newmont (+5,5%).
Unter Druck stehen unterdessen Aktien aus dem Reisesektor, allen voran die von Fluglinien, nach dem Absturz eines Boeing Dreamliners am Vortag in Indien mit 242 Opfern. Sie leiden dazu aber auch unter dem Anstieg der Ölpreise. In Hongkong geben Cathay Pacific um 2,5 Prozent nach, in Shanghai China Southern Airlines um 2,2 und Air China um 2,1 Prozent, in Seoul Korean Air Lines um 4,3 und Jeju Air um 3,3 Prozent.
=== Index (Börse) zuletzt +/- % % YTD Ende S&P/ASX 200 (Sydney) 8.546,80 -0,2% +5,3% 08:00 Nikkei-225 (Tokio) 37.738,36 -1,1% -3,7% 08:30 Kospi (Seoul) 2.878,79 -1,4% +20,0% 08:30 Schanghai-Comp. 3.378,01 -0,7% +1,5% 09:00 Hang-Seng (Hongk.) 23.866,86 -0,7% +21,4% 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Do, 09:08 % YTD EUR/USD 1,1525 -0,5 1,1588 1,1516 +0,1% EUR/JPY 165,53 -0,5 166,37 165,68 +3,2% EUR/GBP 0,8516 0,1 0,8510 0,8496 +0,0% GBP/USD 1,3534 -0,6 1,3617 1,3556 +0,1% USD/JPY 143,63 0,0 143,57 143,86 -12,8% USD/KRW 1.371,60 1,2 1.355,14 1.358,42 -106,4% USD/CNY 7,1767 0,1 7,1670 7,1751 -0,0% USD/CNH 7,1887 0,2 7,1717 7,1834 -0,1% USD/HKD 7,8493 0,0 7,8490 7,8489 +0,1% AUD/USD 0,6473 -0,9 0,6530 0,6497 +0,0% NZD/USD 0,6014 -0,9 0,6068 0,6027 +0,0% BTC/USD 103.925,25 -2,0 105.996,50 107.915,15 +15114,8% ROHÖL zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 74,35 68,95 +7,8% +5,40 -5,4% Brent/ICE 75,83 70,34 +7,8% +5,49 -6,9% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 3.429,85 3.386,14 +1,3% +43,71 +27,8% Silber 31,45 31,37 +0,3% +0,08 +13,2% Platin 1115,48 1121,75 -0,6% -6,27 +25,2% Kupfer 4,80 4,84 -0,7% -0,04 +18,2% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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June 13, 2025 01:07 ET (05:07 GMT)


















