Die Federal Aviation Administration (FAA) und die European Union Aviation Safety Agency (EASA) erklärten am Donnerstag nach einem dreitägigen gemeinsamen Treffen in Washington, dass sie ihre Zusammenarbeit bei der Zertifizierung neuer Flugzeuge verstärken werden.

Seit zwei Abstürzen von Boeing 737 MAX in den Jahren 2018 und 2019, bei denen insgesamt 346 Menschen ums Leben kamen, haben die Luftfahrtbehörden weltweit die Aufsicht über neue Flugzeuge verschärft.

Die FAA und die EASA versprachen, eine Reihe von Schritten zu unternehmen, um enger zusammenzuarbeiten und die proaktive Zusammenarbeit bei der Zertifizierung zu vertiefen.

"Mit Blick auf das nächste Jahrzehnt wird eine einheitliche strategische Ausrichtung, die auf dem Austausch von Informationen und der Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern beruht, den Anforderungen unseres globalen Luftfahrtsystems der Zukunft gerecht", sagte FAA-Administrator Mike Whitaker in einer Erklärung.

Der Exekutivdirektor der EASA, Florian Guillermet, sagte, es sei wichtiger denn je, dass die internationalen Luftfahrtbehörden zusammenarbeiten und sicherstellen, dass die Sicherheitsanforderungen stets erfüllt werden.

Guillermet sagte letzte Woche gegenüber Reuters, er werde vorschlagen, dass die FAA als Beobachter bei Sicherheitsaudits fungiert, auch bei denen des europäischen Flugzeugherstellers Airbus.

Die EASA und die FAA versprachen außerdem, den Informationsaustausch über die Sicherheitsaufsicht zu verstärken und die technischen Experten der beiden Behörden zu ermutigen, "zusammenzuarbeiten und sich aufeinander zu verlassen, um Doppelarbeit zu vermeiden und einen risikobasierten Ansatz zu verfolgen".

Die FAA nimmt zwei neue Varianten der MAX unter die Lupe, die auf ihre Zulassung warten, darunter die MAX 7, die frühestens 2025 zugelassen werden dürfte, nachdem Boeing im Januar einen Antrag auf eine wichtige Sicherheitsausnahme zurückgezogen hatte.

Boeing strebt auch die Zulassung der 777X an, einer treibstoffeffizienteren Version seines beliebten Großraumflugzeugs 777. Die EASA hat Änderungen an der Flugsteuerung der 777X gefordert.

Die FAA hat im November eine neue Richtlinie für die Zulassung von Flugzeugen verabschiedet, nach der wichtige Änderungen an der Flugsteuerung als "wichtig" eingestuft werden, wie z.B. das Anti-Stall-System, das in die beiden tödlichen MAX-Abstürze verwickelt war.

Boeing hat der FAA keine wesentlichen Details des MCAS genannten Sicherheitssystems mitgeteilt, das mit den beiden tödlichen Abstürzen in Verbindung gebracht wird und dazu dienen soll, einer Tendenz der MAX entgegenzuwirken, sich unter bestimmten Flugbedingungen aufzurichten. (Bericht von David Shepardson; Bearbeitung durch Jamie Freed)