FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkten halten am Mittwochmittag die Gewinne aus dem Vormittagshandel. Tagesthema ist bislang der Autosektor, nachdem die EU nun ihre Pläne für Strafzölle auf chinesische Autos konkretisiert hat. Der DAX gewinnt 0,5 Prozent auf 18.465 Punkte, der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,5 Prozent auf 4.990 Zähler. Der Euro tendiert seitwärts mit 1,740 Dollar, am Anleihemarkt tut sich ebenfalls wenig. Die Ölpreise steigen um bis zu 1,2 Prozent.

"Die Tendenz wird aber erst am Nachmittag gemacht", sagt ein Händler. Dann könnten die US-Verbraucherpreise zeigen, wie es um die verbliebene Zinssenkungsfantasie in den USA steht. Und am Abend gibt es dann die Ergebnisse der US-Notenbanksitzung mit den neuen Notenbankprognosen für Wachstum, Zinsen und Inflation. Eine Leitzinssenkung gilt als praktisch ausgeschlossen. Im Fokus steht daher der Ausblick mit aktualisierten Prognosen für den Zinspfad.

"Vor drei Monaten lag der Median noch bei drei Zinssenkungen in diesem Jahr und drei weiteren im kommenden Jahr", heißt es bei QC Partners. Nun müsse man sehen ob die Mehrheit in diesem Jahr jetzt nur noch mit einem oder zwei Schritten rechne und wie viele Senkungen die Fed-Mitglieder für 2025 erwarteten.


   Autoaktien von Tagestiefs erholt 

Der Stoxx-Subindex der Autoaktien gibt um 0,3 Prozent nach, im Tief betrug das Minus am Vormittag schon gut 1,5 Prozent. Die EU-Kommission plant zwar Importzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, nachdem eine Untersuchung ergeben habe, dass staatliche chinesische Subventionen die EU-Hersteller von Elektrofahrzeugen in unfairer Weise benachteiligen. Allerdings liegt der Satz weit unter dem, den beispielsweise die USA mit 100 Prozent anwenden und auch unter dem, den die Türkei mit 40 Prozent avisiert hat.

Sollten Gespräche mit chinesischen Behörden nicht zu einer wirksamen Lösung führen, sollen ab 4. Juli Strafzölle erhoben werden. Alle Hersteller batterieelektrischer Fahrzeuge in China, die bei der Untersuchung kooperierten, müssen dann einen zusätzlichen Zoll von 21 Prozent zahlen. BYD, Geely und SAIC sollen mit neuen Zöllen von 17,4 Prozent, 20 bzw 38,1 Prozent belegt werden. Das ist deutlich weniger als der jüngst von den USA auf 100 Prozent erhöhte Satz. Im Handel wird befürchtet, dass China gleichwohl mit Gegenmaßnahmen reagieren könnte.

Belastend auf den Autosektor wirkt auch, dass General Motors die Absatzprognose für Elektroautos gesenkt hat. Schlusslicht bei den Autoaktien im DAX sind Porsche Holding (-6,5%), wobei die Aktie allerdings ex Dividende gehandelt wird. BMW geben um 1,1, Mercedes-Benz um 0,6 und VW um 1,4 Prozent nach.

Stabilus knicken unterdessen um 15 Prozent ein, nach einer Gewinnwarnung des Autozulieferers.

Für Bankaktien geht es im Schnitt um 1,3 Prozent nach oben. Damit erhole sich der Sektor aber nur, denn seit dem Schock über die Ankündigung von raschen Neuwahlen in Frankreich sei es hier seit Montag - insbesondere bei französischen Branchenwerten rasant abwärts gegangen.

Evotec verteuern sich um 0,5 Prozent. Nach Fortschritten innerhalb der Neurologie-Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb erhält Evotec eine Meilenzahlung von 20 Millionen Dollar.


    Bei Rentokil steigt aktivistischer Investor ein 

In London machen Rentokil einen Satz um 12,8 Prozent nach oben. Treiber ist der Einstieg eines aktivistischen Investors.

Prosus (+0,9%) stecken eine Gewinnwarnung komplett weg. Wegen geringerer Gewinne aus dem Verkauf von Tencent-Aktien rechnet das Beteiligungsunternehmen mit einem Gewinnrückgang um bis zu 29 Prozent. Der bereinigte Gewinn aus dem Kerngeschäft soll sich allerdings nahezu verdoppeln.


 
Aktienindex              zuletzt        +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.990,09        +0,5%       25,00     +10,4% 
Stoxx-50                4.542,02        +0,6%       26,17     +11,0% 
DAX                    18.464,61        +0,5%       94,67     +10,2% 
MDAX                   26.414,41        -0,2%      -42,92      -2,7% 
TecDAX                  3.426,22        -0,1%       -2,38      +2,7% 
SDAX                   14.870,46        +0,2%       31,34      +6,5% 
FTSE                    8.195,64        +0,6%       47,83      +5,4% 
CAC                     7.815,40        +0,3%       26,19      +3,6% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,61                    -0,02      +0,04 
US-Zehnjahresrendite        4,40                        0      +0,52 
 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %    Di, 8:05  Di, 17:28   % YTD 
EUR/USD                   1,0760        +0,2%      1,0745     1,0727   -2,6% 
EUR/JPY                   169,30        +0,3%      168,96     168,70   +8,8% 
EUR/CHF                   0,9642        +0,0%      0,9642     0,9642   +3,9% 
EUR/GBP                   0,8434        +0,0%      0,8431     0,8432   -2,8% 
USD/JPY                   157,35        +0,1%      157,23     157,28  +11,7% 
GBP/USD                   1,2759        +0,1%      1,2744     1,2721   +0,3% 
USD/CNH (Offshore)        7,2691        -0,0%      7,2693     7,2737   +2,0% 
Bitcoin 
BTC/USD                67.843,38        +0,7%   67.293,44  66.796,02  +55,8% 
 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settlem.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  78,86        77,90       +1,2%      +0,96   +8,7% 
Brent/ICE                  82,76        81,92       +1,0%      +0,84   +8,6% 
GAS                               VT-Settlem.                +/- EUR 
Dutch TTF                  35,16        34,17       +2,9%      +0,99   +6,6% 
 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             2.313,93     2.316,83       -0,1%      -2,90  +12,2% 
Silber (Spot)              29,39        29,28       +0,4%      +0,12  +23,6% 
Platin (Spot)             951,46       956,00       -0,5%      -4,54   -4,1% 
Kupfer-Future               4,51         4,51       -0,0%      -0,00  +14,8% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 12, 2024 07:07 ET (11:07 GMT)