BMW trotzt dem transatlantischen Druck

Die Konzernführung äußerte sich zuversichtlich im Hinblick auf die laufenden Handelsgespräche zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten – ein Optimismus, der bereits in die aktuellen Prognosen eingepreist ist. Zwar wurden keine direkten Gespräche mit der US-Regierung bestätigt, doch verweist BMW auf seine starke Präsenz in US-Bundesstaaten wie South Carolina sowie auf seine Mitwirkung an den Freihandelsgesprächen mit Mexiko.

Mit Blick auf die US-Importzölle von derzeit 27,5 % erklärte der Vorstandsvorsitzende: „Ein Nullniveau wird nie erreicht. Aber wir werden ein vernachlässigbares Niveau erzielen.“

BMW und Mercedes am besten aufgestellt

Im aktuellen Spannungsfeld globaler Handelspolitik kommen BMW und Mercedes vergleichsweise glimpflich davon. Ihre umfangreiche Produktion in den USA schützt sie zumindest teilweise vor Strafzöllen. Beide Hersteller setzen sich für einen Kompensationsmechanismus ein. Ohne ein entsprechendes Abkommen, so Berechnungen von Bloomberg, würde sich die EBIT-Marge von Volvo um 300 Basispunkte verringern, bei Porsche um 240 und bei Mercedes sowie Audi um jeweils 160.

Stabile Auslieferungen trotz Rückgang in China

Im ersten Halbjahr lieferte BMW 1.207.388 Fahrzeuge aus – über die Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Das entspricht einem marginalen Rückgang von 0,5 % im Jahresvergleich. Im zweiten Quartal verzeichnete der Konzern sogar ein leichtes Plus von 0,4 %.

In China fiel der Rückgang allerdings deutlicher aus: Dort sanken die Verkaufszahlen um 15,5 % auf 318.000 Einheiten. Analysten äußerten sich im Call kritisch zur Zielvorgabe eines Nullwachstums für das Gesamtjahr. BMW hält daran fest und verweist auf die niedrige Vergleichsbasis aus dem zweiten Halbjahr 2024. Neue Impulse erwartet man vom Verkaufsstart des überarbeiteten X3 sowie einer Reorganisation des Händlernetzes. Langfristig gibt sich das Unternehmen optimistisch: Selbst wenn chinesische Marken 70 % Marktanteil erreichen sollten, bleibe ein Potenzial von 23 Millionen Fahrzeugen für ausländische Hersteller. BMW sieht sich dank seiner Premium-Positionierung zudem außerhalb der aktuellen Preiskämpfe.

Positive Entwicklungen im Halbjahr

Trotz eines leichten Absatzrückgangs über alle Marken hinweg (–2,3 % auf 1,07 Mio. Einheiten) konnte Mini um 17 % zulegen – auf 133.000 Fahrzeuge –, begünstigt durch eine modellseitige Erneuerung.

In den USA steigerte BMW seinen Absatz um 2,7 % – trotz Zollbelastungen. In Europa kletterten die Verkaufszahlen sogar um 8 % auf 498.000 Fahrzeuge, womit der Kontinent weiterhin wichtigster Absatzmarkt des Konzerns bleibt.

Ein weiterer Lichtblick: Elektromobilität. Im ersten Halbjahr setzte BMW 220.500 vollelektrische Fahrzeuge ab – ein Plus von 16 % und mehr als doppelt so viele wie Mercedes-Benz und Audi im selben Zeitraum. Die UBS verweist darauf, dass die Elektrostrategie von BMW vom Markt bislang unterschätzt werde. Konkrete Details will das Unternehmen auf dem Investorentag am 15. und 16. Juli bekannt geben.

BMW robuster als die Konkurrenz

Im Vergleich zur direkten Konkurrenz schneidet BMW solide ab. Audi meldet einen Rückgang der Verkaufszahlen um 6 %, Mercedes sogar um 8 %. Lediglich Volkswagen (inklusive Audi) verzeichnet mit 4,4 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen ein Plus von 1,3 %.