Düsseldorf (Reuters) - Gute Geschäfte mit der Kernmarke Nivea und Hautpflegeprodukten wie Eucerin haben Beiersdorf ein deutliches Umsatzplus beschert.

Vorstandschef Vincent Warnery hob deshalb die Prognose für die Consumer-Sparte und den Gesamtkonzern erneut an. Beiersdorf erwarte dort nun ein niedriges zweistelliges organisches Umsatzplus statt eines Wachstums im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich. Warnery ist auch optimistisch für die Zukunft - er sehe keinen Grund, warum der Wachstumskurs der vergangenen Jahre sich nicht fortsetzen sollte, sagte er im Gespräch mit Analysten. Beiersdorf-Aktien legten am Vormittag in einem schwächeren Gesamtmarkt zu und notierten mit einem Plus von mehr als einem Prozent bei 123,45 Euro.

Beiersdorf hatte die Traditionsmarke Nivea in den vergangenen Jahren neu aufgestellt - das zahlt sich aus. Aber auch die dermatologischen Marken Eucerin und Aquaphor legten deutlich zu. Zudem konnte der Hamburger Konzern den Umsatz in Europa und im deutschen Heimatmarkt deutlich steigern. Beiersdorf verzeichnete dabei auch ein Mengenwachstum - die Erlöse legten also nicht nur durch Preiserhöhungen zu.

GESCHÄFT MIT LA PRAIRIE IN ASIEN SCHWÄCHELT

Insgesamt schraubte Beiersdorf den Umsatz in den ersten neun Monaten organisch um 11,2 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro in die Höhe. Im Unternehmensbereich Consumer rund um Nivea kletterten die Umsätze sogar um 13,6 Prozent. In der Sparte musste lediglich die Luxusmarke La Prairie wegen schleppender Geschäfte in Asien Abstriche machen. Beiersdorf steht mit der Entwicklung der Luxusmarke aber nicht allein. Konkurrent L'Oreal hatte zuletzt einen Rückgang der Umsätze in Teilen Asiens vermeldet und damit Hoffnungen auf eine Erholung des Geschäfts im wichtigen chinesischen Markt enttäuscht. In Europa hatte der Konzern dagegen ebenfalls zulegen können. Warnery zeigte sich zuversichtlich, 2024 bei La Prairie wieder bessere Ergebnisse erzielen zu können. Das deutlich kleinere Klebstoffgeschäft um Tesa legte in den ersten neun Monaten um 1,3 Prozent zu.

"Dieser Erfolg unterstreicht unser Wachstumsziel", bilanzierte der Konzernchef. "Wir haben deshalb unsere Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben." Die Gewinnprognose bekräftigte er: Die Ebit-Marge soll ohne Sondereffekte das Niveau des Vorjahres leicht übertreffen.

Beim organischen Umsatzwachstum ist Beiersdorf weiter optimistischer als der Wettbewerber Henkel. Der Hersteller von Pritt und Persil rechnet unter anderem mit einem organischen Umsatzplus von 2,5 bis 4,5 Prozent. Henkel will am 9. November Zahlen für das dritte Quartal vorlegen.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)