FRANKFURT (Dow Jones)--Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten dürften nach Einschätzung der UBS auch im kommenden Jahr hoch bleiben. Die Strategen sehen dennoch Chancen für Aktien wie auch Anleihen. Die US-Wirtschaft dürfte im kommenden Jahr zwar in ein langsameres, wenngleich weiterhin positives Wachstum übergehen. Das Wachstum in Europa sollte hingegen weiterhin gedämpft ausfallen, während es in China zu einer "neuen Normalität" in Form eines schwächeren, jedoch potenziell hochwertigeren Wachstums kommen könnte.

Gleichzeitig geht die UBS davon aus, dass die Zentralbanken im kommenden Jahr mit ihren Zinssenkungszyklen beginnen werden, vermutlich um die Jahresmitte. Mit Blick auf die anstehende US-Wahl und die weiterhin bestehenden geopolitischen Spannungen und Kriege werde auch die Politik im Jahr 2024 eine entscheidende Rolle spielen.

In ihrem Basisszenario erwarten die Strategen, dass das US-Wachstum, die sinkende Inflation und die niedrigeren Zinserwartungen niedrigere Renditen zur Folge haben könnten, das sollte sich aber positiv auf Anleihen- und Aktienbewertungen auswirken. Das Ausbleiben einer schweren Rezession in den USA sollte es den Unternehmen erlauben, auch weiterhin Gewinnsteigerungen zu erzielen. Aktien von Unternehmen mit stabilen Bilanzen und nachhaltigen Gewinnmargen seien am vielversprechendsten.

Die UBS sieht für den S&P-500 im kommenden Jahr Potenzial bis auf 4.700 Punkte, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sollte auf 3,50 Prozent fallen, während der Euro auf 1,12 Dollar leicht aufwerten könnte.

Die geopolitische Ungewissheit impliziere, dass sich Anleger auf eine kommende Volatilitätsphase vorbereiten sollten. Zusätzlich zur Diversifikation könnten Portfolios auch gegenüber spezifischen Risiken abgesichert werden, beispielsweise mittels Kapitalerhaltungsstrategien durch alternative Anlagen oder mittels Positionierungen in Öl und Gold. Angesichts vermutlich fallender Zinsen sieht die UBS den Goldpreis auf 2.150 Dollar steigen, Kurse unter 1.900 Dollar sollten für Aufstockungen genutzt werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/ros

(END) Dow Jones Newswires

November 16, 2023 07:40 ET (12:40 GMT)