Der chinesische Smartphone-Markt ist im zweiten Quartal nach sechs Quartalen kontinuierlichen Wachstums wieder geschrumpft. Wie aktuelle Daten des Marktforschungsunternehmens IDC am Dienstag zeigen, verzeichneten vier der fünf größten Marken rückläufige Auslieferungen, was auf eine nachlassende Verbrauchernachfrage zurückzuführen ist.

Apple, das auf dem chinesischen Smartphone-Markt auf Rang fünf liegt, musste im zweiten Quartal einen Rückgang der Auslieferungen um 1,3 % im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen und setzte 9,6 Millionen Geräte ab. Damit fiel das Minus geringer aus als im ersten Quartal, als der Rückgang noch 9 % betrug. Ausschlaggebend dafür waren gezielte Preisanpassungen bei bestimmten iPhone-16- und 16-Pro-Modellen, die für staatliche Subventionen infrage kamen.

Der Marktanteil von Apple stieg im Juni-Quartal auf 13,9 %, verglichen mit 13,7 % im März-Quartal. Dennoch war es bereits das achte Quartal in Folge, in dem Apple einen Rückgang hinnehmen musste.

Huawei eroberte nach mehr als vier Jahren erneut die Spitzenposition und erreichte einen Marktanteil von 18,1 %. Das in Shenzhen ansässige Technologieunternehmen lieferte im zweiten Quartal 12,5 Millionen Smartphones aus, was einem Rückgang von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Xiaomi, das auf Rang vier liegt, ist der einzige Smartphone-Hersteller unter den Top-Fünf, der im vergangenen Quartal ein Wachstum bei den Auslieferungen verzeichnen konnte. Vivo, der zweitplatzierte Anbieter, musste hingegen mit einem Minus von 10,1 % den stärksten Rückgang unter den fünf größten Marken verbuchen.

Insgesamt sanken die Smartphone-Auslieferungen in China im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 4,0 % auf 69 Millionen Einheiten. Das zuvor durch staatliche Subventionen angetriebene Wachstum ließ angesichts einer allgemein schwächeren Konjunktur nach.

,,Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibt herausfordernd, das Verbrauchervertrauen ist weiterhin gedämpft", erklärte Arthur Guo, Senior Research Analyst bei IDC.

Ein deutlicher Anstieg der Smartphone-Nachfrage sei kurzfristig unwahrscheinlich, so Guo weiter. Im zweiten Halbjahr werde sich der Markt in einem noch komplexeren Umfeld bewegen.