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MÄRKTE USA/Nach neuen Hochs geht Wall Street die Luft aus

21.01.2021 | 22:20

Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)--Nach neuen Bestmarken ist der Wall Street am Donnerstag die Luft ausgegangen. Dow-Jones-Index, die Nasdaq-Indizes und auch der marktbreite S&P-500 markierten kurz nach der Eröffnung neue Allzeithochs. Zwar stieg die Wahrscheinlichkeit, dass das vom Markt erhoffte US-Konjunkturpaket die Legislative passieren wird, da mittlerweile auch einige Abgeordnete der Republikaner ihre Zustimmung signalisiert hatten. "Wir wissen, dass ein Deal kommen wird, die Zeichen sind ziemlich klar", sagte Chef-Stratege Luca Paolini von Pictet Asset Management. Doch sei schon sehr vieles eingepreist und der neue US-Präsident Joe Biden müsse nun die hohen Erwartungen erfüllen. Sein angekündigter beherzter Kampf gegen die Corona-Pandemie deute aber daraufhin, dass mehr Restriktionen drohten, die die Wirtschaft zunächst belasteten, so Stimmen aus dem Handel.

Der Dow-Jones-Index drehte 12 Zähler ins Minus auf 31.176 Punkte - der S&P-500 gewann einen Punkt und der Nasdaq-Composite hielt Aufschläge von 0,5 Prozent. An der Nyse gab es insgesamt 1.274 (Mittwoch: 2.006) Kursgewinner und 1.897 (1.145) -verlierer. Unverändert schlossen 66 (95) Titel. Der Markt habe die unmittelbaren Herausforderungen für die Wirtschaft weitgehend ausgeblendet - einschließlich der steigenden Coronavirus-Neuinfektionen und der neuen Beschränkungen. Angesichts dieser kurzfristigen Belastungen sei der Markt vielleicht etwas zu forsch nach oben gelaufen, hieß es. Bereits am Vortag hatten mahnende Stimmen von einem überkauften Markt gesprochen.

   US-Daten überzeugen 

Durch die Bank positive Konjunkturdaten stützten die Stimmung etwas. So waren die wöchentlichen Erstanträge etwas stärker gesunken als erwartet. Die Aktivität der Industrie im Großraum Philadelphia hatte sich im Januar zudem wesentlich stärker aufgehellt als gedacht. Auch die Neubautätigkeit in den USA hatte sich im Dezember deutlicher ausgeweitet als von Ökonomen vorausgesagt. Das Hauptaugenmerk lag aber auf der Mikroökonomie und damit auf der Berichtsperiode:

   Alcoa und United Airlines mit Abgaben 

Während Alcoa um 12,4 Prozent einbrachen, stürzten United Airlines um 5,7 Prozent ab. Der Aluminiumverhütter Alcoa hatte zwar im vierten Quartal dank höherer Preise den Verlust verringert und besser abgeschnitten als erwartet, das Unternehmen warnte aber, dass sich die Ertragslage wieder verschlechtern könne, falls sich die Absatzmärkte nicht erholten. United Airlines fuhr im vierten Quartal einen Milliardenverlust ein und rechnete mit einer weiterhin schwachen Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie.

Ford schnellten um 6,2 Prozent in die Höhe. Der Kurs erklomm den höchsten Stand seit Januar 2018. Das Unternehmen hatte zuletzt erhebliche Gelder für die Tochter eingeworben, die sich mit dem autonomen Fahren befasst. Zudem hatte die Deutsche Bank gemutmaßt, Ford könnte bei Vorlage der Quartalszahlen einen positiver als gedacht ausfallenden Ausblick präsentieren. Paccar sprangen um 10,5 Prozent nach oben. Auch der Nutzfahrzeughersteller verstärkte seine Ambitionen im Bereich Autonomes Fahren.

Nach Viertquartalszahlen sanken die Aktie des Ölfelddienstleisters Baker Hughes um 1,5 Prozent - trotz guter Geschäftszahlen. Auf bereinigter Basis verbuchte der Konzern rote Zahlen. Das auf Krebsmedikamente spezialisierte Unternehmen Celsion hatte den Aktienkaufvertrag mit Lincoln Park Capital gekündigt. Dieser hatte im September 2020 vorgesehen, dass Celsion über einen Zeitraum von 36 Monaten Aktien im Wert von bis zu 26 Millionen US-Dollar an LPC verkauft. Sie Titel schossen um 36,5 Prozent nach oben.

   Dollar gibt erneut nach 

Nach der leichten Erholung des Vortages zeigte der Dollar wieder Schwäche. Der Dollar-Index reduzierte sich um 0,3 Prozent. Viele Analysten gingen davon aus, dass der Greenback den Abwärtstrend fortsetzen werde, durch den er im Jahr 2020 angesichts der ultralockeren US-Geldpolitik und der Hoffnung auf eine globale Erholung nach der Pandemie fast 7 Prozent verloren hatte. Dazu kommt die Aussicht auf ein umfangreiches Konjunkturpaket durch die neue US-Regierung.

Der Euro reagierte zunächst kaum auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hatte wie erwartet die Leitzinsen bestätigt und wird alle zuletzt verkündeten Maßnahmen fortsetzen. Auch die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde zeigte zunächst wenig Einfluss auf den Euro. Im späten Geschäft zog die Gemeinschaftswährung dann aber mit der Dollarschwäche auf 1,2168 Dollar nach einem Tagestief am Morgen bei 1,21 an.

Die Ölpreise zeigten sich wenig bewegt und uneinheitlich. Die Preise würden derzeit von der US-Politik bestimmt. Hier herrsche Unsicherheit, was Biden in Sachen Konjunkturpaket einer- und Klimaschutz andererseits umsetze, hieß es. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 0,3 Prozent auf 53,13 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent verteuerte sich um 2 US-Cent auf 56,10 Dollar. Teilnehmer verwiesen bei US-Leichtöl auf den unerwarteten Anstieg der US-Lagerdaten, die die Daten des privaten American Petroleum Institute (API) offenbart hatten. Nun wird auf die offiziellen Daten am Freitag gewartet. Die Aufgabe der umstrittenen Keystone XL-Pipeline nach Kanada dominiere zwar die Schlagzeilen, "doch hat dies keine Auswirkungen auf die Förderung in Kanada", merkte Analyst Helge Andre Martinsen von DNB Markets an.

Die "sicheren Häfen" Gold und Anleihen waren im aktuellen Umfeld nicht gefragt. Der Preis für die Feinunze stagnierte bei 1.871 und erholte sich damit deutlich von den Tagestiefs. Der schwache Dollar half dabei. Nach dem Zweiwochenhoch des Vortages attestierten Händler aber eine steigende Bereitschaft für Gewinnmitnahmen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 1,7 Basispunkte auf 1,10 Prozent. Das Konjunkturprogramm Bidens belaste die Notierungen. Die Konjunkturaussichten verbesserten sich - aber auch der Schuldenstand dürfte neue Höhen erklimmen, hieß es. Auch die positiven Wirtschaftsdaten drückten auf die Rentenkurse. Bank of America sah die Zehnjahresrendite in diesem Jahr bei 1,5 Prozent.

=== 
INDEX                 zuletzt      +/- %       absolut   +/- % YTD 
DJIA                31.176,01      -0,04        -12,37        1,86 
S&P-500              3.853,07       0,03          1,22        2,58 
Nasdaq-Comp.        13.530,92       0,55         73,67        4,99 
Nasdaq-100          13.404,99       0,82        108,54        4,01 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite   Bp zu VT    Rendite VT   +/-Bp YTD 
2 Jahre                  0,12       -2,0          0,14      -108,1 
5 Jahre                  0,44        0,2          0,44      -148,2 
7 Jahre                  0,77        0,8          0,76      -147,7 
10 Jahre                 1,10        1,5          1,08      -134,9 
30 Jahre                 1,86        3,3          1,83      -120,3 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %  Do, 8:33 Uhr  Mi, 17:40h  % YTD 
EUR/USD                1,2168     +0,49%        1,2130      1,2105  -0,4% 
EUR/JPY                125,95     +0,43%        125,46      125,41  -0,1% 
EUR/CHF                1,0769     -0,01%        1,0782      1,0774  -0,4% 
EUR/GBP                0,8860     -0,09%        0,8855      0,8871  -0,8% 
USD/JPY                103,50     -0,06%        103,45      103,60  +0,2% 
GBP/USD                1,3734     +0,58%        1,3698      1,3647  +0,5% 
USD/CNH (Offshore)     6,4632     -0,01%        6,4623      6,4638  -0,6% 
Bitcoin 
BTC/USD             31.897,75     -8,88%     34.988,75   34.388,50  +9,8% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.         +/- %     +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex               53,02      53,31         -0,5%       -0,29  +9,0% 
Brent/ICE               56,03      56,08         -0,1%       -0,05  +8,3% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag         +/- %     +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)          1.870,45   1.871,00         -0,0%       -0,56  -1,4% 
Silber (Spot)           25,99      25,88         +0,5%       +0,12  -1,5% 
Platin (Spot)        1.130,90   1.116,88         +1,3%      +14,03  +5,7% 
Kupfer-Future            3,65       3,64         +0,2%       +0,01  +3,7% 
=== 

Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 21, 2021 16:19 ET (21:19 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
ALCOA CORPORATION -0.57%37.0274 verzögerte Kurse.60.91%
AUSTRALIAN DOLLAR / EURO (AUD/EUR) -0.15%0.62583 verzögerte Kurse.-1.04%
BAKER HUGHES COMPANY 2.46%20.355 verzögerte Kurse.-4.65%
CANADIAN DOLLAR / EURO (CAD/EUR) -0.10%0.675685 verzögerte Kurse.4.81%
CELSION CORPORATION -2.83%1.069 verzögerte Kurse.54.71%
DOW JONES FXCM DOLLAR INDEX 0.03%11954.16 verzögerte Kurse.2.30%
EURO / BRITISH POUND (EUR/GBP) 0.09%0.85525 verzögerte Kurse.-3.74%
EURO / JAPANESE YEN (EUR/JPY) 0.34%130.083 verzögerte Kurse.3.20%
FORD MOTOR COMPANY -0.90%13.7872 verzögerte Kurse.58.25%
GENERAL MOTORS COMPANY -1.06%55.015 verzögerte Kurse.33.62%
NASDAQ 100 1.13%15110.416417 verzögerte Kurse.15.16%
PACCAR, INC. 0.38%87.49 verzögerte Kurse.1.00%
S&P GSCI CRUDE OIL INDEX 0.43%394.2781 verzögerte Kurse.48.21%
UNITED AIRLINES HOLDINGS, INC. -0.30%47.8 verzögerte Kurse.10.87%
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Nettoergebnis 2021 921 Mio - 783 Mio
Nettoverschuldung 2021 155 Mio - 132 Mio
KGV 2021 7,78x
Dividendenrendite 2021 0,10%
Marktkapitalisierung 6 957 Mio 6 957 Mio 5 916 Mio
Marktkap. / Umsatz 2021 0,63x
Marktkap. / Umsatz 2022 0,54x
Mitarbeiterzahl 12 900
Streubesitz 99,0%
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