Das Unternehmen startete am Montag mit dem Industriegasekonzern Air Liquide ein Pilotprojekt, bei dem Wasserstoff direkt in einem Hochofen eingesetzt wird, um damit weniger Kohlenstoff zu verwenden. Bis zu 20 Prozent CO2 könnten dadurch eingespart werden, sagte Vorstandsmitglied Klaus Keysberg bei der Vorstellung der Pläne in Duisburg. Der Konzern bekenne sich zu den Zielen des Pariser Klimagipfels von 2015 und wolle seine Stahlproduktion bis 2050 klimaneutral gestalten. Bis 2030 soll der Ausstoß um 30 Prozent gesenkt werden.

Die Stahlbranche gehört neben der Energiewirtschaft und der Chemieindustrie zu den größten Produzenten des klimaschädlichen Kohlendioxid. Neben Thyssenkrupp treiben auch Konkurrenten wie Salzgitter oder ArcelorMittal Projekte für eine geringere Umweltbelastung voran. Allein Thyssenkrupp bläst jährlich rund 25 Millionen Tonnen CO2 in die Luft. Der Konzern habe dadurch einen großen Hebel für Einsparungen, sagte Keysberg. Die Hochöfen am Standort Duisburg produzierten 2,5 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland. Im Gesamtkonzern entfielen 95 Prozent der CO2-Produktion auf die Stahlsparte.

Thyssenkrupp hat die Kosten für den Umbau der Produktion auf zehn Milliarden Euro und mehr beziffert. Stahlchef Premal Desai machte deutlich, dass das Unternehmen dabei auch auf finanzielle Unterstützung durch den Staat setzt. "Das werden wir nicht aus unserem Betrieb heraus finanzieren. Das ist eine große gesellschaftliche Aufgabe."